facebook-pixel

Vier Wege, mehr Stabilität in dein Freelancer-Leben zu bekommen

Freelancer sein ist eine tolle Sache. Denn du hast viele Freiheiten, die du in einer Festanstellung niemals haben wirst. Du entscheidest, wann du anfängst zu arbeiten und wann du Feierabend machst, wann der nächste Urlaub ansteht, wann du mal wieder eine Nacht durcharbeitest, von wo du das tust – und sogar, wie viel du verdienst.

Doch all diese Vorteile bringen auch Nachteile mit sich. Denn ein festes monatliches Einkommen, wie es Festangestellte haben, ist bei Freelancern eher unüblich. Ebenso wie eine Beteiligung deines Arbeitgebers an der Krankenversicherung, eine gesicherte Altersvorsorge und bezahlte Urlaubs- als auch Krankentage.

Und doch kannst du dafür sorgen, dass du auch als Freelancer in den Genuss dieser Vorteile kommst. Wie genau erfährst du im heutigen Blogartikel.

Ein festes, monatliches Einkommen

Der Luxus eine festen Einkommens ist den meisten Selbstständigen nicht gegönnt. Denn das Einkommen hängt stets von der aktuellen Auftragslage ab. Und die kann stetig schwanken. Dennoch gibt es Mittel und Wege, mit diesem unregelmäßigen Einkommensstrom umzugehen und auch in weniger lukrativen Phasen gut über die Runden zu kommen. Du musst nur richtig kalkulieren und dir ein finanzielles Polster aufbauen.

Lege etwas für harte Zeiten weg

Auch wenn das neue MacBook Air im Schaufenster glänzt oder der Wunsch nach einem neuen Smartphone aufkommt – wenn die Anschaffung von solchen Luxusgütern nicht absolut notwendig ist, lass es bleiben und lege das Geld lieber für harte Zeiten weg. Es kann immer vorkommen, dass man für einige Wochen mal weniger Aufträge hat und dann dankbar für das finanzielle Polster ist. Bau dir eins auf!

Denk an die Steuer

Die Rechnungen sind rausgeschickt, die Kunden zahlen und schon ist das Konto prallgefüllt. Dabei solltest du jedoch niemals vergessen, dass dein Einkommen nicht deinem Gewinn entspricht. Früher oder später ist die Steuer fällig. Und die fällt hierzulande nicht zu knapp aus. Ein Steuerberater kann dir dabei helfen, den Überblick zu den anstehenden Steuerzahlungen zu behalten und informiert dich gerne darüber, wie viel Geld du zu welchem Zeitpunkt auf der hohen Kante haben solltest. Am besten hast du sogar ein eigenes Konto, auf dem du das Geld für deine Einkommens- und Umsatzsteuerzahlungen zurücklegst. Oder du eröffnest ein Kontist-Konto , auf dem dein Geld für die Steuer auf Unterkonten automatisch eingefroren wird. So hast du immer im Blick, wie viel Geld dir nach den steuerlichen Abzügen noch zur Verfügung steht.

Bau dir einen festen Kundenstamm auf

Meine Erfahrungen aus dem Freelancer-Dasein zeigen, dass gerade Kunden für die man nur einmal oder für kurze Zeit tätig ist, am besten zahlen. Deshalb hangeln sich viele Freelancer von Projekt zu Projekt. Die einzelnen Projektarbeiten werden in der Regel gut bezahlt, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Ist das Projekt vorbei, steht man ohne Arbeit da. Es sei denn, man bemüht sich bereits in der Zwischenzeit um das nächste Projekt. Ich ziehe es vor, einen festen Kundenstamm zu haben, mit dem ich langfristig zusammenarbeite und bei dem ich absehen kann, wie viel ich monatlich einnehmen kann. Etwa über die Vereinbarung eines monatlichen Pauschalpreises, den du für deine Leistungen beim einzelnen Kunden berechnest. Übrigens: Manchmal sind viele kleine Kunden besser als ein großer. Letzterer zahlt zwar gut, du begibst dich aber auch schnell in eine unschöne Abhängigkeit. Springt der große Kunde ab oder wird plötzlich zahlungsunfähig, sieht die Lage nicht gerade rosig aus. Fällt dagegen ein kleinerer Kunde weg, tut das nicht so weh.

