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Wie du in der Kinderbetreuung in die Selbständigkeit startest

Das Thema Kinderbetreuung ist omnipr√§sent. Meist leider im negativen Sinne. Denn seit vielen Jahren haben wir hohe Geburtenraten und die Nachrichten von fehlenden Betreuungspl√§tzen f√ľr Kinder f√ľllen die Schlagzeilen. Und obwohl Eltern in Deutschland mittlerweile seit dem 1.8.2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, sobald ihr Kind das erste Lebensjahr vollendet hat, gibt es nach wie vor viel zu wenige davon. Aber wer berufst√§tig ist und als Elternteil nach der Babypause wieder arbeiten m√∂chte, muss sich darauf verlassen k√∂nnen, dass sein Kind optimal, sicher und zuverl√§ssig betreut wird. Das ist eine Seite der Medaille.¬†

Die andere sieht so aus: Ein hoher Bedarf und die Nachfrage nach Betreuungsangeboten f√ľr Kinder sind also definitiv gegeben. Aus diesem Grund erscheint vielen die Idee, sich in diesem Bereich selbstst√§ndig zu machen, √§u√üerst attraktiv und ist aus den gegebenen Anl√§ssen auch relativ erfolgversprechend. Es gibt unterschiedliche M√∂glichkeiten, sich mit Kinderbetreuung selbst√§ndig zu machen. Die beiden wichtigsten stellen wir dir heute vor.¬†¬†¬†

Selbständig als Tagesmutter oder Tagesvater

Was vorab wichtig ist: Wie bei jedem anderen Business auch, solltest du vorab im Rahmen einer genauen Planung beziehungsweise eines Business-Plans eine Standortanalyse durchf√ľhren. Wie ist die Lage in dem Umfeld, in dem du dich ansiedeln m√∂chtest? In manchen St√§dten und auch auf dem Land sind Kitapl√§tze so rar, dass Eltern sich teilweise schon vor der Geburt ihres Kindes um einen Platz bewerben, aus Angst sp√§ter keinen zu bekommen.

W√§re das an deinem gew√ľnschten Standort so, m√ľsstest du dir um eine Auslastung wenig Sorgen machen. Denn dort, wo das vorhandene Betreuungsangebot nicht ausreicht, k√∂nnte deine Gesch√§ftsidee von Anfang an Erfolg haben. Aber an anderen Standorten k√∂nnte das anders aussehen, weil das Angebot an Kindertagesst√§tten und Einrichtungen verschiedenster Art sehr hoch ist.¬†

Was zur Gr√ľndung n√∂tig ist¬†

Es gibt einige Anforderungen, die du auf dem Weg zur Tagesmutter (wir verwenden der Einfachheit halber nur diesen Begriff) zu bewältigen hast: 

  • Die Beantragung einer Pflegeerlaubnis beim Jugendamt ist Pflicht. F√ľr die Erteilung dieser Erlaubnis gibt es aber einige Voraussetzungen, die du erf√ľllen musst. Zun√§chst muss das Jugendamt deine Eignung f√ľr diesen Beruf feststellen. Dazu musst du nachweisen bzw. erbringen:
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  • eine anerkannte, ad√§quate, p√§dagogische Ausbildung, wie zum Beispiel zur Erzieherin, Sozialp√§dagogin oder Tagesmutter¬†
  • eine Grundqualifizierung zur Kindertagespflege (160 Stunden bei einem Tr√§ger f√ľr Erwachsenenbildung). In manchen Regionen ist eine Hospitation in einer Kita Pflicht.¬†
  • ein polizeiliches F√ľhrungszeugnis¬†
  • ein Gesundheitszeugnis
  • die Qualifizierung f√ľr die Leistung von Erster Hilfe bei Kindern und S√§uglingen
  • Weitere Voraussetzungen sind noch: dass deine angebotene Leistung als Tagesmutter verg√ľtet wird, dass deine Arbeitszeit mehr als 15 Stunden pro Woche betr√§gt, auf mindestens drei Monate angelegt ist und die Betreuung au√üerhalb der elterlichen Wohnr√§ume stattfindet. Wie bei so vielen ist hier unbedingt zu beachten, dass es in den einzelnen Bundesl√§ndern unterschiedliche und teils zus√§tzliche Anforderungen und Regelungen gibt.
  • Du musst zudem eine "Eignungspr√ľfung" durchlaufen, meist in Gespr√§chen mit dem Jugendamt.¬†
  • Manchmal wird auch eine Schufa-Auskunft verlangt.¬†
  • Zudem pr√ľfen Mitarbeiter des Jugendamtes die R√§umlichkeiten, in denen die Kinderbetreuung stattfinden soll. Dabei ist zu beachten: Du kannst daf√ľr entweder Extra-R√§ume anmieten beziehungsweise ist es auch m√∂glich, deine Privatwohnung zu nutzen, wenn die R√§umlichkeiten dort daf√ľr geeignet sind.¬†

