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15 Typische Anfängerfehler von Freelancern

Der Beginn der Selbstständigkeit ist spannend. Aber wie bei allem, was man selber macht, können Fehler vorkommen. Freelancer müssen Allrounder sein und vieles per Learning by Doing herausfinden. Über ein paar Stolpersteine musst du aber nicht unbedingt stolpern, denn sie lassen sich vermeiden. 

Aber keine Sorge: Fehler sind – gerade beim Start in die Selbstständigkeit – normal. Die Frage ist halt, inwiefern du schon vorher um deine Schwächen und Unkenntnisse weißt und wie du damit umgehst. Eine kleine Auswahl zu vermeidender Fehler zu Beginn der Selbstständigkeit haben wir hier einmal zusammengetragen.

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1. Planlos arbeiten

Es klingt banal, aber ein Plan ist wichtig. Selbstständigkeit bedeutet zwar immer, dass sich tagesaktuell etwas ändern kann: Ein Auftrag kommt rein, ein Problem triff auf, die Katze wird krank. Aber das, von dem du weißt, dass es kommt, sollte in einen Plan. 

Mach dir Wochen- oder Monatspläne, in denen du festhältst, wann was zu tun ist. Welche Zeit ist wirklich für das produktive Arbeiten, welche für den Papierkram eingeplant? Wann kümmerst du dich um Kundenkommunikation und Werbung? Alles querbeet immer einfach dann zu tun, wenn es halt gerade kommt, bedeutet nur zweierlei: Verlorene Zeit und Unkonzentriertheit, wenn du dann doch wieder herausgerissen wirst. Ein paar Tipps zum Zeitmanagement haben hier.

2. Sich zu viel aufhalsen

Viel Arbeit ist gut, denn viel Arbeit heißt auch mehr Erfolg, mehr Verbesserung und mehr Einkünfte. Aber es bringt ganz einfach nichts, Nächte durchzuarbeiten, das Sozialleben schleifen zu lassen und deine persönlichen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Eine gesunde LINK Work-Life-Balance steht dir zu und du musst sie für dich einfordern. Die Spätfolgen von wenig Schlaf und zu wenig Rücksicht auf sich selbst sind nicht schön – aber wenigstens vermeidbar. 

3. Nichts Neues mehr lernen

Klar: Du bist Freelancer geworden, weil es da diese eine Sache gibt, die du richtig gut kannst. Aber es ist so, dass nicht nur Angestellte zu Fachidioten werden können, sondern auch du freier, selbstständiger Mensch, der du bist. 

Nicht nur, dass du ständig Neues innerhalb deiner Branche lernen musst, um besser zu werden. Auch ansonsten ist eine gesunde Neugier vorteilhaft, eröffnet neue Perspektiven und schult deine Kenntnisse – von Buchhaltung über (theoretische) Physik bis hin zum Umgang mit dem neuesten Bildverarbeitungsprogramm. Lernen kannst du nicht genug. Und alles kannst du (vielleicht) einmal anwenden.

4. Nichts fĂĽr die Steuer zurĂĽcklegen

Hast du eine Vorstellung davon, wie hoch deine Steuerlast sein wird? Gerade als Freelancer liegt es ja an dir selbst, deine Steuern unterjährig zurückzulegen und dann spätestens mit der Steuererklärung an den Fiskus zu überweisen. Wenn du dann nicht genug hast, dann kann dich eine Nachzahlung von vielen tausend Euro schnell in existenzielle Nöte bringen. 

Damit das nicht passiert, musst du mitrechnen, wie viel von deinen Einnahmen circa als Steuer abgeht. Mit dem Konstist Konto hast du da einen praktischen Helfer: Es rechnet für dich mit, was du zurücklegen solltest und legt es dir auf digitalen Unterkonten an. So bleibt die böse Überraschung am Ende des Jahres aus und du weißt, wie viel Netto du vom Brutto haben wirst. 

5. Werbung vergessen

In einem größtenteils digitalen Umfeld, das ja nun einmal für Freelancer besonders relevant ist, musst du Präsenz zeigen. Woher sollen dich deine zukünftigen begeisterten Kunden auch kennen? 