Eine gesicherte Altersvorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung ist etwas Schönes. Doch die meisten Freelancer können – bis auf wenige Ausnahmen – nicht von ihr profitieren. Sie müssen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern. Und das am besten so früh wie möglich. Auch wenn du noch jung bist und das Thema Rente ganz weit weg zu sein scheint, ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Altersvorsorge ein absolutes Muss.

Überprüfe ob du bereits pflichtversichert bist

Einige Berufsgruppen unter den Freelancern sind bereits gesetzlich pflichtversichert und haben somit bereits die Basis für eine finanzielle Absicherung im Alter geschaffen. Dazu gehören unter anderem Lehrer und Erzieher, Pflegekräfte, Hebammen, Journalisten und Handwerker. Doch Vorsicht: Auch wenn du zu einer der pflichtversicherten Gruppen gehörst, solltest du überlegen, ob du dich um eine zusätzliche Absicherung für das Alter kümmern solltest, um deinen Lebensstil auch im Rentenalter halten zu können. Denn ob die Grundabsicherung durch die Pflichtversicherung auch noch zum Leben reichen wird, wenn man selbst ins Rentenalter kommt, ist fraglich.

Informiere dich über die Rürup-Rente

Die Rürup-Rente ist sozusagen die Basisrente für Selbstständige. Sie wird staatlich gefördert und wird, wie auch die gesetzliche Rente, nicht auf einen Schlag ausbezahlt. Zudem kann sie nicht vererbt oder an andere Angehörige übertragen werden. Der große Vorteil daran: Du kannst nicht in die Versuchung kommen, dir deine Rente frühzeitig auszahlen zu lassen. Zudem wird die Rürup-Rente lebenslang in Form einer monatlichen Zahlung ausgezahlt. Ein weiteres Plus: Wer sich für eine Rürup-Rente entscheidet, profitiert von attraktiven Steuervorteilen. Rürup-Sparer können bis zu 100 Prozent ihrer Einzahlungen steuerlich geltend machen.

Denke an deine Gesundheit

Das ist kein Spaß! Als Freelancer kannst du im Endeffekt solange arbeiten bis du – sprichwörtlich – tot umfällst. Einige Selbstständige können sich mit dem Gedanken, irgendwann nicht mehr arbeiten zu dürfen, nicht anfreunden. Und müssen es auch nicht. Wenn du also auch im Alter weiterhin gute Leistungen bringen und deine Kunden zufriedenstellen kannst, warum solltest du es nicht tun? Du bekommst weiterhin dein Honorar und kannst deinen Lebensstandard halten. Allerdings musst du dafür gesund sein. Also denke bei all der Arbeit immer an deine Gesundheit: Viel Sport, eine gesunde Ernährung und eine vernünftige Work-Life-Balance sind die Basis für ein langes Leben.

Eine Absicherung im Krankheitsfall

Jeder wird mal krank. Doch als Freelancer ist diese Zeit – abgesehen von der Krankheit selbst – besonders schlimm. Denn während man im Bett liegt um sich auszukurieren, kommt kein Geld herein. Oder man muss selbst im Krankheitsfall arbeiten, was einer schnellen Genesung im Wege steht. Dabei gibt es Mittel und Wege, auch während eines längeren Krankenhausaufenthalts oder einer Grippe an sein Geld zu kommen.

Hol dir Krankentagegeld

Der elegante Weg, um auch im Krankheitsfall gut über die Runden zu kommen: Der Abschluss einer Krankentagegeld-Versicherung. Diese zahlt einen festen Tagessatz, wenn dein Einkommen im Krankheitsfall wegfällt. Manche gesetzlichen Kassen zahlen bereits pauschal ein Krankentagegeld. Bist du dagegen privatversichert oder bei einer gesetzlichen Kasse versichert, die nicht oder zu wenig Krankentagegeld zahlt, solltest du dringend eine Krankentagegeld-Versicherung abschließen. Vergiss dabei nicht zu überprüfen, ob das Geld auch bei längerem Arbeitsausfall ausreicht, um über die Runden zu kommen. Übrigens: Krankentagegeld erhältst du komplett abgabe- und steuerfrei.