Eine erteilte Pflegeerlaubnis ist jeweils f√ľr 5 Jahre g√ľltig. Du darfst maximal 5 Kinder gleichzeitig betreuen und kannst nach Ablauf der Frist die Erlaubnis verl√§ngern. Wichtig daf√ľr ist, dass du an Weiterbildungen in den Bereichen wie zum Beispiel Kleinkind-P√§dagogik, Kindesentwicklung und √§hnliches teilnimmst.¬†¬†

√úbrigens: Die Kosten f√ľr eine Ausbildung mit Abschlusspr√ľfung sind ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Voraussetzung f√ľr eine Ausbildung im Bereich Kinderbetreuung ist entweder ein Hauptschulabschluss, der mittlere Schulabschluss (MSA, fr√ľher mittlere Reife) oder eine (andere) Berufsausbildung. F√ľr ein Studium gelten abweichende Voraussetzungen, wie zum Beispiel das Abitur.

  • Von der steuerlichen Seite her musst du die Selbstst√§ndigkeit bei deinem zust√§ndigen Finanzamt anmelden und erh√§ltst eine Steuernummer. Die selbstst√§ndige T√§tigkeit als Tagesmutter z√§hlt nicht zu den Gewerbe-Arten, du musst also kein Gewerbe anmelden. Es ist eine j√§hrliche Steuererkl√§rung abzugeben. Au√üerdem gibt es steuerliche Vorteile, denn bez√ľglich der Betriebskosten kannst du pro betreutem Kind feste Pauschalen ansetzen.
    Eine Tagesmutter ist Unternehmerin i.S. des ¬ß 2 Umsatzsteuergesetzes (UStG), wenn sie nachhaltig Leistungen erbringt. Seit dem 01.01.2008 sind die Ums√§tze von Tagesm√ľttern nach ¬ß 4 Nr. 25 UStG steuerfrei, wenn bestimmte Voraussetzungen erf√ľllt sind. Nachzulesen im Sozialgesetzbuch VIII.¬†

  • Wenn du als Tagesmutter selbst√§ndig arbeitest, sind ein paar Versicherungen essentiell wichtig oder sogar gesetzlich vorgeschrieben. Dazu geh√∂rt eine Haftpflichtversicherung (Link) speziell f√ľr diesen Bereich. N√∂tig wird sie dann, wenn Eltern Schadensersatzanspr√ľche gegen dich geltend machen, weil sich das Kind zum Beispiel verletzt hat. Daneben solltest du dich auch selbst absichern, klar eine Krankenversicherung ist Pflicht, aber auch eine Unfall- oder Berufsunf√§higkeitsversicherung machen Sinn, ebenso wie die Rentenvorsorge.¬†¬†

Mehr zum Thema Versicherungen f√ľr Selbst√§ndige liest du hier Versicherungen f√ľr deine Selbstst√§ndigkeit im √úberblick.¬†

