Wie du in der Kinderbetreuung in die Selbständigkeit startest | Kontist
Selbstständigkeit

Wie du in der Kinderbetreuung in die Selbständigkeit startest

Nina Sickinger

Freelance Editor

27. Apr. 2021

Das Thema Kinderbetreuung ist omnipräsent. Meist leider im negativen Sinne. Denn seit vielen Jahren haben wir hohe Geburtenraten und die Nachrichten von fehlenden Betreuungsplätzen für Kinder füllen die Schlagzeilen. Und obwohl Eltern in Deutschland mittlerweile seit dem 1.8.2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, sobald ihr Kind das erste Lebensjahr vollendet hat, gibt es nach wie vor viel zu wenige davon. Aber wer berufstätig ist und als Elternteil nach der Babypause wieder arbeiten möchte, muss sich darauf verlassen können, dass sein Kind optimal, sicher und zuverlässig betreut wird. Das ist eine Seite der Medaille. 

Die andere sieht so aus: Ein hoher Bedarf und die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder sind also definitiv gegeben. Aus diesem Grund erscheint vielen die Idee, sich in diesem Bereich selbstständig zu machen, äußerst attraktiv und ist aus den gegebenen Anlässen auch relativ erfolgversprechend. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit Kinderbetreuung selbständig zu machen. Die beiden wichtigsten stellen wir dir heute vor.   

Selbständig als Tagesmutter oder Tagesvater

Was vorab wichtig ist: Wie bei jedem anderen Business auch, solltest du vorab im Rahmen einer genauen Planung beziehungsweise eines Business-Plans eine Standortanalyse durchführen. Wie ist die Lage in dem Umfeld, in dem du dich ansiedeln möchtest? In manchen Städten und auch auf dem Land sind Kitaplätze so rar, dass Eltern sich teilweise schon vor der Geburt ihres Kindes um einen Platz bewerben, aus Angst später keinen zu bekommen.

Wäre das an deinem gewünschten Standort so, müsstest du dir um eine Auslastung wenig Sorgen machen. Denn dort, wo das vorhandene Betreuungsangebot nicht ausreicht, könnte deine Geschäftsidee von Anfang an Erfolg haben. Aber an anderen Standorten könnte das anders aussehen, weil das Angebot an Kindertagesstätten und Einrichtungen verschiedenster Art sehr hoch ist. 

Was zur Gründung nötig ist 

Es gibt einige Anforderungen, die du auf dem Weg zur Tagesmutter (wir verwenden der Einfachheit halber nur diesen Begriff) zu bewältigen hast: 

  • Die Beantragung einer Pflegeerlaubnis beim Jugendamt ist Pflicht. Für die Erteilung dieser Erlaubnis gibt es aber einige Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Zunächst muss das Jugendamt deine Eignung für diesen Beruf feststellen. Dazu musst du nachweisen bzw. erbringen:
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  • eine anerkannte, adäquate, pädagogische Ausbildung, wie zum Beispiel zur Erzieherin, Sozialpädagogin oder Tagesmutter 
  • eine Grundqualifizierung zur Kindertagespflege (160 Stunden bei einem Träger für Erwachsenenbildung). In manchen Regionen ist eine Hospitation in einer Kita Pflicht. 
  • ein polizeiliches Führungszeugnis 
  • ein Gesundheitszeugnis
  • die Qualifizierung für die Leistung von Erster Hilfe bei Kindern und Säuglingen
  • Weitere Voraussetzungen sind noch: dass deine angebotene Leistung als Tagesmutter vergütet wird, dass deine Arbeitszeit mehr als 15 Stunden pro Woche beträgt, auf mindestens drei Monate angelegt ist und die Betreuung außerhalb der elterlichen Wohnräume stattfindet. Wie bei so vielen ist hier unbedingt zu beachten, dass es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche und teils zusätzliche Anforderungen und Regelungen gibt.
  • Du musst zudem eine "Eignungsprüfung" durchlaufen, meist in Gesprächen mit dem Jugendamt. 
  • Manchmal wird auch eine Schufa-Auskunft verlangt. 
  • Zudem prüfen Mitarbeiter des Jugendamtes die Räumlichkeiten, in denen die Kinderbetreuung stattfinden soll. Dabei ist zu beachten: Du kannst dafür entweder Extra-Räume anmieten beziehungsweise ist es auch möglich, deine Privatwohnung zu nutzen, wenn die Räumlichkeiten dort dafür geeignet sind. 

