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8 Dinge, die Freelancern das Genick brechen können

Ins Freelancer-Dasein kann man durch Zufall rutschen und vollkommen unbehelligt an die Sache gehen.

Oder man hat frustrierende Erfahrungen als Angestellte gemacht und will jetzt lieber zu etwas selbstbestimmterem übergehen.

Oder aber man hat sich direkt nach Aubsildung/Studium dazu entschieden, selbst loslegen zu wollen...

Was auch immer der Grund hinter dem Schritt zur Selbstständigkeit ist, eins kann leider allen schnell mit ihrem Projekt passieren:

Zu scheitern...

Natürlich kann man jetzt denken, 'das ist nicht das Ende der Welt’ oder 'das ist wirklich nicht dramatisch'- und das stimmt!

Eine besonders positive Erfahrung ist es deswegen trotzdem nicht, oder wer will nicht gerne direkt erfolgreich sein, mit dem was man macht?

Deswegen ist es traurig zu sehen, dass ganze 30% aller Gründer in den ersten drei Jahren scheitern, fast 50% in den ersten sechs, laut BmWi .

Ganz unterschiedliche Dinge bestimmen den Erfolg einer Gründung.

Eine Studie zu dem Thema hat die folgenden für das Scheitern unter Selbstständigen ergeben:

  • Unzureichende Finanzierung (86 %),
  • Unbezahlte Kundenrechnungen (68 %),
  • Planungsmängel (49 %),
  • Qualifikationsmängel (49 %),
  • Überschätzung der Betriebsleitung (33 %),
  • Informationsdefizite (27 %),
  • Personalprobleme (4 %),
  • Einflüsse aus der Privatsphäre (2 %).

Quelle: Gründerportal

Ok, das hört sich jetzt zugegebenermaßen erstmal sehr formal und abschreckender an als es wirklich ist.

Es gibt einfach ein paar Dinge, die man wirklich im Auge behalten sollte wenn man es schaffen will, sich über Wasser zu halten. Viele davon sind selbstredend, aber können nur überwunden werden, wenn man sie direkt konfrontiert.

Auf der Basis meiner eigenen Erfahrung und derer anderer Freelancer bin ich auf acht Gründe gekommen, die einem das Genick in der Selbstständigkeit brechen können.

Nummer 1: Die Angst übernimmt das Ruder

Eine für die Selbstständigkeit wichtige Voraussetzung ist, dass man mit beiden Beinen einigermaßen gut auf dem Boden steht und mutig sein kann.

Wenn man von vornherein zu unsicher oder zaghaft ist, wird es einfach schwerer, effizient zu arbeiten und sich zu verkaufen.

Dazu gehört, dass man sich realistisch einschätzen kann und ein klares Ziel verfolgt, von dem man sich nicht so schnell abbringen lassen kann.

Denn in der Selbstständigkeit ist man meistens Einzelkämpfer.

Darüber sollte man sich von vornherein bewusst sein.

Damit will ich nicht sagen, dass es nicht auch Geschäftsbeziehungen gibt, die kooperativ und rücksichtsvoll sind und auf die man bauen kann.

Aber es kann eben auch durchaus sein, man gerät irgendwann mal an Kunden, die einen ausnutzen oder sich nicht respektvoll verhalten. Auf ein solches Verhalten sollte man im Zweifel schon vorbereitet sein. So kann man das ganze dann schnell unter der Kategorie ‘Idiot’ wegstecken und sich auf Anderes konzentrieren.

Wenn man sich kein dickes Fell wachsen lässt, kann es passieren, dass die selbstständige Tätigkeit für einen auf einmal zum angstbesetztem Thema wird.

Berappelt man sich nicht schnell, kann es natürlich sein, dass eins zum anderen führt. Denn Angst führt auf Dauer leider zu Demotivation...

Immobilität...

und Prokrastination - o wey...

Gerade am Anfang der Selbstständigkeit könnte das auch schnell das Aus bedeuten.

Meistens entstehen Ängste aber nur dann, wenn man das Gefühl hat, etwas nicht zu verstehen oder die Kontrolle zu verlieren. Um das zu verhindern, sollte man sich schon am Anfang fragen, wie gut man eigentlich vorbereitet ist und wie viele Wissenslücken es noch gibt.

Am besten man unterhält sich mit so vielen Leuten wie möglich und liest viel zu dem Thema.

