facebook-pixel

20 Dinge, die du nie zu einem Grafikdesigner sagen solltest - aber wahrscheinlich doch tust!

Zu den Herausforderungen eines Unternehmens von heute gehört auch ein ansprechendes Design. Schließlich wollen die Marke, die Website, die Bilder usw. wiedererkannt werden. Kunden sollen ein Design schätzen lernen und positive Emotionen verspüren, wenn sie es sehen. Damit ein Design also so gut wird, dass es funktioniert, muss ein Grafikdesigner her. Diese kreativen Seelen gehören nicht unbedingt zu den Leuten, mit denen es sich am Leichtesten reden lässt. Schließlich ist der Künstler ein sensibles Wesen (in aller Regel zumindest) und der Grafikdesigner bringt auch noch seinen Jargon und seine Software mit.

Unnötig häufig kommt es zu Verstimmung zwischen Designern und Auftraggebern. Besonders häufig kommt es dazu, weil sich Auftraggeber anmaßen, den Arbeitsprozess eines Designers zu verstehen. Außerdem gibt es eine Menge anderer Punkte, die schnell dazu führen, dass Projekte stocken, Missverständnisse entstehen oder Grafikdesigner sich persönlich angegriffen füllen.

Hier sind sie also: 20 Dinge, die du nie zu einem Grafikdesigner sagen solltest!

01. "Wir sind noch nicht fertig (mit dem Text/Flyer/Konzept), aber mach doch schon mal einen Entwurf."

Jeder gute Marketing-Stratege weiß, dass der Inhalt das Design bestimmen soll - und nicht umgekehrt. Außerdem ist es sehr mühselig für einen Grafikdesigner, wenn er erst etwas entwirft und es dann einem verändertem Produkt (Flyer etc.) noch einmal anpassen soll. Wenn du einen Grafikdesigner anheuerst, dann habe schon alles Nötige vorbereitet.

02. "Kriege ich dich dazu, das schneller zu machen?"

Andersherum ist es besser: Frag deinen Grafikdesigner lieber, wie lange es dauern wird. Schließlich weiß er das einfach besser als du. Und wenn es sich nach zu lang anhört, müsst ihr einen Weg finden. Aber eine akute Terminsetzung im kreativen Prozess ist eher hinderlich.

03. "Kannst du das bitte in einem für uns editierbaren Format machen?"

Warum denn? Wenn von vornherein suggeriert wird, dass das Design veränderbar sein soll - also wohl nicht den Ansprüchen genügen kann - dann gibt es keine Wertschätzung der Arbeit mehr. Außerdem besteht ein fulminanter Unterschied zwischen der Software im Büro und echter Grafikdesign-Software.

04. "Kannst du ein paar unterschiedliche Versionen machen? Wenn ich sie sehe, entscheide ich mich."

Geh doch einfach mal in ein Geschäft und frage, ob du ein Produkt in sechs Ausführungen mitnehmen kannst, weil du dich daheim entscheidest und nur eines bezahlst. Und lass diese sechs Produkte doch auch bitte nach Wunsch fertigen (oder bestellen). Du wirst merken, dass du doof angeschaut wirst.

Farbvarianten sind die eine Sache. Aber bei sechs verschiedenen Designs wird es echt absurd. Schließlich ist das alles Mehrarbeit.

Do your thing, not your taxes.
With Kontist.

Learn how

05. "Geht das auch mit Photoshop?"

Das geht bestimmt. Nur leider wird es dann in der Regel nicht so gut, wie ein guter Grafikdesigner es dir gern präsentieren würde. Also lass ihn sein Ding mit seiner Software machen.

06. "Kannst du bitte noch einmal etwas ändern? Ich verspreche, es ist das letzte Mal."

Meistens ist es nicht die letzte Änderung, also streiche diesen Satz aus deinem Repertoire. Änderungswünsche sind völlig okay, aber die Verpackung macht es. So hört sich "Ich weiß, du bist beschäftigt, aber an folgender Stelle XY hätte ich gern noch eine Änderung. Die zusätzliche Zeit wird ebenfalls bezahlt" besser an als das vorangegangene Beispiel.

07. "Kannst du was machen, was genau so aussieht wie das von XY?"

Zum einen gibt es da das Copyright und zum anderen hat wohl kein Grafikdesigner den Anspruch, seine Kollegen zu kopieren. Das solltest du auch nicht erwarten. Allerdings darfst du gerne darauf hinwirken, dass Dinge, die dir besonders an einem bestehenden Design gefallen, als Anregung genutzt werden - mehr aber auch nicht.

Im Zusammenhang mit dem Aufbau einer persönlichen Marke (ein paar Aspekte dazu hier: Mit 7 Schritten zum perfekten Personal Branding geht es ohnehin auch um ein einzigartiges Design.

08. "Kannst du dieses Bild, das ich online gefunden habe, benutzen?"

Grundsätzlich stellt sich auch hier die Frage nach dem Copyright. Es ist durchaus möglich, Bilder, die ausdrücklich Open Source sind, zu nutzen. Allerdings kann es sein, dass die Auflösung derselben einfach nicht genügt, um sie richtig zu bearbeiten.

09. "Kannst du das bis morgen schaffen?"

