facebook-pixel

Freelance Chronicles in Zeiten von Corona

#03 - Gordon Schönwälder

Wer sich mit Podcasts beschäftigt, stößt früher oder später auf ihn: Gordon Schönwälder. Mit Podcast Helden unterstützt er Unternehmer dabei, mit ihrem eigenen Podcast die richtige Zielgruppe zu erreichen. Mit uns spricht Gordon über seinen manchmal holprigen Weg in die Selbständigkeit, über die richtige Positionierung und darüber, wie man es schafft dranzubleiben.


Gordon Schönwälder, 39 Jahre

Unternehmen: Podcast-Helden

Sitz: Langenfeld (Rheinland)

Selbständig seit: 2014

Zum Videointerview mit Gordon

Wer bist du und was genau machst du?

Ich bin Gordon Schönwälder. Mit Podcast Helden helfe ich Unternehmerinnen und Unternehmern dabei, mit ihrem eigenen Podcast die richtigen Kunden anzusprechen. Und das mache ich mittlerweile seit fünf oder sechs Jahren. Meine Kunden sind Selbständige, aber auch Unternehmen und Konzerne, die Podcasts für ihre Kommunikation nutzen möchten. Mein Herz schlägt aber besonders für die Selbständigen, für Menschen wie mich, für die Einzelkämpfer da draußen. Die Entscheidungswege sind kurz. Man muss nicht irgendwelche Gremien einberufen. Das ist geil!

Am Anfang war natĂĽrlich nicht immer alles rosig, aber mit der Zeit habe ich es geschafft, erfolgreich zu sein mit dem, was ich tue und was ich liebe. Und ich bin sehr froh, dass ich mit Podcasting meinen Lebensunterhalt verdienen darf.

"Irgendwann kamen dann Menschen auf mich zu und sagten: Ich habe keine Ahnung, was du machst, aber diese Podcast Sache ist interessant. Und das war die Geburtsstunde von Podcast Helden."

Vor fünf oder sechs Jahren hatten die meisten Menschen Podcasts ja noch gar nicht auf dem Schirm. Wie bist du auf die Idee gekommen? 

Da muss ich euch mitnehmen in das Jahr 2004. Ich hatte damals das Glück, als Therapeut in einem Krankenhaus in einem sehr, sehr dysfunktionalen Team zu arbeiten. Glück deswegen, weil mich das sehr geprägt hat. In dem Team wurde viel gemobbt. Ich war da weder Opfer noch Täter. Aber auch für mich war es nicht schön, jeden Montag hinzufahren und zu wissen: Was kommt, ist scheiße. Also habe ich angefangen, mich mit Kommunikation und NLP zu beschäftigen: Warum ist dieses Team so? Warum tun sich Menschen das an? Ich habe dann auch diverse Coaching-Ausbildungen und -Fortbildungen gemacht. Und auf dem Weg zu diesen Coaching-Ausbildungen habe ich damals Podcasts auf meinen iPod geladen. Ich fand das so cool, dass ich die Sachen, die ich auf den iPod geladen hatte, quasi on demand anhören konnte. Und ich hab mir gedacht: Wenn du irgendwann mal selbständig bist, dann hast du auch so einen Podcast. Und genau das hab ich dann gemacht. 

2011 hab ich die ersten Gehversuche als Sidepreneur, wie man das so nennt, gemacht – und so ziemlich alles falsch gemacht, was man als Unternehmer falsch machen kann. Aber ich habe das immer mit einem Podcast begleitet und irgendwann kamen dann Menschen auf mich zu und sagten: Ich habe keine Ahnung, was du machst, aber diese Podcast Sache ist interessant. Und das war die Geburtsstunde von Podcast Helden, im Jahr 2013 oder 2014. 

Ich war nicht der Erste und ich bin auch nicht der Einzige auf diesem Markt. Was ich aber geschafft habe, ist ĂĽber die Jahre eine gewisse Sichtbarkeit aufzubauen. Und da ich auch mit sehr tollen Menschen und Unternehmen zusammenarbeiten darf, kommt da eins zum anderen. Und jetzt darf ich die Podcastszene, zumindest was Podcasts im Unternehmenskontext angeht, mitgestalten.

