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Freie Sicht für Freelancer

Augengesundheit im Blick 

Vermutlich kennst Du das Gefühl nur zu gut. Die Tage am Notebook nehmen einfach kein Ende. Kundenaufträge stapeln sich auf dem Schreibtisch und während Angestellte am Nachmittag schon längst frei haben, musst Du dich auch noch mit dem nervigen Steuerkram auseinandersetzen. Das ist nicht nur ziemlich nervig, sondern kann schlimmstenfalls auch an die Gesundheit gehen. Insbesondere die Augen müssen an so einem durchschnittlichen Freelancer-Arbeitstag eine ganze Menge wegstecken. Wer mehr oder weniger rund um die Uhr vor einem Computerbildschirm sitzt, sollte aus diesem Grund vor allem auch die eigenen Augen stets im Blick behalten – denn die sind für die meisten Jobs das wohl wichtigste Arbeitsinstrument. 

Doch was ist hier zum Beispiel in Sachen Prävention oder Behandlung zu tun? Ich möchte dazu von meinen eigenen Erfahrungen berichten und habe mir bei Dr. Stefanie Schmickler Rat eingeholt. Sie ist eine der Geschäftsführerinnen des Augen-Zentrum-Nordwest im westfälischen Ahaus und wurde mehrfach von Focus Gesundheit zu den besten Augenärzten in Deutschland ausgezeichnet. 

Besser (nicht) trocken bleiben

Du ahnst vermutlich schon, dass es hier nicht um den Tipp eines Polizisten bei der Alkoholkontrolle geht. Wir reden über das „trockene Auge“ – eine durchaus ziemlich lästige Angelegenheit, die ganz besonders oft Menschen betrifft, welche viel mit Büchern oder am Computer arbeiten. Und genau das sind in der Regel nicht selten die Berufsgruppe der (hoch qualifizierten) Freiberufler. Bemerkbar macht sich die Erkrankung vor allem durch eine Art Fremdkörpergefühl am Auge. „Wichtig ist zunächst einmal öfter zu zwinkern oder auch in die Ferne zu schauen, um das Auge von der andauernden Bildschirmarbeit zu entlasten“, sagt Dr. Stefanie Schmickler. 

Außerdem gibt es in der Apotheke zum Beispiel rezeptfreie Tropfen, mit denen man eine Art künstlichen Tränenfilm schaffen kann. Dann verschwinden die Beschwerden in der Regel schnell. Dennoch, auf die leichte Schulter nehmen sollte man das nicht. Wenn Du ein Fremdkörpergefühl am Auge verspürst ist es auf jeden Fall ratsam, möglichst bald beim Augenarzt vorbeizuschauen. Denn hinter diesen Symptomen können sich auch durchaus gefährlichere Erkrankungen verbergen. Möglich ist zum Beispiel eine Infektion, die dann mit antibiotischen Augentropfen behandelt wird oder im schlimmsten Falle sogar der Grüne Star, eine schwerwiegende Belastung des Sehnervs durch zu hohen Augeninnendruck, welche langfristig sogar zu Blindheit führen kann. 

„Alle Augenbeschwerden sollten grundsätzlich immer vorab von einem Arzt abgeklärt werden“, so Schmickler. An der Aussage der Augenärztin scheint definitiv was dran zu sein. Ich persönlich hatte nämlich auch schon so meine Erfahrungen mit trockenen Augen vor dem Laptop und habe deshalb entsprechende Feuchtigkeitstropfen immer griffbereit im Schreibtisch. Dass „Bildschirmarbeiter“ weniger blinzeln, kann ich somit bestätigen – denn zumindest ertappe ich mich selbst recht häufig dabei, am Display weniger als im sonstigen Alltag zu blinzeln. 