Niemand sagt, dass man direkt alles wissen und kennen muss oder kann. Aber die Erfahrung Anderer hilft einem zumindest, dumme Fehler nicht zu widerholen und sich bestmöglicht abzusichern.

Nummer 2: Schlechte Organisation

Für die selbstständige Tätigkeit, mehr als in jedem Angestelltenjob, gilt vor allem eins: bleib organisiert.

Leider kann man sich in der Selbstständigkeit nicht darauf ausruhen, dass ein Team-Mitglied an wichtige Daten und Termine denkt, oder man regelmäßige Stand-Offs für die Organisation im Team hat.

Damit man aber trotzdem nicht den Kopf verliert und fokussiert bleibt, ist es wichtig bei konkreten Projekten zu bleiben.

D.h. nicht zu viele Projekte auf einmal, oder zumindest nur so viele wie man schaukeln kann.

Wenn mehrere Projekte nebeneinander herlaufen, ist es super wichtig, sich für alle klare Deadlines zu setzen und täglich entsprechende Zeitslots für jedes Projekt einzuplanen.

Wenn man im Team arbeitet, muss man daran denken, das Team zu monitoren, damit Projekte fristgerecht abgeschlossen werden.

Eine zweite Angelegenheit ist die Organisation der eigenen Finanzen.

Schlecht geregelt, ist das auf jeden Fall etwas, was einem das Genick brechen kann.

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Zu einer guten Organisation gehört auch, dass man während das eine Projekt läuft, schon Akquise für das nächste betreibt, falls noch nichts weiteres ansteht und man nicht zu lange auf dem Trockenen sitzen kann.

Nummer 3: Schlechte Priorisierung

Auch wenn manche das Freelancen schon während der Schule oder während des Studiums begonnen haben, um sich ein bischen was dazu zu verdienen: Freelancen als wirkliche Tätigkeit ist nochmal etwas anderes.

Denn das Freelancen so nebenbei funktioniert meistens nicht.

Gleichzeitig ist es nicht so, dass man direkt zum Workaholic werden muss..

Aber eine gute Portion seiner Zeit sollte man schon für Freelance-Projekte einkalkulieren.

Nummer 4: Zu viel Wettbewerb

Mittlerweile gibt es immer mehr Menschen, die sich dazu entscheiden, selbstständig tätig zu sein. Logischerweise bedeutet das auch, dass es zu immer mehr Konkurrenz zwischen Freelancern im Allgemeinen kommt.

Für den ‘First-time-Freelancer’ ist es nicht ratsam in einem Feld mit viel Konkurrenz zu arbeiten.

Am besten man probiert sich ein individuelles Profil/Portfolio zu erstellen, was einen klar von anderen abhebt.

Man sollte sich fragen, was eigentlich die eigenen Fähigkeiten besonders macht.

Aber selbst wenn man sehr entschlossen und talentiert ist - sind wir ganz ehrlich - es ist trotzdem schwierig den Erfahrungswert mancher Langzeit-Freiberufler zu schlagen.

Im Zweifel bedeutet das gerade am Anfang, dass man sich erstmal mit harter Arbeit etablieren muss, um Kunden davon zu überzeugen, dass sie auf einen zählen können.

Ein guter Auftrag führt meistens zu weiteren Aufträgen und Kontakten, hat man einmal überzeugt.

Nummer 5: Schlechtes oder unzureichendes Marketing

Harte Arbeit ist die eine Voraussetzung, um sich als Freelancer am Anfang zu etablieren.

Um überhaupt erstmal gesehen zu werden, muss man sich aber auch gut vermarkten. Sonst wartet man auf Aufträge, wie auf eine Brieftaube: für immer.

Akquise und Vermarktung kann natürlich übers Networken entstehen, aber mittlerweile ist es unerlässlich, sich digital gut aufzustellen.

D.h. gut angelegte Profile und Portfolios auf allen wichtigen Job-Portalen und professionellen Netzwerken zu posten. Visitenkarten und eine gute Website zu kreieren, die Erinnerungwürdig sind und deutlich aussagen, was man anbietet.

Wenn diese Grundvoraussetzungen erstmal geschaffen sind, sollte man auch über eine langfristig angelegte Marketing Strategie nachdenken und sie aufschreiben.