"Ich habe im Bereich Podcast sehr viel ausprobiert. Vieles davon hat nicht geklappt. Als ich aber verstanden habe, wie das funktioniert, hat es immer besser geklappt – und das macht meine Expertise aus."

Wie sah dein Weg in die Selbständigkeit aus? Wie hast du begonnen?

Ich habe ja damals eine Coaching-Ausbildung gemacht. Danach dachte ich: Cool, ich bin Therapeut, habe eine Coaching-Ausbildung und Erfahrung in der Arbeit mit Menschen. Da ist es doch total smart zu sagen: Ich bin der Coach für alle und ich kann mit jedem irgendwie arbeiten. 

Das Problem: Ich hatte mich überhaupt nicht positioniert, so gar nicht. Also ein Coach für alles und jeden. Das konnte gar nicht funktionieren. Aber ich war damals nicht in der Lage, eine Art von Positionierung zu machen. Zur selben Zeit habe ich einen Podcast zum Thema Coaching gestartet. 

Ungefähr 2012 dachte ich, dass ich mich etwas spitzer positionieren muss. Ich habe Gesundheitspraxen als spannenden Unternehmenszweig entdeckt. Denn in Therapiepraxen sitzen an der Anmeldung meistens keine gelernten Arzthelferinnen, sondern Leute auf 450-Euro-Basis, die da ihr Ding machen. Wenn du als Kunde in so eine Praxis gehst, gucken sie dich manchmal nicht mal an und du fühlst dich schon scheiße. 

Da wollte ich ansetzen: Wie ist das in Praxen? Wo sind die typischen Berührungspunkte mit den Klienten oder Patienten? Wie kann man dafür sorgen, dass Word of Mouth besser funktioniert … Das ging voll in die Hose, weil ich null Marktrecherche gemacht habe. Es war zwar damals schon ein großer Bedarf da, aber kein Problembewusstsein bei der Zielgruppe. Heute, ein paar Jahre später, sieht das anders aus. Ich war einfach zu früh.

Diese Phase habe ich aber auch mit einem Podcast begleitet. Ich habe viele verschiedene Sachen ausprobiert, um mich zu verwirklichen. Aber irgendwie hing ich immer an diesem Kernthema Audio. Und das ist dann das, was am Ende mein Unternehmen geworden ist. Ich habe im Bereich Podcast sehr viel ausprobiert. Vieles davon hat nicht geklappt. Als ich aber verstanden habe, wie das funktioniert, hat es immer besser geklappt – und das macht meine Expertise aus. Ich bin niemand, der einmal einen erfolgreichen Podcast hatte und sich dann Podcast Coach nennt. Sondern ich habe immer viel selbst ausprobiert.

"Positionierung ist elementar, quasi der erste Schritt. Ist man nicht positioniert, braucht man eigentlich gar nicht erst anzufangen."

Du hast das Thema der Positionierung angesprochen. Hast du einen Tipp fĂĽr unsere Community?

Positionierung ist elementar, quasi der erste Schritt. Ist man nicht positioniert, braucht man eigentlich gar nicht erst anzufangen. 

Was unternehmerisch ganz wichtig ist, ist der Sweet Spot. Wir stellen uns vier Kreise vor, die ineinander laufen. Und in der Mitte gibt es einen Punkt, wo sich diese vier Kreise überlappen und dieser Punkt ist vergleichsweise winzig. 

Der erste Kreis, das sind deine Fähigkeiten, deine Expertise, das, was du gerne tust und was du kannst. Das kann deine Ausbildung sein, Fähigkeiten und Erfahrungen. In meinem Fall zum Beispiel die Podcast Erfahrung.

In Kreis Nummer zwei geht es um die Zielgruppe: Gibt es ein Problem bei der Zielgruppe? Gibt es eine Zielgruppe, die dieses Problem hat? In meinem Beispiel gibt es eine Zielgruppe, die nicht weiĂź, wie man einen Podcast macht. Check.

Der dritte Kreis, ganz wichtig: Hat diese Zielgruppe ein Problembewusstsein? 

