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Freelancerinnen verdienen im Schnitt 35% weniger als ihre männlichen Kollegen...wieso?

Wir haben uns mal angeschaut, wie das mit dem Gehaltsunterschied so zwischen Männlein und Weiblein bei Freelancern in Deutschland aussieht.

Das Ergebnis unserer Nachforschung kann einen schon zum Grübeln bringen: Männliche Freelancer verdienen bedeutend mehr als ihre weiblichen Kollegen.

Was wir schon längst wissen und was uns alle sicher nicht überrascht ist, dass in Deutschland Männer allgemein rund 22% mehr als Frauen verdienen, und das über alle Industrien und Tätigkeiten hinweg.

Damit landet Deutschland unter den 27 EU-Staaten fast auf dem letzten Platz (!) im Ranking um gleiche Löhne zwischen den Geschlechtern (nur Estland, Zypern und die Slovakei schneiden noch schlechter ab) (Spiegel & DW) .

Aber wie sieht das Ganze bei Selbstständigen aus?

Wir Selbstständige verhandeln ja nicht nur häufiger um Gehalt, sondern auch mit mehr Freiraum, denn meistens ist man nicht nur auf einen Kunden angewiesen.

So könnte man denken, dass wir auch mehr Macht darüber haben, wie viel wir für eine Leistung oder Ware verlangen.

Wir können uns in der Regel unsere Auftraggeber selbst aussuchen und haben also auch hier mehr Flexibilität und Eigeninitiative (ok, vielleicht nicht immer...).

Als Freelancer guckt man sich meistens auch erstmal genau in der eigenen Branche um bevor man seine Preise für Waren oder Dienstleistungen festlegt.

Kann man somit nicht auch davon ausgehen, dass Frauen, die selbstständig arbeiten ähnlichere Gehälter zu ihren männlichen Kollegen erzielen, als Frauen, die als Angestellte arbeiten?

Anscheinend nicht…

...aber wieso?

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Die Fakten:

  • Ganz allgemein kann man sagen, dass selbstständiges Arbeiten in Deutschland immer noch eher Männersache ist. 15% aller Männer in Deutschland sind selbstständig, im Gegensatz zu nur 8% aller Frauen.
  • Der Großteil der selbstständig Arbeitenden ist zwischen 25 und 49 Jahre alt. Die Mehrheit der Selbstständigen gehört also einer eher jungen Generation an.
  • Der reine Gehaltsunterschied zwischen selbstständig arbeitenden Frauen und Männern liegt bei ganzen 44% und ist damit bedeutend größer als unter Angestellten-Gehältern. (IZA Journal of European Labor Studies)

Aber wodurch lässt sich der große Unterschied erklären?

  • Generell gibt es in Deutschland eine Tendenz, dass Frauen in Jobs segregiert werden, die sich am unteren Ende der Gehaltsstaffelung befinden. Das ist auch der Fall für selbstständig arbeitende Frauen (EC) .
  • Frauen sind außerdem häufiger nebenberuflich selbstständig, weil sie sich in der Regel mehr um die Versorgung von Kindern kümmern, als ihre männlichen Partner (Eurofound) .
  • Selbstständig arbeitende Frauen machen weniger Trainings zur Verbesserung ihres Skill-sets als Männer (EFIP) und fallen so hinter Männer zurück, vor allem mit der Zeit.
  • Unterstützung bei Training und Weiterbildungen für selbstständige Frauen fallen im Schnitt auch geringer aus als für Männer (IZA Journal of European Labor Studies) .
  • Freelancer-Frauen starten im Schnitt mit weniger Kapital als Männer in die Selbstständigkeit (IZA Journal of European Labor Studies) .

Das Problem:

Selbst wenn all jene Unterschiede statistisch berücksichtigt werden, ist der Gehaltsunterschied zwischen weiblichen und männlichen Freelancern immer noch wesentlich höher als bei Angestellten.

Denn nimmt man mildernde Faktoren wie Arbeits-Wochenstunden, Bildungskapital, Segregierung in Industrien oder Existenz von Kindern mit hinzu, so bleibt der Wert immer noch bei ganzen 35%.

Der Unterschied kann also nicht nur mit strukturellen Gründen erklärt werden (IZA Journal of European Labor Studies) .

Wie kommt es dann zu so einer großen Ungleichheit?

  • Eindeutige Diskriminierung von Freelancerinnen von Seiten der Auftraggeber?
  • Verhandlungsschwäche auf Seiten der Freelancerinnen wenn es um Gehaltsfragen geht?

Eine ganz frische und noch unveröffentlichte Umfrage von Bitcom Research zeigt, dass ungefähr 50% der befragten IT Chefs zugeben, IT Freelancerinnen weniger zu zahlen als ihren männichen Kollegen (FAZ) .

Sie begründen das damit, dass Frauen häufig weniger verlangen und öfter nebenberuflich tätig sind, also dementsprechend über weniger Erfahrung verfügen...

Generell ist aber das Problem, dass es einfach noch viel zu wenig Daten über Gehälter von Freelancern gibt, weder für Männer, noch für Frauen, noch Branchenspezifisch…

Dabei ist es gerade bei selbstständiger Arbeit so wichtig, dass man ungefähr Bescheid weiß, was in der Branche verlangt bzw. verdient werden kann.

Problem:

speziell in Deutschland gibt es hierfür so wenig Daten, wie sonst in keinem anderen europäischen Land (IZA Journal of European Labor Studies) , obwohl hier doch sonst alles so gut dokumentiert wird...

Das Thema wird uns alle aber nur noch mehr beschäftigen.

Denn so wie es aussieht, entscheiden sich ja immer mehr Leute fürs Freelancen und die Selbstständigkeit.

Also...

Was wir brauchen ist mehr Info!

Gebt mir einen Moment eurer (zugegebenermaßen) wertvollen Zeit und beantwortet mir zehn kleine Fragen.

Mein Versprechen an euch: Wissenswertes abzuleiten und daüber für uns alle zu berichten.

Natürlich gilt...

...je mehr von uns die Umfrage machen, desto genauere Antworten kriegen wir auch.

Deswegen bitte ich euch: Teilt, kommentiert, liked, spread the word! Muchas Gracias!!