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Freelance Chronicles in Zeiten von Corona

#06 - Andreas Heine

Seit einigen Jahrzehnten ist Andreas Heine bereits in der Gastronomie und im Eventbereich selbständig. Im Interview erzählt er uns von seinem Weg, von großen Learnings und der Pandemie, die seine Branche hart getroffen hat. Andreas spricht außerdem über Ehrlichkeit, Offenheit und die Größe, Hilfe anzunehmen. Mithilfe seines Erfahrungsschatzes berät er heute unter anderem Gastronominnen und Gastronomen, damit sie mit guten Ideen in die Zukunft blicken können.


Andreas Heine, 50 Jahre

Unternehmen: Einzelunternehmen Andreas Heine; Marke: indigo-Events

zweite Marke (im Aufbau): heine & friends

Sitz: Hannover

Selbständig seit: April 2002

Zum Videointerview mit Andreas

Wer bist du und was genau machst du?

Ich bin Andreas Heine aus Hannover, gerade 50 geworden und in der Sparte Event und Event-Gastronomie tätig. Mit 15 bin ich in die Lehre gegangen, eine klassische Ausbildung zum Restaurantfachmann. Über die diversen Stationen im Restaurantbereich und in verschiedenen Restaurant-Kategorien habe ich mich dann hochgearbeitet. Später bin ich auch noch zur Hotelfachschule gegangen. Danach dachte ich, ich wäre super fortgebildet. Ich nahm dann einen Job als stellvertretender Geschäftsführer an – und habe schnell gelernt, dass das alles nicht so einfach ist, wie ich dachte. In der Hotelfachschule lernst du zwar ein bisschen was über Zahlen und Rechnungswesen, aber dann stehst du im Laden plötzlich alleine da. Als stellvertretender Geschäftsführer war ich primär für das operative Geschäft zuständig. In dieser Position hatte ich eine gewisse Verantwortung – das kam schon fast einem Unternehmer gleich, wenn die Chefs nicht da waren. Das war herausfordernd, aber auch sehr spannend.

Das Restaurant war eine Neueröffnung und es hat stark angefangen. Wenn du einen Betrieb hast, der spitzenmäßig läuft und hip ist, ist das super. Nachher hat das Konzept aber nicht mehr funktioniert. Das kann passieren. Das war also eine Episode auf meiner Reise. Wirklich eine spannende Zeit, an die ich gern zurückdenke, wenn ich an dem Betrieb in Hannover vorbeifahre.

Danach war ich in einem Top-Restaurant in Hannover erst stellvertretender Leiter und dann Restaurantleiter. Als hier in Hannover die Havana Lounge neu eröffnet wurde, habe ich dort als stellvertretender Club Manager und Restaurantleiter angefangen. Das war vom Gastronomischen her extrem anspruchsvoll. Super cool!

Im Jahr 2001 oder 2002 bin ich dann in die Selbständigkeit gerutscht. Das war wirklich fast ein Rutschen, weil ich von dem Partner gefragt wurde, ob wir das zusammen machen wollen – und wir es dann einfach gemacht haben. Wir haben damals ein Catering Unternehmen gegründet. Mein Partner war der kochende Part und ich habe die Front organisiert, mit Kunden kommuniziert und mich um Rechnungen gekümmert. Nach und nach habe ich gemerkt, wo ich Defizite hatte und wo mir Wissen gefehlt hat. Selbständigkeit ist wirklich eine Reise. Egal was du vorher über das Selbständigentum gehört und gelernt hast, auch in der Hotelfachschule: Es ist ganz anders, wenn du es dann wirklich tust.

"Egal was du vorher über das Selbständigentum gehört und gelernt hast, auch in der Hotelfachschule: Es ist ganz anders, wenn du es dann wirklich tust."

Mit welchen Mythen und Unsicherheiten hattest du zu Beginn deiner Selbständigkeit zu tun?

