facebook-pixel

Arbeiten von Zuhause aus - Der Traum vom Home Office

Arbeiten von Zuhause aus – ein Traum, den viele Menschen haben, aber die Wenigsten in die Tat umsetzen. Einfach, weil es viele Berufe gibt, die solch ein Arbeitsmodell nicht zulassen. Doch geht der Trend gerade bei den Kreativen und Freiberuflern zum ortsunabhängigen Arbeiten. Und das für faire Honorare und unter besten Bedingungen.

In meinem Freundeskreis beneiden mich viele über meine Möglichkeit, von daheim zu arbeiten. Und nicht nur das. Wenn mir mal in den eigenen vier Wänden die Decke auf den Kopf fällt, setze ich mich an den Strand, in das nächste Kaffeehaus oder arbeite Seite an Seite mit meinen Freunden in ihrem Zuhause. Das geht, sofern man Kunden hat, die damit fein sind, wenn man remote arbeitet – und natürlich einen Job, mit dem das möglich ist.

Was kann man von Zuhause aus arbeiten?

Grundsätzlich lässt sich jede Arbeit, die am PC ausgeführt werden kann, von Zuhause aus erledigen. Wichtig ist nur, dass sich die fertigen Ergebnisse problemlos an die Kunden oder den Arbeitgeber übermitteln lassen.

Designer, Texter und Programmierer sind an vorderster Front bei den Home Office-Arbeitern mit dabei. Doch auch immer mehr Menschen in beratenden Berufen und Vertriebler können einen Großteil ihrer Arbeit von Zuhause aus erledigen. Solange ein Telefon, ein leistungsstarker PC oder Laptop und eine zuverlässige Internetverbindung garantiert sind, steht dem auch nichts im Wege.

Auch Arbeit von zuhause aus muss gut bezahlt werden

Natürlich gibt es auch einfache Arbeiten, die man von daheim aus erledigen kann. Etwa Produkttests und das anschließende Ausfüllen von Fragebögen. Oder Texte über Texterplattformen schreiben, die zwischen einem und drei Cent pro Wort einbringen. Aber das sind eher Jobs, die man nebenbei machen kann, wenn man sich seine Haushaltskasse etwas aufbessern will.

Wer dagegen eine gutbezahlte Vollzeitbeschäftigung anstrebt, der sollte sich entweder selbstständig machen oder bei einem Arbeitgeber anfangen, der mit dem Home Office Modell einverstanden ist.

Wichtig ist nur, dass du dir als Home Office-Liebhaber deine Arbeit anständig bezahlen lässt. Denn warum solltest du ein geringeres Gehalt oder Honorar verdienen, nur weil du nicht von 9 bis 5 in einem Büro sitzt? Im Gegenteil: Befragungen zeigen, dass Arbeitnehmer im Home Office deutlich produktiver sind . Wenn du also Selbstständig bist und ein Kunde aufgrund deiner Remote-Tätigkeit den Preis drücken will, lass dich darauf gar nicht erst ein. Gleiches gilt bei Gehaltsverhandlungen von Arbeitnehmerinnen und -nehmern, die größtenteils oder gänzlich von Zuhause aus arbeiten möchten.

Wie sollte man sich organisieren?

Organisation ist bei der Arbeit von Zuhause aus überlebenswichtig! Auch wenn du das kreative Chaos lieben solltest – eine gewisse Grundordnung muss herrschen. Nicht nur, was deinen Arbeitsplatz betrifft, sondern auch die Planung deiner To-Dos, die Benennung der Dateien auf deinem Computer und natürlich das Einteilen deiner Arbeitszeiten und -pausen.

Der perfekte Arbeitsplatz

Auch als Home Worker sollte man sich einen übersichtlichen und modernen Arbeitsplatz einrichten, der zum Arbeiten einlädt und motiviert. Ein Schreibtisch, der für deine Arbeit groß genug ist, sowie ein guter Schreibtischstuhl (hier ruhig mehr investieren, denn sonst drohen Rückenschmerzen) sind ein absolutes Muss.