Displays und blaues Licht

Egal ob Du am Notebook oder einen PC-Display arbeitest, eine korrekte Haltung ist in jedem Falle wichtig. Einerseits natürlich aufgrund des korrekten Blickwinkels, um möglichst auch hier die Augen vor zu großen Belastungen zu schützen – andererseits ebenso um Verspannungen und Haltungsschäden zu vermeiden, die dich womöglich später zu einem Orthopäden führen würden. Es gibt einige ganz einfache Regeln, die bei der Aufstellung des Displays zu beachten sind, sagt Dr. Stefanie Schmickler: „Wichtig ist, den Monitor nicht direkt parallel zum Fenster aufzustellen, sondern eher einen 90 Grad Winkel zu wählen.“ 

Auch die einseitige Kopfhaltung vor dem Rechner kann langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen – dazu gehören natürlich Verspannungen, auf lange Sicht besteht sogar die Gefahr von Haltungsschäden. Dies gilt übrigens heutzutage nicht mehr nur am heimischen Computer, denn auch beim Blick auf das Smartphone entwickeln sich zunehmend unnatürliche Körperhaltungen mit denen schon junge Menschen Probleme bekommen.  

Ein anderes Gesundheitsthema wird in letzter Zeit auch recht häufig diskutiert. Konkret geht es um das blaue Licht, welches nicht nur von klassischen Monitoren sondern auch Notebooks, Tablets und Smartphone-Displays abgestrahlt wird. 

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Lass uns reden

Viele Menschen machen sich sorgen, das dies über längere Zeit hinweg ebenfalls zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Einerseits soll das blaue Licht beim Einschlafen stören, wenn man zum Beispiel noch spät am Abend vor dem Computer sitzt oder auf das Smartphone schaut. Vor allem aber kommt in Diskussionen immer wieder die Befürchtung auf, das blaue Lichtanteile langfristig zu Netzhautschäden bis hin zu Blindheit führen können. Diese Befürchtung ist aber wohl übertrieben, denn bislang gibt es keine validen Studien, die derartige Auswirkungen bestätigen. 

Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte das Smartphone nicht unbedingt vor dem Schlafengehen benutzen und eventuell eine Blaulichtfilter-App installieren. Bei vielen Herstellern ist diese Funktion schon bereits ab Werk inklusive und kann je nach Bedarf in den Display-Einstellungen aktiviert werden. 

Dennoch ist natürlich zu bedenken, dass man als „Bildschirmarbeiter“ immer auf die richtige Hardware achten sollte. Und das gilt selbstverständlich nicht nur für das Smartphone. Es ist nämlich durchaus nicht selten, dass aufgrund von unregelmäßigen Arbeitszeiten und vielen Aufträgen gerade die klassische Büroarbeit am Computer sehr häufig in die (späten) Abendstunden fällt. 

Wer also insgesamt als Freiberufler viel Zeit vor dem Rechner verbringt, sollte beim Kauf eines Monitors bzw. Displays nicht allzu knauserig sein. Letztendlich geht es darum die Augen möglichst wenig zu überanstrengen. Doch worauf sollte man beim Hardwarekauf besonders achten? Ideal sind natürlich hohe Auflösungen, viel Bildfläche, gute Kontraste. Flimmern, wie es noch zu Zeiten der klassischen Röhrenmonitore üblich war, ist heute im Prinzip kein Thema mehr, das gilt selbstverständlich auch für günstigere Geräte. Üblicherweise lohnt sich hier der Griff zu einem modernen IPS-Panel oder PVA bzw. MVA-Monitore. 

Auch wenn Notebooks immer mehr zum Alltag gehören, kann ein Computer mit Monitor am Schreibtisch für bestimmte Berufsgruppen aus die sinnvollere Alternative sein. Übrigens gilt auch hier das gleiche Prinzip wie bei den Smartphone-Displays: So weit wie möglich auf die Verwendung des blauen Lichtspektrums in den dunklen Abendstunden verzichten. 

