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Influencer werden- wie starten, was ist zu erwarten?

Cocktails in Dubai, immer die neuesten Klamotten, das aktuellste Smartphone, übernachten in den schönsten und angesagtesten Luxushotels auf den Seychellen. Das hört sich erst einmal nicht wirklich nach Arbeit an. Tatsächlich gibt es aber eine ganze Menge – vor allem junger Menschen – die auf Youtube oder anderen sozialen Medien wie Instagram den ganzen Tag absolut nichts anderes tun und damit sogar noch ihren Lebensunterhalt finanzieren.

Was ist ein Influencer?

Kurzum: Eine Persönlichkeit, die in den sozialen Medien Zehn-, Hunderttausende bis hin zu Millionen Anhänger, so genannte „Follower“ hat. Durch diese Reichweite ist die Person natürlich auch eine interessante Werbefläche für die Marketingabteilungen großer Unternehmen. Die Idee dahinter ist folgende: Der Influencer nutzt oder präsentiert Produkte des Unternehmens in den sozialen Medien und setzt durch die Nutzung dieser Produkte Trends. Das spricht sich unter den Followern und deren Freunden schnell herum. Das Unternehmen erreicht sehr schnell eine gigantische Reichweite ohne dafür viel Geld in Werbung oder Marketing investieren zu müssen. Auf der anderen Seite bekommt der Influencer die genannten Produkte kostenfrei und/oder wird von den Unternehmen finanziell honoriert. Das ist zwar für die Konzerne auch nicht billig, aber oftmals immer noch viel günstiger als klassische Werbung im Fernsehen, Zeitungen oder im Internet zu schalten. Was für die Firmen aber viel wichtiger, wenn nicht sogar unbezahlbar ist: Vertrauen. Denn wenn das persönliche Idol auf Youtube ein Produkt selbst nutzt, dann kann es natürlich nicht schlecht sein.

Influencer werden - Wie klappt es?

Genau hier liegt der Knackpunkt. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Wenn Du Influencer werden willst, musst Du zunächst erst einmal in den sozialen Medien bekannt werden. Und zwar richtig bekannt. Eines vorweg: Das geht nicht von Heute auf Morgen. Viele der in Deutschland und den USA bekannten Influencer haben teils Jahre gebraucht und sich ihre Popularität hart erarbeitet. Du brauchst in jedem Falle einen langen Atem, wenn Du diesen Weg gehen willst. Die Grundlage ist zum Beispiel ein Youtube-Account, eine professionelle Videokamera und eine Software um Deine Videos am Computer zu schneiden und zu bearbeiten. Sei Dir darüber klar, dass Du gute Kenntnisse im Video-Editing benötigst, wenn du Influencer werden möchtest oder zumindest einen Freund oder Kollegen, der Dich bei der Bearbeitung der Videos unterstützt.

Influencer werden: Finde ein interessantes Thema

Um überhaupt in den sozialen Medien wahrgenommen zu werden, brauchst du zunächst einen interessanten Aufhänger. Während sich auf Instagram vor allem Influencer präsentieren, die bereits prominent sind, hast du bei Youtube die Chance, auch aus dem Nichts ein „Star“ zu werden. Ratsam ist es ein Thema für Deinen Kanal zu wählen, das für sehr viele Menschen besonders interessant ist. Mode, Technik, Fitness, Reisen, Beauty- und Wellness sind zum Beispiel klassische Themen, die sehr viele jüngere Zuschauer anziehen. Sei Dir aber bewusst, dass es zu diesen Themen bereits unzählige Angebote anderer Youtuber gibt. Daher wird es zunehmend schwieriger, aus der Menge der anderen Influencer hervorzustechen. Auch werden sich die Unternehmen vor allem auf die Youtuber konzentrieren, die bereits eine große Fangemeinde aufgebaut haben und deren Kanäle bereits sehr bekannt sind. Es kann also durchaus auch sinnvoll sein, vielleicht ein Nischenthema zu wählen, mit dem du vielleicht nicht gleich eine Million Fans und Follower einsammelst, dafür aber exklusiven Content bietest.

