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Ein kleines 1x1 der Geldanlage in 2019

Wer heute Geld anlegen möchte, hat es im Vergleich zu früher deutlich schwerer. Früher gab auf dem Sparbuch einen Zins, der die aktuelle Inflation ausgleichen oder sogar übertreffen konnte (zwischen 2-5%). Heute kann ein Sparbuch bei fast 0,00% Zinsen oder sogar einem Negativzins bei einigen Sparkassen und einer Inflation von ca. 2% die Inflation nicht mehr ausgleichen.

Wer also heute sein Vermögen auf ein Sparbuch oder sein Girokonto einzahlt, der muss mit einem realen Kaufkraftverlust rechnen. Wer z.B. rund 5000€ für 5 Jahre in der heutigen Niedrigzinsphase auf seinem Girokonto oder Sparbuch liegen lässt, der verliert damit rund 500€ Kaufkraft, wenn man die Inflation berücksichtigt. Damit wird deutlich, dass auf einem einfachen Sparbuch in der heutigen Zeit nur noch Beträge für den Notfall eingezahlt werden sollen. Eine Faustregel lautet, dass auf einem solchen Sparbuch bis zu drei Monatseinkommen geparkt werden sollten - der Rest sollte angelegt werden.

Gerade für Selbständige und Freiberufler*innen ist es notwendig sich ein Vermögen aufzubauen, da diese im Vergleich zu Angestellten nicht gezwungen sind in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Wer im Alter nicht gezwungen sein will bis 90 arbeiten, muss sich also frühzeitig um die eigene Altersvorsorge kümmern. Es ist daher wichtig hiermit so früh wie möglich zu beginnen, weil der Zeitfaktor eine enorm wichtige Rolle spielt und man somit schon mit einem relativ kleinen Betrag beachtliche Erfolge erzielen kann.

Werden beispielsweise 500€ monatlich ab dem 30. bis zum 65. Lebensjahr angelegt, dann kann damit - mit der richtigen Auswahl der Geldanlage - ein Vermögen von rund einer Million Euro erreicht werden, obwohl man insgesamt nur etwas über 200.000€ eingezahlt hat. Das ist eine Verfünffachung des Kapitals. Sogar, wenn sich für ein nicht ganz so gutes Produkt entschieden wird, kann es trotzdem gelingen das Kapital zu verdoppeln. 

Voller Durchblick bei der Geldanlage für Privatpersonen

In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie Geld angelegt werden kann. In diesem Artikel befasse ich mich mit den für Privatpersonen besten Anlagearten und verzichte bewusst auf Zertifikate, CDF, Optionsgeschäfte oder Derivate und Rohstoffgeschäfte. Diese sind für Anfänger*innen zu komplex und zudem ist bei einigen dieser Anlagen der Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich, weshalb sich diese nicht für Einsteiger*innen eignen. 

Zunächst gilt es zu überlegen, ob man eine feste Summe hat, die es für eine bestimmte Zeit anzulegen gilt oder ob man mit einem Sparplan beginnen möchte. Bei der festen Summe muss man überlegen, wann man wieder auf dieses Geld zugreifen möchte. Am besten eignen sich Gelder, die in den nächsten Jahren nicht verplant sind und dementsprechend nicht kurz- oder mittelfristig benötigt werden.

Großes, traditionelles Gebäude

Das magische Dreieck der Geldanlage

Ein Sparplan ist immer eine gute Idee, um Vermögen aufzubauen und bestimmte Sparziele zu erreichen (z.B. Kauf eines Fahrzeugs, Eigenkapitalbildung für eine Immobilie). Hier sollte man sich überlegen, wie viel Geld man monatlich sparen kann und möchte - ohne sich zu sehr einzuschränken. Nur dann kann ein solcher Sparplan auch über eine längere Zeit durchgehalten werden.

Welche Produkte kommen für Anfänger*innen also in Frage?

Als erstes gilt es das “magische Dreieck der Geldanlage” zu beachten. Damit wird der Sachverhalt bezeichnet, der für jede Geldanlage gilt:

  1. Sicherheit
  2. Verfügbarkeit
  3. Rendite

 

Allerdings kann eine Geldanlage immer nur zwei dieser Kriterien gleichzeitig erfüllen. Ein Sparbuch bietet hohe Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit, aber kaum Rendite. Eine Aktie bietet eine hohe Rendite und schnelle Verfügbarkeit, aber der Kurs schwankt und kann auch unter dem Einstandskurs fallen. Ich werde die folgenden Produkte unter diesem Gesichtspunkten vergleichen und auch darauf eingehen, ob sich auch ein Sparplan lohnen würde bzw. überhaupt möglich ist. Dabei kommen folgende Produkte in Frage: 

  1. Aktienfonds / ETF /Aktien
  2. Unternehmensanleihen / Staatsanleihen
  3. Immobilien / Immobilienfonds
  4. Gold / andere Rohstoffe

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Aktienfonds als erste Wahl für Anlageneulinge

Im Grunde genommen ist die Aktie Basis für die hier genannten Produkte.

