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Elternzeit - Wie du als Selbstständiger Elternzeit bekommst

Familie und Beruf zu vereinbaren ist gar nicht so einfach. Gerade in der heutigen Arbeitswelt, in der Flexibilit√§t und Zuverl√§ssigkeit bei den Firmen an erster Stelle stehen, ist es eine echte Herausforderung, f√ľr Kind und Job gleicherma√üen da zu sein.

Um werdenden Eltern die M√∂glichkeit zu geben, ihren Nachwuchs in den ersten Lebensjahren aufziehen und f√ľr ihn da sein zu k√∂nnen, hat der Staat den Anspruch auf Elternzeit in Paragraph 15 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) geregelt. Unter dem Begriff Elternzeit ist ein fest definierter Zeitraum nach Geburt des Kindes festgelegt, in dem die Eltern ein Recht auf eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit haben. Die Idee dahinter: Die Eltern k√∂nnen in den ersten Monaten nach der Geburt f√ľr ihren Nachwuchs da sein und nach der Elternzeit direkt wieder in ihren alten Job starten.

Elterngeld als finanzielle Absicherung während der Elternzeit

Die Elternzeit garantiert Arbeitnehmern zwar die Freistellung von der Arbeit. Jedoch ist diese Freistellung unbezahlt. Das bedeutet gerade f√ľr frischgebackene Familien eine enorme finanzielle Belastung, die jedoch durch das Elterngeld und das ElterngeldPlus abgefedert wird.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Elterngeld, das sich an der H√∂he des monatlichen Nettoeinkommens des betreuenden Elternteils orientiert. Das sind √ľblicherweise 65 Prozent. Bei Geringverdienern sind es dagegen bis zu 100 Prozent des vorigen Einkommens.

Wie viel Elterngeld bekommen Selbstständige?

Wer in einer Festanstellung ist, hat also das Recht auf Elternzeit und Elterngeld. Doch wie sieht es mit Selbstst√§ndigen aus? Tats√§chlich haben auch Selbstst√§ndige Anspruch auf Elterngeld , das sich ‚Äď wie auch bei Festangestellten ‚Äď an dem vorigen Einkommen orientiert.

Genau wie bei Arbeitnehmern, bekommen Selbstständige bis zu 14 Monate 65 Prozent ihres Nettogehalts, sofern sie mindestens 1240 Euro monatlichen Gewinn gemacht haben. Verzeichnest du weniger als 1240 Euro Gewinn pro Monat, bekommst du 66 Prozent. Bei 1000 Euro Durchschnittsverdienst sind es sogar 67 Prozent.

Liegst du mit deinen monatlichen Gewinnen unter 1000 Euro, erhältst du einen Geringverdienerbonus. Pro 20 Euro, die du unter 1000 Euro Gewinn liegst, bekommst du ein Prozent mehr Elterngeld.

√úbrigens: Das Elterngeld liegt bei mindestens 300 und bei maximal 1800 Euro pro Monat.

Wie lange kann ich Elterngeld beziehen?

Das sogenannte Basiselterngeld bekommt man f√ľr 14 Monate ‚Äď allerdings nur, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen. Denn pro Elternteil kann maximal eine Bezugsdauer von zw√∂lf Monaten beantragt werden. So kann beispielsweise ein Elternteil zw√∂lf Monate Elterngeld beziehen. Der andere Elternteil kann anschlie√üend die Erziehung f√ľr zwei weitere Monate √ľbernehmen und ebenfalls in diesem Zeitraum Elterngeld erhalten. Das ist nat√ľrlich nur ein Beispiel. Wie sich die Eltern die Monate gegenseitig aufteilen, ist ihnen √ľberlassen.

Wie kann ich Elterngeld beantragen?

Wenn du selbstständig bist, musst du keine Elternzeit beantragen. Schließlich bist du dein eigener Chef und musst mit dir selbst ausmachen, wann du wie lange arbeiten möchtest. Auch wenn der Nachwuchs da ist.

Was du dagegen beantragen musst ‚Äď und auch unbedingt solltest ‚Äď ist das Elterngeld. Schlie√ülich hast du auch als Selbstst√§ndiger Anspruch auf diese Form der finanziellen Unterst√ľtzung durch Vater Staat.

Zun√§chst besorgst du dir das entsprechende Antragsformular bei dem f√ľr dich zust√§ndigen Amt. Dies steht in der Regel online zur Verf√ľgung. Hier findest du etwa das Formular f√ľr den Antrag auf Elterngeld der Stadt Hamburg.

