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Freier Mitarbeiter Vertrag - Was muss er beinhalten?

Wie sieht eigentlich ein freier Mitarbeiter Vertrag aus?

Wenn du als Freelancer arbeitest, ist es sehr wichtig, dass du immer einen freien Mitarbeiter Vertrag mit deinen Klienten erstellst. Auch wenn du dich sofort in deine Arbeit vertiefen möchtest, solltest du dir immer Zeit für einen Vertrag nehmen. Der Papierkram macht ja keinen Spaß, aber hat eine große Bedeutung. Ein Projekt ohne jede Form von Papierkram zu nehmen ist eine unsichere Reise, die Frustration und Missverständnisse garantiert. Ganz zu schweigen von dem Problem, dass es keine bindende Vereinbarung zwischen dir und deinen Kunden dazu gibt, wieviel er dir bezahlen muss.

Du hast bereits einen Vorschlag geschrieben, den dein Kunde angenommen hat, und so ist es jetzt Zeit für dich, dem Kunden einen Vertrag zu präsentieren. Einen Vertrag brauchst du:

  • Für die Rechenschaftspflicht
  • Um dich zu schützen (anwendbar sowohl für dich als auch für deinen Kunden)
  • Dass sich der Kunde einen Umfang des Projekts hat und sich klar macht, was deine Aufgaben sind

Du bist kein Anwalt. Dies ist nicht, wofür du dich beworben hast; Schreiben von Verträgen, Unterzeichnung von Dokumenten und das Schwimmen durch Papierkram und Verwaltung. Nein, du bist kein Anwalt, aber du bist selbstständig und diese Berufsbezeichnung kommt mit vielen Verantwortlichkeiten und Rollen. Als Freelancer bist du verantwortlich dafür wie du arbeitest, wie du bezahlt wirst, an was und wann du arbeitest. Du hast vermutlich den lohnendsten dennoch herausfordernden Job, den es gibt.

Vielleicht hast du einige Client-Arbeit in der Vergangenheit ohne einen Vertrag abgeschlossen und es ist alles glatt gelaufen. Tja, das ist selten (und riskant). Du bist jetzt ein Unternehmer, was bedeutet, dass du dein Freelancing als ernstes Geschäft behandeln musst. Das bedeutet rechtliche Dokumente, Vorschläge, Verträge und vieles mehr.

Wenn es um Freelancer-Verträge geht, gibt es zwei verschiedene Vertragstypen: Dienst- und Werkvertrag. Ein Vertrag gilt als Dienstvertrag wenn der Auftragnehmer Dienstleistungen zum Kunden anbietet, aber sich nicht verpflichtet die Leistungen auch erfolgreich abzuschließen. Der Kunde wird allerdings verpflichtet, den Auftragnehmer für seine Dienste zu vergüten. Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich der Auftragnehmer das Werk zu Ende zu bringen.

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In einem freien Mitarbeiter Vertrag solltest du alles Wichtige festlegen. Die wichtigsten Punkte, die in dem Vertrag sein sollten sind:

1. Preise

Dies ist wahrscheinlich der wichtigste Teil eines freien Mitarbeiter Vertrags und es ist von entscheidender Bedeutung, dass du schon zu Beginn sicherstellst, dass alle Bedingungen, die der Kunde im Auge haben könnte, dich nicht benachteiligen. Es ist z.B. wichtig, dass du von vornherein klar festlegst, ob du Pauschal oder pro Stunde bezahlt werden willst und wann du bezahlt wirst. Für ein großes Projekt, das mehrere Monate umfasst oder offen ist, musst du die Zahlungsfrequenz bestimmen (zum Beispiel monatlich).