Ein Aktienfonds enthält in der Regel eine Vielzahl von verschiedenen Aktien, die nach Branche, Länder/Regionen, Index oder Themen zusammengefasst sind. Als Anleger*in muss man sich entscheiden, welches Thema einem am aussichtsreichsten erscheint. Als Hilfsmittel gibt im Internet eine Vielzahl von Informationen über die Wertentwicklung des gewählten Fonds. Auch ist es möglich z.B. einen Fonds zu wählen, der z.B. den Bereich Klimaschutz oder auch nachhaltiges Wachstum abbildet. Hierzu werden Unternehmen gewählt, die dann diesen Grundsätzen entsprechen.

Ein ETF ist eine passive Anlagemöglichkeit in Aktien. Dabei werden vorhandene (z.B. DAX, EURO-STOXX oder Dow Jones) Indizes einfach abgebildet. Hier ist eine aktive Auswahl Seiten des Anbietenden nicht erforderlich. Aktien bzw. Aktienfonds eignen sich für langfristige Anleger*innen. Es besteht auch die Möglichkeit sich über einen Sparplan ein entsprechendes Vermögen aufzubauen. Zum einen erhält man bei einer Aktie eine Dividende und zum zweiten besteht die Möglichkeit einer Kurssteigerung, so dass hier zwei Faktoren zur Vermehrung des Kapitals beitragen.

 Für Anfänger*innen empfiehlt es sich mit einem Aktienfonds oder einem ETF als Sparplan zu starten. Selbstverständlich kann hier auch der Rat eines Beraters hilfreich sein.

 

Als Anleger*in einen klaren Kopf bewahren: Staats- bzw. Unternehmensanleihen

Was sind zunächst einmal Anleihen? Eine Anleihe wird auch Schuldverschreibung, Rentenpapier oder Bond genannt. Es handelt sich um ein festverzinsliches Wertpapier mit einer meist festen Laufzeit, welches dem/der Käufer*in ein Verzinsungsrecht und ein Recht auf Rückzahlung zusichert. Der Zinssatz kann fest sein oder sich nach einem variablen Zinssatz z.B. EUROBOR (European Interbank Offered Rate) oder LIBOR (Londen Interbank Offered Rate) richten. Weiterhin gibt auch sogenannte Nullkupon-Anleinen (Zero-Bonds). Hier besteht die Rendite in der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.

Die häufigsten Arten der Rückzahlung sind die Gesamtfälligkeit bei Ablauf oder die Rückzahlung in mehreren gleichbleibenden Jahresraten. Bei der Gesamtfälligkeit wird zum festgelegten Zeitpunkt der investierte Betrag zurückgezahlt unabhängig von der jährlichen Zinszahlung. Die Rückzahlung in mehreren gleichbleibenden Jahresraten wird auch Annuitätenanleihe genannt.

Alle diese Informationen können den jeweiligen Emissionsbedingungen entnommen werden. Anleihen unterliegen einer regelmäßigen Kursfeststellung, die einer Schwankung unterliegt.

Die wichtigsten Risiken bei Anleihen sind:

-   Zinsänderungsrisiko (Änderung des allgemeinen Zinsniveaus)

-   Bonitätsrisiko (Veränderung der Bonität des Eminenten)

-   Liquiditätsrisiko (die Handelbarkeit kann je nach Wirtschaftslage sich verändern)

 

So empfiehlt es sich im Hinblick auf Sicherheit nur auf leistungsfähige Unternehmen bzw. Staaten zu investieren. So bieten deutsche Staatsanleihen eine hohe Sicherheit, jedoch kaum Rendite. Eine deutlich höhere Rendite bieten z.B. italienische Staatsanleihen. Hier ist jedoch zu beachten, dass die Sicherheit im Vergleich zu den deutschen Staatsanleihen geringer ist und auch sind die Kursschwankungen an der Börse deutlich volatiler als bei den deutschen Staatsanleihen. Bei Unternehmensanleihen ist es ähnlich. Umso etablierter das Unternehmen umso höher die Sicherheit und geringer die Rendite. Bei den Kursschwankungen verhält es sich dann auch ähnlich wie bei den Staatsanleihen.

Mann sitzt mit einem Kaffee vor einem Schreibtisch und liest.