  • Um als Tagesmutter erfolgreich zu agieren, solltest du auch √ľber Organisationstalent verf√ľgen, gut mit Stress und Verantwortung umgehen k√∂nnen und auch unregelm√§√üige, teilweise l√§ngere Arbeitszeiten in Kauf nehmen k√∂nnen. Gerade die Arbeit mit (teils sehr kleinen) Kindern verlangt einem sehr viel ab. Deswegen - je besser du hier ger√ľstet bist, desto angenehmer wird sich dein Arbeitsalltag gestalten.

  • Und als letzter Punkt ist zu nennen: Auch wenn deine angebotenen, begehrten Betreuungs-Pl√§tze wahrscheinlich schnell vergeben werden k√∂nnen, solltest du die Eltern mit deinem individuellen Angeboten √ľberzeugen:¬†
  • wie pr√§sentierst du dich?
  • wie sind die R√§umlichkeiten ausgestattet und gestaltet?
  • was verfolgst du f√ľr ein (p√§dagogisches) Konzept?
  • welche F√∂rderm√∂glichkeiten bietest du an?
  • wie sehen deine Betreuungszeiten aus?
  • hast du M√∂glichkeiten mit den Kindern auch drau√üen zu sein?¬†
  • wie sieht dein Essensangebot aus?¬†

Zwischendurch ein paar kleine Anregungen f√ľr alle Selbst√§ndigen, wie man auch schlechte Tage gut meistert und auf was es dabei ankommt Wie du mit dem richtigen Fokus deine Ziele besser erreichst.¬†

Selbständig machen mit einer eigenen Einrichtung (Kita, Kindergarten, Hort etc.)

Eine kurze Erkl√§rung: So genannte Betreuungseinrichtungen f√ľr Kinder unter sechs beziehungsweise sieben Jahren werden in der Regel mit dem Oberbegriff Kindertagesst√§tte (Kita) bezeichnet. Viele Kitas unterscheiden sich nach Altersgruppen: Kinderkrippen (zwischen ein und drei Jahren) und Kinderg√§rten (von drei Jahren bis zum Schuleintritt).

Häufig gibt es innerhalb einer Kita aber beide Formen bzw. Gruppen. Das Schöne daran ist, dass die Kinder mit dem Alter von drei Jahren dann in die größere Gruppe wechseln und so die gesamte Zeit in derselben Einrichtung bleiben können. Daneben existieren weitere Formen wie Kinderläden, Elterninitiativen, Großtagespflegen etc. Im vorliegenden Text wird ebenfalls der Einfachheit halber der Begriff Kita verwendet. 

Was vorab wichtig ist: Denkst du ein paar Schritte gr√∂√üer und m√∂chtest eine eigene Einrichtung gr√ľnden, solltest du in deine Planungen unbedingt miteinbeziehen, dass hohe Anforderungen und eventuell auch gr√∂√üere H√ľrden auf dich zukommen. Teilweise ben√∂tigst du auch l√§ngere Vorlaufzeiten, bis dann schlussendlich alles vorliegt, was du zur Gr√ľndung brauchst. Das erfordert Geduld und mitunter einen langen Atem.

Dar√ľber hinaus solltest du dir auch hier - wie schon im vorherigen Abschnitt - im Klaren dar√ľber sein, dass Kinderbetreuung generell eine Aufgabe ist, bei der du viel Verantwortung tr√§gst, die immer wieder herausfordernd und stressig sein wird und dass du dich ja auch noch mit den Eltern auseinandersetzen musst. Und im Gegensatz zur T√§tigkeit als Tagesmutter kommen bei der Gr√ľndung einer Kita noch ganz andere Aspekte auf dich zu, wie zum Beispiel Mitarbeiter und/oder Angestellte beziehungsweise der ganze Organisations- und Verwaltungsaufwand, der bei einer Kita definitiv h√∂her ist.¬†