Und dann gibt's den vierten Kreis und das ist die Zahlungsbereitschaft. Die meisten hören nach den ersten drei Kreisen auf. Die Zielgruppe muss aber auch eine gewisse Zahlungsbereitschaft für die Lösung ihres Problems haben. 

Und da, wo diese vier Kreise übereinander liegen, dort ist der Sweet Spot. Da sind die Menschen, die ein Problem haben, die das Problem erkannt haben, auf der Suche nach einer Lösung sind und auch noch bereit sind, Geld dafür auszugeben. 

Wenn man das findet: Cool! Dann kann man das Ganze noch ein bisschen verfeinern.

Ein Beispiel aus dem Podcast Bereich: Ich kann einen thematisch maximal breiten Podcast haben, wenn meine Zielgruppe total spitz ist. Ich kann sagen: Ich helfe alleinerziehenden Frauen über 45 nach einer Scheidung dabei, Glück zu finden. Andersherum könnte ich einen thematisch sehr spitzen Podcast machen, der eine große Zielgruppe erreicht. Zum Beispiel: Ich möchte allen Berufstätigen zeigen, wie man morgens 15 Minuten Zeit spart. Mit diesen beiden Dingen, dem Sweet Spot und der weiteren Eingrenzung, kann man gut an die Positionierung herangehen. 

Wenn ich heute Consulting mit Podcastern oder angehenden Podcastern mache, dann ist das immer das erste, was ich mit denen erarbeite. Ist die Positionierung gut, ist die Zielgruppe klar. Und wenn dem so ist, dann kann man über den Rest nachdenken. Es gibt die Spezialisten, die sagen: Gordon, ich hab einen Namen, ich hab ein Cover und ich hab schon Intro Musik. Jetzt müssen wir noch diesen Podcast drumherum bauen. Das kann funktionieren. Es ist aber sehr unwahrscheinlich. Deswegen ist mein Tipp, immer mit der Zielgruppe anzufangen. Das ist das A und O. 

"Ich glaube, es ist auch oft so, dass die Selbständigkeit und die Person ein bisschen verwachsen sind. Und wenn man dann merkt, das klappt nicht, dann ist dieser Gedankensatz “ich klappe nicht” schon ganz nah."

Was hat dich in den Anfängen deiner Selbständigkeit dazu bewegt, dran zu bleiben? Hat dein Umfeld dich motiviert?

Als meine Tochter geboren wurde, war meine Frau, sie ist Leitung in einer Kita, ein Jahr Zuhause. Sie sagte zu mir: Gordon, wenn ich nach diesem Jahr wieder arbeiten gehe, dann machst du dich selbständig. Dann machst du den Sprung. Sie hat an mich geglaubt und an diese Möglichkeit, dass ich selbständig werde. Geld verdient habe ich damit erstmal nicht. Sagen wir, wie es ist: Zwischen 2015 und 2017 hat meine Frau mich durchgefüttert. Das Geld Verdienen ging eigentlich erst 2017 los, als dieser Podcast Boom hier anrollte. Und dann war ich natürlich top positioniert. Ich hatte schon Content ohne Ende und das war mit Sicherheit mein Vorteil.

Es gibt einen ganz schmalen Grat zwischen: Dranbleiben und den langen Atem haben auf der einen Seite – und nicht wissen, ob man ein totes Pferd reitet, auf der anderen Seite. Dieser Grat ist super schmal und ab und an auch ein bisschen zackig. Da steht man mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Ich kann nicht genau sagen, was mich am Ball bleiben ließ. Ich vermute mal, dass es der Zuspruch einer sehr kleinen, aber treuen Fanbase war und die Zuversicht mit dem Blick über den großen Teich, dass die Amis das Podcast Ding schon riesengroß am Laufen hatten. 

Ich hab damals die gleichen Tipps bekommen, wie ich sie heute gern gebe: Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende. Das sind so Binsenweisheiten. Die klingen manchmal total ausgelutscht, aber sind auch wahr.

Aber ich bin da ganz ehrlich: Das hilft dir in dem Moment selten. Wenn jemand zu mir gesagt hat “da musst du nur einen langen Atem haben”, hab ich manchmal gesagt: Ich will keinen langen Atem, ich schaffe es nicht mehr. 