Das große Thema Steuern ist immer ein Mysterium. Es gibt ja diese Warnung: Wenn das erste Mal die Steuernachzahlung kommt … In der Anfangszeit haben wir uns, glaube ich, nicht gut genug gekümmert. Man muss wissen, dass das Geschäft in unserer Branche total unregelmäßig und saisonal ist. Das konnten wir noch nicht abschätzen. Auch Steuerverläufe und Steuerlogiken kannten wir nicht richtig. Und wenn du die nicht verstehst, fällst du irgendwann in diese Falle der Steuernachzahlung, vor der dich alle gewarnt haben. Wenn das Geld dafür nicht reicht, hast du ein richtiges Problem. Diese Gefahr besteht ganz schnell, wenn die Abgaben nicht regelmäßig abgeführt werden. Und ich glaube, das machen 90 Prozent der Menschen falsch. Beim Kontist Konto ist das super, da blinkt immer auf: “Das darfst du haben, das musst du weglegen.” Selbst wenn man es nicht genauso macht, hat man zumindest einen ständigen Warnhinweis. Davon müsste es eigentlich viel mehr geben.

Das Problem bei kleineren Unternehmern ist auch, dass sie glauben, alles können zu müssen – oder zumindest wird das von ihnen erwartet. Wenn du aber beispielsweise einen guten Steuerberater hast, dann geht das ja über Buchhaltung hinaus. Der nimmt dich auch mal an die Hand und sagt: Hier musst du aufpassen, da müssen wir eine Lösung finden. Du brauchst halt viele gute Leute im Umfeld, sei es rund um das Thema Versicherung, Finanzen oder Marketing. Rund um alles, was du nicht selber kannst. Ihr habt da mal ein tolles Webinar gehabt mit Günter Faltin, “Kopf schlägt Kapital”. Und er hat so einen coolen Satz gesagt: Wenn du dir diese Spezialisten nicht leisten kann, für Steuer, Marketing usw., dann ist dein Business noch nicht richtig. Und das fand ich so cool. Obwohl es natürlich wehtut, weil du sagst: Aber ich hab doch so eine tolle Idee! Aber eigentlich hat er recht. Denn alles, was dich von deinem Weg abbringt und was du nur zu 50 Prozent erfüllen kannst, kann gefährlich sein, gerade die Steuer. Da musst du dir Kompetenz von außen einkaufen können.

"Beim Kontist Konto ist das super, da blinkt immer auf: “Das darfst du haben, das musst du weglegen.” Selbst wenn man es nicht genauso macht, hat man zumindest einen ständigen Warnhinweis. Davon müsste es eigentlich viel mehr geben."

Wie ging deine Reise als Selbständiger weiter?

Wir sind langsam gestartet. Mein Partner hatte schon ein paar Kunden. Wir haben damals möglichst alles alleine gemacht im Catering. Wir haben alleine eingekauft, haben alleine unsere Küche geputzt. Ich habe Karotten geschält. Wir sind alleine zum Event gefahren, zum Teil mit gemieteten Fahrzeugen, und haben so viel wir konnten alleine aufgebaut und erst dann Personal kommen lassen. Wir sind also wirklich klein gestartet und das war auch schön. Denn dann wächst man mit seinen Aufgaben und in die Unternehmerrolle hinein. Wir haben nicht sofort 100 Jobs gehabt und ein Unternehmen aufgebaut und Kredite aufgenommen. Sondern wir sind ganz ruhig gewachsen. Meine Eltern haben mir ein bisschen Startkapital gegeben und das war’s. Dann haben wir losgelegt. Ich glaube, die Learnings kommen mit den Aufgaben. Und nicht alle Learnings kommen gleichmäßig. Wahrscheinlich durchläufst du jede Station irgendwann, aber keiner kann dir sagen, wann. 

Wir sind also langsam gewachsen, hatten viele freie Mitarbeiter und irgendwann eine Festangestellte. Das war wirklich ein Sprung! Da hatten wir innerhalb eines Jahres mehr als das doppelte an Umsatzvolumen gewonnen. Das war eine neue Stufe.

