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Freelance Chronicles in Zeiten von Corona

#05 - Lisett Schmuck

Selbständig mit zwei kleinen Kindern? Lisett Schmuck macht es vor. Die Online-Marketing-Expertin und Geschäftsführerin ihrer Agentur Ads on gibt uns Einblicke in ihren Alltag. Lisett berichtet von den Anfängen ihrer Selbständigkeit, von guten Ratschlägen und dem Einfach-mal-Ausprobieren. Uns erzählt sie außerdem, wie wertvoll Netzwerke sind und mit welchen Mythen rund um Selbständigkeit sie endlich aufräumen will.


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Lisett Schmuck, 34 Jahre

Unternehmen: Ads on -> jetzt Advertising Digitalagentur Schmuck GmbH

Sitz: Berlin

Selbständig seit: Oktober 2019

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Zum Videointerview mit Lisett

Wer bist du und was genau machst du?

Ich bin Lisett aus Berlin, 34 Jahre alt und Online-Marketing-Expertin für Google und Facebook Ads. Im Oktober 2019 habe ich die Marke Ads on gegründet. Wir unterstützen unsere Klientinnen dabei, mithilfe von Werbeanzeigen Produkte zu verkaufen. Unsere Hauptzielgruppe und 90 bis 95 Prozent unserer Klientinnen sind Frauen. Und auch unser Team besteht mittlerweile fast komplett aus Frauen.

Dass ich besonders Frauen ansprechen will, war aktiv so geplant. Ich will nicht sagen, dass das ein Alleinstellungsmerkmal der Ads on ist. Aber ich kriege oft das Feedback, dass der Bereich Ads sehr männerlastig ist. Viele Agenturen werden von Männern betreut und eher wenig Frauen nehmen sich diesem Thema an. Frauen werden aber häufig ganz gerne von Frauen betreut. Zu uns kommen auch junge, sehr erfolgreiche Mütter – da ist “Mompreneur” ja ein neuer Begriff. Diese Frauen sagen oft: Mensch, es gibt ja nur Männer in eurem Bereich. Voll cool, dass ihr das Thema ein bisschen weiblicher angeht!

Ich glaube, dass Frauen gerade im Ad-Bereich, der ja zum Vertrieb gehört, ein bisschen weicher und femininer angesprochen werden wollen. Natürlich haben wir auch Biss! Aber wir haben schon eine andere Ansprache als andere. Und wir können uns viel eher in Themen hineindenken: Mami-Themen, aber auch Nachhaltigkeit und andere große Themen, die Frauen beschäftigen. Wir betreuen zum Beispiel vegane Food-Start-ups – und in unserem Team sind auch fast alle Veganer. Das macht dann natürlich super Spaß. Und wir können guten Input liefern, weil wir uns in dem Bereich auskennen und eigene Erfahrungen gemacht haben.

"Diese Frauen sagen oft: Mensch, es gibt ja nur Männer in eurem Bereich. Voll cool, dass ihr das Thema ein bisschen weiblicher angeht!"

Wie bist du selbständig geworden?

Wenn ich ganz ehrlich bin, schlummerte das schon immer in mir. Ich war immer eine kleine Macherin und auch Schulsprecherin. Ich bin gerne unabhängig und pack Dinge an. In den letzten 5 oder 6 Jahren entwickelte sich dann immer mehr der Gedanke: Eigentlich kannst du auch mal was starten!

2017 hab ich mich dann viel mit persönlicher Weiterentwicklung beschäftigt. Ich war hier und da auf Seminaren und habe mich weitergebildet. Dann wurde ich Mama. Am Anfang der Elternzeit habe ich noch geplant, in die Agentur zurückzugehen. Doch dann ist mir mehr und mehr klargeworden: Ich möchte gar nicht mehr zurück in meinen Job. Ich möchte mir meine Zeit selbst einteilen, meinen Alltag gestalten, meine Kunden aussuchen, mein Business gestalten und meine Passion und Handschrift einfließen lassen. Und ich möchte auch mehr Zeit für die Familie haben. 

Noch während der Elternzeit habe ich mich weitergebildet und die Grundsteine gelegt, um zu starten. Ich habe wieder aktiv mein Netzwerk aufgebaut, habe Leute kontaktiert und mir einen Plan gemacht. Ich habe mich mit Gründerzuschüssen beschäfigt und überlegt, was für ein Geschäftskonto ich haben will. Und dann, in dem Monat, in dem mein Sohn ein Jahr alt wurde und die Elternzeit vorbei war, bin ich in meine Selbständigkeit gestartet.

