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Unternehmensberatung mit 100% staatlichem Kostenzuschuss fĂĽr den Weg durch die Krise

100 % geförderte Krisenberatung für dein Unternehmen

Die aktuelle Corona-Situation stellt viele Selbstständige vor große Herausforderungen. Neben den Soforthilfen, den KfW-Krediten und der Corona-Grundsicherung gibt es nun eine weitere Maßnahme, mit der der Staat Selbständigen unter die Arme greift.  

Im folgenden wollen wir die Rahmenbedingungen für einen Antrag auf 100 % geförderte Krisenberatung für dein Unternehmen durch das BAFA - Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle - darstellen. Dabei beziehen wir uns sowohl auf die allgemeinen und auch schon vor Corona gültigen Regelungen - und wir beziehen uns zusätzlich auf die neu hinzugekommenen Richtlinien für Unternehmensberatungen für von Corona betroffene Selbständige und Freelancer.

Prinzipiell sind alle Themen rund um deine Selbständigkeit und dein Unternehmen für eine geförderte Unternehmensberatung zulässig. Ausgeschlossen sind jedoch Beratungen, die Rechts- und Versicherungsfragen sowie steuerberatende Tätigkeiten zum Inhalt haben. Möglicherweise musst du dein Geschäftsmodell infolge der Corona-Krise schnell anpassen, weisst aber nicht wie? Vielleicht möchtest du dich in wirtschaftlichen, finanziellen, personellen oder organisatorischen Fragen beraten lassen? Ein Unternehmensberater kann dir in der aktuellen Zeit mit professionellem Know-how zur Seite stehen und dir Hilfestellung geben. 

Auch wenn die dargestellten Bedingungen nicht zu 100 % auf deine Situation oder dein Unternehmen zutreffen, kann es durchaus lohnend sein, dich mit deinem speziellen Fall an das BAFA zu wenden, um herauszufinden ob und in welcher Form du Förderung erhalten könntest.

Wer ist antragsberechtigt?

Die neue Ergänzung zur Rahmenrichtlinie sagt dazu folgendes:
“Antragsberechtigt sind Unternehmen, die unter wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund des Coronavirus leiden. Die Unternehmen und Freiberufler müssen wie auch in der weiterhin gültigen Rahmenrichtlinie bestimmt, die Bedingungen der KMU- sowie die der De-minimis-Regelung erfüllen.”

Hierfür ist die sogenannte “EU-KUM- und de-Minimis-Erklärung” auszufüllen und im Online-Antrag hochzuladen. Zur Antragstellung findest du weiter unten noch mehr Informationen. Die “EU-KUM- und de-Minimis-Erklärung” soll  sicherstellen, dass die Hilfen nur Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommt. Die Erklärung befindet sich auf der Webseite des BAFA unter dem Punkt “Formulare”. 

Du musst im Antrag nicht darlegen, inwiefern genau dein Unternehmen von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen ist. Aber die geförderte Beratung muss sich auf die durch die Corona-Krise hervorgerufenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten beziehen. Dein Berater muss hierüber einen Beraterbericht an das BAFA abgeben. 

Das Förderprogramm richtet sich nur an Unternehmen, die bereits gegründet sind. Das heisst, Gründungsberatungen können nicht mit diesem Programm bezuschusst werden. Die Bundesländer bieten jedoch Zuschüsse zu den Beratungskosten und/oder eine kostenfreie Gründungsberatung für die Vorgründungsphase an. Mehr dazu kannst du hier erfahren.   

AuĂźerdem mĂĽssen alle Unternehmen ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben.

Nicht antragsberechtigt sind unabhängig vom Beratungsbedarf:

  • Unternehmen sowie Angehörige der Freien Berufe, die in der Unternehmens-, Wirtschaftsberatung, Wirtschafts- oder BuchprĂĽfung oder Steuerberatung bzw. als Rechtsanwalt, Notar, Insolvenzverwalter oder in ähnlicher Weise beratend oder schulend tätig sind oder tätig werden wollen.
  • Unternehmen, ĂĽber deren Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder die die Voraussetzungen fĂĽr die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erfĂĽllen. 
  • Unternehmen, die in einem Beteiligungsverhältnis zu Religionsgemeinschaften, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder zu deren Eigenbetriebe stehen.
  • GemeinnĂĽtzige Unternehmen und gemeinnĂĽtzige Vereine sowie Stiftungen.