Gesundheitsprogramme nutzen

Prinzipiell lohnt es sich natürlich auch für Freelancer, an Präventionsprogrammen teilzunehmen. Solltest Du regelmäßig mit größeren und bekannten Auftraggebern zusammenarbeiten, ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass es hier betriebsinterne Gesundheitsprogramme gibt. Diese richten sich zwar häufig oft eher an Angestellte, dennoch lohnt es sich bestimmt, mal beim Auftraggeber nachzuhaken. Eventuell kannst Du auch als Selbstständiger an solchen Programmen teilnehmen.

In allen anderen Fällen macht es Sinn, sich diesbezüglich zum Beispiel bei der eigenen Krankenkasse zu erkundigen. Auch hier gibt es spezielle Präventionsprogramme für viele unterschiedliche Erkrankungen und Berufsgruppen. Für die Teilnahme erhältst Du mitunter Rabatte oder Bonuspunkte, welche direkt bei der Krankenkasse gegen Prämien oder sonstige Erstattungen eingelöst werden können. 

Bei all diesen Themen spielt natürlich auch der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Viele Freiberufler sind aufgrund ihrer Arbeitszeit stark eingebunden und haben im Gegensatz zu Angestellten nicht die Möglichkeit, regelmäßig Zeit für die Gesundheitsprävention einzuplanen. Dennoch macht es Sinn, sich diese Zeit zum Beispiel für den regelmäßigen Besuch des Fitnessstudios zu nehmen, denn auf lange Sicht wird dein Körper es dir sicher danken. Das Wichtigste ist und bleibt, dass Du möglichst lange Zeit mit Spaß und Gesundheit als Freelancer am Ball bleiben kannst. 

Fazit

Sich um die eigene Gesundheit zu kümmern ist für Selbstständige definitiv schwieriger, als für Angestellte. Das geht bereits bei den Kosten für die Krankenversicherung los und betrifft ebenso das Thema Prävention. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sollten deshalb für Freelancer selbstverständlich sein, auch wenn die Zeit im Beruf nicht selten mehr als knapp ist. Für häufige Erkrankungen, wie das trockene Auge bei Büroarbeit am Monitor gibt es einfache Möglichkeiten der Selbstmedikation, eine Untersuchung ist jedoch in jedem Falle anzuraten. 

Das Thema Kurzsichtigkeit ist in der Tat etwas komplizierter. Von der Brille über einen Lasereingriff bis hin zur implantierbaren Kontaktlinse ist im Prinzip alles möglich. Einen individuellen Rat kann dir hierbei letztendlich nur dein Augenarzt vor Ort geben. Allerdings solltest Du dabei stets deine eigenen Bedürfnisse buchstäblich nicht aus den Augen verlieren. Wenn Du zwar kurzsichtig bist aber mit einer Brille keine Probleme hast, lohnt sich eine Augenoperation womöglich überhaupt nicht. Ich persönlich spreche aus Erfahrung, denn meine Brille begleitet mich schon seit der Grundschule durch das Studium bis in den Beruf. Ich empfinde die Kurzsichtigkeit mittlerweile gar nicht mehr so sehr als Belastung sondern als Teil von mir – auch wenn ich mir manchmal wünsche, auf die Brille verzichten zu können. 

Mir persönlich ist auch das Thema Prävention ganz besonders wichtig – und das beginnt bereits mit der richtigen Sitzhaltung am Schreibtisch sowie viel ausgleichender Bewegung, zum Beispiel durch regelmäßigen Sport (selbst wenn das verständlicherweise nicht an jedem Tag so leicht von der Hand geht). Wenn man im Beruf also bereits ein paar einfache Dinge beachtet, tut man seinem Körper schon viel Gutes und hat langfristig seltener Probleme mit chronischen Folgeerkrankungen, die leider auch unter Selbstständigen immer mehr zunehmen. 

Weitere Informationen zum Thema Prävention bekommst Du unter anderem bei deiner Krankenkasse, den privaten Krankenversicherern sowie ihren Spitzenverbänden oder im Internet beim Bundesministerium für Gesundheit. Und nicht zu vergessen: Natürlich auch bei deinem Haus- oder Facharzt.