Das war definitiv ein Sprung ins kalte Wasser – das will ich gar nicht schönreden. Ich muss an der Stelle auch sagen, dass Deutschland nicht gerade ein Gründerland ist. Es gibt sehr viele Stolpersteine, die einem in den Weg gelegt werden. Und klar, auch Corona hat nicht gerade dazu beigetragen, dass alles einfach lief. Absolut nicht. Ich hatte aber irgendwie so ein Urvertrauen in mich selbst und wusste: Ich schaff das. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich gar keine Bedenken mehr.

"Ich war immer eine kleine Macherin und auch Schulsprecherin. Ich bin gerne unabhängig und pack Dinge an. In den letzten 5 oder 6 Jahren entwickelte sich dann immer mehr der Gedanke: Eigentlich kannst du auch mal was starten!"

Hattest du denn Ängste oder Unsicherheiten?

Ich glaube, eine große Angst am Anfang einer Selbständigkeit ist immer: Wie viel Geld muss ich zurücklegen? Wann kommt die Steuer? Was kommt da auf mich zu? Und diese Angst hat Kontist mir genommen, weil in der App alles sehr transparent dargestellt wird. Was ist wirklich meins?  – Ich meine: Mehr “in your face” geht ja gar nicht! Das ist supercool. 

Denn keinen Überblick darüber zu haben, was man zurücklegen sollte, ist, denke ich, die fieseste Falle für Selbständige. Auch auf eurem Blog liest man ja, dass es durchaus passiert, dass auf einmal 20.000 oder 30.000 Euro zurückgezahlt werden müssen. Einfach weil viele Einnahmen reinkamen und man vergessen hat, den Steueranteil zurückzulegen. Und da ist Kontist wirklich cool. Ich habe letztens meine erste Abrechnung machen müssen. Ich glaube, es hat auf 10 Euro genau gestimmt – mega gut!

Diese Angst vor den Finanzen ist tatsächlich auch das Mindset, das dir im Freundeskreis begegnet, wenn du dich selbständig machst: Ohh, das ist ja total teuer! Da musst du ganz viel zurücklegen und pass bloß auf! All diese Mythen wurden auch mir um die Ohren geknallt. Aber ich muss sagen, dass ich das Thema Buchhaltung mit Kontist und lexoffice superschnell erledigt hatte. Das war überhaupt kein Thema mehr. Ich musste kaum Neues dazulernen. 

Da fällt mir eine Anekdote ein: Ungefähr um Weihnachten 2019 herum hatte ich einen Business-Lunch mit einem Bekannten von mir. Da ging es auch darum, für 2020 ein paar Projekte zu planen. Wir saßen also in einem netten Café und ich sagte: Ach komm, ich übernehm das. Dann kam die Rechnung und ich habe mein Handy herausgekramt, die Rechnung fotografiert und hochgeladen. Mein Bekannter fragte: Was machst du da? Und ich so: Buchhaltung. – Wie jetzt? – Klar, ich setz mich doch nicht in 10 Tagen nochmal hin und kram das alles wieder hervor. Da hab ich doch schon wieder ganz vergessen, wann ich mich mit wem getroffen habe.

Manche haben ja einen extra Buchhaltungsmittwoch. Da würde ich die Krise kriegen, das fände ich ganz schlimm. Buchhaltung ist ja auch nicht mein Kerngeschäft. Damit will ich mich nicht großartig beschäftigen. Ich will Werbe-Ads für Kunden machen. 

Eines der coolsten Features ist auch die Notification, wenn eine Rechnung bezahlt wird. Du musst dir vorstellen: Ich bin von einem Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit gegangen. Und auf einmal bin ich mit meinem Sohn im Tierpark und dann macht mein Handy “Ka-Ching”! Eine Rechnung wurde bezahlt, 1.500 Euro sind gerade reingekommen. Ich stehe im Tierpark und denke: yay! Das finde ich sehr sehr cool. Das ist ja auch ein kleiner Motivationspush. Da hab ich direkt Lust, Nachhause zu gehen, noch eine E-Mail zu schreiben und weiterzumachen.

"Buchhaltung ist ja auch nicht mein Kerngeschäft. Damit will ich mich nicht großartig beschäftigen. Ich will Werbe-Ads für Kunden machen. "

Wie bist du zu Kontist gekommen?

Ich kannte Debitoor und habe gern die Blogartikel verfolgt. Da gibt es auch ganz viele coole Artikel in Richtung Gründung und Buchhaltung. Und ich wusste, dass ich mich schon vor dem Start mit der Buchhaltung beschäftigen muss. Für mich war klar: Wenn ich starte, will ich meine Business-Umsätze nicht auf mein privates Konto bekommen. Das wollte ich auf keinen Fall. Viele Selbständige haben mir auch genau das geraten: Trenne sofort die Konten. Da fährst du einfach besser mit. Das wäre auch mein Tipp. 