Ich empfinde es nicht als Nachteil, dass wir so langsam gewachsen sind. Wir sind immer mit unseren Kundenanfragen gewachsen. Wären wir von Anfang an mit einer großen Mannschaft angetreten, hätten einen separaten Vertrieb gehabt und so, dann hätten wir vielleicht viel mehr Kunden haben können. Aber bei mir ist es weiterhin so, dass ich am liebsten nur ein Event gleichzeitig mache. Ich habe zwar schon mal sieben Events auf einmal gemacht, aber da bin ich nur noch durch die Gegend gefahren, habe mich überall blicken lassen. Denn das war unser Anspruch. Den kannst du nicht erfüllen, wenn du eine Riesen Mannschaft hast. Da kriegst du es nicht hin, deine eigene Handschrift einzubringen.

Als mein Geschäftspartner und ich uns dann getrennt haben, lag das nicht am langsamen Wachstum oder an Überlastung. Es ging eher um die personelle Aufteilung, um persönliche Indifferenzen und Richtungsentscheidungen. Das waren auch privat etwas schwierige Zeiten für uns beide.  Denn das kann man nicht komplett trennen. Es ist nicht nur das Unternehmen, es ist auch immer der Unternehmer. Auch schon vor dem letzten Jahr, das ja seinen Teil dazu beigetragen hat, gab es diverse Punkte, an denen ich mich fragen musste: Wow, wie soll das hier weitergehen? Dann ist es nicht ganz einfach, zu beurteilen, ob nur das Unternehmen am Kränkeln oder auch der Unternehmer angeschlagen ist. Das kann man, glaube ich, sehr schwer trennen.

Gerade achte ich viel auf Gesundheit, belese mich dazu, wie ich ausgeglichen und gut arbeiten kann. Dadurch, dass ich wegen Corona ein bisschen aus dem Hamsterrad rauskomme, interessiere ich mich gerade viel breiter. Das pusht mich. Ich komme wirklich mit Lust und Freude ins BĂĽro, auch wenn ich hier gerade allein sitze. Ein Freund von mir sagte kĂĽrzlich, er erfreut sich daran zu sehen, wie ich gerade wieder brenne fĂĽr neue Ideen. Ich merke gerade, dass neutraler Input von auĂźen oder etwas, was gar nicht mit deinem Job zu tun hat, sehr wertvoll ist. Ich werde mir in Zukunft beibehalten, in meiner Freizeit andere Themen anzuschneiden. So kriege ich neue Impressionen, kann mich ein bisschen resetten und auch weiterentwickeln. Das finde ich ganz spannend.

"Ich glaube, die Learnings kommen mit den Aufgaben. Und nicht alle Learnings kommen gleichmäßig. Wahrscheinlich durchläufst du jede Station irgendwann, aber keiner kann dir sagen, wann."

Wie hast du das letzte Jahr und den Beginn der Pandemie erlebt?

Der Forecast bei kleinen Agenturen ist natürlich immer schwierig. Du hast ein paar Kunden, die regelmäßig kommen, aber selbst das kannst du nicht einschätzen. Wir waren Anfang letzten Jahres sehr positiv, hatten gute Laune und gute Gespräche. Wir haben sogar gedacht, dass wir in dem Jahr 20 oder 30 Prozent mehr erreichen können. Das hätte natürlich extrem viel Arbeit bedeutet – aber das ist ja ein tolles Luxusproblem! Wir hatten also ganz neue Dimensionen geplant. Bis Mitte Februar ging das auch wahnsinnig gut. Und dann kam im März der Knall. Erst ging es los mit Verschiebungen: “Wir können noch nicht unterschreiben”, “wir müssen erst noch dies und das tun”. Es gab Weiterverhandlungen, weil man noch hoffte. Dann kamen die ersten Absagen für die noch geplanten März-Veranstaltungen. Dann kamen Absagen von der Messe in Hannover – und wir sagten: Jetzt wird es aber heikel. Und wir hatten – wie wahrscheinlich alle – keine Ahnung von Kurzarbeitergeld und so. Wir mussten über Stundungen sprechen und uns irgendwie verschlanken. Ein halbes Jahr vorher hatten wir zum Glück mal ein bisschen aufgeräumt, umstrukturiert, Finanzen und Verträge kontrolliert. Das war gut, weil wir in der Kostenstruktur schon ein bisschen schlanker waren. Wir haben schon seit ein paar Jahren einen Berater, mit dem ich dann die ersten Wochen damit beschäftigt war, mich zu sortieren und zu überlegen. Wir mussten mit Mitarbeitern sprechen, Kurzarbeit planen. Das war völlig strange. Das war auch so ungreifbar. Wie gehe ich damit um? Was muss ich mit den Mitarbeiterinnen machen? 