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Influencer werden: Jetzt wird Geld verdient

Wenn Du die ersten Hürden genommen hast, wird es nun ernst. In der Anfangsphase wirst du nicht viel Geld verdienen. Viele Youtuber „monetarisieren“ zunächst ihre Videos, bekommen also regelmäßig einen bestimmten Betrag von Youtube ausgezahlt. Dieser Betrag hängt davon ab, wie oft ein Video zum Beispiel pro Monat angeklickt und damit gesehen wurde. Du musst die dazu im AdSense Programm anmelden und gestattest Youtube damit, Werbung in Deinen Videos zu schalten. Da die Einnahmen hier jedoch nur gering sein werden, gehen viele Youtuber dazu über, eigene Werbeartikel an ihre Fans zu verkaufen.

Ab einem gewissen Zeitpunkt – also wenn Du eine kritische Masse an Fans auf Deinem Kanal erreicht hast, wirst Du für werbetreibende Unternehmen interessant. Es wird dann nicht nötig sein, dass Du Dich aktiv um Deine Werbekunden kümmerst, sondern Firmen werden auf Dich zukommen und nach einer Zusammenarbeit fragen. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass rund 100.000 Follower nötig sind, damit diese kritische Masse erreicht wird. In den Social Media-Abteilungen der Firmen sitzen Mitarbeiter, die für sie interessante Kanäle im Auge behalten.

Möchtest Du darüber mehr erfahren, wie man mit YouTube Geld verdienen kann? Dann lies unseren Blog Artikel Wie kann ich mit Youtube Geld verdienen? .

Die lästige Bürokratie

Wie bei allen selbstständigen Tätigkeiten, wirst Du auch als Influencer nicht um Behördengänge herum kommen. Um Influencer zu werden empfiehlt es sich, zunächst als Freiberufler bzw. Kleinunternehmer zu starten. Hier hast du gewisse rechtliche Freiheiten und Dein Einkommen ist bis zu einem bestimmten Betrag von der Umsatzsteuer befreit. Die Anmeldung dieser Tätigkeit erfolgt einfach über das für Dich zuständige Finanzamt, bei dem Du auch eine Steuernummer erhältst. Solltest Du Dich jedoch später entscheiden, gewerbsmäßig Produkte über Deinen Kanal zu verkaufen, musst Du auf regulärem Wege eine Gewerbe anmelden. Die Rechtsformen sind beispielsweise GbR oder GmbH und erfolgen in der Regel über die Gewerbeamt der zuständigen Gemeinde. An- und Ummeldungen sind teilweise gebührenpflichtig, die Abmeldung eines Gewerbes ist gebührenfrei. Beachte auch, dass Du bei der Anmeldung einer GmbH, OHG oder UG einen notariellen Gründungsvertrag vorlegen musst. Wie man ganz genau ein Gewerbe anmeldet erfährst du in unserem Blog Post Gewerbe anmelden - Schritt für Schritt zum eigenen Gewerbe .

Finanzen automatisch regeln

Natürlich gilt auch hier das Prinzip: Trenne Privates von Geschäftlichem. Wenn du Influencer werden möchtest, sollte neben dem Gang zur Stadtverwaltung und dem Finanzamt sollte eine Deiner ersten Aufgaben sein, ein Geschäftskonto für Deine Einnahmen aus freiberuflicher oder selbstständiger Tätigkeit einzurichten. Aber Vorsicht, denn gerade hier kannst Du als Anfänger vieles falsch machen. Gerade die Filialbanken vor Ort lassen sich die Geschäftskonten gut bezahlen. Neben einer hohen Kontoführungsgebühr fallen oftmals nicht unerhebliche Zusatzgebühren für Buchungsposten an. Und das kann gewaltig an Deinem Budget nagen. Wenn Du beispielsweise am Anfang nur Kleinbeträge für Merchandising und Video-Klicks verdienst, die Bank dir aber auf der anderen Seite zwischen 30 und 90 Cent für eine Lastschrift oder Überweisung auf deinem Geschäftskonto abknüpft, ist das mit Sicherheit unnötig und es gibt bessere Alternativen. Zum Beispiel das Kontist Girokonto. Es ist für Dich als Freelancer oder Gewerbetreibender gebührenfrei, Du kannst es vollständig mobil am Smartphone führen und es hat einen ganz besonderen Clou: In der App kannst Du automatisch den Betrag für die Umsatz- und die Einkommensteuer „zur Seite legen“. So nimmt das Konto dir quasi den wichtigsten Teil der aufwändigen Buchhaltung ab.

