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Erfahrungsbericht - Agora Collective - Coworking Space Berlin

Agora - portugiesisch für ‘Jetzt’ - ist das Motto für diesen vor allem von Künstlern bewohnten Co-Working Space, der sich wie eine kleine Oase in den Hinterstraßen von Neukölln versteckt.

Neben der modernen Bedeutung stand Agora im alten Griechenland aber auch für den Ort, an dem sich Menschen getroffen haben, um über Philosophie und Demokratie zu sprechen.

Ein ähnlicher Anspruch gilt auch für das von Pedro und Caique im Jahr 2011 gegründete und mittlerweile vier-stöckige Gemeinschaftsbüro.

Agora Collective Neukölln

Vor ein paar Jahren sind Pedro (Junggründer) und Caique (Künstler) aus Brasilien nach Berlin gekommen und haben hier zuerst eine Bar eröffnet.

Dann haben sie ihr Gemeinschaftsprojekt mit Agora weiterentwickelt.

In der ‘Denkfabrik’ sollen Künstler, Tech-Leute und Köche einen Ort finden, an dem sie durch den inspirierenden Austausch, Innovationen in drei Bereichen kreieren können:

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Essen, Arbeit und Kunst

Damit, und mit der Internatonalität der Co-Working-Bewohner hat man die Zusammensetzung, die man bei Agora antrifft schon mal ganz gut beschrieben.

Arbeiten in Neuköllner Industrie-Atmosphäre

Das große, freistehende Backsteinhaus, in dem Agora seine erste Heimat gefunden hat, ist in Neukölln und daher nicht sehr zentral gelegen.

Es ist aber durch die U8 (U Leinestraße in 5 Minuten) und die U7 (U Karl-Marx-Straße in 10 Minuten) immer noch relativ gut angebunden.

Außerdem kommen viele hier sowieso nur mit ihrem Fahrrad hin. Parkplatzmangel gibt es auch nicht, falls man mal mit dem Auto kommt.

Die Neuköllner Umgebung bietet vielleicht nicht den Mitte-Komfort der Zentralität mit schicken und schnellen Bistros.

Aber mit der Hermannstraße und der Karl-Marx-Straße hat man schon eine große Auswahl an günstigen und vielfältigen Essensmöglichkeiten direkt um die Ecke.

Etwas weiter, in der Richardstraße reihen sich mittlerweile auch schon coole Cafes und Restos aneinander, die man in ca. zehn Minuten zu Fuß erreichen kann.

Dass Agora nicht im Zentrum gelegen ist, hat außerdem den Vorteil, dass man schnell im Grünen ist:

Die Thomashöhe und der Körner Park sind um die Ecke. Perfekt um im Sommer zwischendurch mal Luft und Sonne zu schnuppern.

Wenn du Mieter im Agora Collective bist, kannst du wenn die Sonne scheint aber auch einfach deinen Laptop nehmen und dich raus in den Garten setzen.

Dort kannst du dich in der Sonne brutzeln oder an einem der vielen Tische und Sitzgelegenheiten unter Obstbäumen arbeiten.

Agora Garten mit Leuten

Im Erdgeschoss gibt es außerdem ein Cafe und Bistro, das jeden Mittag ein ausgefallenes und qualitativ hochwertiges Mittagsgericht zu fairem Preis anbietet (auch immer mit vegetarischer Option).

In Kooperation mit Pepe Dayaw von der Nowhere Kitchen wird das Essen nach der Philosophie von ‘cooking leftovers’ prepariert.

Wenn du deine eigenen Kochkünste ausprobieren oder weiterentwickeln willst, kannst du Pepe in der Küche auch bei der Zubereitung helfen.

Agora Cafe und Küche

Dort gibt es außerdem auch verdammt leckeren Kaffee in allen Varianten, der einen arm machen kann, wenn man zu viel von ihm konsumiert (was man aber leider will...).

Agora Cafe-Angebot

Agoras Organisation und Angebote

Agora Tür zu Coworking-Spaces

Agora öffnet seine Co-working-Türen täglich von ca. 9Uhr bis 17Uhr.

Das entspricht eher traditionellen Vorstellungen von Arbeitszeiten und bedeutet auch, dass du als Workaholic oder aber Nachtarbeiter hier eher schlechte Karten hast.

Ausschließlich Mitglieder, die schon seit Jahren dabei sind und spezielle Konditionen haben, kriegen auch einen Schlüssel, mit dem sie außerhab der regulären Öffnungszeiten Zugang zum Gebäude haben.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Agora sehr viel Raum - vier Stöcke - zum Arbeiten bietet.

Die Stockwerte sind in unterschiedliche Arbeitsbereiche aufgeteilt:

Erster Stock: Coworking (causal).

Hier kannst du mit einem One Day Pass (€16), Five Day Pass (€60), Part time Flex (€138) oder einem Full Time Flex (€185) an frei wählbaren Tischen arbeiten.

