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Auch ohne Aufträge produktiv sein

Harte Zeiten haben viele Gründe: Pech, vernachlässigte Akquise, Urlaubssaison oder Pandemien zum Beispiel. Wenn dir die Aufträge ausgehen, ist das zunächst einmal blöd. Schließlich entfällt so das Einkommen. Je nach Rücklagen und Möglichkeiten zum Einsparen, hält ein Freelancer ohne Jobs unterschiedlich lang durch. 

Aber in jedem Falle hast du bis zum nächsten Auftrag immer zwei Optionen: In Panik verfallen und deine Existenz bedroht sehen – oder aber die Zeit sinnvoll nutzen und produktiv sein. 

Was du alles tun kannst, wenn du deiner eigentlichen Tätigkeit gerade nicht nachgehen kannst, erfährst du hier. 

Zuerst: Tief durchatmen, rechnen und einen Plan machen

Nicht wenige Freelancer und sonstige Selbstständige haben in den letzten turbulenten Monaten festgestellt, dass das Geld ihrer Kunden weniger locker sitzt. Brachen zu Beginn vielleicht nur wenige Projekte weg, sind es bei einigen sogar nahezu alle oder alle. 

Die erste Frage, die du dir stellen musst, ist daher: Wie lange reichen deine RĂĽcklagen noch aus?

Wenn du keine hast, musst du dich schnell an die Akquise machen oder beispielsweise einen Kredit aufnehmen. Ansonsten sieht es mit deiner Liquidität schlecht aus. Und völlige Einkommenslosigkeit bedeutet nach dem Aufzehren der Reserven in der Regel, dass die Selbstständigkeit beendet ist. Das solltest du in jedem Fall verhindern wollen. 

Wenn die Lage aber eine andere ist, weil du zum einen Rücklagen gebildet hast und du zum anderen weißt, dass die Zeiten besser werden, hast du einige andere Optionen, um die zwangsweise freie Zeit sinnvoll zu nutzen, ohne dabei nervös sein zu müssen.

Aktualisiere deine Online-Inhalte

Einmal angelegt, werden Profile in Business-Netzwerken oder in den sozialen Netzwerken dann größtenteils zum Einstellen von Content und zur Kommunikation benutzt. Doch wie ist es mit deiner Vita oder deinem Lebenslauf? 

Hier kannst du ansetzen und einmal eine Generalüberholung aller deiner Profile durchführen. Tausche alte Bilder aus, füge Wichtiges hinzu, streiche mittlerweile Veraltetes. Diese Aufgabe kostet nicht viel Zeit, sollte aber regelmäßig erledigt werden. 

Gleichsam verhält es sich mit deiner Website. Auch hier kannst du aktualisieren, aufhübschen, streichen. Und du kannst auch, insofern du einen Blog betreibst, schon einmal Beiträge schreiben, die du dann nach und nach veröffentlichst.

Auch dein Personal Branding und Werbemittel kannst du einmal einem ausführlichem Check unterziehen. Passt das alles noch so, wie es ist? Oder haben sich die Dinge im Laufe der Jahre vielleicht doch geändert, hast du dich in deiner Darstellung geändert? Überlege dir hier, ob du nicht in Zukunft etwas Neues ausprobieren möchtest, wie beispielsweise ein dir mehr entsprechendes Logo oder andere Werbemittel. 

Und auch Kleinigkeiten können ab und an einfach mal erneuert werden. Beispiele sind hier:

- deine E-Mail-Signatur

- dein Rechnungsdesign

- das Layout deiner Website

Deine Finanzen noch einmal kennenlernen und Einsparpotenzial finden

Dieser Bereich lohnt sich eigentlich immer, aber er wird gern vernachlässigt. Da du ja nun weniger Einkommen hast, aber vermutlich keine geringeren Kosten, lohnt sich ein Blick auf alle Geldausgänge. 

So kannst du überflüssige Kosten entdecken und dieser in Zukunft vermeiden. In diesem Zusammenhang lohnt sich beispielsweise ein Blick auf etwaige Versicherungen, Handy-Verträge und Abonnements. Typische Kostenfaktoren mit Einsparpotenzial sind unter anderem:

- veraltete Mobilfunkverträge (sind eigentlich immer teurer als neu abgeschlossene)

- überfrachtete Mobilfunkverträge mit zu viel Datenvolumen inklusive (lassen sich häufig wieder downgraden)

- alte und lange nicht mehr ĂĽberprĂĽfte Versicherungen und Zusatzversicherungen

- Abonnements von (digitalen) Inhalten, die so gut wie nie oder gar nicht genutzt werden

Nennenswert ist auch eine Überprüfung deiner Beschaffungskosten, insofern du welche für Material oder ähnliches hast. Auch hier gewöhnt man sich allzu schnell daran, ein einmal für gut befundenes Angebot lange nicht mehr zu hinterfragen. Aber nun hast du ja Zeit für etwas Recherche. 