Ein erstes Fazit lautet hier also wie folgt: Anleihen sind in der Regel für Einmalanlagen geeignet und für Anfänger*innen ist es sinnvoll beim ersten Kauf sich professionelle Hilfe zu holen, da jede Anleihe mit unterschiedlichen Bedingungen ausgestattet ist. Als nächstes kommt für die Anlage auch eine Immobilie in Frage. Im Hinblick auf  die eigene Altersvorsorge ist eine bezahlte eigene Immobilie ein großer Vorteil. Das hierzu notwendige Kapital kann z.B. durch einen frühzeitig abgeschlossenen Bausparvertrag aufgebaut werden. Ein weiterer Vorteil des Immobilienkaufs, dass ab dem Zeitpunkt des Einzugs die Miete an einen Vermieter für den Erwerb der selbstgenutzten Immobilie verwendet wird. Alternativ kann man sich an einem offenen Immobilienfonds beteiligen, was auch per Sparplan möglich ist. Hier beteiligt man sich an einer Vielzahl von vermieteten Immobilien z.B. Bürogebäude oder Einkaufszentren. Bei den offenen Immobilien kann die entsprechende Fondsverwaltung Objekte kaufen oder verkaufen. Man ist an den Objekten beteiligt, aber nicht an einer bestimmten Immobilie. Der Erfolg dieser Anlage hängt stark von den im Fonds vorhandenen Objekten und den Mieteinnahmen ab. Diese werden je nach Anzahl der vorhandenen Fondsanteile auf die Anleger*innen verteilt.

Ein Verkauf dieser Anteile ist unter Beachtung von Rückgabefristen an die jeweilige Fondsgesellschaft ohne größere Einschränkungen möglich.

Es gibt auch noch geschlossene Immobilienfonds. Diese Anlageform deutlich riskanter ist als bei den offenen Immobilienfonds. Bei den geschlossenen Fonds beteiligen sich mehrere Anleger an einem Objekt und binden sich für eine vorher festgelegte Zeit die Beteiligung zu behalten. Ein vorzeitiger Verkauf ist nur möglich, wenn ein anderer Käufer gefunden wird, der die eigenen Anteile übernimmt. In der Praxis erweist sich dieses als recht schwierig.

Als weitere Anlageform erwähne ich auch noch Rohstoffe. Dazu zählt auch Gold. Gold bietet ein gewisses Maß an Sicherheit, da es weltweit als sichere Anlage betrachtet wird. Jedoch haben Gold und auch Rohstoffe im Vergleich zu dem bisher vorgestellten Anlageformen einen Nachteil. Die Rendite kann nur aus einer positiven Preisentwicklung der Rohstoffe erfolgen. Eine Dividende, Zinseinnahme oder ähnliches ist bei Rohstoffen nicht möglich.

Fazit: Ein Überblick im Anlage-Wirr-Warr

Erste Wahl für Sparpläne bilden Investmentfonds oder ETFs. Durch den Sparplan ergibt sich der sogenannte Cost Average Effect, der sich positiv auf den Sparplan auswirkt. Hier kann man mit einer durchschnittlichen Rendite von ca. 5% rechnen.Für sehr ängstliche Anleger*innen empfehlen sich Staatsanleihen, jedoch ist die hier erwartete Rendite aktuell bei meist 1-2%. Diese Rendite hängt allerdings auch stark von dem Emittenten ab. Auch eine sichere Anlage sind offene Immobilienfonds, hier kann eine Rendite bis ca. 3% erzielt werden. Allerdings sind hier bestimmte gesetzliche Fristen für die Rückgabe der Anteile zu beachten. Rohstoffe sind in der Regel eine recht spekulative Anlage und die Preisentwicklung lässt sich nur sehr schwer vorhersagen. Im schlimmsten Fall droht hier ein Totalausfall der Anlage. Eine Ausnahme stellt Gold dar. Als weltweit anerkannte Anlage, ist ein Totalausfall nicht zu befürchten, jedoch kann eine Rendite, wie bei allen Rohstoffen nur über eine Kurssteigerung erzielt werden.

Für alle hier vorgestellten Anlagen gilt, dass der Erfolg sich nur einstellen kann, wenn die Anlage langfristig ausgelegt ist und man als Anleger*in sich auch bei negativen Kursausschlägen nicht aus der Ruhe bringen lassen sollte. 

Wer als Selbständige*r und/oder Freiberufler*in im Alter also nur noch aus Freude arbeiten möchte und nicht aus Notwendigkeit, der sollte sich frühzeitig mit der Geldanlage beschäftigen um sich so eine sichere Vorsorge fürs Alter anzulegen.