2. Überarbeitungen

Einige Klienten sind sehr wählerisch, einige können sich nicht richtig entscheiden, was sie von dir haben wollen. Deswegen musst du eine Klausel haben, die eine vernünftige Anzahl von Revisionen festlegt, nach der du einen Betrag pro Stunde oder Korrektur bezahlt kriegst, denn sonst könntest du endlos mit der Arbeit festsitzen. Wenn du eine solche Klausel hast, wird es dich nicht nur von perfektionistischen Kunden retten, sondern den Kunden auch dazu bringen, sich mehr auf ihre gewünschten Veränderungen zu konzentrieren und hoffentlich dafür sorgen, dass sie sorgfältiger über ihre Entscheidungen nachdenken.

3. Umfang

Wenn du jemals die gefürchteten Worte gehört hast, "Hey, ich habe gerade an etwas Großes gedacht, dass wir wirklich in dieses Projekt einfügen müssen!", wirst du genau verstehen, was diese Klausel sicherstellt: lege immer die genauen Details von den Umfang des Projekts fest. Du musst eine sehr klare Vorstellung von dem haben, was in dem Vertrag ist und was nicht, weil endlose unbezahlte zusätzliche Arbeit sollte nicht eine deiner Aufgaben sein. Wenn ein Klient etwas extra will, sollte eine Klausel sagen, dass zusätzliche Arbeit separat verhandelt wird und dafür sorgen, dass du für alles was du tust, bezahlt wirst.

4. Copyright

Je nachdem, welche Art von Freelancer du bist und die Art der Klienten für die du arbeitest, gibt es verschiedene Arten von Urheberrechten und eine Reihe von Fragen, die entstehen könnten. Viele Kunden wollen, dass die Arbeit, die für sie erledigt wird auch einzigartig ist. Das bedeutet, dass die Vergabe von Urheberrechten an sie zumindest für den ersten Gebrauch sein sollte, und es gibt alle möglichen Optionen und Nuancen für bestimmte Arten von Arbeit.

5. Frist

Manchmal bist du derjenige, der eine Frist definieren will, aber oft wird der Kunde selbst auch eine Frist im Hinterkopf haben. Nachdem das in einer Klausel in dem Vertrag festgesetzt ist, ist das etwas, was dich und deinen Kunden fokussiert, und sollte dazu beitragen unangemessene Verzögerungen zu verhindern.

Beim Erstellen eines freien Mitarbeiter Vertrags solltest du dich auch gegen Scheinselbstständigkeit absichern. Wenn du nicht weißt, dass du es mit Scheinselbstständigen zu tun hast, kann das beide Seiten viel kosten. Der erste Schritt mit dem du dich schützen kannst, ist den Vertrag „Dienstvertrag“ zu nennen, anstatt „Arbeitsvertrag“. Außerdem sollte in dem Vertrag auch folgendes stehen:

  • Dass jeder freie Mitarbeiter für seine Steuer und andere Abgaben selber verantwortlich ist
  • Wie viel Geld jeder freie Mitarbeiter bekommt
  • Welche Aufgaben jeder freie Mitarbeiter ausüben soll und wie er dafür gewährleistet

Empfohlen wird auch, dass in dem Vertrag eine Klausel steht, die den freien Mitarbeitern die Zusammenarbeit mit anderen Kunden erlaubt und dass er Aufträge ablehnen kann.

Um Projekte von Klienten zu bekommen, musst du auch einen angemessenen Stundenpreis anbieten. Einige der größten Faktoren hier sind Erfahrung, Standort, Kosten in deinem Bereich, Jahreszeit und das Volumen. Wenn es einen Mangel an Arbeit gibt, kann dies einen Bieterkrieg für Freiberufler auslösen, was dazu führen kann, dass Stundenpreise absinken. Wenn es einen Mangel an qualifizierten Freelancern und einen Zustrom von Arbeit gibt, kann dies zu höheren Stundenpreisen führen. Um einen Vollzeit-Äquivalent für deinen Lohn festzustellen, solltest du das durchschnittliche Gehalt herausfinden, welches ein Unternehmen für Vollzeit-Beschäftigung zahlen würde. Wenn du das Gehalt herausgefunden hast, kannst du es durch 52 teilen (Anzahl der Wochen im Jahr), und dann noch mit 40 (Arbeitsstunden per Woche).