Aber ich bin mir sicher: Hast du dirdiese Idee gr√ľndlich √ľberlegt und dich √ľber das komplexe Gr√ľndungsprocedere genauestens informiert und bist dann Willens, diesen Weg in die Selbst√§ndigkeit ohne Wenn und Aber zu gehen, wirst du dich sicher auf alles gut vorbereiten (k√∂nnen).¬†

Was zur Gr√ľndung n√∂tig ist

  • Auch hier gilt, wie unter dem Punkt Tagesmutter schon erw√§hnt: Eine genaue Standortanalyse ist das A und O und zeigt dir, wie jeweils die Betreuungssituation an deinem gew√ľnschten Standort ist. Auf diese Weise kannst du die Chancen im Hinblick auf eine m√∂glichst hohe Auslastung am besten einsch√§tzen. In diesem Rahmen solltest du dann auch festlegen, welche Zielgruppe, also Kinder welchen Alters du betreuen m√∂chtest oder was an dem Standort am sinnvollsten ist.
    Dazu musst du dich an das Jugendamt wenden, damit du in den offiziellen Bedarfsplan aufgenommen wirst. So ist es leichter herauszufinden, wie hoch die Nachfrage am Standort circa sein wird. Gleichzeitig macht das die Planung der Anzahl an Betreuungspl√§tzen einfacher. Denn f√ľr die einzelnen Altersstufen der Kinder gibt es jeweils unterschiedliche Betreuungsschl√ľssel, also wie viele Kinder von einer Erzieher*in betreut werden d√ľrfen.¬†
  • Die Gr√ľndung einer Betreuungseinrichtung bedarf einer Betriebserlaubnis vom Jugendamt. Auch hier kommt das Sozialgesetzbuch VIII zum Tragen, Details dazu zum Beispiel in Paragraf 45 SGB VIII. Hier will der Gesetzgeber unter anderem sicherstellen, dass die Kinderbetreuung nur von geeignetem Fachpersonal durchgef√ľhrt wird, das hei√üt Grundvoraussetzung ist eine fundierte Ausbildung zur Erzieher*in. Zur Erteilung der Betriebserlaubnis muss des weiteren (schriftlich) vorgelegt werden:¬†¬†
  • struktureller Aufbau
  • Darlegung eines ausgereiften p√§dagogischen Konzepts und wie das fachlich umgesetzt werden soll¬†
  • Zielgruppe/Altersstruktur¬†¬†
  • Strukturierung des Alltags¬†¬†
  • Vorlage eines Finanzplans und Vorstellung der Solidit√§t der Planung

  • Da die R√§ume einer Einrichtung gewerblich genutzt werden, ist ein Gewerbe anzumelden. Falls ein Verein gegr√ľndet wird, gilt dies nicht. Eine Gewerbepflicht besteht ja immer dann, wenn Einnahmen in einer bestimmtem H√∂he entstehen, die eine Umsatzsteuerpflicht zur Folge haben. Deswegen ist vor Gr√ľndung zu √ľberlegen, welche Rechtsform du am besten w√§hlen solltest. (Ausnahmen bestehen bei √∂ffentlichen und kirchlichen Einrichtungen/Tr√§gern). Lass dich hier am besten von einem Fachmann beraten.¬†
  • Eine Betriebshaftpflichtversicherung und die Anmeldung beim zust√§ndigen Unfallversicherungstr√§ger sind Pflicht, damit Kinder in der Kita f√ľr alle denkbaren F√§lle bestm√∂glich abgesichert sind. Daneben solltest du dich auch hier √ľber weitere wichtige Versicherungen f√ľr den Betrieb, deine Angestellten und dich pers√∂nlich informieren und sie je nach Bedarf abzuschlie√üen.¬†
  • Dein Verdienst ist abh√§ngig von deinem Bundesland, denn Bildung ist L√§ndersache. Auskunft erh√§ltst du in deiner Gemeinde/Stadt bzw. beim Jugendamt, welchen Zuschuss es monatlich pro Kind gibt. Als Faustregel gilt: Je j√ľnger das zu betreuende Kind und je h√∂her der zeitliche Betreuungsumfang, desto mehr bekommst du pro Kind.

