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5 Fragen, die du dir (als Selbständiger) stellen solltest, bevor du einen Auftrag annimmst.

Gerade in den ersten Monaten deiner Selbständigkeit wirst du deinen Briefkasten und das E-Mail-Postfach wohl mit besonderer Aufmerksamkeit bedenken. Eigentlich ist immer die Hoffnung vorhanden, dass endlich die Vielzahl an Aufträgen hereinkommt, die du für die Etablierung deines jungen Unternehmens benötigst. Immerhin geht es hier darum, dass diese neuen Aufträge deinen neuen Lebensunterhalt abdecken können. Aber auch wenn die Aufträge endlich kommen, solltest du dich fragen, ob es sich überhaupt lohnt sie anzunehmen. Ja, richtig gelesen. Es gibt, so hart es klingt, einige Gründe auf einen neuen Auftrag zu verzichten.

Diese 5 Fragen solltest du dir unbedingt stellen bevor du einen Auftrag annimmst

1. Kann ich diesen Auftrag wirklich in der vorgegeben Zeit erledigen?

So verführerisch es auch sein mag, die Zahl der Aufträge so weit zu erhöhen, dass du dir nie wieder Sorgen darum machen musst, sollte manchmal Verzicht geübt werden. Das gilt zum Beispiel dann, wenn der Auftrag deine Kapazitäten im hohen Maße in einer schnellen Zeit erfordert. Immerhin möchtest du deine Kunden nicht enttäuschen oder gleichzeitig andere Aufträge verlieren, weil deine gesamte Zeit an diesen einen Auftrag gebunden ist.

Kontrolliere vor der Annahme deine Aufträge immer deine bereits vorhandenen Projekte. Ein gutes Zeitmanagement ist wichtig, um zu entscheiden, ob du einen Auftrag annehmen solltest. Daher solltest du auch genau kontrollieren, wie viel Zeit und wie viele Ressourcen deine bereits laufenden Projekte in Anspruch nehmen werden. Keine Seite profitiert davon, wenn du zwar zusagst, einen Auftrag bis zu einem gewissen Zeitpunkt zu erledigen, aber am Ende die gewünschte Arbeit nicht abliefern kannst. Sehr schnell kann auf diese Weise ein Auftragsstau entstehen, der die Beziehungen zu gleich mehreren Kunden nachhaltig beschädigt.

Eine Möglichkeit, neben deiner eigenen Erfahrung, um zu planen, wie viel Zeit ein solches Projekt in Anspruch nehmen würde, liegt im guten Zeitmanagement. Du kannst auf diese Weise relativ genau kalkulieren, wie lange die administrative Abwicklung und die eigentliche Umsetzung neuer Projekte benötigen würde. Weisst du wie du am besten deine Zeit tracken kannst? Lies unseren Blog Artikel dazu: Arbeitszeiterfassung - 5 Tools, mit denen du als Selbständiger deine Zeit erfassen kannst . Hast du neben deinen anderen Aufgaben nicht genügend Zeit? Stärke dein Verhältnis mit den Kollegen und verweise zum Beispiel an einen bekannten Freelancer, von dem du weißt, dass er mehr freie Ressourcen hat. In manchen Fällen lässt sich so sogar noch eine Provision verdienen.

2. Passt die angebotene Bezahlung wirklich in meine persönliche Kalkulation?

Gerade in den Anfangszeiten bist du als Selbständiger natürlich geneigt, einfach jeden Auftrag anzunehmen. Dass du am Ende bei der Rate hungern musst oder mit einem wenig Pech du den bürokratischen Aufwand sogar noch draufzahlen würdest, käme dir in den ersten Monaten überhaupt nicht in den Sinn. Gerade im Laufe der Zeit lernt man als Unternehmer bzw. Freelancer aber sehr schnell, wie wichtig die eigenen Stundensätze wirklich sind. Während es für die Kunden vollkommen natürlich ist, einen möglichst geringen Preis haben zu wollen, solltest du dich auf keinen Fall unter Wert verkaufen. Am Ende zahlst du sonst wirklich noch drauf.