Das war so viel Bürokratie, dass ich tagelang im Büro war und nichts anderes gemacht habe außer zu telefonieren. Auch mit Kunden, die verschoben oder abgesagt haben. Irgendwann ging das natürlich auch ein bisschen an die Finanzen, weil ich mit Veranstaltungen geplant hatte, die eigentlich schon anzahlungsfähig gewesen wären. Ich musste mit den Leuten sprechen, Fingerspitzengefühl einsetzen und nach einer Sonderlösung suchen. Können wir wenigstens ein bisschen was bekommen für die erbrachten Leistungen? Das können wir ja später mit anrechnen. Da habe ich gute Gespräche geführt mit tollen Kunden, die das ganz häufig auch akzeptiert haben. Die Lösungen waren ganz individuell, wir hatten überhaupt keinen Maßnahmenkatalog. 

Dann kam natürlich auch das Thema Fördermittel und das Thema Personal. Es sind ja Leute von dir abhängig. Und von 60 Prozent Kurzarbeitergeld kannst du ja nicht leben. Deswegen war von vornherein klar, dass wir aufstocken, auch wenn wir nur ein kleines Team haben. Damit die Mitarbeiter wenigstens über die Runden kommen.

Das war eine Momentaufnahme. Wir haben ja nicht gewusst, dass das über ein Jahr läuft. Am Anfang dachten wir über Monate nach. Es kam der Sommer und wir konnten ein paar wenige Veranstaltungen machen, an einer Hand abzählbar. Diese Events waren besonders, persönlicher und natürlich mit allen möglichen Hygienemaßnahmen und dadurch auch teuer.

Aber gerade am Anfang war das ein Riesen Wollknäuel. Wenn ich Tagebuch geführt hätte, wäre das voller verrückter Eintragungen. Was da alles passiert ist. In dieser Zeit habe ich ja auch zu euch gefunden. Ich wollte aus der normalen Bankverbindung ausbrechen, um transparent mit Fördermitteln umzugehen, und bin dann durch eine Empfehlung zu euch gekommen.

Meine Frau und ich haben das Glück, dass immer nur einer von uns beiden Bedenken hat. Wir pushen uns und holen uns gegenseitig ab. Und auch durch unseren Berater haben wir immer Licht am Ende des Tunnels gesehen. 

Da habe ich so ein bisschen, ich nenne es mal Gottvertrauen gehabt. Ich wusste: Es wird schon weitergehen. Ich weiß nur noch nicht wie. Aber es hat mir ein bisschen Ruhe gegeben, dass ich in der Vergangenheit immer eine Lösung für Probleme gefunden habe. Und die derzeitige Situation ist eben kein Sprint, sondern ein Marathon – oder zumindest ein Mittelstreckenlauf. Da muss man Dinge auch mal betrachten und abwarten. 

Das, was mich wirklich bedrückt hat, war die Sorge um meine Gesundheit und die Gesundheit von meiner Familie und meinem Umfeld. Gesundheit ist das größte Gut. Ich wusste, dass ich eher auf meine Gesundheit aufpassen sollte und die Finanzen vernachlässigen kann, denn die kann ich wieder aufholen. Im Zweifelsfall ist es nur Geld. Und das kann man später wieder reinholen und Lösungen finden. Wenn du wirklich krank bist, ist das schwieriger.

"Meine Frau und ich haben das GlĂĽck, dass immer nur einer von uns beiden Bedenken hat. Wir pushen uns und holen uns gegenseitig ab. Und auch durch unseren Berater haben wir immer Licht am Ende des Tunnels gesehen."

Du hast im Vorgespräch schon erzählt, dass du gerade eine zweite Marke aufbaust. Was hat es damit auf sich?