Was genau wird gefördert? 

Gefördert werden alle Beratungen (z.B. wirtschaftliche, finanzielle, personelle und organisatorische Fragen der Unternehmensführung), die dir Maßnahmen und Handlungsempfehlungen geben, die du gegen die konkreten Auswirkungen auf dein Unternehmen infolge des Coronavirus ergreifen kannst.

Möglicherweise musst du dein Geschäftsmodell überarbeiten oder neue Geschäftsfelder finden? Oder du hast Fragen, wie du deine Liquidität verbessern oder erhalten kannst? Oder du möchtest dein Angebot digitalisieren und herausfinden welche Möglichkeiten es dabei für dich gibt? Diese und viele weitere Fragen können Anlass und Gegenstand für eine Beratung werden. Eine Förderung dieser Art ist auch dann möglich, wenn du bereits Soforthilfe erhalten hast. Du kannst mehrere Beratungen in Anspruch nehmen bis zur Ausschöpfung der maximalen Zuschusshöhe von 4.000 €. 

Die jeweilige Fördermaßnahme muss als Einzelberatung durchgeführt werden, Seminare oder Workshops werden nicht berücksichtigt. Die Beratungsleistung muss vom Berater in einem schriftlichen Beratungsbericht genau dokumentiert werden. Aus diesem Beratungsbericht müssen die konkreten Auswirkungen des Coronavirus auf dich und dein Unternehmen sowie die dagegen zu ergreifenden Schritte und Maßnahmen hervorgehen. 

Nicht gefördert werden Beratungen, die:

  • ganz oder teilweise mit anderen öffentlichen ZuschĂĽssen finanziert werden.
  • Vermittlungstätigkeiten beinhalten und/oder deren Zweck auf den Erwerb von bestimmten Waren oder Dienstleistungen gerichtet ist, die von den Beraterinnen oder Beratern selbst vertrieben werden.
  • ĂĽberwiegend Rechts- und Versicherungsfragen sowie steuerberatende Tätigkeiten, wie z. B. die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von JahresabschlĂĽssen oder BuchfĂĽhrungsarbeiten zum Inhalt haben.
  • ĂĽberwiegend gutachterliche Stellungnahmen zum Inhalt haben.
  • den Verkauf/Vertrieb von GĂĽtern oder Dienstleistungen sowie sonstige Umsatz steigernde MaĂźnahmen einschlieĂźlich des entsprechenden Marketings zum Inhalt haben.
  • ethisch-moralisch nicht vertretbare oder gegen Recht und Ordnung verstoĂźende Inhalte zum Gegenstand haben.

Höhe des Zuschusses

Der Zuschuss beträgt 100% der Beratungskosten und kann bis zu 4.000 € betragen. Zu den Beratungskosten zählen neben dem Honorar auch die Reisekosten sowie Auslagen des Beraters. Ein Stunden- oder Tagessatz für beanspruchte Beratungsleistungen ist nicht vorgegeben. Anfallende Umsatzsteuer dagegen wird nicht bezuschusst und ist ebenfalls wie über 4.000 € hinausgehende Rechnungsbeträge vom antragstellenden Unternehmen selbst zu tragen. Dies gilt ebenfalls für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen. 

Normalerweise überweist der Antragsteller seinen Eigenanteil sowie den Zuschuss an den Berater und holt sich im Anschluss den Zuschuss vom BAFA zurück. In diesem Sonderfall zu Corona-Zeiten wird jedoch aktuell der 100%ige Zuschuss ohne Eigenanteil oder Vorfinanzierung des Antragstellers vom BAFA direkt auf das Konto des Beratungsunternehmens ausgezahlt. Die Kontoverbindung ist im Verwendungsnachweis einzutragen und muss mit der in der Beraterrechnung anzugebenden Kontoverbindung übereinstimmen. 