Zus√§tzlich zum ausgef√ľllten Formular ben√∂tigst du noch‚Ķ

  • die Geburtsbescheinigung deines Kindes
  • deinen Personalausweis
  • deinen Steuerbescheid des Kalenderjahres vor der Geburt oder vor der Haushaltsaufnahme des Kindes
  • deine Gewinn- und Verlustrechnung oder Einnahme-/UŐąberschussrechnung fuŐąr das letzte Wirtschaftsjahr vor Geburt des Kindes
  • eine Prognose, wie viel du w√§hrend des Bezugs des Elterngelds arbeiten und verdienen wirst (wird im Antragsformular angegeben)

Der letzte Punkt ist besonders wichtig. Denn das Amt wird nach Ende des Elterngeldbezugs einen Nachweis √ľber deine tats√§chlichen Einnahmen einfordern. Fallen diese h√∂her aus, als zuvor angegeben, musst du das zu viel gezahlte Elterngeld zur√ľckerstatten. Oder aber, deine Einnahmen fallen niedriger aus als gedacht. In diesem Fall erh√§ltst du eine Nachzahlung.

Wo kann ich den Antrag stellen?

Den ausgef√ľllten Antrag mitsamt den zuvor genannten Nachweisen reichst du bei deiner f√ľr dich zust√§ndigen Elterngeldstelle ein. Diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Berlin ist die Elterngeldstelle des Jugendamts deines Wohnbezirks deine Anlaufstelle. In Hamburg schickst du den Antrag an deine zust√§ndige Dienststelle, die du hier ermitteln kannst.

Eine √úbersicht zu den Formularen und Anlaufstellen f√ľr dein Bundesland findest du bei familien-wegweiser.de .

Wer kann mir beim Antrag helfen?

Wer selbstst√§ndig ist und Elterngeld beantragt, muss sich durch den Dschungel der B√ľrokratie k√§mpfen und sollte keine Fehler beim Ausf√ľllen seines Antrags machen. Aber keine Panik: Wer sich unsicher ist, kann sich Hilfe bei einem externen Dienstleister suchen. Etwa beim eigenen Steuerberater. Das hat gleich zwei Vorteile: Erstens muss man sich nicht selbst um den Antrag k√ľmmern. Zweitens hat der Steuerberater im Normalfall deine Gewinne und Verluste aus dem letzten Wirtschaftsjahr vorliegen. Alternativ gibt es auch zahlreiche Rechtsanw√§lte, die sich auf das Thema Elterngeld spezialisiert haben.

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Welche Voraussetzungen muss ich erf√ľllen?

Grunds√§tzlich bekommt jeder Selbstst√§ndige Elterngeld, der vor der Geburt des Kindes erwerbst√§tig war. Wer sich um den Nachwuchs k√ľmmert und deshalb kein (oder weniger) Einkommen aus seiner selbstst√§ndigen T√§tigkeit generiert, hat Anspruch auf Kindergeld. Doch auch Elternteile wie Studierende, die vor der Geburt des Kindes kein Einkommen hatten, haben Anspruch auf den Mindestsatz in H√∂he von 300 Euro.

Wenn du selbstst√§ndig bist und ein Kind erwartest, solltest du dich so fr√ľh wie m√∂glich mit dem Thema Elterngeld auseinandersetzen. Zum einen, um das Beste f√ľr dich und deinen Nachwuchs rauszuholen. Zum anderen, damit du die b√ľrokratischen H√ľrden, die der Antrag auf Elterngeld mit sich bringt, rechtzeitig meisterst.

Wie wird mein Elterngeld als Selbstständiger berechnet?

Wie du bereits im Abschnitt ‚ÄěWie viel Elterngeld bekommen Selbstst√§ndige?‚Äú dieses Beitrags erfahren hast, bekommen Selbstst√§ndige in der Regel 65 Prozent ihres monatlichen Gewinns als Elterngeld. Doch anders als bei Angestellten, z√§hlt bei Selbstst√§ndigen als zugrundeliegender Verdienstzeitraum zur Berechnung des Elterngelds der zuletzt abgeschlossene Veranlagungszeitraum. Das hei√üt, dass bei Selbstst√§ndigen das letzte Wirtschaftsjahr zur Berechnung des Elterngeld-Anspruchs herangezogen wird und nicht, wie bei Angestellten, die Netto-Einnahmen aus den letzten zw√∂lf Monaten vor Geburt des Kindes.