Ihr beiden tut gut daran, wenn ihr euch vorher darüber verständigt, welcher Zeitrahmen euch vorschwebt. Aber das Designen ist eben ein kreativer Prozess, der - abhängig von der Komplexität des Auftrags - mal mehr und mal weniger lang dauert. Dein Grafikdesigner wird sich schon mitteilen, wenn er kurz vor der Vollendung steht.

10. "Ich kenne jemanden, der es für die Hälfte macht. Kannst du auch im Preis runtergehen?"

Da stellt sich die Frage, warum du nicht den günstigen Designer genommen hast. Wahrscheinlich ist der jetzige besser, oder? Entsprechend sollte er bezahlt werden.

11. "Ich weiß, du bist fast fertig damit, aber ich brauche vielleicht auch noch ein Design für..."

Wenn dein Grafikdesigner gerade an einem Design für deine Geschenkboxen arbeitet, tust du ihm keinen Gefallen damit, irgendwann auch nach Visitenkartendesigns und anderem zu fragen. Vor allem dann nicht, wenn du glaubst, dass das im Preis mit enthalten wäre. Schließlich ist ein verändertes Design für eine verändertes Objekt eine Menge Arbeit. Wenn du also vorher weißt, dass du etwas für mehrere Dinge brauchst, dann einigt euch doch erst einmal auf ein Konzept.

12. "Mach es einfach großartig!"

Grafikdesigner können deine Gedanken nicht lesen, weshalb sie darauf angewiesen sind, dass du ihnen möglichst genau erzählst, was du dir vorstellst. Ziemlich sicher halten sie sich in der Kundenkommunikation mit dir an ein paar einfach Punkte. Insofern: Sei dir darüber im Klaren, was du möchtest und kommuniziere das.

13. "Unser Logo findest du auf unserer Website."

Stimmt. Aber ein einfaches Copy-und-Paste genügt aufgrund der Auflösung für die spätere Verwendbarkeit nicht. Besser ist es, wenn du deinem Grafikdesigner die Quelle für euer Logo zukommen lässt. Recht häufig handelt es sich dabei um speziellere Programme zur Erstellung von Vektorgrafiken (skalierbare Grafiken).

14. "Können wir nicht einfach wieder zu dem zurück, was du anfangs vorgeschlagen hast?"

Das ist nach einem langen Prozess, in dem dein Designer versuchte, deinen Wünschen entsprechend zu agieren - im Idealfall nach Absprache mit dir - ernüchternd.

15. "Ich habe schon in Word/Paint/XY angefangen. Kannst du das bitte fertigstellen?"

Insofern man die Grafik exportieren kann (eher selten der Fall) gewiss, aber die Frage ist, wie sinnvoll das ist. Schließlich hast du extra einen Experten angeheuert, der wohl lieber einen eigenen Entwurf macht. Deine Idee kann aber dennoch ein Leitfaden sein.

16. "Ich kann dich nicht bezahlen, aber du gewinnst an Aufmerksamkeit. Okay?"

Aufmerksamkeit ist super und auch Grafikdesigner freuen sich darüber. Aber sie zahlen ihre Miete, leben usw. Und wenn sie schon professionelle Grafikdesigner sind, verbietet es der Stolz ohnehin, umsonst zu arbeiten. So ein Angebot ist in der Regel mehr als verwerflich.

17. "Sobald du fertig bist, können wir noch so oft drübergehen wie ich meine, oder?"

Nein. Schließlich werden Entwürfe und Produkte berechnet. Auch so werden Stunden, die man sich mit dem Kunden für das Besprechen nimmt, durchaus berechnet. Irgendwann muss es also gut sein - oder jede Unterredung wird in Rechnung gestellt.

18. "Was wird mein (kompliziertes, spezielles) Projekt denn kosten?"

Was kostet ein Haus? - Kommt auf das Haus an. Erkläre deinem Designer, was du dir vorstellst - dann kann man über Preise reden.

19. "Kann ich dich jederzeit erreichen?"

Hoffentlich nicht. Das spräche gegen eine gute Work-Life-Balance beim Grafikdesigner. Auch diese Leute haben andere Dinge zu tun und du bist wahrscheinlich nicht der einzige Auftraggeber. Macht Zeiten aus, unterhaltet euch und den Rest legst du einfach in des Designers Hände.

20. "Du bist der Experte hier. Lass einfach deine Magie spielen."

Wieder einmal stellt sich das Problem, dass ein Grafikdesigner kein Medium ist. Im Designhandwerk mag er ein Experte sein, aber ein Briefing benötigt er dennoch. Und wenn es nur eine Idee davon ist, was es werden soll, genügt das meist auch schon für einen Entwurf. Aber ohne Informationen gibt es nun einmal keine persönliche Dienstleistung.

Die Kunst liegt - wie bei so vielem - in der Kommunikation. Es gibt Dinge, die man gemeinsam besprechen muss und solche, die man besser dem bezahlten Fachmann überlässt. Am Ende eines erfolgreichen Verständnisses füreinander - also zwischen Kunde und Grafikdesigner - steht ein tolles Design. Es stimmt schon: Einen guten Grafikdesigner sollte man einfach mal machen lassen. Es ist ja vor allem wichtig, dass er etwas macht, was dem Kunden am Ende zusagt. Dafür muss dieser nur ein paar Wünsche äußern. Das Leben kann so einfach sein...