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Mann mit M√ľtze t√§tigt am Laptop eine Online √úberweisung.

Altes Spiel im neuen Gewand: die Steuererklärung 2018

Oh ja, es ist mal wieder so weit - die Zeit f√ľr die diesj√§hrige Steuererkl√§rung ist da!

Dabei gibt es jetzt eine Vielzahl von neuen Regelungen. Damit ihr also auch dieses Jahr gewappnet seid, möchten wir in diesem Blogpost die wichtigsten Fakten, Neuigkeiten und Fristen rund um den Themenkomplex Steuererklärung beleuchten. 

First things first: welche Fristen muss ich dieses Jahr ber√ľcksichtigen?

Hier hei√üt es aufatmen f√ľr alle, die ihre diesj√§hrige Steuererkl√§rung noch nicht abgeschickt haben, denn 2019 gilt eine andere Abgabefrist als noch im Vorjahr. Statt wie gewohnt am 31. Mai, ist die Erkl√§rung dieses Jahr erst am 31. Juli f√§llig. Um eure Steuererkl√§rung f√ľr das Jahr 2018 fristgerecht einzureichen, habt ihr also noch bis Ende Juli Zeit. Wie zuvor gelten andere Fristen f√ľr alle, die ihre Steuererkl√§rung von einem‚ąēeiner Steuerberater*in erledigen lassen. Statt zum 31. Dezember, d√ľrft ihr Eure Unterlagen bis zum 28. Februar 2020 einreichen.

Neues Jahr, neues Gl√ľck: was hat sich¬† 2019 noch ge√§ndert?

Neues Jahr, neues Gl√ľck trifft hier leider nur bedingt zu. Dank Frist√§nderung habt ihr nun zwar ganze zwei Monate l√§nger Zeit,¬† um euch mit eurer Steuererkl√§rung auseinanderzusetzen, allerdings bringt diese auch einige weniger angenehme Konsequenzen mit sich. So muss die verl√§ngerte Abgabe vor allem als ein Aufruf dazu verstanden werden,¬† die geforderten Unterlagen fristgerecht einzureichen, so wird das Finanzamt ab diesem Jahr strenger gegen versp√§tete Abgaben vorgehen. Nachz√ľgler*innen m√ľssen damit rechnen, einen Versp√§tungszuschlag zahlen zu m√ľssen. Dieser liegt f√ľr jeden angefangenen versp√§teten Monat bei 0,25 % der festgesetzten Steuer. Der Minimalbetrag liegt hierbei bei 25‚ā¨, kann sich aber auf stolze 25.000‚ā¨ summieren. Der Strafbetrag wird dann von den jeweiligen Steuererstattungen abgezogen oder zu der Steuerschuld addiert. Wiederholungst√§ter*innen drohen au√üerdem Zwangsgelder und Zinsen.

Da das Leben manchmal unberechenbar ist, gibt es nach wie vor die M√∂glichkeit,¬†versp√§tete Abgabe beim Finanzamt zu melden und zu begr√ľnden, um den eben genannten Strafzahlungen zu entgehen. Doch auch hier gibt es eine √Ąnderung zum Vorjahr: w√§hrend zuvor oftmals ein Anruf beim Finanzamt reichte, um eine Fristverl√§ngerung zu erhalten, muss nun explizit begr√ľndet werden, wieso das Verpassen des Abgabetermins nicht als eigenes Verschulden gewertet werden kann. Wird der Grund (z.B. ein Krankenhausaufenthalt) vom Finanzamt akzeptiert, wird ein neuer Termin zur Abgabe festgesetzt,¬† an welchen sich unbedingt gehalten werden sollte.

Willkommen im Club oder muss ich √ľberhaupt eine Steuererkl√§rung abgeben?

Allgemein gesprochen ist es so, dass jede*r Steuerpflichtige*r in Deutschland dazu verpflichtet ist, eine Einkommensteuererkl√§rung abzugeben. Es ist jedoch so, dass bei lediglich Angestellte*n die Lohnsteuerabz√ľge ausreichend sind und vom Finanzamt keine separate Einkommensteuererkl√§rung gefordert wird. Auch Menschen, die nur Eink√ľnfte aus Kapitalverm√∂gen haben, m√ľssen keine Einkommensteuererkl√§rung abgeben. F√ľr Angestellte besteht trotzdem die M√∂glichkeit, eine freiwillige Einkommensteuererkl√§rung einzureichen, um so Steuern zur√ľckerstattet zu bekommen. F√ľr diese Gruppe gelten au√üerdem andere Fristen als oben genannt: Es k√∂nnen noch bis zu vier Jahre nach Ablauf des jeweiligen Steuerjahres eine Einkommensteuererkl√§rung vorgelegt werden.¬†

F√ľr Dich als Selbst√§ndige*r gilt diese Freiwilligkeit leider nicht. Tats√§chlich f√ľhrt kein Weg um Steuererkl√§rungen vorbei, da du gesetzlich dazu verpflichtet bist, fristgerecht Auskunft √ľber Deine Steuern zu geben. Neben Selbst√§ndigen m√ľssen auch Arbeitnehmer*innen, die mehr als eine T√§tigkeit aus√ľben und damit in Steuerklasse 6 eingeordnet sind, eine Steuererkl√§rung abgeben. Auch Ehepaare in Steuerklasse 3 beziehungsweise 5 sowie Menschen, die mehr als 410‚ā¨ zus√§tzlich zu ihrem Haupteinkommen erhalten haben, geh√∂ren zum Club der Steuererkl√§rungs-Pflichtigen. Ebenfalls zur Abgabe verpflichtet sind Menschen, die einen Freibetrag bewilligt bekommen haben oder aber im Vorjahr als Kurzarbeiter*innen t√§tig waren. Wer zeitweise Arbeitslosengeld oder Lohnersatzleistungen in H√∂he von mehr 410‚ā¨ (dazu geh√∂ren beispielsweise auch Eltern-, Kranken- oder Mutterschaftsgeld) erhalten hat, ist ebenfalls verpflichtet,¬† eine Steuererkl√§rung einzureichen. Zu Guter Letzt m√ľssen auch Ehepaare, die sich im Vorjahr scheiden lie√üen, vorher jedoch gemeinsam veranlagt waren, sowie auch Rentner*innen, deren Einkommen h√∂her als der festgelegte Grundfreibetrag von 9000‚ā¨ (ledig) bzw. 18.000‚ā¨ (verheiratet) ist, eine Steuererkl√§rung abgeben.¬†

