Business-Netzwerke für Freelancer vorgestellt | Kontist

Business-Netzwerke für Freelancer

29. Sept. 2020

Freelancer leben davon, wahrgenommen zu werden und neue Kunden ausfindig zu machen. Sicherlich hast du schon Zeit und Lust in deine Außendarstellung im Netz investiert. Eine eigene Homepage ist dabei Usus. Profile in sozialen Medien gehören ebenfalls dazu – ob nun ausschließlich beruflich, privat oder in einer Mischung aus beidem genutzt. 

Eine andere Form von Networking, bei der das Private in der Regel außen vor bleiben soll, ist das Agieren in Business-Netzwerken. Was du da für Möglichkeiten hast und warum du darüber nachdenken solltest, es in einem der Netzwerke mindestens einmal mit deinem Profil zu versuchen, erfährst du hier. 

Business-Netzwerke sind dabei grundsätzlich für Verschiedenstes nutzbar: Du kannst dich einfach mit interessanten Menschen vernetzen, bestehende Kontakte online bestätigen, dich an inhaltlichen Diskussionen beteiligen und nicht zuletzt auf Jobsuche gehen. Zeit also, dir die Vorteile von LinkedIn, Xing und Co. einmal näher zu bringen!

Business-Netzwerke sind im Grunde soziale Netzwerke

Grundsätzlich funktionieren Soziale Netzwerke wie Twitter und Instagram nicht anders als LinkedIn oder Xing: Du hast ein Profil, andere sind sichtbar und du kannst Dinge von dir geben oder in Diskussionen einsteigen. Es wird Content geteilt, den du wiederum liken oder kommentieren kannst. 

Der Unterschied besteht allenthalben in der Intention. Während das Gros aller Accounts bei den großen Social-Media-Plattformen privater Natur ist, handelt es sich bei Profilen bei Business-Netzwerken immer um berufliche Profile. Du als Freelancer registrierst dich also nicht primär als Privatperson mit privaten Interessen, sondern mit deiner beruflichen Funktion und deinen Stärken. Das gleiche gilt für nahezu alle anderen. Unternehmen, Selbstständige aller Art und Angestellte haben in den Business-Netzwerken ihre Profile. 

Kommunikativ gibt es auch Unterschiede. So sind die gängigen sozialen Medien sehr offen. Restriktionen, wer mit wem kommunizieren kann, sind eher selten (beispielsweise die Funktion bei Twitter, die es dir nicht folgenden Personen unmöglich macht, deine Inhalte zu sehen). In Business-Netzwerken besteht hingegen eine Kernfunktion darin, sich zu vernetzen. Kontaktanfragen werden gezielt gestellt. Auf der anderen Seite können Unternehmen, andere Selbstständige und Recruiter gezielt nach dir anhand deiner Qualifikationen suchen. 

Während die Kommunikation bei Twitter, Instagram und ähnlichen Netzwerken sehr häufig informell und öffentlich stattfindet, ist das System persönlicher Nachrichten und gezielter Anfragen bei Business-Netzwerken häufiger. Die öffentlichen Beiträge, wie etwa News von Unternehmen, dienen eher dem fachlichen Austausch.

Und auch Gruppen sind eine Möglichkeit, gezielt mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Das ist auch ein Grund, warum Facebook als Mischplattform – für das Business und das Private – betrachtet werden kann.

Wie du als Freelancer von LinkedIn profitieren kannst

LinkedIn ist vermutlich das größte Business-Netzwerk. Ein paar Eckdaten:

- fast 600 Millionen Nutzer

- mehr als 270 Millionen aktive Nutzer im Monat

- Fokus auf Amerika (fast 150 Millionen Nutzer) und den DACH-Raum (12 Millionen) sowie das Vereinigte Königreich (25 Millionen)

- Grundfunktionen alle kostenlos

- vielfältige Interaktionsmöglichkeiten per Feed, Shared Content und Nachrichtenystem

- Gezielte Nutzersuche und Suche nach Qualifikationen

- Vielfältiges Stellenangebot

LinkedIn ist groß. Du wirst hier nach deiner Anmeldung, die im Ausfüllen eines Profils besteht (der Fokus liegt vor allem auf deinem Lebenslauf und deiner beruflichen Qualifikation) viele Menschen finden, die du kennst. Schließlich sind ja auch sehr viele Menschen hier registriert. 

Das Spannende an LinkedIn ist für Freelancer, dass sie gezielt gefunden werden können. In der Gratis-Version, die an Funktionen sehr reich ist, erfährst du sogar wöchentlich, wie viele Menschen sich dein Profil angesehen haben, wo sie arbeiten und sogar, welche Position sie haben. Das ist natürlich spannend, weil du so beispielsweise gezielt auf eben jene Unternehmen zugehen kannst. Einfach mal nachzufragen, worum es gehen könnte, schadet nicht. 

Auch bietet LinkedIn eine riesige Vermittlungsbörse für Jobs. Nahezu täglich werden die Ausschreibungen gezeigt, die zu deinem Profil passen. Nach und nach kannst du durch aktives Desinteresse (angeben, dass ein Job nicht zu dir passt) für interessantere Vorschläge sorgen. 

LinkedIn ist für Freelancer aber nicht nur aufgrund des wirklich massiven Stellenmarktes interessant. Du kannst auch selber aktiv auf Arbeitssuche sein (und das im Profil mitteilen). Du kannst aber auch über Events von spannenden Unternehmen informiert werden, dich in Kommentaren unter Beiträgen austauschen und über vorhandene Kontakte auf neue spannende Kontakte stoßen. 