Nebenbei sei erw√§hnt: Seit August 2019 gibt es das so genannte "Gute Kita Gesetz". Der Staat hat zugesagt, in den n√§chsten Jahren 5,5 Milliarden Euro in qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu investieren und diese damit weiterzuentwickeln. Die einzelnen Bundesl√§nder entscheiden selbst, wie die konkreten Ma√ünahmen aussehen werden. Damit hat der Bund Rahmenbedingungen geschaffen, die so manchen vielleicht zur Gesch√§ftsidee, eine Kita zu gr√ľnden, bewegen wird.

  • F√ľr eine Kita ben√∂tigst du definitiv eigene R√§ume, deren Gr√∂√üe von der Anzahl der zu betreuenden Kinder bzw. Gruppen abh√§ngt. Wichtig dabei ist, Funktionalit√§t, Sicherheit und auch eine liebevolle, ansprechende Gestaltung. Das Ganze unterliegt strengen Regeln und die Beschaffenheit der R√§ume ist vom Gesetzgeber genau definiert (zum Beispiel die Voraussetzungen f√ľr gefahrloses Spielen, Sicherheitsvorschriften wie Brandschutz etc., Schlafm√∂glichkeiten f√ľr Kinder unter 3 Jahren und einwandfreie Hygiene/sanit√§re Anlagen), auch hier wieder von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.
    Die M√∂glichkeit eines Gartens oder die N√§he zu einem Spielplatz bzw. Park ist immer vorteilhaft, ebenso wie eine zentrale Lage. Auch wenn die Erfolgsaussichten mit der Gr√ľndung einer Kita erfolgreich ins selbst√§ndige Business einzusteigen, durchaus gegeben sind, k√∂nnte sich die Suche nach geeigneten R√§umen eventuell nicht so einfach gestalten. Auch die Kosten und die Finanzierung etwaiger Umbauma√ünahmen sind bei den Planungen zu ber√ľcksichtigen.¬†
  • Dein p√§dagogisches Konzept ist mit ein wichtiger Schl√ľssel zum Erfolg. Denn neben attraktiven R√§umen und hoch-qualifizierten Erzieher*innen entscheidet bei Eltern vielfach auch das Konzept, das in einer Kita "gelebt" wird. Denn gehen wir mal davon aus, dass Eltern sich frei und nicht aus Platzmangel f√ľr eine Kita entscheiden k√∂nnen, haben sie ja das letzte Wort dar√ľber, in welche Einrichtung ihr Kind gehen soll. Aus diesem Grund ist f√ľr dich die √úberlegung, welcher Art und an welche p√§dagogischen Konzepte dein Betreuungsangebot gebunden ist, immens wichtig.
    Dazu geh√∂ren zum Beispiel auch spezielle F√∂rderangebote. Hierf√ľr ist eine Standortanalyse ebenfalls dienlich - denn gibt es schon mehrere Einrichtungen mit gleichem Konzept, das auch du anstrebst, macht es Sinn, das Konzept (etwas) abzuwandeln. Bekannte p√§dagogische Konzepte sind unter anderem Montessori, Waldorf und Freinet. Au√üerdem gibt es Wald- oder Bewegungskinderg√§rten, Spielzeugfreie oder Integrationskinderg√§rten.¬†

Aber dar√ľber entscheidet sicher nicht nur der Standort allein, sondern in hohem Ma√üe ja auch deine fachliche Ausrichtung bzw. dein Ausbildungshintergrund. Und zudem kannst du dich zus√§tzlich auch √ľber die angebotenen √Ėffnungs- bzw. Betreuungszeiten von der "Konkurrenz" abgrenzen.¬†