Influencer werden: Vorsicht bei Musik und Werbung

Dein Kanal sollte natürlich kreativ und interessant sein. Allerdings musst Du einige wichtige Regeln beachten. Du darfst nicht einfach urheberrechtlich geschützte Musik oder Videos verbreiten. Dies kann nicht nur zu Abmahnungen und erheblichen Geldstrafen führen, im schlimmsten Falle kann Youtube Deinen Kanal dann auch still legen. Dann wäre Deine Influencer-Karriere zu Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Grundsätzlich gilt auch, dass Du beim öffentlichen Abspielen von Musik – wie jeder andere Gewerbetreibende auch – GEMA -Gebühren zu entrichten hast. Beachte bitte auch, dass Du für die Vermarktung von Produkten auf deinem Kanal die Zustimmung des Herstellers einholen musst. Natürlich darfst Du Deine Meinung zu den Produkten sagen, Sie müssen aber der Wahrheit entsprechen. Solltest Du zum Beispiel einem Produkt eine minderwertige Qualität unterstellen und dies entspricht nicht der Wahrheit, kann es zu Schadensersatzforderungen durch den Hersteller führen.

Bleib auf dem Boden

Leider gibt es unter den Influencern auch reihenweise schwarze Schafe. Auf keinen Fall solltest Du Deine Bekanntheit dazu missbrauchen, bei allen möglichen Unternehmen Gratis-Leistungen abzustauben. Nach einem kostenlosen zweiwöchigen Aufenthalt in einem Luxushotel für zehn Personen zu fragen ist definitiv nicht die feine Art, selbst wenn man sich in den Social-Media-Kanälen bereits einen Namen gemacht hat. Das schadet Deiner Reputation und spricht sich schnell in der Branche herum. Die goldene Regel ist und bleibt: Interessierte Unternehmen kommen früher oder später auf Dich zu, um ihre Produkte auf Deinem Kanal in Szene zu setzen.

Influencer werden: Sei wie Du bist

Eine der wichtigsten Eigenschaften, um erfolgreicher Influencer zu werden, ist Authentizität. Deine Follower merken schnell, wenn Du Dich verstellst. Mit anderen Worten: Wenn Du kein Partyhengst bist, solltest Du nicht unbedingt einen Kanal über die angesagtesten Clubs betreiben. Auch macht ein Reisekanal wenig Sinn, wenn Du selbst Deinen Urlaub lieber auf Balkonien verbringst. Wähle ein Thema, das Dir selbst großen Spaß macht. Das hat nicht nur den Vorteil, dass Du glaubwürdig wirkst. Es wird Dir außerdem helfen, die lange Durststrecke zum Erfolg durchzuhalten und bei Deinem Lieblingsthema am Ball zu bleiben. Und ein kleiner Geheimtipp: Höre auf diejenigen, die als Influencer bereits Erfolg haben. Die „Stars“ der Youtube-Szene berichten oft selbst in ihren Videos, wie sie zum Erfolg kamen und was dazu nötig war. Das geht sogar von Angesicht zu Angesicht. Auf der Messe „ VideoDays “ am 16. und 17. Juni in der Mercedes-Benz Arena Berlin oder am 11. und 12. August in der Lanxess-Arena Köln. Auf Europas größtem Youtube-Festival treffen sich rund 300 Influencer mit ihren Fans. Wenn du Influencer werden möchtest, knüpfe Kontakte. Wenn du unsere Tipps beachtest, steht einer Karriere als Influencer nichts mehr im Weg.