Im Sommer habe ich ja plötzlich diesen kreativen Drive bekommen und baue jetzt eine zweite Marke auf. Ich bin einen Schritt zurückgegangen und habe eine weitere Passion entdeckt: das Beraten und Helfen. Ich bin mit Leidenschaft dabei und bringe Expertise aus 50 Jahren mit. 

Unsere Branche, Gastro und Event, ist ja eigentlich eine große Familie – so sagt man immer. Was ich ein bisschen schade finde, ist dass manche in ihrem Kokon bleiben. Ich merke in Gesprächen, dass viel Unsicherheit über den Umgang mit Corona besteht. Manche sind gerade super kreativ, hauen raus und versuchen einfach Neues. Und manche fallen in ihren Sorgen zusammen und wissen nicht, wohin mit sich. Ich finde, dass ganz häufig jemand fehlt, der die Leute an die Hand nimmt, sie berät. Es muss vielleicht auch mal grundlegend über Konzepte nachgedacht werden und viele scheuen sich davor, Hilfe anzunehmen. Ich kenne ein paar Kollegen, die würden mich gar nicht ansprechen. Wobei ich gar kein riesen Beraterhonorar haben will. Ich habe ja gerade viel Zeit und einen Kaffee unter Abstand kann man immer trinken. Dann kann man gemeinsam überlegen: Wo stehst du gerade? Und hast du schon über das und das nachgedacht? Natürlich möchte ich in meiner Beraterfunktion ein bisschen Geld verdienen. Aber auch nur, weil ich Leuten sicherlich auch etwas geben kann.

Ich habe neulich mal gesagt: Das Einzige, was gerade positiv ist, ist dass ich viel Zeit habe, Neues zu entwickeln, ohne Kunden und Projekte zu vernachlässigen. Und das geht vielen Gastronomen so. Wir müssen jetzt nachdenken: Was kann ich für die Zukunft meines Unternehmens tun? Und kann ich das alles alleine planen oder hol ich mal jemanden von außen dazu? Das ist natürlich nicht immer angenehm. Ich habe auch unangenehme Fragen hinter mir, auch schon vor Corona, die aber letztlich was gebracht haben und zu Veränderungen geführt haben. Weil du vielleicht darauf gestoßen wirst, den Apparat um X Prozent zu reduzieren. Oder du bekommst Fördermittel, die du gar nicht im Fokus hattest. Das kann dir so viel helfen, auch zu dauerhafter Entspannung. 

Diese Offenheit wünsche ich mir in unserem Gastrobereich. Ich bin nicht der Beraterkönig, aber ich bin jemand, der ganz offen und ehrlich mit Leuten umgeht und sagt, was er sieht und was er denkt. Also meldet euch gerne. Dann kann man sprechen, Facetimen, über Zoom und wie sie alle heißen. Und dann kann man mit guten Ideen und gestärkt aus dieser Zeit gehen. Da bin ich sicher.

"ch habe ja gerade viel Zeit und einen Kaffee unter Abstand kann man immer trinken. Dann kann man gemeinsam ĂĽberlegen: Wo stehst du gerade? Und hast du schon ĂĽber das und das nachgedacht?"

Welche Learnings aus deiner Selbständigkeit würdest du anderen mitgeben wollen?

Schreibt nicht so viel, sondern sprecht. Ich merke immer wieder, wie bei WhatsApp Dinge anders aufgenommen werden, als sie gemeint waren. Das war ein Learning. 

Gerade aus der Trennung von meinem ersten Geschäftspartner, bei der wir leider im Streit auseinandergegangen sind, habe ich gelernt, persönlich und ehrlich zu sein. Die Trennung ist ja schon ein paar Jahre her. Seitdem habe ich immer versucht, Gespräche zu führen, und bekam meistens Verständnis entgegengebracht. Das ist ein sehr positives Learning. Und der offene und ehrliche Umgang mit anderen wird mir hoch angerechnet. Ich habe ganz viele der alten Kollegen, Netzwerker, Lieferanten und Dienstleister weiterhin im Portfolio gehabt. Alle haben mir ohne Voreingenommenheit weiter vertraut. 

