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Mit welchen Aspekten du in deiner Selbständigkeit klar kommen musst - die einzelnen Phasen auf deinem Weg zum Erfolg

Du hast den Plan, egal ob schon ganz konkret oder auch noch nicht, dich selbständig zu machen? Erst mal, herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Denn du wagst etwas, das für viele das "Non plus ultra" bedeutet. Nun, es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man an dieses Projekt herangehen kann. Das läuft sicher alles wie am Schnürchen - denken die einen.

Einfach weil sie mit der gehörigen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet sind und sie sich durch nichts und niemanden von ihrem Vorhaben abbringen lassen werden. Weil kritische Stimmen gibt es gerade beim Plan Selbständigkeit immer wieder und oft auch sind sie nicht gerade leise. Andere gehen mit einer gesunden Portion Vorsicht an die Sache ran. Wägen dadurch aber vielleicht zu sehr ab und agieren deswegen zögerlich.

Und dann gibt es noch diejenigen, die zu vorsichtig sind und sich im Großen und Ganzen zu wenig zutrauen. Allen gemein ist dann am Ende aber (und von diesem Ende gehen wir hier heute mal aus), dass sie ihre Selbstständigkeit erfolgreich auf die Füße gestellt haben. Und je nach ihrer persönlichen Mentalität, etwas schneller oder eben langsamer.

Und da sind wir dann auch schon beim springenden Punkt: es gibt verschiedene Phasen, die du auf diesem Weg zu durchlaufen hast. Jeder muss das. Nur die Länge und Intensität der einzelnen Abschnitte variieren. Einfluss darauf haben Punkte wie Risikobereitschaft, der Umgang mit Unsicherheiten, die Einstellung zu Arbeitsintensität und Auslastung, nur um schon mal ein paar zu nennen. 

Das wichtigste an diesem Prozess aber ist wie bei so vielen anderen Sachen auch: der Weg. Wer jetzt nämlich denkt, ach morgen mache ich mich selbständig und übermorgen bin ich reich - den muss ich leider enttäuschen. Denn so einfach ist die Sache nicht. Auch wenn manchen das Glück einfach in die Wiege gelegt zu sein scheint. 

Wenn du heute einen Pflanzensamen (dein Business) in die Erde (das Fundament deines Business) steckst, ist übermorgen auch noch keine ausgewachsene Pflanze (der Erfolg) daraus entstanden.  Und auch wenn sie zwar von allein wachsen muss, kannst und musst du viel dafür tun, damit dies auch bestmöglich gelingt.

Die Pflanze braucht Pflege, die richtige Umgebung, die richtige Nahrung, ganz viel Aufmerksamkeit und Geduld. Und wenn du feststellst, dass sich dein Pflänzchen an dieser Stelle nicht wohlfühlt (nicht wächst und gedeiht), musst du es eben an eine andere Stelle setzen (also, vielleicht deinen Businessplan verändern/anpassen).

Bevor wir jetzt näher ins Thema einsteigen und du vielleicht gerade vor der Entscheidung stehst, Selbständigkeit ja oder nein - hier eine Empfehlung für einen unserer Blogartikel Will ich mich wirklich selbständig machen? Eine Grundsatzentscheidung.

Was auf deinem Weg alles zu beachten ist - wir stellen dir heute harte Fragen

Bist du anpassungsfähig?

Jeder, der sich selbständig macht, sollte als erstes einen guten Businessplan haben, in dem die wichtigsten Punkte festgehalten sind. Das ist aus unterschiedlichen Gründen nötig, aber am besten dafür geeignet, dass du in jedem Schritt/in jeder Phase deines Unternehmertums überprüfen kannst, ob du deinem Ziel näher kommst und ob alles funktioniert. Falls nicht, kannst du sofort reagieren. Vielmehr: musst du sofort reagieren. Denn nichts ist ineffektiver als zu lange an etwas, dein Geschäft betreffend, festzuhalten, was nicht funktioniert. Das kostet dich 

  • Zeit, die am Ende vergeudet ist
  • Geld, das du am Ende umsonst investiert hast
  • Nerven, die du fĂĽr dein Unternehmen so dringend brauchst.

Ich glaube, es gibt kein Business, das am Ende genau so läuft, wie in den Anfängen geplant. Es gibt immer notwendige Kurskorrekturen und Anpassungen an neue Gegebenheiten. Bis sich ein ursprüngliches Geschäftsmodell wirklich zu einem erfolgreichen Business entwickelt, brauchst du die erforderliche Zeit, Anpassungsfähigkeit und Geduld. Das ist wie bei einer Holzarbeit: Erst hast du nur einen groben Holzklotz und eine Idee, was daraus entstehen soll. Du fängst an, schlägst die Richtung ein, korrigierst, verfeinerst - bis dein Meisterstück am Ende fertig ist. 

Bist du mutig?