Schließ eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab

Man will es nicht hoffen, doch jeder kann plötzlich berufsunfähig werden. Ob wegen eines Unfalls, einer schlimmen Krankheit oder wegen starker psychischer Probleme sei mal dahingestellt. In diesem Fall schauen Freelancer in die Röhre. Denn die Erwerbsminderungsrente bekommt erstens nicht jeder (es sei dann, man ist bereits fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert und hat mindestens drei Jahre lang Beiträge eingezahlt) und ist zweitens sehr niedrig. Der Abschluss einer privaten BU ist daher richtig und wichtig. Wenn Du mehr zum Thema Erwerbsminderungsrente erfahren möchtest, lies unseren Blog Post Erwerbsminderungsrente auch für Selbständige? .

Sorge für ein finanzielles Polster

Auch im Krankheitsfall gilt: Ein finanzielles Polster hilft. So ist es bei einigen Krankentagegeld-Versicherungen üblich, dass sie erst nach einigen Tagen Krankheit anfangen zu greifen. Vorher geht man leer aus. Für den Fall eines kurzen Arbeitsausfalls solltest du daher unbedingt ein paar finanzielle Rücklagen haben. Dann kannst du dich etwa bei einer Erkältung in Ruhe innerhalb weniger Tage auskurieren.

Denke an deinen Urlaub

Jeder braucht Urlaub – auch Freelancer. Sonst droht der Burnout. Im Gegensatz zu Festangestellten, bekommen Selbstständige jedoch während ihres Urlaubs nicht weiter ihr Gehalt gezahlt. Sprich: Damit du nicht nach oder vor deinem Urlaub doppelt so hart arbeiten musst, solltest du frühzeitig etwas für diese Zeit zurücklegen. Und dein Honorar entsprechend planen.

Kalkuliere ein vernünftiges Honorar

Das mag abgedroschen klingen, ist aber absolut notwendig. Viele kalkulieren ihr Honorar so, dass sie damit super über die Runden kommen. Steht jedoch ein Urlaub an, wird es eng. Wenn du also deinen Stundensatz oder eine Pauschale berechnest, vergiss nicht, dass du von dem Geld auch etwas für Urlaubszeiten zurücklegen musst, in denen du nicht arbeiten aber dennoch weiter Miete und andere Dinge des alltäglichen Lebens zahlen wirst.

Plane deinen Urlaub frühzeitig

Im Gegensatz zu einem unvorhergesehenen Ereignis wie einer Krankheit, hast du bei deinen Urlauben die luxuriöse Ausgangslage, genau zu wissen, wann du sie nehmen kannst und willst. Trage dir deine Urlaubszeiten frühzeitig in deinen Kalender ein und kommuniziere sie auch mit deinen Kunden. So wissen diese rechtzeitig Bescheid, wann du für weitere Aufträge zur Verfügung stehst – und hast Ruhe während deiner Urlaubstage. Denn in dieser Zeit steht nicht die Arbeit, sondern die Erholung im Vordergrund.

Arbeite offene Aufträge rechtzeitig ab

Es ist ein mieses Gefühl, mit offenen Aufträgen im Hinterkopf in den Urlaub zu starten. Damit du deine freie Zeit wirklich genießen kannst, solltest du so planen, dass du ohne berufliche Altlasten in den Urlaub gehen kannst. Entweder erledigst du alle Aufträge vor deinem Urlaub oder du kalkulierst die Deadlines so, dass du auch nach deinem Urlaub noch ausreichend Zeit hast, um die offenen Jobs zu erledigen. So kannst du deine Freizeit noch mehr genießen und der Erholungseffekt ist auch nach deiner Rückkehr an den Schreibtisch nicht wieder direkt passé. Wenn Du mehr erfahren möchtest, lies unseren ausführlichen Blog Artikel Als Selbständiger Urlaub machen - mit 7 Schritten zur Erholung! .