Der Punkt Kosten/Finanzierung ist ebenso elementar. Im Rahmen eines Businessplans beh√§ltst du deine Kosten im Blick. Daf√ľr ist eine Aufstellung der ben√∂tigen Mittel f√ľr die Kita-Gr√ľndung n√∂tig. In deine Planung muss einflie√üen, was du privat an Mitteln beisteuern kannst und was du extern beschaffen musst, zum Beispiel √ľber einen Kredit. Es gibt einige staatliche F√∂rderprogramme, die du in Anspruch nehmen kannst.

Sinnvoll in diesem Zusammenhang ist, ein "Alleinstellungsmerkmal" f√ľr deine Kita zu kreieren, denn das kann nicht nur ein wichtiges Entscheidungskriterium f√ľr Eltern sein, sondern auch ein Argument bei Kreditgebern oder wenn du F√∂rdermittel in Anspruch nehmen m√∂chtest.

  • F√ľr Kinder, die bis zum Nachmittag/Abend betreut werden, muss es ein Mittagessen geben, das von den Eltern durch einen Monatsbeitrag mitfinanziert wird. Hier wird f√ľr dich zu √ľberlegen sein, dass f√ľr viele Eltern ein zentraler Punkt f√ľr die Entscheidung sein wird, welche Art an "Essen" du anbietest. Also, zum Beispiel vegetarisch, Bio etc.¬†

  • Mit dem Thema Personal musst du dich nat√ľrlich auch befassen. Und in Zeiten von Fachkr√§ftemangel, gerade im Erzieherbereich, ist es sicherlich ratsam, damit in der Gr√ľndungsphase so fr√ľh wie m√∂glich zu beginnen. Nehme dir dazu wirklich ausreichend Zeit, damit du die M√∂glichkeit hast, dir deine Mitarbeiter/Angestellten in Ruhe und unter perfekten Bedingungen aussuchen zu k√∂nnen. Wie viel Mitarbeiter du in deiner Einrichtung ben√∂tigst, h√§ngt von deiner Zielgruppe (Alter) und dem angebotenen Betreuungsumfang ab, daraus ergibt sich der Betreuungsschl√ľssel.

Welche Punkte noch zu bedenken sind: Ma√ügeblich sind immer die jeweiligen "Kindertagesst√§tten-Gesetze", die in deinem Bundesland gelten. Das hei√üt, dich fr√ľhzeitig √ľber alle Aspekte, Gesetze und Regelungen zu informieren, ist unbedingt erforderlich. Um deine Planungs- und Rechtssicherheit zu gew√§hrleisten und die Auslastung sicherzustellen, musst du mit den Eltern so genannte Betreuungsvertr√§ge abschlie√üen.

Darin werden unter anderem alle Rahmenbedingungen wie auch (Zu-) Zahlungen schriftlich festgehalten. Wenn die Kinder am Mittagessen teilnehmen, ist ferner ein Versorgungsvertrag abzuschließen.

Abschließend noch ein kurzer Absatz zum Thema Babysitting 

Wenn....

  • Bist du noch jung?
  • Willst dich beruflich umorientieren?
  • M√∂chtest erst einmal klein anfangen, um herauszufinden, ob der Bereich Kinderbetreuung √ľberhaupt etwas f√ľr dich ist?
  • und auch Erfahrung sammeln,

.... dann gibt es auch die Option, als Babysitter aktiv zu werden. Das ist auf allen Ebenen sehr flexibel gestaltbar und kann als gutes Sprungbrett f√ľr mehr oder sp√§ter fungieren. Als Existenzgr√ľndung im hauptberuflichen Sinne dient es zwar nicht (denn dann w√ľrde es in den Bereich Tagesmutter fallen), aber du kannst hier einfach wunderbar starten und es sozusagen als¬† "Professionalisierungs-M√∂glichkeit" betrachten. Und Einkommen erzielen kannst du damit auch.¬†

