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Die besten Hotspots in Deutschland für Freelancer

Zeit für einen Tapetenwechsel

Freelancer haben einen wirklich großen Vorteil gegenüber Angestellten. Ich spreche jetzt nicht von der freien Einteilung seiner Arbeitszeit oder der Möglichkeit, selbst Chef zu sein. Nein, der meiner Meinung nach wirklich schönste Aspekt der Selbstständigkeit ist, sich seinen Arbeitsort selbst aussuchen zu können. Während Angestellte in der Regel örtlich an ihren Arbeitgeber gebunden sind, können Selbstständige ihren Job im besten Falle sogar mit dem Notebook am Strand erledigen. Dennoch müssen auch Freelancer hin und wieder mal umziehen und das ist nicht unbedingt ein einfaches Thema. Bist Du es gewohnt eher ruhig auf dem Dorf zu Leben ist womöglich ein Umzug nach Berlin schon eine große Herausforderung, die vielleicht noch zum neuen Job hinzukommt. Umgekehrt mag für jemanden der die Großstadt gewöhnt ist, ein beruflicher Wechsel aufs Dorf auch nicht das Gelbe vom Ei sein. Zwar ist der Arbeitsort vielleicht nicht unbedingt der wichtigste Aspekt, wenn Du ohnehin den ganzen Tag im Homeoffice verbringst, doch sollte man sich trotzdem ein paar Gedanken über das Thema machen. Das Digitalunternehmen caya hat sich angeschaut, wie attraktiv 20 deutsche Städte für Freelancer sind . Dabei gab es durchaus so einige interessante Überraschungen, über die Du gleich mehr erfährst. Eins aber schon vorab: Die üblichen Verdächtigen unter den beliebtesten Städten finden sich in der Hitliste nicht ganz vorn.

Bewertungskriterien

caya hat insgesamt 20 deutsche Großstädte für den Test ausgewählt und in die vier unterschiedlichen Kategorien Arbeit, Leben, Coworking und Mobilität aufgeteilt. Die Kategorie Arbeit umfasst laut caya dabei die Anzahl der Jobangebote speziell für Freelancer und Kosten, welche in der jeweiligen Stadt für eine Gewerbeanmeldung anfallen. In die Kategorie Coworking entfiel das Angebot an Coworking-Spaces und WiFi-Cafés sowie das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Die Kategorie Leben umfasst die durchschnittliche Kaltmiete in der jeweiligen Stadt und den Preis für einen Cappuccino für die Kaffeepause zwischendurch. Um als Freelancer oder Selbständiger von A nach B zu kommen, muss man außerdem auch gut angebunden sein. Deshalb wurden in die Kategorie Mobilität die Anbindungen im Nah- und Fernverkehr – Nahverkehrsangebote, ICE-Verbindungen und die Nähe zum Flughafen aufgenommen. Zeitraum der Erhebung war Oktober 2018. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang sicherlich die Faktoren Arbeit und Co-Working, denn neben dem Potenzial an Auftraggebern werden Coworking-Arbeitsplätze für Freelancer als Alternative zum Homeoffice oder der Arbeit bei den Auftraggebern vor Ort interessanter. Die steigende Attraktivität dieser Form von Arbeitsorten hat allerdings in letzter Zeit als Kehrseite zu steigenden Preisen für die Anmietung von Coworking-Spaces für Freiberufler bzw. Startup-Unternehmer geführt – und das gilt natürlich ganz besonders für attraktive Lagen in Großstädten. Aufgrund der besonderen Wichtigkeit wurden die Faktoren Arbeit und Mietpreise doppelt gewertet.

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And the winner is…

Berlin? München? Hamburg? Nein. Die beste Stadt für Freiberufler ist laut caya-Studie Düsseldorf. Die Rheinmetropole in NRW schneidet in den wichtigen Faktoren Arbeit und Coworking ausgezeichnet ab und hängt Berlin deutlich ab. Lediglich Frankfurt am Main schafft im Bewertungsfaktor Arbeit mit 47 Punkten ein vergleichbares Ergebnis und teilt sich vor diesem Hintergrund mit Düsseldorf einen verdienten ersten Platz. Das Ergebnis sollte aber wohl den einen oder anderen Experten nicht überraschen. Düsseldorf ist für Freelancer optimal. Das liegt zu einen an der perfekten geografischen Lage zwischen den ökonomisch wichtigsten deutschen Regionen Rheinland und Ruhrgebiet. Nur einen Katzensprung entfernt befindet sich mit Köln eine der wichtigsten deutschen Städte für die Medien, Werbe- und Marketingbranche. Hinzu kommt ein sehr gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz und natürlich viele Coworking-Spaces. Einen Haken hat die ganze Sache dann aber doch. Wie in allen attraktiven Großstadtlagen sind auch die Mieten in der NRW-Landeshauptstadt alles andere als ein Schnäppchen. Laut Mietspiegel des Wirtschaftsmagazins Capital müssen Mieter in der Düsseldorfer Altstadt bei Bestandswohnungen bis zu 19,87 Euro je Quadratmeter auf den Tisch legen. Wer also als Startup ins attraktive Düsseldorf möchte, sollte in diesem Falle besser zunächst eine Wohnung in Randlage suchen, um sein Budget nicht schon vorab komplett zu sprengen.

