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Festival-Saison - Welche Festivaljobs gibt es für Freelancer?

Also nichts gegen Hallenkonzerte, aber Open-Air-Festivals machen meiner Meinung nach gleich doppelt so viel Spaß. Die Atmosphäre in den Sommermonaten ist richtig toll und man kommt mit vielen neuen Leuten und anderen Fans ins Gespräch. Eigentlich sind das ja auch weniger Konzerte, sondern eher große Outdoor-Sommer-Partys. Ok, zugegeben: Mir fehlt mittlerweile schon etwas die Kondition, um mir Tage und Nächte auf solchen Partys um die Ohren zu hauen. Doch vor einiger Zeit musste ich mir das dann doch mal wieder antun: Ich habe Freunde in Kalifornien besucht (übrigens nicht nur für Freelancer eine Reise wert) und dann einen kleinen Abstecher zum Coachella Music and Arts Festival gemacht. Mal ganz abgesehen von der Musik war ich schon ziemlich schwer beeindruckt, wie viel an Organisationstalent und Liebe fürs Detail in solchen Konzerten steckt. An Festivaljobs schien es an dem dreitägigen Spektakel jedenfalls absolut nicht zu mangeln. Aber natürlich musst du nicht gleich über den Atlantik jetten, um als Freelancer einen interessanten Festivaljob abzugreifen. Auch in Deutschland ist bei dem Thema eine ganze Menge los – doch du solltest dabei vielleicht auch den einen oder anderen Punkt im Auge behalten.

Was wird angeboten?

Pauschal lässt sich das natürlich nicht beantworten, da es auch immer von der Größe, Dauer und Professionalität der einzelnen Events abhängig ist. Du kannst dir sicher vorstellen, dass beispielsweise Massenveranstaltungen mit US-Stars in Großstädten einen ganz anderen Bedarf am Thema Sicherheit haben, als ein kleines Country- oder Folk-Festival am Baggersee in einem kleineren Dorf. Auf der anderen Seite gibt es aber ganz spezielle Festivaljobs für Freelancer, die man eigentlich auf jeder Veranstaltung immer wieder antrifft. Diese umfassen vor allem die Bereiche Musik, Technik, Security, Gastronomie und Hospitality. In den ersten beiden Bereichen greifen die meisten Veranstalter bereits auf professionelle Freiberufler oder Angestellte zurück, die sich in Sachen Musik und Technik selbstständig gemacht haben und bereits ein erhebliches Know-How mitbringen. Bei kleineren Veranstaltungen, wie beispielsweise Dorf- und Schützenfesten trifft man aber auch immer wieder freiberufliche Djs, die solche Jobs als Nebentätigkeit wahrnehmen. Gerade auf Konzerten – die sich insbesondere an junges Publikum richten – trifft man immer mal wieder auf Hostessen und Promoter, die bestimmte Produkte und Firmen vorstellen. Dahinter stecken oft größere Unternehmen, die speziell für solche Projekte Freelancer anheuern. Gleiches gilt ebenso für den Bereich Gastronomie und Getränke. Bei kleineren Festivals greifen die Veranstalter hier oft auf regionale Anbieter zurück. Generell kann man festhalten, dass die meisten Dienstleister, die entsprechende Festivaljobs anbieten, nicht der Veranstalter selbst sind. Üblicherweise handelt es sich um Serviceanbieter, die oft Freelancer auf Stundenbasis bzw. die Gesamtdauer einer Veranstaltung beschäftigen.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen?

Allgemein gültige Voraussetzungen für Festivaljobs gibt es nicht. Es können aber bestimmte Qualifikationen oder Nachweise verlangt werden. Wer zum Beispiel als Freelancer in der Gastronomie tätig ist, wird womöglich vom Auftraggeber zur Vorlage eines Gesundheitszeugnisses gefragt. Dieses bekommst du üblicherweise gegen Zahlung einer Gebühr nach einem medizinischen Check-Up bei der kommunalen Gesundheitsbehörde deines jeweiligen Wohnortes. Höher dürften die Anforderungen für Security-Mitarbeiter sein. Neben einem einwandfreien polizeilichen Führungszeugnis sind hier oft umfassende weitere Kenntnisse wie Deeskalations-Trainings oder bestimmtes rechtliches Know-How von Relevanz. Die Arbeit in diesem Bereich setzt zudem oftmals eine hohe körperliche Fitness und Belastbarkeit voraus. Manche Dienstleister haben darüber hinaus bestimmte Klauseln in ihren Freelancer-Verträgen : Möglich wäre zum Beispiel, dass du neben dem Freelance-Job noch als Studierender eingeschrieben sein musst oder das eine Krankenversicherung vorhanden ist. Wichtig ist hier allerdings auch, genau auf die Details zu achten. Vielfach werden nämlich bei Festivaljobs nicht nur Freelancer beschäftigt. Beliebt sind in diesem Bereich ebenfalls die geringfügige Beschäftigung oder befristete Formen durch Zeitarbeit, bei der du aber dann nicht mehr eigenverantwortlicher Freiberufler bist, sondern als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer auftrittst. Es macht also sehr viel Sinn, sich vorab genau zu informieren, welcher Dienstleister welche Arten von Beschäftigungsverhältnissen anbietet.