Eine erteilte Pflegeerlaubnis ist jeweils für 5 Jahre gültig. Du darfst maximal 5 Kinder gleichzeitig betreuen und kannst nach Ablauf der Frist die Erlaubnis verlängern. Wichtig dafür ist, dass du an Weiterbildungen in den Bereichen wie zum Beispiel Kleinkind-Pädagogik, Kindesentwicklung und ähnliches teilnimmst.  

Übrigens: Die Kosten für eine Ausbildung mit Abschlussprüfung sind ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Voraussetzung für eine Ausbildung im Bereich Kinderbetreuung ist entweder ein Hauptschulabschluss, der mittlere Schulabschluss (MSA, früher mittlere Reife) oder eine (andere) Berufsausbildung. Für ein Studium gelten abweichende Voraussetzungen, wie zum Beispiel das Abitur.

  • Von der steuerlichen Seite her musst du die Selbstständigkeit bei deinem zuständigen Finanzamt anmelden und erhältst eine Steuernummer. Die selbstständige Tätigkeit als Tagesmutter zählt nicht zu den Gewerbe-Arten, du musst also kein Gewerbe anmelden. Es ist eine jährliche Steuererklärung abzugeben. Außerdem gibt es steuerliche Vorteile, denn bezüglich der Betriebskosten kannst du pro betreutem Kind feste Pauschalen ansetzen.
    Eine Tagesmutter ist Unternehmerin i.S. des § 2 Umsatzsteuergesetzes (UStG), wenn sie nachhaltig Leistungen erbringt. Seit dem 01.01.2008 sind die Umsätze von Tagesmüttern nach § 4 Nr. 25 UStG steuerfrei, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Nachzulesen im Sozialgesetzbuch VIII. 

  • Wenn du als Tagesmutter selbständig arbeitest, sind ein paar Versicherungen essentiell wichtig oder sogar gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehört eine Haftpflichtversicherung (Link) speziell für diesen Bereich. Nötig wird sie dann, wenn Eltern Schadensersatzansprüche gegen dich geltend machen, weil sich das Kind zum Beispiel verletzt hat. Daneben solltest du dich auch selbst absichern, klar eine Krankenversicherung ist Pflicht, aber auch eine Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung machen Sinn, ebenso wie die Rentenvorsorge.  

Mehr zum Thema Versicherungen für Selbständige liest du hier Versicherungen für deine Selbstständigkeit im Überblick

  • Um als Tagesmutter erfolgreich zu agieren, solltest du auch über Organisationstalent verfügen, gut mit Stress und Verantwortung umgehen können und auch unregelmäßige, teilweise längere Arbeitszeiten in Kauf nehmen können. Gerade die Arbeit mit (teils sehr kleinen) Kindern verlangt einem sehr viel ab. Deswegen - je besser du hier gerüstet bist, desto angenehmer wird sich dein Arbeitsalltag gestalten.

  • Und als letzter Punkt ist zu nennen: Auch wenn deine angebotenen, begehrten Betreuungs-Plätze wahrscheinlich schnell vergeben werden können, solltest du die Eltern mit deinem individuellen Angeboten überzeugen: 
  • wie präsentierst du dich?
  • wie sind die Räumlichkeiten ausgestattet und gestaltet?
  • was verfolgst du für ein (pädagogisches) Konzept?
  • welche Fördermöglichkeiten bietest du an?
  • wie sehen deine Betreuungszeiten aus?
  • hast du Möglichkeiten mit den Kindern auch draußen zu sein? 
  • wie sieht dein Essensangebot aus? 