Dies wird dann einen passenden Stundenlohn für die Arbeit ergeben. Wichtig ist auch die Konkurrenz zu betrachten, wenn du deine Preise definierst. Der Standort deines Kunden und die Konkurrenzangebote beeinflussen deinen Stundenpreis sehr. Wenn du zu niedrige Preise anbietest, wirst du dich selbst und den Markt unterbieten. Wenn du den Preis zu hoch stellst, kannst du Probleme haben, Arbeit zu finden. Sobald du einen Stundenpreis hast, liegt es an dir, die Trends und durchschnittlichen Gehälter in deinem Beruf weiterhin zu überwachen. Ein einfacher Weg, die aktuellen Preise zu wissen ist einfach andere Freiberufler zu fragen.

Als Freiberufler solltest du auch wissen, wie viel Zeit dein nächstes Projekt in Anspruch nehmen wird. In der Lage zu sein, effektiv die Zeit für jedes Projekt zu schätzen, ist von großer Bedeutung. Wenn du das nicht kannst, dann kannst du auch nicht wissen, wie viel du für deine Arbeit berechnen kannst oder wie du am besten deinen Zeitplan aufbauen solltest.

Bevor du abschätzen kannst, wie lang ein Projekt dauern wird, musst du genau verstehen, was alles mit dem Projekt verbunden ist. Du kannst ein Projekt nicht gut einschätzen wenn alles was du über das Projekt weißt ist, dass der Klient ein Logo oder eine Webseite möchte. Wenn du nicht sicher bist was das Projekt alles mit sich bringt, stell dem Klienten Fragen, bis du alles mit Sicherheit verstehst.

Falls du Projekte über Agenturen oder Kooperationen akzeptierst, wo du nicht direkt mit dem Endkunden kommunizierst, solltest du besonders vorsichtig sein. Du musst sicher gehen, dass die Person, die das Projekt koordiniert, sowohl deinen Beruf als auch die Anforderungen des Kunden vollständig versteht. Wenn das nicht der Fall ist, kann schlechte Kommunikation dich viel Zeit und Geld kosten.

Um eine gute Einschätzung für die Zeit zu kriegen, ist es am besten, dass du das ganze Projekt in seine Bestandteile teilst, sodass du einen Überblick über alle Dinge die du tun musst hast. Hier kannst du analysieren, wie viel Zeit du für jeden Teil brauchst, und so eine Gesamteinschätzung erhalten. Am besten ist es immer, sich noch zusätzliche Zeit zu geben, falls es zu irgendwelchen unerwarteten Ereignissen kommt (zum Beispiel Krankheit). Es ist immer besser den Kunden einen größeren Zeitraum zu versprechen und mit dem Projekt früher fertig zu sein, als einen kleineren, und dann den Termin zu brechen.

Im Internet gibt es viele Templates für freie Mitarbeiter Verträge die du herunterladen und benutzen kannst, um einen Vertrag zu machen. Eine der besten Seiten dafür ist smartlaw.de ( https://www.smartlaw.de/vertrag-fuer-freie-mitarbeiter?utm_source=lto&utm_medium=musterdok&utm_content=freier_mitarbeiter_c&utm_campaign=lto_freier_mitarbeiter ). Hier kannst du sehr leicht einen Vertrag erstellen.

Wenn du dich als Professioneller positionieren willst, musst du Verträge mit deinen Kunden unterzeichnen. Auch wenn es wie harte Arbeit erscheint, lohnt es sich auf lange Sicht. Ohne Vertrag hängt alles in der Luft und du bist zu vielen Gefahren ausgesetzt. Nur wenn alle Bedingungen mit deinen Kunden klar auf dem Papier definiert sind, kannst du sicher sein, dass du auch Erfolg haben wirst.