Ab in den Steuerdschungel: was f√ľr eine Steuererkl√§rung muss ich als Selbst√§ndige*r √ľberhaupt abgeben?

Als Selbst√§ndige*r agierst du in einem Dschungel von verschiedenen Steuerarten . Welche Steuererkl√§rungen dabei f√ľr dich relevant sind, ist von deiner Rechtsform abh√§ngig. Grunds√§tzlich sind alle selbst√§ndigen Berufsgruppen dazu verpflichtet eine sogenannte Umsatzsteuererkl√§rung einzureichen. Hiervon sind auch Kleinunternehmer*innen betroffen: Zwar befreit die sogenannte Kleinunternehmerregelung von der Pflicht, im laufenden Jahr eine monatliche bzw. quartalsweise Umsatzsteuer-Voranmeldung einzureichen solange die steuerlichen Grenzen nicht √ľberschritten werden. Dennoch erwarten viele Finanz√§mter eine j√§hrliche Meldung dar√ľber, dass ihr tats√§chlich in keiner Umsatzsteuerschuld steht. Die dementsprechenden Felder findet ihr ebenfalls in den Umsatzsteuer-Formularen, denn eine grunds√§tzliche Befreiung von der Jahreserkl√§rung ist im Gesetz nicht verankert.¬†

In Deutschland unterliegt au√üerdem jeder angemeldete Betrieb der Gewerbesteuer, welche von den zust√§ndigen Gemeinden erhoben wird. Von dieser sind lediglich Freiberufler*innen befreit. Zus√§tzlich sind Einzelunternehmer*innen und Personengesellschaften erst ab einem j√§hrlichen Gewinn von 24.500‚ā¨ gewerbesteuerpflichtig. Sollte dieser Freibetrag jedoch √ľberschritten werden, dann ist die Gewerbesteuer in der Einkommenssteuererkl√§rung anrechenbar und mindert die Einkommensteuer. F√ľr Kapitalgesellschaften gilt jedoch kein Gewerbesteuer-Freibetrag ihrer Steuererkl√§rung.

Es gilt also zun√§chst: Eine Umsatzsteuererkl√§rung ist f√ľr alle Selbst√§ndigen ein Muss, w√§hrend die Gewerbesteuererkl√§rungen unter bestimmten Bedingungen f√ľr bestimmte Rechtsformen Relevanz hat. Neben diesen beiden Steuern, ist f√ľr Selbst√§ndige auch die ‚ÄěK√∂nigin aller Steuererkl√§rungen‚Äú, die zuvor erw√§hnte Einkommensteuererkl√§rung.

, wichtig. Diese muss von Einzelunternehmer*innen und Personengesellschaften, aber auch, wenn eure Rechtsform eine Kapitalgesellschaft ist, ihr aber euer Gehalt aus der Kapitalgesellschaft bezieht, eingereicht werden. F√ľr Kapitalgesellschaften zu denen bspw. GmbHs oder UGs geh√∂ren, ist au√üerdem eine K√∂rperschaftsteuererkl√§rung notwendig.¬†

Last but not least: Wie muss ich die Steuererklärung abgeben und was hat es mit ELSTER auf sich?

Zun√§chst gilt: Die Steuererkl√§rung muss p√ľnktlich vor Ablauf der entsprechenden Frist beim Finanzamt eintreffen. Statt oldschool auf Mantelb√∂gen via Post, geschieht dies seit 2005 haupts√§chlich elektronisch mit Hilfe des kostenlosen von der Regierung gestellten Portals ELSTER (ELektronische STeuerERkl√§rung), das 1999 in Kraft getreten ist. W√§hrend zuvor ein bestimmtes Programm runtergeladen werden musste um ELSTER zu nutzen, wurde die Software im Juli komplett √ľberarbeitet und ist seitdem als Mein Elster ein frei zug√§ngliches web-basiertes Programm.¬†

  • Mit Hilfe von ELSTER kann die Steuererkl√§rung ganz einfach am heimischen PC ausgef√ľllt werden und wird authentifiziert elektronisch an das Finanzamt √ľbertragen. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:¬† Papierlos, einfacher, g√ľnstiger und deutlich verk√ľrzte Bearbeitungszeiten. Zur Kenntnis genommen werden muss hierbei allerdings, dass ELSTER keineswegs eine Steuersoftware ist, die euch dabei hilft Steuern zu sparen bzw. euch durch den Steuerdschungel f√ľhrt, sondern vor allem entwickelt wurde, um die Arbeit des Finanzamts einfacher zu machen.¬†

Gerade f√ľr Steuerneulinge kann das Prozedere via ELSTER deshalb oftmals verwirrend sein und es macht ggf. Sinn, die Dienste eines‚ąēeiner Steuerberater*in in Anspruch zu nehmen oder sich nach einer professionellen Steuersoftware umzugucken.

Do your thing, not your taxes