Zwischendurch ein paar kleine Anregungen für alle Selbständigen, wie man auch schlechte Tage gut meistert und auf was es dabei ankommt Wie du mit dem richtigen Fokus deine Ziele besser erreichst

Selbständig machen mit einer eigenen Einrichtung (Kita, Kindergarten, Hort etc.)

Eine kurze Erklärung: So genannte Betreuungseinrichtungen für Kinder unter sechs beziehungsweise sieben Jahren werden in der Regel mit dem Oberbegriff Kindertagesstätte (Kita) bezeichnet. Viele Kitas unterscheiden sich nach Altersgruppen: Kinderkrippen (zwischen ein und drei Jahren) und Kindergärten (von drei Jahren bis zum Schuleintritt).

Häufig gibt es innerhalb einer Kita aber beide Formen bzw. Gruppen. Das Schöne daran ist, dass die Kinder mit dem Alter von drei Jahren dann in die größere Gruppe wechseln und so die gesamte Zeit in derselben Einrichtung bleiben können. Daneben existieren weitere Formen wie Kinderläden, Elterninitiativen, Großtagespflegen etc. Im vorliegenden Text wird ebenfalls der Einfachheit halber der Begriff Kita verwendet. 

Was vorab wichtig ist: Denkst du ein paar Schritte größer und möchtest eine eigene Einrichtung gründen, solltest du in deine Planungen unbedingt miteinbeziehen, dass hohe Anforderungen und eventuell auch größere Hürden auf dich zukommen. Teilweise benötigst du auch längere Vorlaufzeiten, bis dann schlussendlich alles vorliegt, was du zur Gründung brauchst. Das erfordert Geduld und mitunter einen langen Atem.

Darüber hinaus solltest du dir auch hier - wie schon im vorherigen Abschnitt - im Klaren darüber sein, dass Kinderbetreuung generell eine Aufgabe ist, bei der du viel Verantwortung trägst, die immer wieder herausfordernd und stressig sein wird und dass du dich ja auch noch mit den Eltern auseinandersetzen musst. Und im Gegensatz zur Tätigkeit als Tagesmutter kommen bei der Gründung einer Kita noch ganz andere Aspekte auf dich zu, wie zum Beispiel Mitarbeiter und/oder Angestellte beziehungsweise der ganze Organisations- und Verwaltungsaufwand, der bei einer Kita definitiv höher ist. 

Aber ich bin mir sicher: Hast du dirdiese Idee gründlich überlegt und dich über das komplexe Gründungsprocedere genauestens informiert und bist dann Willens, diesen Weg in die Selbständigkeit ohne Wenn und Aber zu gehen, wirst du dich sicher auf alles gut vorbereiten (können). 

Was zur Gründung nötig ist

  • Auch hier gilt, wie unter dem Punkt Tagesmutter schon erwähnt: Eine genaue Standortanalyse ist das A und O und zeigt dir, wie jeweils die Betreuungssituation an deinem gewünschten Standort ist. Auf diese Weise kannst du die Chancen im Hinblick auf eine möglichst hohe Auslastung am besten einschätzen. In diesem Rahmen solltest du dann auch festlegen, welche Zielgruppe, also Kinder welchen Alters du betreuen möchtest oder was an dem Standort am sinnvollsten ist.
    Dazu musst du dich an das Jugendamt wenden, damit du in den offiziellen Bedarfsplan aufgenommen wirst. So ist es leichter herauszufinden, wie hoch die Nachfrage am Standort circa sein wird. Gleichzeitig macht das die Planung der Anzahl an Betreuungsplätzen einfacher. Denn für die einzelnen Altersstufen der Kinder gibt es jeweils unterschiedliche Betreuungsschlüssel, also wie viele Kinder von einer Erzieher*in betreut werden dürfen. 
  • Die Gründung einer Betreuungseinrichtung bedarf einer Betriebserlaubnis vom Jugendamt. Auch hier kommt das Sozialgesetzbuch VIII zum Tragen, Details dazu zum Beispiel in Paragraf 45 SGB VIII. Hier will der Gesetzgeber unter anderem sicherstellen, dass die Kinderbetreuung nur von geeignetem Fachpersonal durchgeführt wird, das heißt Grundvoraussetzung ist eine fundierte Ausbildung zur Erzieher*in. Zur Erteilung der Betriebserlaubnis muss des weiteren (schriftlich) vorgelegt werden:  
  • struktureller Aufbau
  • Darlegung eines ausgereiften pädagogischen Konzepts und wie das fachlich umgesetzt werden soll 
  • Zielgruppe/Altersstruktur  
  • Strukturierung des Alltags  
  • Vorlage eines Finanzplans und Vorstellung der Solidität der Planung