Zweiter Stock: hier ist das ‘Stille Stockwerk’ für ‘fixed desks’ (€248/Monat) und für ein paar frei wählbare Tische.

Dritter Stock: dieser Bereich ist vor allem Teams vorbehalten (Konditionen werden individuell verhandelt).

Vor der Ankunft des nächsten großen Teams wird es auch gerne mal zwischendurch vom Agora Team selbst genutzt:

Vierter Stock: das letzte Stockerk wird für Workshops und Events vermietet (auch hier gelten unterschiedliche Konditionen).

Agora Vierter Stock mit Teams

Für alle Mitglieder, egal zu welchen Konditionen, gilt weiterhin folgendes Angebot:

  • Freies High-Speed Internet
  • Freie Nutzung der Drucker/Scanner (auf jedem Stockwerk einer)
  • Freie Nutzung der Community-Küchen
  • Zugang zu Facebook-, und Slackgruppen
  • Regelmäßige Newsletter zu Eventangeboten und allgemeinen Neuigkeiten

Außerdem gibt es auf dem 2., 3. und 4. Stock kleine Gemeinschaftsküchen und auf allen Stockwerken Toiletten.

Hier gilt eine boot-strapped Atmosphäre. D.h. die Küchen sind relativ rudimentär ausgestattet und für Sauberkeit muss durch alle Mitglieder gesorgt werden.

Alle Stockwerke sind mit riesigen Fenstern ausgestattet, die noch den kleinsten Winkel mit Licht ausleuchten und den Räumen viel Wärme und Weite verleihen.

Im Sommer müssen die Fenster allerdings häufig wegen der Hitze geöffnet werden und dann kann es schon mal laut werden wenn sich zu viele Co-Workers unten im Garten aufhalten.

Dadurch dass es generell keine eigenen, abgegrenzten Büros gibt und nur ein Stock als 'Stilleraum' gilt, kann es manchem schon mal zu laut werden.

Gerade wenn man sich sehr konzentrieren muss, kann die spontane, lockere Atmosphäre im Agora einem schon mal einen Strich durch die Produktivität und damit auch Professionalität machen.

Was in diesem Co-working Space groß geschrieben wird, ist die Partizipation aller Mitglieder. Das gehört zum Prinzip der Selbstorganisation und ist Teil der Gemeinschaftsidee.

Ganz nach dem Motto ‘das ist auch dein Space, den du mitgestalten kannst, wir gestalten ihn zusammen’.

Was du an Gemeinschafts-Events und Kooperationen erwarten kannst

Der Gemeinschaftsgedanke wird im Agora durch viele gemeinsame Aktivitäten und ein buntes Angebot an Veranstaltungen, Workshops oder Performances mit ins Leben gerufen.

Mit dem ‘Community dinner’ findet alle zwei Wochen ein gemeinsames Abendessen statt. Hier können alle - nicht nur Agora-Bewohner - in lockerer Atmosphäre Leute kennenlernen, oder sich einfach mit Freunden in einer besonderen Atmosphäre treffen. Gekocht wird das dinner immer von Freiwilligen.

Agora Event Tafel

Andere Events sind Themenbezogen, wie zum Beispiel das ‘everything under the sun’-Event vom letzten Oktober, bei dem sich Kunst- und Essensprojekte rund um das Thema Nachhaltigkeit gedreht haben.

Einige organisierte Projekte und Workshops erhalten sogar Funding von großen Institutionen wie der EU. Als Agora Mitglied kannst du von dieser Fundraising Expertise bestimmt auch was mitnehmen oder vielleicht selbst Teil eines von öffentlichen Geldern unterstützten Projekts werden.

Ausblick auf Neues

Ganz in der Nähe des jetzigen Agora Collective Gebäudes wird schon bald eine weitere Dependance entstehen (anvisiert ist August).

Agora Baustelle

In der ehemaligen Neuköllner Kindl-Brauerei wird Agora eine Fläche von insgesamt 2700m2 für Künstler-Ateliers und Coworking zur Verfügung stellen.

Mit Hilfe der Schweizer Stiftung Edith Maryon soll hier außerdem noch der soziale Wohnungsbau in Berlin unterstützt werden.

Auf dem riesigen Areal wird Raum sein für:

  • Ein Co-working-Lab zum Thema ‘Zirkuläre Wirtschaft’
  • Ganze 600m2 für Veranstaltungen
  • Ein Gemeinschaftsgarten
  • Und ab 2017 auch Lofts auf dem Dach der großen Halle

Viel Spannendes und Neues ist aus dem Agora Colletive zu erwarten - vor allem für junge Kreative aus ganz Berlin ist dieser Ort ein interessanter Anlaufpunkt.

Wenn du eine Idee dazu hast, was für dich den perfekten Co-Working Space ausmacht, schreib uns, wir sind neugierig!