Nun, das ist natürlich erstens ein starker Begriff und zweitens ist er breit interpretierbar. Mut hast du schon bewiesen, indem du den Entschluss gefasst hast, dich selbständig zu machen und den Weg bereits eingeschlagen hast. Ich denke, viele, die dies tun, sind der festen Überzeugung, dass ihre Idee, ihr Geschäftsmodell und letztlich dessen Umsetzung sicher von Erfolg gekrönt sein wird. Das ist auch gut so und notwendig. Wenn man nicht an sich glaubt, kann man es auch gleich sein lassen. Doch was, wenn dann doch - wie im vorherigen Punkt angesprochen - Kurskorrekturen nötig werden? Hast du den Mut dazu, auch wenn dir der Wind entgegen bläst? Eine andere Richtung einzuschlagen und deinen Weg zielstrebig weiter zu verfolgen? Oder fängst du an zu zweifeln? Verlässt dich sozusagen der Mut? Wenn du dich in einer derartigen Phase befindest, fängt hier eine Gratwanderung an. Denn wenn Zweifel aufkommen, solltest du sie nicht einfach ignorieren. Zweifel sind manchmal durchaus berechtigt, zum Beispiel falls du merken solltest, dass deine Idee nicht wirklich funktioniert oder dass du dich den Herausforderungen deines eigenen Business nicht gewachsen fühlst. Hier ist ein feines Gespür von Nöten. Sind es Zweifel, die sich durch eine einfache Korrektur lösen lassen. Wo sich vielleicht nur dein "innerer Schweinehund" zu Wort meldet und du durch ein bisschen Disziplin und Durchhaltevermögen dein Schiff wieder auf Kurs bringst? Oder belastet dich dein Unternehmen so, dass du beispielsweise schon mit gesundheitlichen Folgen zu kämpfen hast. In keinem Falle solltest du bei aufkeimenden Zweifeln sofort aufgeben. Manchmal beflügeln sie auch.

Tipp: Wenn du an dieser Stelle nicht weiterkommst, solltest du dir Unterstützung suchen. In solchen Fällen kannst du natürlich Freunde und Familie bitten. Doch bedenke, dass du von dort nicht immer eine objektive Einschätzung erhalten wirst. Vielleicht gab es schon von Anfang an Vorbehalte gegen deinen Plan oder Ängste, die eine Selbständigkeit in vielen Menschen auslöst. Dementsprechend wird dann die Meinung ausfallen. Manchmal ist professionelle Hilfe an dieser Stelle geeigneter. Eine Leseempfehlung zu diesem Thema Warum sich gerade Selbstständige einen Coach nehmen sollten.

Ja, das ist eine harsche Frage, ich weiß. Und ich meine sie in keinem Falle so, dass du dem alles unterordnen oder dabei deine persönlichen Bedürfnisse übersehen solltest.  Nein, ganz und gar nicht. Und dennoch - und das weiß ich aus eigener Erfahrung - gibt es manchmal Phasen auf diesem Weg, die erfordern Disziplin und Konsequenz. Ohne diese beiden funktioniert es schwerer und du brauchst eventuell länger. Was aber nicht unbedingt immer verkehrt sein muss. Deswegen ist auch das eine Gratwanderung.

Letztlich solltest du abwägen: was kann ich mir zumuten ohne meine persönlichen Prinzipien zu verraten und wo muss ich mich vielleicht phasenweise mehr anstrengen, um mein Ziel zu erreichen. Diesen Schritt finde ich am schwierigsten. Gerade am Anfang eines Business muss man viel Power und Energie reinstecken, um alles auf die Beine zu stellen und am Ende den Erfolg genießen können. Da kommen manche Bedürfnisse auch mal zu kurz. Bist du in angemessenem Rahmen bereit dazu?


Tipp: Finde stets die Balance zwischen Arbeit und Ausgleich. Ein regelmäßig ausgewogenes Verhältnis findest du wahrscheinlich erst nach einer gewissen Zeit nach der Gründung deines Business, wenn alles läuft. Auf dem Weg dahin solltest du - soweit möglich - spontan und flexibel agieren. Immer wenn du mal Zeit zum Durchatmen hast, tue es. Auch kleine achtsame Momente, in denen du nach dir und deinen Bedürfnissen schaust, sind effektiv. Dadurch sammelst du Kraft für anstehende Aufgaben in deiner Selbständigkeit.

Und vergiss nie: Freude, Spaß und Leidenschaft sind die besten Energizer. Zu einem erfolgreichen Business gehören Enthusiasmus, die Überzeugung, dass du auf dem richtigen Weg bist und vor allem die Begeisterung, für das, was du tust. Alles, was halbherzig geschieht, wird es schwer haben auf dem Weg nach oben.

Bist du wirklich frei?


Für viele zählt in Bezug auf Unternehmertum ein einziger Punkt: die absolute Freiheit, die es mit sich bringt. Du hast keinen Chef, sondern kannst allein schalten und walten. Du musst niemandem Rechenschaft ablegen, wirst nicht kontrolliert. Was du unternimmst, entspringt stets deinem eigenen Ermessen und deinem eigenen Engagement. In der Theorie stimmt das auch so. Und zugegeben, das ist verlockend und erstrebenswert. Aber die Praxis sieht vielfach anders aus. Denn du bist immer für alles auch alleine verantwortlich. Mit allen Konsequenzen.