  • Da die Räume einer Einrichtung gewerblich genutzt werden, ist ein Gewerbe anzumelden. Falls ein Verein gegründet wird, gilt dies nicht. Eine Gewerbepflicht besteht ja immer dann, wenn Einnahmen in einer bestimmtem Höhe entstehen, die eine Umsatzsteuerpflicht zur Folge haben. Deswegen ist vor Gründung zu überlegen, welche Rechtsform du am besten wählen solltest. (Ausnahmen bestehen bei öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen/Trägern). Lass dich hier am besten von einem Fachmann beraten. 
  • Eine Betriebshaftpflichtversicherung und die Anmeldung beim zuständigen Unfallversicherungsträger sind Pflicht, damit Kinder in der Kita für alle denkbaren Fälle bestmöglich abgesichert sind. Daneben solltest du dich auch hier über weitere wichtige Versicherungen für den Betrieb, deine Angestellten und dich persönlich informieren und sie je nach Bedarf abzuschließen. 
  • Dein Verdienst ist abhängig von deinem Bundesland, denn Bildung ist Ländersache. Auskunft erhältst du in deiner Gemeinde/Stadt bzw. beim Jugendamt, welchen Zuschuss es monatlich pro Kind gibt. Als Faustregel gilt: Je jünger das zu betreuende Kind und je höher der zeitliche Betreuungsumfang, desto mehr bekommst du pro Kind.

Nebenbei sei erwähnt: Seit August 2019 gibt es das so genannte "Gute Kita Gesetz". Der Staat hat zugesagt, in den nächsten Jahren 5,5 Milliarden Euro in qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu investieren und diese damit weiterzuentwickeln. Die einzelnen Bundesländer entscheiden selbst, wie die konkreten Maßnahmen aussehen werden. Damit hat der Bund Rahmenbedingungen geschaffen, die so manchen vielleicht zur Geschäftsidee, eine Kita zu gründen, bewegen wird.

  • Für eine Kita benötigst du definitiv eigene Räume, deren Größe von der Anzahl der zu betreuenden Kinder bzw. Gruppen abhängt. Wichtig dabei ist, Funktionalität, Sicherheit und auch eine liebevolle, ansprechende Gestaltung. Das Ganze unterliegt strengen Regeln und die Beschaffenheit der Räume ist vom Gesetzgeber genau definiert (zum Beispiel die Voraussetzungen für gefahrloses Spielen, Sicherheitsvorschriften wie Brandschutz etc., Schlafmöglichkeiten für Kinder unter 3 Jahren und einwandfreie Hygiene/sanitäre Anlagen), auch hier wieder von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.
    Die Möglichkeit eines Gartens oder die Nähe zu einem Spielplatz bzw. Park ist immer vorteilhaft, ebenso wie eine zentrale Lage. Auch wenn die Erfolgsaussichten mit der Gründung einer Kita erfolgreich ins selbständige Business einzusteigen, durchaus gegeben sind, könnte sich die Suche nach geeigneten Räumen eventuell nicht so einfach gestalten. Auch die Kosten und die Finanzierung etwaiger Umbaumaßnahmen sind bei den Planungen zu berücksichtigen. 
  • Dein pädagogisches Konzept ist mit ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Denn neben attraktiven Räumen und hoch-qualifizierten Erzieher*innen entscheidet bei Eltern vielfach auch das Konzept, das in einer Kita "gelebt" wird. Denn gehen wir mal davon aus, dass Eltern sich frei und nicht aus Platzmangel für eine Kita entscheiden können, haben sie ja das letzte Wort darüber, in welche Einrichtung ihr Kind gehen soll. Aus diesem Grund ist für dich die Überlegung, welcher Art und an welche pädagogischen Konzepte dein Betreuungsangebot gebunden ist, immens wichtig.
    Dazu gehören zum Beispiel auch spezielle Förderangebote. Hierfür ist eine Standortanalyse ebenfalls dienlich - denn gibt es schon mehrere Einrichtungen mit gleichem Konzept, das auch du anstrebst, macht es Sinn, das Konzept (etwas) abzuwandeln. Bekannte pädagogische Konzepte sind unter anderem Montessori, Waldorf und Freinet. Außerdem gibt es Wald- oder Bewegungskindergärten, Spielzeugfreie oder Integrationskindergärten. 