Da muss man dann einfach durch. Und wenn man sich selbständig macht und merkt, die Richtung stimmt, aber ich kann das nächste halbe Jahr davon nicht leben – ja, dann muss man die Arschbacken zusammenkneifen und sich vielleicht nochmal irgendwo in Teilzeit anstellen lassen. Das ist dann halt so. 

Ich glaube, es ist auch oft so, dass die Selbständigkeit und die Person ein bisschen verwachsen sind. Und wenn man dann merkt, das klappt nicht, dann ist dieser Gedankensatz “ich klappe nicht” schon ganz nah. Und wenn man es dann noch nicht mal schafft, sich selber zu ernähren, und dann wieder zurückgeht, um sich anstellen zu lassen – das macht was mit einem. 

Das ist aber auch ein Problem der Zeitwahrnehmung. Dann lässt man sich eben für ein Jahr anstellen. Klar, ein Jahr ist lang. Aber wenn man mal rauszoomt, ist das vielleicht doch nicht so lang, wenn man danach dann 10, 20, 30 Jahre sein Ding machen kann. Ich glaube, es ist nicht schlecht, zur Ruhe kommen zu können, mit einem geregelten Einkommen, ganz in Ruhe zu planen und das Ganze dann richtig aufzuziehen. Und dann ist es eine Frage des Reframing: ich habe versagt versus ich gönne mir die Zeit, um ganz in Ruhe zu starten. 

Da muss man dann durch. Und ich glaube, wenn das jeder könnte, dann wäre auch jeder Unternehmer. Aber es kann halt nicht jeder. Und ich glaube, die meisten hören einfach viel zu früh auf. Die denken dann: das war's. Ich kann das nicht. Ich bin nicht der Unternehmer Typ. Ich finde das oft sehr schade, dass Leute die Flinte zu früh ins Korn werfe

"Man sollte immer gucken, dass man der Situation im Sinne eines Unternehmers und eines Selbständigen begegnet – dass man also irgendwas tut."

Zweifelst du immer noch manchmal?

Klar, bis heute noch. Wenn ich den Eindruck habe, irgendwas läuft nicht richtig rund, dann ist das natürlich mit mir verwachsen. Liegt es jetzt an mir? Hab ich etwas nicht richtig gemacht? Auch in der Corona Zeit, als die Umsätze ein bisschen zurückgingen. Ich kann mich zwar nicht beschweren, weil ich dank Content und einer gewissen Präsenz bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen bin. Aber wenn der Umsatz mal kleiner geworden ist, hab ich gedacht: Muss ich jetzt mehr machen? Wenn ich jetzt nicht Gas gebe, dann war's das! Und dann fing ich an, richtig zu rotieren, Aktionismus hier, Aktionismus da. Bis ich irgendwann sagte: Gordon, komm mal wieder runter, komm mal klar. Das hat nichts mit dir zu tun. Du musst nicht härter arbeiten. Das liegt jetzt einfach an der Zeit, die gerade herrscht. Aber eine Woche lang hab ich echt auf Hochtouren mit mir selbst zu tun gehabt. Da hab ich härter und mehr gearbeitet. Aber das war am Ende total viel Energie, die einfach ins Leere gegangen ist. 

Dann habe ich gemerkt: was passiert, das passiert. Ich habe das ja nicht in der Hand. Ich kann nichts dafür, dass Menschen gerade im Lockdown sind. Ich kann nichts dafür, dass Unternehmen gerade am Marketing zuerst sparen, wenn sie sparen müssen. Insofern konnte ich dann diese Verantwortung ein bisschen abgeben und nicht so stark mit mir verknüpfen. Auf der anderen Seite dachte ich, ich kann mich dieser Situation aber auch jetzt nicht einfach so ausliefern. Ich muss irgendwas tun. Und – ganz unter uns – ich habe schon mal geguckt, wo es vielleicht eine 20 Stunden Content-Marketing Stelle gibt. Einfach als Backup, damit ich weiß: Wenn das total zusammenbricht, kannst du dich zumindest mal dahin bewerben. 