Außerdem kannst du dich auch mit Tools beschäftigen, die dir in Zukunft Zeit einsparen können. Buchhaltungsprogramme auszuprobieren oder zur Not erst einmal das Arbeiten mit Excel zu erlernen, sind gute erste Schritte. 

Insofern du noch gar keine Ordnung in deine Finanzplanung gebracht hast, kannst du auch das angehen. Denn aus deiner Kostenaufstellung, die du ja auf der Suche nach Einsparpotenzialen erstellt hast, ergibt sich direkt die erste Hälfte deiner Finanzplanung. Die andere sind Einkünfte (regelmäßige wie unregelmäßige). 

Das Ganze kannst du nutzen, um beispielsweise Pläne für Investitionen oder Kredittilgungen zu erstellen. Außerdem hilft eine einmal angelegte Struktur zur Finanzplanung auch bei anderen Dingen, wie etwa bei der Planung der Altersvorsorge oder beim (Wieder-)Aufbau einer eisernen Reserve.

Die Zeit fĂĽr deine Weiterbildung nutzen

Ob Webinar, Online-Kurs oder das gute alte Buch: Es gibt viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden und Neues zu lernen. Wenn dieses Neue auch noch anwendbar für deinen Beruf ist, ist es natürlich umso besser. 

Nutze doch einfach die Zeit, um in dein Humankapital zu investieren und etwas zu lernen, was dir später nützt. Die Auswahl ist riesig. Einige Anregungen dazu findest du hier.

Übrigens: Es ist nicht so, dass durchs Lernen verbrachte Zeit keine Arbeit wäre. Denn zu lernen, ist immer Arbeit am Selbst. Das gleiche gilt auch für beispielsweise Sport und allgemein für eine gesunde Work-Life-Balance.

Das Netzwerk fĂĽr die Akquise nutzen und Neukundenakquise betreiben

Über den Wert des Netzwerkens in Krisenzeiten steht an dieser Stelle schon einiges. Dein Netzwerk solltest du gerade in Flautenzeiten aktiv durchforsten – und zwar nach Möglichkeiten, an Jobs zu kommen. Im Grunde handelt es sich dabei um Akquise mit Startvorteil. 

Schließlich sind die Kontakte in deinem Netzwerk keine Fremden oder zumindest Bekannte von Bekannten und Geschäftspartnern. Das reduziert schon einmal die Berührungsängste enorm. Zeit also, dass du dich gedanklich einmal all jenen Leuten widmest, deren Anwesenheit und Worte einen möglichen Auftrag für dich vermuten ließen. 

Dabei hast du grundsätzlich mehrere Möglichkeiten: Du kannst beispielsweise konkret sein und deine Dienste anbieten – am besten mit Bezug zu einem gemeinsamen Thema, einem Event, auf dem man in Kontakt kam oder ähnliches. Oder aber du baust vorerst einen Kontakt auf, der nicht direkt auf ein Geschäft zusteuert. Manchmal lohnt es sich auch, ungezwungen ins Gespräch zu kommen, vielleicht über die schwierige Lage zu reden oder auch einfach jemanden zu fragen, ob er nicht jemanden kennt, der vielleicht etwas für dich hätte. 

Auch eigentliche „Konkurrenten“ von dir, die du kennst, können eine Anlaufstelle sein. Du kannst ja anfragen, was die gerade so tun und hörst dann heraus, ob einer mehr nicht vielleicht genau richtig wäre. 

Wichtig ist, dass du auch in finanziell herausfordernden Zeiten deine Trüffelschweinqualitäten nicht verlierst und dein Gespür für Chancen nutzt. 

Außerhalb des Netzwerks sind noch die vielen potenziellen Neukunden zu nennen, die du noch nicht hast. Eine kleine Auffrischung zur Akquise allgemein findest du hier. Gerade dann, wenn du dich über lange Zeit mit bestimmten Stammkunden über Wasser halten konntest, bist du ja vielleicht etwas außer Übung. Zeit also, die Akquise noch einmal neu anzugehen. Verlieren kannst du schließlich nichts. 

Den Kopf nicht hängen lassen

Gib nicht auf! Flauten kommen vor – aus welchen Gründen auch immer. Und du bist auch nicht der einzige, dem es so geht. Wenn dies deine erste Krise dieser Art ist, dann kannst du daraus einiges mitnehmen. Welche Ängste du hast, welche Sorgen da sind und welche Auswirkungen letzten Endes auftreten, erfährst du mit der Zeit. Dein Umgang mit der Situation ist dabei entscheidend. 

Denn wenn du früh aufgibst, hast du weniger Energie. Mit weniger Energie schaffst du weniger Produktives, also keine Akquise, kein Kümmern um deine Profile und keine Finanzplanung. Wenn du hingegen davon ausgehst, dass die Welt auch wieder besser wird und du bald wieder voll durchstarten kannst, verliert auch ein Liquiditätsengpass seinen Schrecken. 

Also: Nach dem Stolpern aufstehen, das Krönchen richten, trotzdem produktiv sein und weiter machen!

Do your thing, not your taxes