Ich bin dann auf Empfehlung zu Kontist gekommen. Ich bin generell kein Zerdenker, sondern eine sehr impulsive Entscheiderin. Ich setz mich nicht hin und zermarter mir 7 Monate den Kopf über etwas. Da bin ich nicht der Typ für. Ich schlafe maximal noch eine Nacht drüber, wenn überhaupt – und dann wird eine Entscheidung getroffen. Man muss dann einfach ins Tun und Ausprobieren kommen! Das geht auch mal nach hinten los. Aber ich werde nicht am Ende meiner Lebenszeit stehen und sagen: Ach, ich hab’s halt nie versucht. 

"Für mich war klar: Wenn ich starte, will ich meine Business-Umsätze nicht auf mein privates Konto bekommen. Das wollte ich auf keinen Fall. Viele Selbständige haben mir auch genau das geraten: Trenne sofort die Konten. Da fährst du einfach besser mit."

Inwiefern hat die Corona-Pandemie deine Selbständigkeit getroffen? Wie bist du damit umgegangen?

Das war – und ist immer noch – ordentlich Hustle, definitiv. Das will ich nicht schön reden. Ich sitze auch abends oder sonntags an E-Mails. Aber mittlerweile aus dem Grund, dass ich Bock drauf habe. Wir gehören zur Gewinnerbranche und kriegen viele Anfragen. Alle wollen jetzt online werben, weil offline nichts passiert. Deswegen hatten wir tatsächlich leichteres Spiel als andere Branchen. Das muss man ehrlicherweise sagen.

Der erste Lockdown kam mir privater Natur ein bisschen recht. Das klingt jetzt total fies. Aber ich habe den Clou noch gar nicht verraten: Ich habe mich ja im Oktober 2019 für die Selbständigkeit entschieden. Im Dezember 2019 hatte ich wieder einen positiven Schwangerschaftstest. Ich habe Corona quasi schwanger und mit Kleinkind im Homeoffice verbracht und gleichzeitig die Firma aufgebaut. Im Lockdown habe ich auch sehr viel vermisst, um Gottes Willen. Ich bin ein Mensch, der sehr viel socialised und einen riesigen Freundeskreis hat. Durch Corona fiel für mich aber dieser soziale Druck weg. Ich konnte mich Zuhause in meinen Tunnel packen, nur mit meinen Kids und meinem dritten Baby, dem Business, Vollgas geben.

Durch die zweite Schwangerschaft hatte ich auch auf einmal ein ganz anderes “Why” im Hinterkopf. Es ist ja kein Geheimnis, dass Eltern, die selbständig sind, beim Elterngeld benachteiligt werden. Bei meinem ersten Kind war das noch kein Thema, weil ich da noch angestellt war. Beim zweiten Kind war ich schon selbständig. Es ist so, dass dir deine Gewinne auf das Elterngeld angerechnet werden. Im schlimmsten Fall, in meinem Fall, hätte das wahrscheinlich dazu geführt, dass ich nur das Basis-Elterngeld von 300 Euro bekommen hätte. Und da stellt man sich schon die Frage: Kann ich mein Wochenbett genießen? Mach ich mich so kaputt für nichts? Man kann das Ganze aber umgehen, wenn man sich selbst anstellt. Für mich war also klar, dass ich so schnell wie möglich eine GmbH gründen musste. Und das war ehrlich gesagt mein Antrieb. 

Ich glaube, du musst ein klares “Warum” oder einen richtigen Need in deinem Kopf haben. Auch vor Corona war das wichtig. Ich hatte eine dreimonatige Übergangszeit, von Oktober bis Dezember 2019. Mein Angestelltenjob ging immer bis 16 oder 17 Uhr. Dann bin ich Nachhause gekommen, habe mein Kind für zwei oder drei Stunden gesehen und mich dann wieder an den Laptop gesetzt. Jeden zweiten Tag habe ich Nachtschichten geschoben und bis zwei oder vier Uhr nachts E-Mails geschrieben, Leute angehauen, Portale angeschaut. Ich bin auch in vielen Facebook-Gruppen drin. Auch davor war ich schon ein bunter Hund hier in Berlin und hatte ein relativ großes Netzwerk. Viele haben sogar gewartet: Wann machst du dich selbständig? Dann kommen wir zu dir!

Es war also nicht so, dass ich eines Morgens aufgewacht bin und ohne Plan gesagt habe: So, heute machen wir das! Nein, da ist im Vorfeld schon sehr sehr viel organisch gewachsen. 