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum du nicht auf Dumping-Angebote von den Kunden eingehen solltest. Und dabei geht es nicht alleine darum, dass du schließlich auch deine Steuern und Versicherung bezahlen und am Ende der Woche irgendwie deinen Kühlschrank füllen musst.

  • Qualität hat ihren Preis : Wenn du selbst nicht daran glaubst, dass deine Leistungen ihren Preis wert sind, werden es die Kunden auch nicht. Qualitative Arbeit ist gerade für viele Geschäftskunden noch immer mit einem guten Preis verbunden.
  • Image : Du wirst sehr schnell feststellen wie klein deine Branche eigentlich ist. Wenn du für Dumpingpreise bekannt bist, sinkt nicht nur das Verhältnis zu den Mitbewerbern, sondern es wird sich nur eine bestimmte Klientel an Kunden bei dir melden.
  • Langfristiges Denken : Wenn du deinen Kunden am Anfang zu geringe Preise anbietest, wird es schwer ihnen später zu erklären, warum du sie angehoben hast. Kenn deinen Preis und fordere diesen auch für deine Arbeit.

So aufregend die ersten Angebote sind und so groß die Verzweiflung auch sein kann, wenn gerade Dürre herrscht - langfristig hast du mehr davon, wenn du deinen aufgerufenen Preis auch von deinen Kunden verlangst. Dein gefüllter Magen und eine erfolgreiche Karriere als Freelancer basieren auf solchen kleinen Dingen.

3. Handelt es sich wirklich um einen seriösen Kunden?

Nicht nur manche deiner Wettbewerber fallen eher unter die Kategorie fragwürdig. Im Laufe der Zeit wirst du sehr schnell feststellen, dass auch manche Kunden nicht gerade das sind, was man als einen seriösen Partner für ein Geschäft bezeichnen kann. Mach dir klar, dass es durchaus Kunden gibt, die kein schlechtes Gewissen dabei haben, dich über das Ohr zu hauen. Sie verlangen nicht nur geringe Preise von dir oder werden im Zuge der Unternehmenskommunikation zu einer echten Belastung für dich. Nicht selten lässt sich auch schon bei dem ersten Kontakt feststellen, dass es im Laufe eines Projektes Probleme mit ihnen geben könnte, die am Ende auch dich betreffen werden.

Generell solltest du natürlich davon ausgehen, dass jeder potentielle Kunde auch ein guter Partner für die Zukunft wird. Es kann aber schon aus Gründen der Selbsterhaltung nicht schaden, wenn du vor der Annahme eines Kunden ein wenig recherchierst, was es mit der Person auf sich hat.

  • Background : Eine einfache Google-Suche kann bereits eine Menge über eine Person verraten. So lässt sich herausfinden für wen und mit wem er arbeitet.
  • Meinungen : Auch im eigenen Umfeld gibt es mit Sicherheit Leute, die umfangreiche Erfahrungen mit Kunden haben. Du könntest dich ganz konkret umhören, ob schon jemand Erfahrungen mit der Person gemacht hat und worauf bei einer Zusammenarbeit zu achten ist.
  • Internet : In manchen Fällen kann das Internet auch noch ein wenig mehr Informationen darüber verraten, um wen es sich handelt. Genaue Suchen könnten zum Beispiel Informationen darüber bringen, ob es in der Vergangenheit Probleme gab.

Natürlich freut man sich über jeden Kunden. Bedeuten diese aber am Ende mehr Arbeit als sie mit ihren Aufträgen einbringen, wird es zu einer Belastung. Möchte man einen Auftrag annehmen, sollte man die oberen Methoden nutzen und sich ein wenig über jene informieren, mit denen man künftig arbeiten soll.