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Frankfurt, Hannover, Köln

Mit Köln liegt mindestens eine gute Alternative zu Düsseldorf nur einen Katzensprung entfernt. Wem allerdings neben den Job-Angeboten, Coworking-Spaces und Freizeitangeboten auch das Thema Mobilität besonders wichtig ist, der sollte sich vielleicht einmal die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover genauer anschauen. Immerhin schaffte es die Messestadt hier mit 44 Punkten ganz weit nach vorn. Und auch hier im Norden ist das Umfeld für Freelancer interessant. Denn auch andere attraktive Metropolen mit vielen Auftraggebern und kreativen Zentren wie Hamburg und Bremen sind aus Hannover gut erreichbar. Etwas schade ist allerdings, dass sich caya in seinen Untersuchungen lediglich Metropolen angeschaut hat. Sicherlich bieten ebenso kleine und mittelgroße Städte sehr attraktive Lebensbedingungen für Freelancer und Startups. Außerdem können die Städte oft auch mit günstigen Mieten punkten. Und das ist gerade für viele Freiberufler interessant, die zum Beispiel ihren Arbeitsschwerpunkt auf das Homeoffice legen. Letztendlich muss natürlich jeder Gründer für sich selbst entscheiden, welches Kriterium individuell am stärksten zu gewichten ist. Ganz sicher lässt sich aber wohl festhalten, dass ein hohes Auftraggeber-Potenzial vor Ort für die meisten Freelancer sicherlich ein ganz entscheidender Faktor sein dürfte. Gerade auch in der IT-Branche sind Selbstständige sehr oft bei ihren Kunden vor Ort, wohingegen dies in der Kreativ- bzw. Werbebranche nicht unbedingt so stark notwendig ist. Ich persönlich habe das Glück als Freelancer einen Job auszuüben, den ich eigentlich von überall aus machen kann – vielleicht sogar als digitaler Nomade vom anderen Ende der Welt. Das weiß ich natürlich sehr zu schätzen, auch wenn ich hin und wieder einmal darüber nachgedacht habe, meinen Wohnort zu wechseln und vielleicht auch einen Coworking-Space mit anderen Freiberuflern gemeinsam zu nutzen. Im Moment ist das nicht unbedingt nötig, aber wäre zumindest in meinem Falle auch nicht völlig ausgeschlossen. Zumindest würde ich mir aber wünschen, dass das Angebot für Gründer und Startups auch auf dem Land abseits großer Städte besser wird. Zwar kann man dort keine Auftraggeber hinzaubern, aber wie die Beispiele der großen Metropolen zeigen ist es durchaus möglich, die Infrastruktur für Selbstständige deutlich und nachhaltig verbessern.

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Überraschende Ergebnisse

Ganz klar, damit hätten die meisten Selbstständigen wohl nicht gerechnet. Fragt man nach den besten Hotspots für Startups, denken die meisten wohl eher an Städte wie Berlin, München oder Hamburg. Dass aber ausgerechnet Düsseldorf, Frankfurt und Hannover unter den Top 3 und damit besonders attraktiv für Freiberufler sind, hätten vermutlich viele Beobachter so nicht erwartet. Tatsächlich bieten die drei Städte eine ganze Menge, um Freelancern das Leben leichter zu machen. Erweitert man die Liste sogar auf die Top 10, kommen mit Köln, Münster und Bonn noch drei weitere Städte in NRW hinzu. Damit dürfte sich das westliche Bundesland eindeutig zum attraktivsten Standort für Gründer, Freiberufler und Selbstständige gemausert haben und hängt Berlin weit ab, welches es in der caya-Studie lediglich auf einen eher schwachen neunten Platz geschafft hat. Berlin hat also zwar einerseits ein hippes Image, schneidet aber in den für Freiberufler sehr wichtigen Faktoren Arbeit und Leben deutlich schlechter als seine Mitbewerber aus NRW, Hessen und Niedersachsen ab. Letztendlich sollten Gründer sich genau überlegen, welche Bedürfnisse und Anforderungen sie an ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt haben. In jedem Fall bietet die caya-Studie eine gute Grundlage, um die Standortentscheidung professioneller treffen zu können.