Man sollte immer gucken, dass man der Situation im Sinne eines Unternehmers und eines Selbständigen begegnet – dass man also irgendwas tut. Und wenn man es mit dem eigenen Unternehmen gerade nicht schafft, etwas zu tun, dann muss man andere Wege finden. Und ich bin dazu bereit, immer noch. Da darf man nicht zu stolz und selbstverliebt sein.

Wobei das nicht immer so einfach ist. Man braucht schon Menschen um sich herum, eine Mastermind-Gruppe, Familie, Freunde oder eine Art von Community – like minded people mit ähnlichen Problemen. Das hilft sehr.

"Am Anfang, wenn man eine Marke aufbauen will und die Leute das noch nicht so ganz verstehen, dann muss man halt Content machen, bis sie es verstanden haben."

Wie hast du deine Marke aufgebaut? War das ein bewusster Prozess? WĂĽrdest du im Nachhinein etwas anders machen?

Zwischen 2014 und 2017 liegen sehr viele Jahre Blut, Schweiß und Tränen, aber auch Erfolge. Und ich glaube, da habe ich den Grundstein legen dürfen. Ich konnte richtig viel Content in die Welt bringen und meine Sichtbarkeit aufbauen. Dass man jetzt Gordon Schönwälder und Podcast verquickt, ist eine schöne Sache – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite kann ich mich nicht einfach durch irgendjemand anderen ersetzen lassen und mich irgendwann rausziehen, zumindest momentan nicht. Das Unternehmen ist sehr stark mit mir verknüpft und würde ich jetzt nochmal ein paar Jahre zurückgehen, würde ich das vielleicht ein bisschen anders machen. Dann würde ich vielleicht mehr in der Wir-Sprache sprechen, sodass ich zwar ein Teil von Podcast Helden bin, aber theoretisch irgendwann einen weiteren Coach oder Berater dazu holen kann. 

Die Marke verändert sich mit der Zeit aber auch. Die ersten drei Jahre habe ich eigentlich Content für Einsteiger gemacht und Leuten erklärt, warum Podcast cool ist. Am Anfang, wenn man eine Marke aufbauen will und die Leute das noch nicht so ganz verstehen, dann muss man halt Content machen, bis sie es verstanden haben. Jetzt merke ich: Mir hören eine Menge Menschen zu, die vielleicht schon einen Podcast haben. Das heißt, ich wechsle auch ein bisschen den Fokus. Auf dem Blog und im Podcast gibt es ohne Ende Content für die Starter. Der logische nächste Schritt in der Evolution von Podcast Helden ist also, weiterzugehen: Wie kann ich den Podcast im Business nutzen? Wie gewinne ich Kunden mit einem Podcast? Da hab ich auch richtig Bock drauf. 

Eine neue Positionierung ist natürlich ein Stück weit auch mit Goodbye sagen verbunden. Aber man wächst auch mit den Kunden und die Kunden wachsen mit dir. Und das ist doch das Schöne an Soloselbständigkeit. Man kann sich super schnell dem Markt anpassen. Die Leute sagen: ich habe jetzt einen Podcast, aber der läuft nicht, ich kriege keine Kunden und kein Feedback. – Ah okay, das ist die Richtung! Da geht es hin. Und das ist doch geil. Deswegen machen wir das doch.

"Das ist doch das Schöne an Soloselbständigkeit. Man kann sich super schnell dem Markt anpassen."

Wie organisierst du deine Finanzen? Und wie kamst du zu deinem Geschäftskonto bei Kontist?

Tja, also ich und Zahlen! Ich bin ja davon überzeugt, dass ich eine unerkannte Dyskalkulie habe. Zahlen machen mir immer schon Angst, gerade wenn sie groß sind. Das ist nicht meine Stärke. 

Ich hatte damals ein Firmenkonto bei einer Bank. Aber wie das mit solchen Konten ist, war das alles sehr altbacken. Meine Frau hilft mir seit eh und je bei der Sortierung, also dass wir von den Umsätzen die Mehrwertsteuer weglegen, die Hälfte ganz konservativ auf ein Steuerkonto schieben, Kosten abziehen und ich mir dann am Ende was auszahle.