Es war ein langer, steiniger Weg und auch nicht immer schön. Gerade wenn du mit Altlasten aus einer Unternehmung gehst und neben dem Neuaufbau auch noch dich und deine Familie ernähren musst. Mir geht so etwas auch persönlich nahe. Aber für mich war immer ganz wichtig, den Leuten ins Gesicht zu schauen und zu sagen: Wir müssen Lösungen finden. Und diese Ehrlichkeit, die kann ich jedem nur ans Herz legen: Wenn es Probleme gibt, muss man miteinander sprechen. Und wenn aus diesem Gespräch keine Lösung hervorgeht, hast du es wenigstens versucht. 

Übrigens lohnt sich das offene Gespräch auch gegenüber dem Finanzamt, aber auch mit Jobcentern, Ämtern usw. Da muss man mal eine Lanze brechen. Wenn du sprichst und nachfragst, bekommst du zu 99 Prozent gute Antworten. Natürlich sind es nicht immer die Antworten, die du hören willst. Und es gibt manchmal Regularien, die kannst du nicht aufbrechen. Aber auch dort gibt es immer Mittel und Möglichkeiten. Hauptsache, du fragst nach.

Was ich neben der Ehrlichkeit ganz wichtig finde, ist Hilfe anzunehmen. Wenn dir Freunde zum Beispiel Rat anbieten, musst du auch mal zuhören. Ich habe so manchen Rat überhört, weil ich in meiner ersten Selbständigkeit dachte: Wow, was bin ich cool! Und ich habe Warnsignale nicht gehört oder Hilfe, zum Beispiel finanzielle von den Eltern, nicht angenommen. Warum denn nicht? Gerade im letzten Jahr habe ich gelernt, dass Ehrlichkeit und Mut, zu den Sachen zu stehen, ganz wichtig sind. Dann hast du wieder Luft zum Atmen. Denn das Leben ist wertvoll. Wir als Unternehmer müssen auch auf uns selbst aufpassen. Denn wenn du bis obenhin voll bist mit Sorgen, dann findest du den Weg für dein Unternehmen nicht mehr. Deswegen finde ich es ganz wichtig, ehrlich zu sein und Hilfe anzunehmen.

"Wenn du sprichst und nachfragst, bekommst du zu 99 Prozent gute Antworten. Natürlich sind es nicht immer die Antworten, die du hören willst. Und es gibt manchmal Regularien, die kannst du nicht aufbrechen. Aber auch dort gibt es immer Mittel und Möglichkeiten. Hauptsache, du fragst nach."

Was bedeutet Kontist fĂĽr dich?

Ich bin ja 50 und ein alter Schreibtischtäter, der auch gerne Sachen auf Papier schreibt. Da ist Kontist schon hypermodern für mich. Das wichtigste Argument war für mich eure Übersichtlichkeit. Ich könnte euch natürlich noch viel mehr nutzen. Ich nutze zum Beispiel den Steuerservice noch nicht. Wir haben das Kontist Konto aber in erster Linie angelegt, um Transparenz und Übersichtlichkeit bei den Fördergeldern zu haben. Dazu kommt natürlich das tolle Add-On, dass ich die Dinge benennen und in Kategorien einteilen kann – und dass immer das mahnende Auge draufschaut: Achtung, Achtung, Steuer! Diese Alarmsignale sind super. Sie helfen einem dabei, das Steuerthema nicht ständig zu vergessen. Auch eure super Webinare haben mir im März, April und Mai sehr geholfen. Da war bei mir ja ein großes Wollknäuel und ich habe versucht, möglichst viele Informationen für die Zukunft aufzusaugen.

"Denn das Leben ist wertvoll. Wir als Unternehmer mĂĽssen auch auf uns selbst aufpassen. Denn wenn du bis obenhin voll bist mit Sorgen, dann findest du den Weg fĂĽr dein Unternehmen nicht mehr. Deswegen finde ich es ganz wichtig, ehrlich zu sein und Hilfe anzunehmen."

Vielen Dank für deine Zeit und für den Einblick in deine lange Geschichte als Selbständiger!

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