Außerdem super wichtig: Ein leistungsstarker PC oder Laptop. Hier solltest du wirklich das perfekte Arbeitsgerät für dich finden, da es dich den Großteil deiner Arbeitszeit begleitet und zuverlässig arbeiten muss. Auch empfiehlt sich die Investition in ein Smartphone, mit dem du auch von unterwegs aus geschäftliche E-Mails abrufen und schnell beantworten kannst.

Eine ordentliche To Do-Liste

Eine To Do-Liste ist das A und O jedes erfolgreichen Home Office-Fans. Ich selbst nutze für meine To Do-Listen noch ganz klassisch Stift und Papier. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, ist das Gefühl, sie einfach durchstreichen oder abhaken zu können, einfach wunderschön. Natürlich kannst du deine To Do-Liste auch digital anlegen .

Wichtig ist, dass du deine To Dos nach Priorität sortierst. Die Aufträge, die besonders eilig sind, an oberster Stelle der Liste platzieren oder mit Nummern die Dringlichkeit darstellen. Besonders wichtig: Werfe vor jedem Arbeitstag einen Blick auf die Liste und greife dir die To Dos raus, die du an diesem Tag schaffen möchtest. Setze dir dabei realistische Ziele, damit du zum Feierabend nicht enttäuscht von dir selbst bist.

Die vernünftige Freizeitplanung

Wer von Zuhause aus arbeitet, muss sich selbst organisieren können. Denn im Normalfall stehen keine Chefs und Kollegen hinter einem, die auf die nächste Deadline drängen und die Arbeit überprüfen. Und natürlich ist die Versuchung groß, bei gutem Wetter die Arbeit Arbeit sein zu lassen und eine Runde rauszugehen.

Disziplin ist also eine Grundvoraussetzung, um im Home Office erfolgreich zu sein. Manchen ist diese in die Wiege gelegt, andere müssen sich feste Arbeitsmuster antrainieren. Für Letztere ist es unerlässlich, sich feste Arbeitsstrukturen zu schaffen. Am besten legt man einen Zeitpunkt fest, an dem man jeden Tag aufsteht, sich seinen Kaffee zubereitet, die ersten E-Mails beantwortet und sich dann ans Tagewerk setzt. Auch Pausen sollten fest einkalkuliert und eingehalten werden – ebenso wie der Feierabend. Dann droht auch kein Burnout. Und für alle Selbstständigen: Auch die Urlaubsplanung nicht vergessen und den Kunden rechtzeitig Bescheid geben, damit sie entsprechend planen können.

Arbeiten von zuhause - was kann man steuerlich absetzen?

Seit Ende Januar 2016 hat der Bundesfinanzhof in München ein wegweisendes Urteil gesprochen, dass die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers nur unter strengsten Auflagen zulässt. Zumindest was das Home Office von Arbeitnehmern betrifft. Für Selbstständige gilt eine andere Regelung.

Home Office absetzen bei Arbeitnehmern

Als Arbeitnehmer, der im Home Office tätig ist, darfst du die Kosten für dein Arbeitszimmer nur steuerlich geltend machen, wenn der Raum, in dem du arbeitest "ausschließlich oder nahezu ausschließlich zur Erzielung von Einkünften" genutzt wird. Sobald auch private Dinge in dem Raum stattfinden, kannst du dein Home Office nicht mehr steuerlich absetzen. Steht etwa ein Schlafsofa für Gäste in deinem Arbeitszimmer, wird es auch privat genutzt und das Finanzamt stellt sich quer.