Außerdem kannst du dir Qualifikationen von Kontakten bestätigen lassen und in einigen Bereichen über die Plattform selbst Kenntnisse bestätigen lassen. LinkedIn lebt also davon, dass du als Freelancer mit deinen Qualitäten in einem stetig wachsenden Netzwerk interessant bist. 

Konkret kann dies heißen, dass

- Unternehmen auf dich zukommen

- dich bereits bestehende Kontakte vermitteln

- du auf spannende Jobangebote stößt

- du über Events und ähnliches informiert bist

- andere Freelancer auf dich zukommen

Ein LinkedIn-Profil ist schnell erstellt, kostenlos und kann schnell zu sehr vielen Eindrücken führen. Es spricht nichts dagegen, es mal auszuprobieren.

Wie du als Freelancer von Xing profitieren kannst

Xing ist der direkte konkurrent zu LinkedIn und hat seinen Sitz in Hamburg. Einige Daten:

- fast 20 Millionen Nutzer im DACH-Raum

- und damit fast 20 Millionen Nutzer global (Fokus auf DACH-Raum)

- kostenlose Registrierung möglich; Premium-Account erweitert Suchfunktionen und bietet Statistiken

- Profile von Freelancern, Angestellten, Unternehmen und Menschen auf Jobsuche möglich

- Profile enthalten vor allem Lebenslaufdaten und berufliche Qualifikationen

- Stellenmarkt ist vorhanden

Grundsätzlich unterscheiden sich Xing und LinkedIn in ihren Funktionalitäten wenig. Beide Plattformen sind dafür da, dass Menschen sich untereinander vernetzen und neue berufliche Perspektiven bekommen. Für Freelancer ist bei Xing aber besonders interessant, dass hier auch ein gewisser Fokus auf regionale Events und Treffen liegt. Das Messaging-System funktioniert ähnlich wie bei LinkedIn. 

Für dich als Freelancer im, der vermutlich auch im DACH-Raum aktiv ist, mag Xing auf den ersten Blick aufgrund des Fokus auf genau diese Länder spannender wirken. In absoluten Zahlen zeigt sich jedoch, dass die Anzahl der Nutzer im DACH-Raum bei LinkedIn (14 Millionen) und LinkedIn (bald 20 Millionen) zwar hoch ist. Aber die Tatsache, dass LinkedIn einige hundert Millionen Nutzer weltweit mehr hat, relativiert das ein wenig. 

XING ist aber vor allem deshalb interessant, weil es den Ruf hat, dass hier vor allem kleine und mittelständische Unternehmen vertreten sind. Da es von diesen ohnehin viele im DACH-Raum gibt, und Freelancer hierzulande auch sehr häufig mit genau diesen zusammenarbeiten, ist XING sicher eine Überlegung wert. 

Facebook als Business-Netzwerk nutzen

Es wäre unfair, Facebook hier auszuklammern. Als soziales Medium konzipiert, ist der Platzhirsch unter den Profil-Datenbanken schon längst zur wichtigen Größe für Unternehmen und Freelancer geworden. Spezielle Gruppen, Unternehmenswebsites und natürlich der viele geteilte Content machen es möglich, auf spannende neue Chancen zu stoßen. 

Du kannst also auch bei Facebook dein Glück versuchen. Für den kommunikativen Einstieg mag das sogar genügen. Jedoch bieten die „echte“ Business-Netzwerke doch den eindeutigen Vorteil, dass dein Profil und die Funktionen auf das Anbändeln geschäftlicher Kontakte ausgelegt sind. 

Welches Business-Netzwerk bringt dir als Freelancer das meiste?

Ob es nun XING oder LinkedIn wird, musst du selbst entscheiden. Grundsätzlich funktionieren beide Netzwerke, auch mit kostenlosen Profilen, gleich: Du erstellst ein Profil, gibst an, was du kannst und lässt es dir am besten noch mittels Referenzen bestätigen. Dann schaust du dir an, mit wem du dich vernetzen kannst, kannst Unternehmen folgen und dich in Suchen finden lassen. 

Die Vorteile eines Accounts in einem Business-Netzwerk bestehen für Freelancer vor allem in einer erweiterten Sichtbarkeit in einem recht eindeutigen Kontext. Während du bei Social Media je nach Nutzung nicht einmal zwingend als Freelancer wahrgenommen wirst, ist dies bei Business-Netzwerken eindeutig geklärt. Das heißt, wenn dort Kontakte aufgebaut werden, haben diese auch so gut wie immer einen beruflichen Hintergrund. 

Da die Mitgliedschaft kostenlos ist, solltest du es zumindest einmal versuchen. Selbst dann, wenn du einfach nur ein Profil anlegst und wenig aktiv bist, könntest du zum Beispiel zumindest deinen Lebenslauf regelmäßig pflegen. So können nämlich potenzielle Kunden schnell mehr über dich erfahren. Ob du nun überschwänglich viele Beiträge teilst, Kommentare schreibst und schnell hunderte Kontakte hast, ist natürlich dir überlassen. Schaden tut es in jedem Fall nicht. 

Und wer weiß? Vielleicht kommst du so an einen spannenden Job oder lernst fruchtbare Kontakte kennen. Mindestens aber erweiterst du durch ein Freelancer-Profil in einem Business-Netzwerk deine Reichweite enorm.