Aber darüber entscheidet sicher nicht nur der Standort allein, sondern in hohem Maße ja auch deine fachliche Ausrichtung bzw. dein Ausbildungshintergrund. Und zudem kannst du dich zusätzlich auch über die angebotenen Öffnungs- bzw. Betreuungszeiten von der "Konkurrenz" abgrenzen. 

Der Punkt Kosten/Finanzierung ist ebenso elementar. Im Rahmen eines Businessplans behältst du deine Kosten im Blick. Dafür ist eine Aufstellung der benötigen Mittel für die Kita-Gründung nötig. In deine Planung muss einfließen, was du privat an Mitteln beisteuern kannst und was du extern beschaffen musst, zum Beispiel über einen Kredit. Es gibt einige staatliche Förderprogramme, die du in Anspruch nehmen kannst.

Sinnvoll in diesem Zusammenhang ist, ein "Alleinstellungsmerkmal" für deine Kita zu kreieren, denn das kann nicht nur ein wichtiges Entscheidungskriterium für Eltern sein, sondern auch ein Argument bei Kreditgebern oder wenn du Fördermittel in Anspruch nehmen möchtest.

  • Für Kinder, die bis zum Nachmittag/Abend betreut werden, muss es ein Mittagessen geben, das von den Eltern durch einen Monatsbeitrag mitfinanziert wird. Hier wird für dich zu überlegen sein, dass für viele Eltern ein zentraler Punkt für die Entscheidung sein wird, welche Art an "Essen" du anbietest. Also, zum Beispiel vegetarisch, Bio etc. 

  • Mit dem Thema Personal musst du dich natürlich auch befassen. Und in Zeiten von Fachkräftemangel, gerade im Erzieherbereich, ist es sicherlich ratsam, damit in der Gründungsphase so früh wie möglich zu beginnen. Nehme dir dazu wirklich ausreichend Zeit, damit du die Möglichkeit hast, dir deine Mitarbeiter/Angestellten in Ruhe und unter perfekten Bedingungen aussuchen zu können. Wie viel Mitarbeiter du in deiner Einrichtung benötigst, hängt von deiner Zielgruppe (Alter) und dem angebotenen Betreuungsumfang ab, daraus ergibt sich der Betreuungsschlüssel.

Welche Punkte noch zu bedenken sind: Maßgeblich sind immer die jeweiligen "Kindertagesstätten-Gesetze", die in deinem Bundesland gelten. Das heißt, dich frühzeitig über alle Aspekte, Gesetze und Regelungen zu informieren, ist unbedingt erforderlich. Um deine Planungs- und Rechtssicherheit zu gewährleisten und die Auslastung sicherzustellen, musst du mit den Eltern so genannte Betreuungsverträge abschließen.

Darin werden unter anderem alle Rahmenbedingungen wie auch (Zu-) Zahlungen schriftlich festgehalten. Wenn die Kinder am Mittagessen teilnehmen, ist ferner ein Versorgungsvertrag abzuschließen.

Abschließend noch ein kurzer Absatz zum Thema Babysitting 

Wenn....