4. Passt der Kunde zu mir?

Vor dem Auftrag annehmen gibt es nicht nur die Frage, ob der Kunde seriös ist. Das ist nur der Härtefall. Manchmal kann es auch einfach darum gehen, ob man überhaupt zueinander finden kann. Es gibt nicht nur die Frage, ob man hier am Ende an einen Betrüger geraten kann. Manchmal geht es ganz simpel um das Arbeitsklima und um eine gute Zusammenarbeit. Im freien Geschäftsleben gibt es, ebenso wie bei jedem Bürojob, die verschiedensten Charaktere. Mit manchen arbeitet es sich besser als mit anderen.

Es kann durchaus hilfreich sein, bevor man den Auftrag annehmen möchte, erst einmal die letzten Nachrichten mit dem Kunden zu prüfen. Wenn man selbst zum Beispiel bereits bemerkt, dass der Kunde nicht so wirklich weiß, was er eigentlich möchte, kann sich das im Laufe eines langen Projektes zu einem Problem entwickeln. Ebenso verhält es sich mit einer eher langsamen Kommunikation.

Prüfe genau ob die Art und Weise des Kunden sich mit deiner Arbeitsweise verträgt. Es ist schwer aus solchen Gründen einen Auftrag abzulehnen, aber deine Nerven werden es dir danken, wenn du am Ende weniger Probleme bei der Umsetzung hast.

5. Möchte ich wirklich, ganz unbedingt, absolut diesen Auftrag haben?

Aufträge sorgen dafür , dass du deine Rechnungen bezahlen, deinen Kühlschrank füllen und am Ende des Tages ohne finanzielle Sorgen schlafen kannst, geht es doch auch immer um deine eigene Motivation. Immerhin sind die meisten Gründe für eine Selbständigkeit damit verbunden, dass man sein eigener Herr sein möchte. Die Freiheit zu genießen, die eigene Arbeit in der Weise durchzuführen, wie man es in den meisten Jobs als Angestellter eben nicht kann. Man ist nicht nur sein eigener Chef, sondern arbeitet auf eigene Verantwortung und auf die eigene Weise.

Was am Anfang noch wie ein Luxusproblem erscheint, sollte bereits zu Beginn der eigenen Selbständigkeit als ein Faktor berücksichtigt werden. Vielleicht sind die ersten vier Fragen überhaupt kein Problem, bevor du einen Auftrag annehmen möchtest. Aber doch hast du so ein Gefühl, dass diese Art von Aufträgen eigentlich nicht das ist, was du dir von diesem Abenteuer der Selbständigkeit erhofft hast. Dir fehlt die Motivation dafür und es stimmen einige Dinge nicht. Du musst dich mit Aufgaben beschäftigen, die dir nicht liegen oder die du ohnehin schon immer gehasst hast.

Auch das ist ein Grund auf einen Auftrag zu verzichten. Der Kunde wird es in den meisten Fällen bemerken, wenn du bei seinem Auftrag nur Arbeit nach Vorschrift machst und nicht mit der Leidenschaft arbeitest, die dich eigentlich auszeichnet. Vielleicht lieferst du ein passables Produkt ab, aber das kann bei einer Selbständigkeit nicht der Anspruch sein. Entsprechend dessen solltest du vor dem Auftrag annehmen auch deine eigene Motivation prüfen. Mit diesen fünf Fragen sollte es für dich einfacher sein, zu erkennen, ob sich ein Auftrag für dich lohnt. Es gibt externe Faktoren, die zum Beispiel mit dem Kunden oder den Umständen des Auftrags zu tun haben als auch praktische Gründe, die mit deiner Planung oder deiner Motivation zu tun haben. In deinem eigenen Interesse und im Interesse all deiner Kunden ist darauf zu achten, dass all diese Fragen zu deiner Zufriedenheit beantwortet werden können und es keine Gründe gibt, die gegen einen Auftrag sprechen.