Bewirb dich selbst, baue dir eine Website, pflege einen oder zwei Social-Media-Accounts und beschäftige dich mit Akquise. Je nachdem, wie du gestrickt bist, macht das mehr oder weniger Spaß. Aber es ist notwendig, um bekannter zu werden. 

Werbung wirkt.

6. Sich auf nur eine Hand voll Kunden verlassen

Es ist natürlich super, ein paar zuverlässige Stammkunden zu haben. Aber die Sicherheit trügt: Wenn dein Auftraggeber den Job wechselt, die Konkurrenz doch mal vorgezogen wird oder die Zusammenarbeit einfach endet, ist schnell eine sicher geglaubte Einnahmequelle weg. Du bist also immer dazu angehalten, trotz voller Auftragsbücher noch nach Neukunden zu suchen. 

Dennoch gilt natürlich, dass du deine Stammkunden bei dir halten solltest und ihnen auch gern mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken darfst. Denn auch Geschäftsbeziehungen sind Beziehungen zwischen Menschen. 

7. Nicht oder schlecht kommunizieren

Kommunikation ist der Hort aller Missverständnisse. Nicht zu kommunizieren ist allerdings noch schlechter. Wenn du also Rückfragen hast, Dinge geklärt haben musst oder du Bedürfnisse hast, musst du die zeitig und ohne Furcht kommunizieren. 

Schlechte Kommunikation – beispielsweise schluderige E-Mails, Nachfragen am späten Abend oder gar Unfreundlichkeit – sind aber immer ein No Go. Freundlichkeit in Kombination mit Bestimmtheit ist der beste Weg. 

8. 24 Stunden erreichbar sein

Kommunikation ist aber auch etwas, was zumindest im beruflichen Rahmen einen gewissen Zeitrahmen erfahren sollte. Es ist ja schön, dass dein Smartphone dir E-Mails zeigt und deine Kunden dich deine Kunden auch sonst immer erreichen können. Aber glaub mir: Spätestens dann, wenn an einem Donnerstagabend um zehn ein Kunde anruft, um „nur mal kurz schnell ein paar Ideen einzubringen“, wirst du über so etwas wie Sprechzeiten nachdenken. 

Bewährt haben sich die primäre Kommunikation per E-Mail (hier musst du abends weder lesen noch antworten) oder ein Zweithandy, das in deiner Freizeit einfach nicht bei dir ist. 

9. Dich unter Wert verkaufen

Was ist deine Arbeit wert, was bist du wert und wie viel Geld verdienst du eigentlich pro Stunde. Zugegeben: Gerade zu Anfang ist das schwierig einzuschätzen. Aber Tatsache ist, dass du als Freelancer alle Kosten selber trägst und entsprechend auch mehr pro Stunde verdienen musst als ein Facharbeiter.

Orientiere dich zur Not mal an der Konkurrenz: Was bekommen die eigentlich? Für wen arbeiten die? Oder aber du weißt schon, was dir eigentlich zusteht, forderst es aber nicht ein. Dann musst du an dir arbeiten und forscher auftreten. Es tut der (aufkeimenden) Beziehung zu einem Kunden keinen Abbruch, über Geld zu sprechen. Ob verhandelt wird, ist Ermessenssache. Aber du musst dir darüber im Klaren werden, was deine Zeit mindestens wert ist. 

Möchtest du mehr erfahren, wie du deinen Stundensatz kalkulieren solltest? Lies unseren Blog Post Welchen Stundensatz du als Freelancer verlangen solltest zu dem Thema.

10. Arbeiten für „deine Bekanntheit“ 

Klingt geil, ist aber ein wunderbares Instrument zur Ausbeutung. Wenn dir jemand anstelle einer Bezahlung anbietet, dass einfach nur dein Name unter der Arbeit auftaucht oder dass er „ein gutes Wort bei Geschäftspartnern“ für dich einlegt, dann kannst du es auch lassen. Das bringt einfach herzlich wenig. Wenn du arbeitest, musst du auch bezahlt werden. Und die Chance, dass du aufgrund deiner Arbeit für einen Knauser tatsächlich Neukunden bekommst, geht ohnehin gen Null.