Gleiches gilt für Arbeitsecken. Ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer ist KEIN Durchgangszimmer und auch nicht in irgendeiner Weise in den Wohnbereich integriert. Die Richter formulieren das so: "Nutzt ein Steuerpflichtiger einen innerhalb seiner Wohnung gelegenen Raum sowohl zur Erzielung von Einnahmen als auch zu privaten Zwecken, ist eine effektive Kontrolle der tatsächlichen Nutzung dieses Zimmers wegen des engen Zusammenhangs zur Sphäre der privaten Lebensführung und des Schutzes durch Art. 13 GG wesentlich eingeschränkt oder gar unmöglich."

Home Office absetzen bei Selbstständigen

Anders sieht das bei Berufsgruppen aus, deren beruflicher Mittelpunkt das eigene Zuhause ist. Dazu zählen etwa Lektoren, Freelancer sowie Journalisten und Künstler. Diese Berufsgruppen können ihr Arbeitszimmer vollständig steuerlich geltend machen.

Arbeitnehmer, wie etwa Lehrer oder Außendienstler, können dagegen jährlich maximal 1.250 Euro für ihr Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Das ist die Höchstgrenze, sprich: Wer nur teilweise von Zuhause aus arbeitet und mehr als 1.250 Euro in sein Arbeitszimmer investiert, kann nicht mehr als den genannten Betrag absetzen.

Was kann man absetzen?

Grundsätzlich lassen sich alle Kosten steuerlich geltend machen, die durch dein Arbeitszimmer entstehen. Dazu zählen

  • die Ausstattung, wie Möbel und Arbeitsgeräte
  • die Renovierungskosten, etwa für Materialien und Handwerker
  • Dekoelemente, wie Bilder, Teppiche, Gardinen und Lampen
  • die Miete und Nebenkosten, die auf die Größe des Arbeitszimmers umgerechnet werden

Darf man seine Immobilie gewerblich nutzen?

Viele Freiberufler arbeiten von zu Hause aus. Das scheint bequem und legitim. Leider ist letzteres aber nicht immer der Fall. Grundsätzlich lässt sich sagen: Wenn du planst, von zu Hause aus zu arbeiten, hole dir rechtzeitig die Erlaubnis von deinem Vermieter ein.

Kein Home Office bei Auswirkungen nach außen

Ich selbst arbeite größtenteils von Zuhause aus. Das ist auch kein Problem, denn als Texterin gehe ich einer Arbeit nach, die nicht nach außen in Erscheinung tritt. Damit meine ich, dass ich keine anderen Mieter durch regen Kundenbesuch oder die regelmäßige Anlieferung von Waren störe oder in ihrem Alltag einschränke.

Anders verhält es sich, wenn regelmäßig Kunden in der Mietwohnung empfangen werden. Es reicht sogar aus, wenn ein Firmenname auf deinem Klingelschild steht. Dann ist bereits die Zustimmung des Vermieters einzuholen. Dieser darf seine Zustimmung jedoch nur verweigern, wenn durch die geschäftliche Nutzung der Räumlichkeiten eine Beeinträchtigung für andere Mieter bzw. seine Immobilie entsteht. Allerdings kann der Vermieter eine höhere Miete verlangen, da die Miete für gewerbliche Räumlichkeiten in der Regel höher ausfällt, als die Miete für reinen Wohnraum.

Kurz gesagt: Solange deine Arbeit im Home Office keine Außenwirkung hat – andere Mieter also nicht gestört werden oder die Wohnung durch deine Tätigkeit stärker beansprucht wird – kannst du deiner Tätigkeit guten Gewissens weiter Zuhause nachgehen. In allen anderen Fällen solltest du dagegen dringend die Erlaubnis deines Vermieters einholen. Im besten Fall bereits vor Abschluss des Mietvertrags.

Vor- und Nachteile der Heimarbeit

Arbeiten von zuhause aus hat definitiv seine Vorzüge. Doch hat die Arbeit in den eigenen vier Wänden auch ihre Schattenseiten. Ob die Heimarbeit für dich eine gute Variante ist, musst du für dich selbst entscheiden. Vielleicht kann dir die folgende Pro- und Contra-Liste bei deiner Entscheidungsfindung helfen.

arbeiten-von-zuhause