Was dazu wichtig ist: Grunds√§tzlich ist der Name etwas irref√ľhrend, denn Babysitting bezieht sich nat√ľrlich nicht nur auf Babys, sondern auch √§ltere Kinder k√∂nnen in den Genuss deiner Betreuung kommen. Und da in vielen Kinderg√§rten und Kitas die Betreuungszeiten begrenzt sind und Eltern immer gr√∂√üeren Belastungen ausgesetzt sind, gerade wenn beide Elternteile arbeiten, sind freie Kapazit√§ten f√ľr Babysitter fast immer zu finden. Vor allem gerne gesehen sind die T√§tigkeiten als Babysitter nachmittags nach der Kita, abends, nachts, am Wochenende oder in den Schlie√üzeiten einer Kita.¬†

Wie du diese T√§tigkeit gestaltest, ist vor allem von deinen M√∂glichkeiten abh√§ngig. Je mehr Erfahrung du mitbringst, desto besser - wie zum Beispiel wenn du dich regelm√§√üig schon um j√ľngere Geschwister k√ľmmerst. Heutzutage gibt es aber auch spezielle Kurse, um Babysitter zu werden. Das Rote Kreuz bietet z.B. Babysitter-Kurse und -Ausbildungen f√ľr Sch√ľler, Eltern und Gro√üeltern an. Hier lernt man etwas √ľber Entwicklungsbesonderheiten im S√§uglings- und Kleinkindalter, Kinderkrankheiten, Baby- und Kinderpflege, Gesunde Ern√§hrung, Altersgerechte Kinderspiele und Kindernotf√§lle im Haushalt und beim Spielen.

Das Rote Kreuz - wenn du diese Ausbildung dort machst -  hat sogar einen Babysitter-Vermittlungsdienst eingerichtet. Zudem kann ein derartiger Kurs zur gezielten Vorbereitung auf diesen Beruf sehr sinnvoll sein, denn mit den angebotenen Inhalten stehen wichtige Themen auf dem Lehrplan, die auch in einer späteren Ausbildung dran kommen. 

Im Gegensatz zur Gr√ľndung einer eigenen Kita mit teils hohen H√ľrden gibt es f√ľr den Job als Babysitter keine gro√üen Voraussetzungen.¬†

Und doch ist zu beachten: Eine wichtige formale Begrenzung spielt die w√∂chentliche Betreuungszeit, die du anbietest. Denn wenn du regelm√§√üig mehr als 15 Stunden in der Woche in der Kinderbetreuung arbeitest, ben√∂tigst du eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt (siehe oben).¬† Zudem regelt das Jugendschutzgesetz, dass ein Babysitter mindestens 13 Jahre alt sein muss. Au√üerdem wie immer in der Kinderbetreuung wichtig, sind Zuverl√§ssigkeit, ein hohes Ma√ü an Verantwortungsgef√ľhl, Spa√ü und Freude im Umgang mit Kindern und einiges mehr absolutes Muss.

Je professioneller du das machen m√∂chtest, desto gr√ľndlicher solltest du dich √ľber die genauen Anforderungen informieren. Dazu geh√∂ren unter anderem Aspekte und Fragen, wie funktioniert das mit dem Honorar, bin ich freiberuflich t√§tig oder brauche ich vielleicht sogar eine Gewerbeanmeldung, muss ich Rechnungen schreiben, muss ich mit den Eltern einen Rahmenvertrag schlie√üen, was ist in einem Notfall zu beachten und wie muss ich mich versichern.

Wenn du noch ein wenig Unterst√ľtzung in der Frage "Existenzgr√ľndung ja oder nein?" brauchst, gibt dir dieser Blogartikel vielleicht noch ein bisschen Inspiration Existenzgr√ľndung ist eine Frage des Mindsets.

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