Netzwerke sind also super wichtig. Dazu muss man aber sagen, dass ich ein Bühnenmensch bin. Ich habe über 10 Jahre im Friedrichstadtpalast im Kinderballett getanzt. Wenn nicht Corona ist, singe ich in einer Band. Für mich war es also nicht schwierig, rauszugehen und zu sagen: Ich mach mich selbständig! Da ist es, glaube ich, schon von Vorteil, wenn du ein extrovertierter Mensch bist. Manche möchten aber lieber im Hintergrund bleiben. Das kann ich auch total akzeptieren. Viele Kundinnen sagen: Kannst du unser Produkt nach vorne bringen? Aber bitte halte mich als Gründerin da raus. – Das ist absolut okay. 

Ich finde aber, es gibt einen schönen persönlichen Touch, wenn es einen sichtbaren Ansprechpartner gibt. Bestes Beispiel ist Lea-Sophie Cramer von Amorelie. Sie verbindet man ganz stark mit der Marke. Tolles Produkt und superklasse Powerfrau! Sie ist zur Gallionsfigur für eine ganze Branche geworden. Sowas strebe ich natürlich auch ein bisschen an, da bin ich ehrlich. Sie ist ein ganz großes Vorbild für mich.

"Ich habe Corona quasi schwanger und mit Kleinkind im Homeoffice verbracht und gleichzeitig die Firma aufgebaut."

Welche Tipps würdest du – neben dem Netzwerken – neuen oder angehenden Selbständigen geben?

Ich hatte ja drei Monate Übergangszeit, in denen ich noch angestellt war und meine Selbständigkeit parallel aufgebaut habe. Diese drei Parallel-Monate habe ich, glaube ich, sehr gut genutzt. Ich habe zu Beginn zum Beispiel nicht für jeden Mist ein Tool gekauft. Absolut nicht. Ich habe sehr sehr viel händisch gemacht am Anfang, wie das Reporting für meine Kunden. Da habe ich mich hingesetzt und mit Excel-Tabellen gearbeitet. Erst nach und nach habe ich das automatisiert. Mittlerweile habe ich auch einen Mitarbeiter für Social Media, eine Buchhalterin und auch Tools wie Slack. Aber das liegt an der Größe des Unternehmens. Für den Anfang gibt es super viele To-do-Tools, die dir kostenfrei zur Verfügung stehen oder die du für einen Monat gratis testen kannst. Ich habe wirklich ein halbes Jahr lang sehr viele Tools getestet und geschaut, ob sie für mich und später auch für mein Team funktionieren. Lexoffice kannte ich aber schon von meiner alten Agentur. Und ich wusste, dass mir ein Buchhaltungstool, das mir die Welt erleichtert, das Geld wert ist. 

Ich will ganz ehrlich sein – und ich glaube, damit tue ich mir selber keinen Gefallen. Aber ich sage es trotzdem: Ich bin an viele Sachen sehr naiv herangegangen und habe die Dinge einfach mal ausprobiert. Das hat sich aber als positiv herausgestellt! Auch über die Entscheidung für Kontist und lexoffice habe ich mir nicht lange den Kopf zerbrochen. Und mittlerweile ist es übrigens schon mein Geschäftsmodell, meine Freunde zu Kontist einzuladen und die Freunde-werben-Freunde-Provision zu bekommen. (lacht)

Was ich noch empfehlen kann, ist mit einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin zu starten. Da hat Kontist ja auch schon wieder eine Lösung rausgebracht. 

Ansonsten hängt in der Gründung vieles vom Mindset ab, glaube ich. Man muss auch immer mal wieder in sich gehen und überlegen: Von wem höre ich mir eigentlich was an? Von wem nehme ich Kritik an? Wer hat schon was geschafft? Man hat vielleicht auch ein paar Selbständige im Freundeskreis, die nicht so erfolgreich sind. Mit denen muss ich mich nicht unbedingt so viel darüber unterhalten. Es gibt ja auch diese Regel: Man ist nur so gut wie die fünf Leute, mit denen man sich umgibt. Da kann man natürlich drüber streiten, aber ein bisschen was ist schon dran. Ich finde also hilfreich, sich Leute zu suchen, die schon was geschafft haben und wirklich wertvolle Tipps geben können. 