In der Regel musst du - zumindest in der Anfangszeit - alles alleine stemmen. Und - gerade wenn du Solo-Selbständiger bist - alle Bereiche alleine managen. Das fängt im Kleinen an und hört im Großen auf: von den Tätigkeiten, die im Hintergrund laufen (z.B. Organisatorisches) über die wichtigen Bereiche Kundengewinnung und -gespräche bis hin zu deinem eigentlichen Job. Also, wer jetzt hier von absoluter Freiheit spricht, sagt nicht so ganz die Wahrheit.

Mitunter bist du viel unfreier, weil eingebundener (aus den eben genannten Gründen) und weil du als eigener Herr deines Business eben immer für alles da sein musst. Da sind Angestellte oft freier, denn die können um 17 Uhr nach Hause gehen und haben Feierabend. Trotzdem bleibt letztlich der Aspekt (in der Theorie und Praxis), dass du als Selbständiger viel selbstbestimmter, also freier, agieren kannst. 

Tipp: Mache dir die einzelnen Schritte bewusst und mache eine ehrliche Selbsteinschätzung, was du gut kannst, was du nicht gut kannst und deswegen Informationsbedarf hast und wo du eventuell tatkräftige Unterstützung brauchst. Das ist vollkommen in Ordnung - keiner ist als  Allround-Genie geboren (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel).

Dann kannst du deine unternehmerische Freiheit mit allen Pflichten, die sie mit sich bringt, leichter organisieren und letztlich auch genießen. Und es ist ein schönes Gefühl, irgendwann zurückzublicken und aus vollem Herzen sagen zu können: Das habe ich alles alleine geschafft. Auch wenn mich auf dem Weg dahin, vieles gebunden hat, jetzt kann ich frei agieren.


Kannst du lange genug durchhalten?

Als Selbständiger bist du eine Art Jongleur. Du hast - wie im vorherigen Punkt aufgezeigt - ständig mehrere Bälle in der Luft. Mal wirst du enthusiastisch genug sein und große Freude dabei haben, mit diesen Bällen zu jonglieren und immer mehr dazuzunehmen. Oft gibt dir das den nötigen Kick und spornt dich zu größerer Leistung an. Und dann wird es Tage geben, da klappt das ganz und gar nicht. Da schaffst du es nicht mal, zwei oder drei Bälle oben zu halten. Will heißen, es gibt immer wieder Durststrecken, die es zu überwinden gilt.

Und die größte Strecke, die du zurücklegen musst, ist überhaupt die zu deinem Erfolg. Zu dem Zeitpunkt, an dem dein "Laden läuft", an dem du gut davon leben oder sogar expandieren kannst . Und dieser Zeitpunkt kommt nicht über Nacht und meist auch nicht nach kurzer Zeit. Anfangs haben wir gesagt, es beginnt mit einem Samenkorn, das du in die Erde steckst. Und dann braucht es viel Pflege, Aufmerksamkeit, Engagement und vor allem Durchhaltevermögen. Wie lange letzteres von Nöten ist?

Experten sprechen von mehreren Jahren bis sich Erfolg einstellt bzw. ein Unternehmen auf soliden Füßen steht. Es hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Einige hast du selber in der Hand - je nachdem wie sehr du bereit bist, dich für dein Business einzusetzen. Andere wiederum liegen nicht in deiner Macht - man siehe nur die aktuelle Krise auf Grund eines Virus, der die ganze Welt in Atem hält. Doch für deine individuellen Belange kannst du vieles selber tun, um dein Ziel zu erreichen.

Tipp: Verfolge konsequent das Ziel, dein Business auf ein solides Fundament zu stellen. Deswegen solltest du dir immer schon im Vorfeld klar werden, 

  • in welche Richtung es gehen soll (klar definiertes Ziel)

  • was du gut kannst und was nicht (Stärken/Schwächen)

  • wo du dir UnterstĂĽtzung holen musst (Potenziale ausbauen)

  • was du bereit bist, zu tun (persönliches Engagement)

  • wie weit zu gehen, du bereit bist (persönliche Grenzen)

  • was dafĂĽr nötig ist (z.B. ĂĽber ein gutes Netzwerk verfĂĽgen, den Markt kennen, Kundenstamm aufbauen, die Fähigkeit haben, auf äuĂźere EinflĂĽsse und innere BedĂĽrfnisse zu reagieren).

Letztlich, 

  • wie weit du bereit bist, auch mal ĂĽber eine vorher definierte Grenze zu gehen, durchzuhalten und weiterzumachen oder

  • auch anerkennen zu können, dass es nicht das Richtige fĂĽr dich ist (viele tun das nicht, weil sie das GefĂĽhl des Scheiterns vermeiden wollen). Aber fĂĽr manche Menschen ist die relative Sicherheit (Hundert Prozent gibt es zwar nie) einer Festanstellung einfach viel besser geeignet. 

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen - auch mit Höhen und Tiefen, schlaflosen Nächten und temporären Ängsten - ich wollte nie anders arbeiten als selbständig. 

Apropos Sicherheit: Hier noch zwei Blogartikel zum Thema Versicherungen für Selbständige 

Do your thing, not your taxes