11. Deine Buchhaltung vernachlässigen

Rechnungen sind Dokumente, die du an deine Kunden schickst. Auf ihnen ist aufgeführt, welche Leistungen du erbracht hast und was du dafür bekommst. Auf Rechnungen steht ein Zahlungsziel. Wenn du keine Rechnungen schreiben kannst, solltest du das schleunigst lernen (es ist ziemlich einfach). 

Rechnungen solltest du einfach immer zu einer bestimmten Zeit in der Woche schreiben und versehen. FĂĽhre Buch darĂĽber, wann du sie verschickt hast, an wen und ob etwas bezahlt wurde. Denn manchmal zahlt ein Kunde auch nicht. Und dann musst du dich leider damit auseinandersetzen, dein Geld einzutreiben.

Schau Dir unbedingt das Buchhaltungstool lexoffice an, das kannst Du sogar mit deinem Kontist Konto verbinden.

12. Die Unterschriften vergessen

Es gilt in Deutschland nichts, was nicht zu Papier gebracht wurde. Es ist also wichtig, dass alle Vereinbarungen, insbesondere Bezahlungen und Abgabefristen, schriftlich von deinen Kunden und dir festgehalten werden. Es genügen oftmals Standardverträge. Im Zweifel gilt vor Gericht übrigens auch eine E-Mail, aus der die Vereinbarung eindeutig hervorgeht. Du musst dich also nicht mit jedem zum Unterschreiben treffen, aber nur mündliche Absprachen sind – verzeih mir – das Papier nicht wert, auf dem sie nicht gedruckt sind.

13. Sich ablenken lassen

Konzentriertes Arbeiten ist tatsächlich der sicherste Weg, um effizient zu sein. Wenn du arbeitest, arbeitest du. Dann musst du aber auch konsequent sein und dich von Ablenkungen frei machen. Das ist besonders zuhause schwierig, aber auch generell bei der Arbeit an Computern. Und leider ist es auch eine Frage der Disziplin.

Möchtest du erfahren, wie du konzentrierter Arbeiten kannst? Lies unseren Blog Post: Über Konzentration, Fokus und Flow oder wie du es endlich schaffst, konzentriert zu arbeiten.

14. Nicht „nein“ sagen können

Zu einem selbstbestimmten Leben als selbstbestimmter Selbstständiger gehört es auch, mal Dinge nicht zu tun. Ich hörte mal von einem Illustrator, der so gut zu tun hat, dass er einfach ganz pauschal jeden Donnerstag der ersten Kundenanfrage (von egal wem) eine Absage erteilt – unabhängig vom Projekt. Er mache das rein für das gute Gefühl, „nein“ gesagt zu haben.

Aber das soll ja nicht dein Ziel sein. Dennoch musst du nicht mit allem einverstanden sein. Wenn du ganz klar anderer Meinung als dein Kunde bist oder eine Anfrage dir einfach nicht zusagen kann, sag einfach „nein“.

15. Dein Bauchgefühl vernachlässigen

Dein Bauchgefühl hat ganz oft recht. Und wenn du dir unsicher bist, dann schlaf eine Nacht darüber. Und wenn dein Instinkt dann immer noch meint, dass etwas anders sei, als es scheint, oder gar schlecht sei, dann hör darauf. So ein Bauchgefühl ist in der Regel ziemlich zuverlässig und kann dich instinktiv vor Gefahren und Fehlern wahren. 

Es ist alles nicht so einfach, oder? Aber unter uns: Man wird mit den Jahren besser. Und wenn du zu Beginn deiner Selbstständigkeit noch Fehler machst, ist das okay. Du solltest nur keine davon zu oft wiederholen. Und nun weißt du ja zumindest 15 Dinge, die ohnehin vermeiden solltest. 

Viel GlĂĽck! Du kriegst das hin!

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