Wo bewerbe ich mich?

Auch hier gilt: Viele Wege führen nach Rom. Neben einschlägig bekannten Orten, wie den Arbeitsagenturen, kann auch ein kleiner Abstecher zu den Veranstaltungen selbst sinnvoll sein. Dort sind ja oft schon die Promoter, bei denen du dich direkt nach einer Mitarbeit erkundigen kannst. Daneben gibt es zahlreiche Freelancer-Jobportale bzw. Apps , in denen regelmäßig Festivaljobs ausgeschrieben werden. Seriöse Anbieter zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Rahmenbedingungen für Freelancer direkt und transparent im Rahmen einer Stellenanzeige kommunizieren. Dazu gehört nicht nur das Bruttohonorar sondern auch Hinweise bezüglich der abzuleistenden Arbeitsstunden. Prinzipiell sollten Freelancer wie auch Angestellte einen formulierten Arbeitsvertrag des Auftraggebers erhalten, in dem die Details inklusive dem Honorar und Regelungen zur Abrechnung von möglichen Überstunden zusammengefasst sind. Das ist besonders wichtig, denn gerade bei Festivaljobs fallen oft Überstunden an und die Arbeitszeit fällt nicht selten auf das Wochenende oder die späte Nacht.

Autorin Christine Neder berichtet im Blog „Lilies Diary“ von ihren Erfahrungen mit Festivaljobs. Besonders gut schien ihr dabei wohl die Arbeit im mobilen Verkauf der Firma „Goldkorn Event“ gefallen zu haben: „Mehrmals habe ich für Goldkorn gearbeitet und kann es nur weiterempfehlen: Im „mobilen Verkauf“ habe ich beim Nova Rock zum Beispiel soviel verdient, dass ich mir das Ticket im Nachhinein dreimal hätte kaufen können. „Mobiler Verkauf“ heißt, dass man einen Rucksack voll Kaffee (oder Eiskaffee) aufgeschnallt bekommt und Runde für Runde durch sein zugeteiltes Gebiet läuft um Kaffee zu verkaufen. Wie oben erwähnt: Ich habe es geliebt! Klar ist es anstrengend, aber das ist bei all den lustigen Menschen, denen man begegnet, schnell vergessen! Die Bezahlung ist leistungsorientiert und damit ziemlich individuell.“ Zu den Vorteilen gehört ihrer Ansicht nach außerdem, dass man frei hat, wenn am Abend die Bands spielen. Nachmittags liegt es im eigenen Ermessen ob man Geld verdienen oder den Bands zujubeln will. Außerdem gibt es eine endlose Liste von Festivals, an denen man mitarbeiten kann. Ein großer Nachteil ist allerdings, dass die Schichten generell am frühen Morgen beginnen. Man muss also am Freitag, Samstag und Sonntag rechtzeitig fit sein. Wenn du über die Erfahrungen von Christine liest, wird aber das eigentliche Problem bei den Festivaljobs relativ schnell klar: Man kommt einfach sehr leicht in Verführung, die Arbeit zu vernachlässigen und von der Musik bzw. den Bands abgelenkt zu werden. Gerade bei den Security-Jobs ist das natürlich extrem kontraproduktiv. Du solltest dich also nur für einen Festivaljob entscheiden, wenn du dabei wirklich aktiv bei der Sache bist. Ein wichtiger Punkt wäre zudem noch das Alter. Sowohl im Sicherheitsbereich wie auch in der Gastronomie, wo es auch um den Ausschank von Alkohol geht, müssen natürlich rechtliche Voraussetzungen insbesondere das Jugendschutzgesetz beachtet werden.

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Fazit: Wer sucht, der findet

Im Großen und Ganzen kann man festhalten, dass Festivaljobs durchaus ein interessantes Gebiet für Freelancer sind, wenn man nur ein paar Dinge beachtet. Zu bedenken ist vor allem, das viele Tätigkeiten verstärkt in den Sommermonaten ausgeschrieben werden und sich aus diesem Grund nicht unbedingt dafür eignen, in diesem Bereich dauerhaft zu arbeiten. Außerdem werden viele Festivaljobs eher auf Minijob-Basis oder in Form von Zeitarbeit ausgeschrieben. Solltest du dort als Freelancer einsteigen wollen, ist die Suche auf einschlägigen Freelancer-Jobportalen oder die Suche auf den Veranstaltungen vor Ort somit die erste und beste Anlaufstelle. Für viele Tätigkeiten gibt es dazu noch spezielle rechtliche Voraussetzungen wie Volljährigkeit, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis oder Gesundheitszeugnis. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass man sich als Freelancer mit dem einen oder anderen Festivaljob auch die Honorare aufbessern kann. Gerade in den Sommermonaten wird ja gern vom bekannten Sommerloch in der Kasse von Freelancern gesprochen. Wenn du dich dann ohnehin für Musik und Partys interessierst, wäre ein Festivaljob doch eine tolle Gelegenheit, den einen oder anderen Euro hinzuzuverdienen. Vielleicht bietet sich dabei ja sogar die große Chance mal bei einem Coachella-Festival live dabei zu sein. Denn an Publikum aus Deutschland mangelte es bei meinem Besuch dort auf jeden Fall nicht.