  • Bist du noch jung?
  • Willst dich beruflich umorientieren?
  • Möchtest erst einmal klein anfangen, um herauszufinden, ob der Bereich Kinderbetreuung überhaupt etwas für dich ist?
  • und auch Erfahrung sammeln,

.... dann gibt es auch die Option, als Babysitter aktiv zu werden. Das ist auf allen Ebenen sehr flexibel gestaltbar und kann als gutes Sprungbrett für mehr oder später fungieren. Als Existenzgründung im hauptberuflichen Sinne dient es zwar nicht (denn dann würde es in den Bereich Tagesmutter fallen), aber du kannst hier einfach wunderbar starten und es sozusagen als  "Professionalisierungs-Möglichkeit" betrachten. Und Einkommen erzielen kannst du damit auch. 

Was dazu wichtig ist: Grundsätzlich ist der Name etwas irreführend, denn Babysitting bezieht sich natürlich nicht nur auf Babys, sondern auch ältere Kinder können in den Genuss deiner Betreuung kommen. Und da in vielen Kindergärten und Kitas die Betreuungszeiten begrenzt sind und Eltern immer größeren Belastungen ausgesetzt sind, gerade wenn beide Elternteile arbeiten, sind freie Kapazitäten für Babysitter fast immer zu finden. Vor allem gerne gesehen sind die Tätigkeiten als Babysitter nachmittags nach der Kita, abends, nachts, am Wochenende oder in den Schließzeiten einer Kita. 

Wie du diese Tätigkeit gestaltest, ist vor allem von deinen Möglichkeiten abhängig. Je mehr Erfahrung du mitbringst, desto besser - wie zum Beispiel wenn du dich regelmäßig schon um jüngere Geschwister kümmerst. Heutzutage gibt es aber auch spezielle Kurse, um Babysitter zu werden. Das Rote Kreuz bietet z.B. Babysitter-Kurse und -Ausbildungen für Schüler, Eltern und Großeltern an. Hier lernt man etwas über Entwicklungsbesonderheiten im Säuglings- und Kleinkindalter, Kinderkrankheiten, Baby- und Kinderpflege, Gesunde Ernährung, Altersgerechte Kinderspiele und Kindernotfälle im Haushalt und beim Spielen.

Das Rote Kreuz - wenn du diese Ausbildung dort machst -  hat sogar einen Babysitter-Vermittlungsdienst eingerichtet. Zudem kann ein derartiger Kurs zur gezielten Vorbereitung auf diesen Beruf sehr sinnvoll sein, denn mit den angebotenen Inhalten stehen wichtige Themen auf dem Lehrplan, die auch in einer späteren Ausbildung dran kommen. 

Im Gegensatz zur Gründung einer eigenen Kita mit teils hohen Hürden gibt es für den Job als Babysitter keine großen Voraussetzungen. 

Und doch ist zu beachten: Eine wichtige formale Begrenzung spielt die wöchentliche Betreuungszeit, die du anbietest. Denn wenn du regelmäßig mehr als 15 Stunden in der Woche in der Kinderbetreuung arbeitest, benötigst du eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt (siehe oben).  Zudem regelt das Jugendschutzgesetz, dass ein Babysitter mindestens 13 Jahre alt sein muss. Außerdem wie immer in der Kinderbetreuung wichtig, sind Zuverlässigkeit, ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl, Spaß und Freude im Umgang mit Kindern und einiges mehr absolutes Muss.

Je professioneller du das machen möchtest, desto gründlicher solltest du dich über die genauen Anforderungen informieren. Dazu gehören unter anderem Aspekte und Fragen, wie funktioniert das mit dem Honorar, bin ich freiberuflich tätig oder brauche ich vielleicht sogar eine Gewerbeanmeldung, muss ich Rechnungen schreiben, muss ich mit den Eltern einen Rahmenvertrag schließen, was ist in einem Notfall zu beachten und wie muss ich mich versichern.

Wenn du noch ein wenig Unterstützung in der Frage "Existenzgründung ja oder nein?" brauchst, gibt dir dieser Blogartikel vielleicht noch ein bisschen Inspiration Existenzgründung ist eine Frage des Mindsets.