Das heisst, du musst als antragsberechtigtes Unternehmen nicht in die Vorfinanzierung der Beratungskosten gehen. Dementsprechend muss im Rahmen des Verwendungsnachweises – im Gegensatz zu den üblichen Bedingungen – kein Kontoauszug von deinem Geschäftskonto eingereicht werden. Im Rahmen des Antrags- und Verwendungsnachweis-Formulars erklärst du dich als Antragsteller bereit, dass das BAFA den Zuschuss in voller Höhe direkt an den Berater auszahlt. Zugleich bestätigst du darin alle subventionserheblichen Angaben zur beabsichtigten / durchgeführten Beratung. 

Wer ist als Berater zugelassen? 

Zugelassen sind Beraterinnen und Berater bzw. Beratungsunternehmen, die ihren überwiegenden Umsatz (>50%) aus ihrer Beratungstätigkeit erzielen. Sie müssen über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen und einen Lebenslauf sowie einen Qualitätsnachweis erbringen, der Planung, Durchführung, Überprüfung und Umsetzung der Arbeits- und Organisationsabläufe aufzeigt sowie eine richtlinienkonforme Durchführung der Beratung gewährleisten. 

Hinweise für Berater: 

In Anbetracht der aktuellen Situation ist es nicht unbedingt notwendig, betroffene Unternehmen vor Ort zu beraten. 

Im Verwendungszweck der von der Bundeskasse angewiesenen Zahlung wird die Abrechnungsnummer des jeweiligen Antragstellers angegeben. Diese beginnt mit „BAFA/UNTERN-BER 023“, unmittelbar danach folgt die siebenstellige Abrechnungsnummer ergänzt um eine „0“. So kannst du als Beraterin/Berater die Zahlungseingänge den Kunden entsprechend zuordnen.

Antragstellung

“Die konkreten Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf den Antragsteller und insbesondere die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen sind vom Beratungsunternehmen im Beratungsbericht nachvollziehbar darzustellen.” (aus dem Merkblatt)

Das Merkblatt regelt einige der Rahmenbedingungen neu: So müssen betroffene Unternehmen kein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner vor Antragstellung führen. Dementsprechend wird auch kein Bestätigungsschreiben eines Regionalpartners im Rahmen des Verwendungsnachweises benötigt.. Weiterhin sagt das Merkblatt: “Ein freiwilliges Gespräch mit dem Regionalpartner kann dennoch nützlich sein, da diese ebenfalls umfangreiche Unterstützung für betroffene Unternehmen anbieten.”

Anträge auf Förderung einer Beratung nach diesen Bestimmungen können zunächst bis einschließlich 31. Dezember 2020 gestellt werden. Den Antrag kannst du wie auch zu “vor-Corona-Zeiten” über das Antragsportal des BAFA stellen. Das BAFA hat dazu in der Anlage zum Corona-Merkblatt einige ergänzende Hinweise vermerkt, um die Antragstellung zu erleichtern. 

Verwendungsnachweis

Auch zum Verwendungsnachweis trifft das Corona-Merkblatt neue ergänzende Regelungen. Die dafür notwendigen Informationen und Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du ebenfalls im Anhang des Corona-Merkblattes des BAFA finden. 

Zum Online-Portal zum Verwendungsnachweis kommst du hier. Du findest es sonst auch unter dem Punkt “Formulare” auf dieser Übersichtsseite des BAFA zum Thema Unternehmensberatung. 

Die wichtigsten Quellen und Links in der Übersicht: 

  1. Die generelle Übersicht zum Thema Unternehmensberatung auf der Seite des BAFA.  
  2. Zusätzlich gibt es ein Merkblatt mit Ergänzungen bezüglich der aktuellen Corona-Situation. 
  3. Der Antrag kann im sogenannten Online-Portal zur Antragstellung gestellt werden - ergänzende Hinweise dazu finden sich ebenfalls im Corona-Merkblatt. 

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