Ein weiterer Tipp ist, Mythen aufzubrechen, nach vorne zu gehen und einfach nachzufragen. Ich war zum Beispiel überrascht, wie nett die Mitarbeiter beim Finanzamt sind. Ich habe da wirklich angerufen und gesagt: Hallo, hier ist die Lisett, ich hab keine Ahnung von nichts! – Dann lachen die kurz und dann schnackt man. Genauso war es bei der Krankenkasse. Ich habe angerufen und Bescheid gesagt, dass ich mich selbständig mache. Ich habe nicht mal eine neue Krankenkassenkarte bekommen. Die haben gesagt: Alles klar, haben wir im System vermerkt. Das war’s. 

Ich habe mir übrigens angewöhnt immer “liebe” als Anrede zu nutzen. Ich schreibe tatsächlich “liebes Finanzamt” oder “liebes Team von”. Ich schreibe auch immer “Herzliche Grüße, Lisett”, also nur meinen Vornamen. Das ist meine Philosophie, auch in der Firma. Ich schreibe so, als würde mir eine Freundin gegenübersitzen, an die ich eine Frage habe. Und ich habe gemerkt, dass ich teilweise innerhalb von fünf Minuten eine Antwort bekomme! Das gilt übrigens nicht nur für Ämter, sondern auch Kunden. Mein Mann schreibt eher in einem Beamtendeutsch. Da denke ich mir: Warum? Das bist doch gar nicht du. So sprichst du im normalen Leben doch gar nicht.

Deshalb schreibe ich lieber: Hallo, ich hab da mal eine doofe Frage. Dann ist die Tür gleich offen. Und wer das doof findet, kann das doof finden. Da sind wir wieder beim soften, weiblicheren Ansatz.

"Man muss auch immer mal wieder in sich gehen und überlegen: Von wem höre ich mir eigentlich was an? Von wem nehme ich Kritik an? Wer hat schon was geschafft?"

Hast du Tipps für Eltern? Wie bekommst du Eltern Sein und Selbständigkeit unter einen Hut?

Tatsächlich ist das ein Bereich, in dem Tipps Geben sehr schwierig ist. Denn es kommt auf so viele individuelle Faktoren an. Ich will ganz ehrlich sein: Ich habe zwei super durchschlafende Kinder und das seit Monat zwei. Mein Großer hat mit sechs Wochen locker acht bis neun Stunden nachts geschlafen. Der Kleine schläft seit Monat drei ungefähr acht Stunden pro Nacht. Schlaf ist das A und O! Wenn du zum Beispiel ein Schreibaby hast oder andere Faktoren nicht stimmen … dann wird das sehr schwierig. 

Es kommt also wirklich sehr stark auf das Kind an. Ich bin definitiv gesegnet mit zwei supertollen Jungs, die mir das sehr einfach machen. Zudem hat uns Corona in die Tasche gespielt, weil mein Mann im Homeoffice war. Wir saßen nach der Elternzeit also zu zweit im Homeoffice und konnten gut timen, wer wann einen Call hat. Der Große ging dann auch schon wieder in die Kita. Es war also machbar. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass unsere Mütter viel hier waren und geholfen haben. Das ist auch gerade wieder der Fall. Das ist eine große Hilfe. Und auch hier ist Netzwerken wieder ein guter Tipp. Ich bin mit sehr vielen Müttern verbunden und wir tauschen Erfahrungen aus.

Also Punkt 1 ist: Wie sind deine Kids drauf? Punkt 2: Was bist du für eine Type? Ich war schon immer ein Mensch mit Hummeln im Hintern. Mir gibt das nichts, einfach nur einen Film zu gucken. Ich sitze vor Netflix und habe dann doch mein Handy in der Hand und beantworte E-Mails. Ich muss immer irgendwas Sinnvolles tun. Und ich bin sehr stressresistent. 

"Mein Mann schreibt eher in einem Beamtendeutsch. Da denke ich mir: Warum? Das bist doch gar nicht du. So sprichst du im normalen Leben doch gar nicht."

Welche Wünsche hast du als Selbständige?

Ich finde cool, dass die Plattform immer dazulernt, also quasi die Belege erkennt und irgendwann automatisch verbucht. Alles, was mir zwischen Babybrei Kochen und E-Mails Schreiben zwei Minuten spart, nehme ich als Mutter sehr gerne an.

Ich finde auch eure Webinare sehr cool. Und auch dieses Format hier mag ich, weil ihr damit Gründern eine Plattform gebt. Eigentlich habe ich kaum Wünsche oder Verbesserungsvorschläge. Wie gesagt, ich empfehle Kontist ja auch schon meinen Freunden, über die Tell-a-Friend-Aktion. Also macht weiter so!

"Alles, was mir zwischen Babybrei Kochen und E-Mails Schreiben zwei Minuten spart, nehme ich als Mutter sehr gerne an."

Vielen Dank, liebe Lisett, für deine Zeit und Offenheit!

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