Tipp: So optimierst du dein Elterngeld

Da sich die H√∂he deines Elterngelds an deinem letzten Wirtschaftsjahr orientiert, zahlt es sich f√ľr dich im wahrsten Sinne des Wortes aus, wenn du m√∂glichst viel Gewinn in dieser Zeit gemacht hast. Du solltest also alles daransetzen, deine Gewinne im Berechnungszeitraum in die H√∂he zu treiben. Zum Beispiel, indem du Rechnungen, die du erst mit dem Ende des letzten Wirtschaftsjahres verschickt h√§ttest, sofort raus sendest und deine Kunden um schnelle √úberweisung bittest. Denn bei der Berechnung deines Elterngeldes z√§hlen nur die Einnahmen, die im vergangenen Wirtschaftsjahr auch wirklich auf deinem Konto eingegangen sind.

Was, wenn ich kein komplettes Wirtschaftsjahr vor der Geburt selbstständig war?

Zur Berechnung des Elterngelds wird bei Selbstständigen das letzte Wirtschaftsjahr herangezogen. Aber was ist, wenn man das Wirtschaftsjahr vor der Geburt seines Nachwuchses nicht komplett selbstständig, sondern zum Teil noch festangestellt war?

In diesem Fall verhält es sich wie bei Festangestellten: Zur Berechnung des Elterngelds werden die Gewinne der letzten 12 Monate vor Geburt des Kindes herangezogen.

Was bedeutet Elternzeit f√ľr meine selbst√§ndige T√§tigkeit?

Wenn du selbstst√§ndig bist, willst du bestimmt auch nach der Geburt deines Kindes nicht die F√ľ√üe stillhalten und weiterarbeiten d√ľrfen. Nicht unbedingt ‚Äď oder ausschlie√ülich ‚Äď weil du ein Workaholic bist. Vielmehr besteht die Gefahr, dass einige Monate Arbeitspause f√ľr dich den Verlust einiger deiner Kunden bedeuten.

Wieviel darf ich während der Elternzeit arbeiten?

Die gute Nachricht: Auch wenn du Elterngeld beziehst, darfst du in der Elternzeit selbstst√§ndig arbeiten. Allerdings ist deine Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche begrenzt und deine erzielten Gewinne reduzieren dein Elterngeld. Denn: Du bekommst 65 Prozent (oder mehr, siehe ‚ÄěWie viel Elterngeld bekommen Selbstst√§ndige?‚Äú) des Differenzbetrags des monatlichen Durchschnittseinkommens aus dem letzten Wirtschaftsjahr und den aktuellen Einnahmen w√§hrend Bezug des Elterngelds.

Du fragst dich jetzt bestimmt, wie du nachweisen sollst, dass du wirklich nur 30 Stunden pro Woche arbeitest. Da du keine Bescheinigung von deinem Arbeitgeber erhalten kannst ‚Äď du arbeitest schlie√ülich selbstst√§ndig ‚Äď musst du in deinem eigenen Namen bekunden, dass du maximal 30 Stunden pro Woche arbeitest. Am einfachsten geht das, in dem du eine Auflistung deiner bisherigen Arbeitszeit anfertigst und anschlie√üend schriftlich erkl√§rst, wie du die Reduzierung der Arbeitszeit auf 30 Stunden bewerkstelligst. Das geht etwa durch die Einstellung einer Aushilfskraft oder die Reduzierung deiner Projekte. Diese Erkl√§rung reichst du dann bei deinem zust√§ndigen Amt ein.

Was ist, wenn meine Prognose zu meinen Eink√ľnften nicht stimmt?

Wenn du planst, w√§hrend des Bezugs des Elterngelds zu arbeiten, musst du eine Prognose zu deinen wahrscheinlich erzielten Eink√ľnften f√ľr diese Zeit angeben. Nur so kann das Amt berechnen, wie viel Elterngeld dir zusteht. Da du aber nicht wissen kannst, ob du wirklich die vollen 30 Stunden pro Woche arbeiten und welche Auftr√§ge du erhalten wirst, musst du deine voraussichtlichen Gewinne absch√§tzen.

Erzielst du wirklich mehr Gewinn als angegeben, ist das kein Problem ‚Äď solange du es deinem Amt rechtzeitig mitteilst. Und das solltest du dringend tun. Denn fliegst du bei einer Stichprobe auf, kommt ein hohes Bu√ügeld auf dich zu. Verdienst du dagegen weniger als gedacht, solltest du auch das dem Amt unverz√ľglich mitteilen. Dann bekommst du n√§mlich mehr Elterngeld.

√úbrigens: Solltest du nur wenige Monate w√§hrend des Elterngeldbezugs mehr verdienen als angegeben, wird dir auch nur f√ľr diese Monate das Elterngeld gek√ľrzt bzw. bei besonders hohen Einnahmen komplett gestrichen. Die restlichen Monate, in denen du das Verdienst, was du auch beim Amt angegeben hast, erh√§ltst du dein Geld ohne Abz√ľge.