Erstelle eine gute und zuverlässige Marke, die wo man sie antrifft konsequent zum Vorschein kommt.

Nummer 6: Schlecht kalkulierte Preise

Preise sind eines der wichtigsten Elemente für den Erfolg im Freelancing.

Sie richtig zu setzen kann extrem schwierig sein, vor allem wenn man erst am Anfang der Selbstständigkeit steht.

Eigentlich gibt es aber grundsätzlich drei Faktoren, die den Preis den man verlangen kann, bestimmen:

  • Das Budget der Kunden: man kann nicht immer den gleichen Preis verlangen wenn man mit kleinen und großen Unternehmen arbeitet. Wenn man für kleine oder Non-Profit-Organisationen arbeitet, sollte man die Preisrate niedriger halten als wenn man mit großen Marken arbeitet.
  • Erfahrung: Wenn man ein Neuling ist, wird erwartet, dass man weniger verlangt, egal wie talentiert man ist. Mit der Zeit und Erfahrung, ist man in der Lage mehr zu verlangen.
  • Vom Kunden erwarteter Gewinn: Wenn man an einem Projekt arbeitet, das zu einem hohen Profit für den Kunden führt, sollte man auch mehr verlangen.

Wichtig ist, dass man den Preis mit dem Kunden im vorhinein verhandelt; dies wird die Zufriedenheit beider Parteien gewährleisten.

Nummer 7: Bedingungen wurden nicht richtig ausgehandelt

Das gleiche gilt auch für Bedingungen der Zusammenarbeit, die alle schriftlich in einem Arbeitsvertrag festgehalten werden sollten.

Der Vertrag legt genau fest, welche Leistung man erbringen muss, damit das Arbeitsverhältnis erfüllt ist, und wie viel Vergütung man hierfür bekommt.

Er kann die Länge eines Arbeitsverhältnisses festlegen, das Zahlen von Reisekosten und weitere Details.

Wenn diese nicht eindeutig feststehen, kann es dazu kommen, dass das Projekt nicht richtig abgeschlossen werden kann, weil man sich nicht einig wird.

Oder dass man zu Kompromissen gezwungen wird, die einen in eine prekäre Lage treiben...

Nummer 8: Ausgaben nicht richtig bedacht

Um den korrekten Preis festlegen zu können, muss man sich auch Gedanken um die Ausgaben machen, die so ein Projekt im Zweifel frisst.

Diese am besten direkt zu dem eigentlich Stunden- oder Produktpreis hinzurechnen!

Sonst checkt man erst zu spät, dass man vielleicht gar keinen Gewinn aus einem Projekt zieht.

Zu Ausgaben zählen natürlich auch noch private Ausgaben, Versicherungen oder Steuern.

Also rechnet man bei allen Projekten deswegen auch direkt diese Kosten mit ein.

Am besten man listet generell mal auf, wie viel man im Monat insgesamt an Ausgaben hat und guckt dann, wie viel man stündlich abrechnen muss.

Finalement...

Ein Business Plan ist daher eigentlich immer der beste Start in die Selbstständigkeit.

Nicht nur, um zu verstehen welche Vergütung man verlangen kann, sondern auch um zu klären, was man mit der Selbstständigkeit eigentlich erreichen will.

Ein Business Plan ist dazu da, deine Ziele in Worte und Zahlen zu fassen und dadurch konkreter zu machen.

In ihm kannst du außerdem festlegen, wie genau du dahin kommst, wohin du willst - also die Methoden.

Für die ersten Jahre deiner Selbstständigkeit kannst du dir überlegen wie dein Zeitplan aussehen soll und welche Etappen du wann erreichen willst.

Sich so eine Arbeit zu machen, kann anstrengend und zäh sein und vieles von dem, was man sich vornimmt ist mit Unsicherheiten verbunden.

Aber man sollte es als eine Art Rahmen sehen, der mit der Zeit angepasst wird.

Macht man sich erstmal den Stress, wird es einem auf jeden Fall leichter ums Herz...

Zwar sind all die Dinge, die hier genannt worden sind kein Patentrezept dafür wie erfolgreich man sein wird.

Sie sind mehr so etwas wie Leitplanken.

Hast du selbst auch schon Erfahrungen gemacht, die dein Freelancer-Dasein ins Wanken gebracht haben?

Oder hast du eine Anekdote zu dem Thema?