Mit dem Kontist Geschäftskonto ist das natürlich einfacher, weil ich im Vorfeld Dinge markieren kann. Das sind Einnahmen, das Ausgaben, das ist so ungefähr das, was du erwarten kannst, an Steuern zu bezahlen. Das ist das, was du dir wahrscheinlich auszahlen kannst. Und was total geil ist, ist die Verbindung von Kontist und lexoffice. Damit schreibe ich Rechnungen und Angebote und bereite meine Buchhaltung vor. Dann mache ich lexoffice auf und sehe: Guck mal, Kontist und lexoffice haben sich schon getroffen und eine Zahlung zugeordnet. Ja geil! Dann muss ich nur noch bestätigen und fertig.

Außerdem mag ich die Farbe lila. Und ich finde geil, dass Kontist ein Konto für die Einzelkämpfer da draußen anbietet. Welcher Einzelselbständige hat denn total viel Lust, sich mit den Zahlen zu beschäftigen? Da bist du doch froh, wenn das irgendjemand macht, der sich wirklich damit auskennt. Ich bin ja nicht da, um Buchhaltung zu machen, sondern ich bin da, um geilen Scheiß in der Podcastszene zu machen. 

Was ich im Bereich Finanzen über die Jahre gelernt habe, ist die untere Linie, die Ausgaben, möglichst niedrig zu halten. Die obere Linie mit den Einnahmen schwankte dieses Jahr teilweise wie ein Tsunami. Zack, hast du mal eben ein Drittel weniger als im vorherigen Monat. 

Das ist aber alles nicht so schlimm, wenn die Kosten konstant möglichst niedrig sind. 2019 habe ich mich von vielen Abos befreit, die ich nicht gebraucht habe. Ich bin nämlich so jemand, der denkt: Ahhh, ein neues Tool, um Interviews aufzunehmen! Ja, nimmste mit. Ach komm, die 100 Euro im Jahr. Aber das summiert sich. Klar, wenn man ein Tool braucht, dann braucht man es. Aber wenn man als Unternehmer nicht zu überschwänglich lebt, kann man die Kosten vergleichsweise niedrig halten. Und das hat mir in diesem Jahr echt den Arsch gerettet. 

Ein kleiner Pro Tipp: Es gibt bei Tools ja normalerweise die Monatszahlung und die etwas günstigere Jahreszahlung. Und ich nehm meistens die Monatszahlung. Wenn ich nämlich merke, dass mir das Tool nach 4 Monaten voll auf den Sack geht, dann brauche ich es wohl doch nicht. Dann fliegt das raus. Das ist meine Herangehensweise an Kosten.

"Ich bin ja nicht da, um Buchhaltung zu machen, sondern ich bin da, um geilen ScheiĂź in der Podcastszene zu machen."

Wenn du dir etwas von Kontist wünschen könntest, was wäre das?

Ich finde, ein lilafarbener Kontist Podcast ist überfällig! Ich helfe auch pro bono mit. Abgesehen davon wünsche ich mir eigentlich nichts. Ich finde das total cool so, ich mag auch diese Verknüpfung mit dem neuen Steuerservice. Für Leute, die jetzt einsteigen, ist das mega! Und auf den Selbständigen-Tag in offline hätte ich auch wieder Bock. Aber, so Gott will, wird das ja auch wieder funktionieren!

"Und ich glaube, die meisten hören einfach viel zu früh auf. Die denken dann: das war's. Ich kann das nicht. Ich bin nicht der Unternehmer Typ. Ich finde das oft sehr schade, dass Leute die Flinte zu früh ins Korn werfen."

Lieber Gordon, vielen Dank für deine Zeit und für die Einblicke, die du uns in deine Reise als Selbständiger gegeben hast!

Ihr wollt auch dabei sein? 

Ihr seid selbständig und Kontist Kunde? Dann freuen wir uns auf eure Geschichten! Kontist featured euch jeweils in einem Video-Beitrag, einem Artikel sowie als Teil unserer Kampagne in unseren anderen Kanälen.

Schreibt uns an chronicles@kontist.com.