Mit dem richtigen Mindset zum Erfolg | Kontist
Selbstständigkeit

Mit dem richtigen Mindset zum Erfolg

Nina Sickinger

Freelance Editor

12. Aug. 2021

Egal an welcher Stelle deines Berufsweges du dich als Selbständiger gerade befindest, der Weg ist niemals geradlinig und die wenigsten werden ihn ohne Stolpersteine bewältigen. Aber sind es nicht die tagtäglichen Herausforderungen, die viele Berufstätige in die Selbstständigkeit lockt? Viele lieben genau diese Herausforderungen.

Denn eines ist klar: das eigene Business ist immer abwechslungsreich, spannend, herausfordernd, abenteuerlich, und manchmal sicher eben auch schwierig, stressig, den Schlaf raubend, aber definitiv immer aufregend und bereichernd. Manche stemmen das mit Leichtigkeit - eben weil sie vielleicht das Glück haben als Unternehmer geboren zu sein, das nötige Selbstbewusstsein haben und alle Herausforderungen mit Links meistern.

Bei der Vielzahl an Selbständigen wird das aber eher nicht so glatt laufen. Man trägt vielleicht schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit mit sich herum, zweifelt an sich selbst oder muss sich erst einmal ins eigene Unternehmertum hineinfinden. 

Einen weiteren Blogartikel zum Thema Unternehmertum findest du hier Wird man als Unternehmer geboren oder kann man das lernen?.

Allein die Entscheidung für eine Selbstständigkeit, aber auch der weitere Verlauf dieses Karriereweges erfordert Mut und Engagement, vor allem aber brauchst du Durchhaltevermögen. In diesem Zusammenhang ist auch immer wieder die Sprache vom richtigen Mindset. Mittlerweile beinahe eine Modewort, aber definitiv wichtig. 

Was bedeutet der Begriff Mindset?

Das Mindset beschreibt die Denkweisen, Überzeugungen und Verhaltensmuster beziehungsweise die innere Haltung eines Menschen. Häufig wird der Begriff Mentalität synonym verwendet. Aber unter diesem Begriff sammelt sich noch mehr: deine (erlernten) Gewohnheiten, deine Gesinnung, Leidenschaften, deine (Lebens-) Einstellung, Weltanschauung und Lebensphilosophie. Unsere Haltung, also wie wir uns in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Themen verhalten, wie wir darüber denken, welche Gefühle es in uns auslöst und schlussendlich, wie wir handeln, ist maßgeblich von all unseren positiven und negativen Erfahrungen in der Vergangenheit (von der Geburt bis heute zum Erwachsenenalter) geprägt.

So entwickelt sich unsere Persönlichkeit und all das hat Einfluss darauf, wie wir im Leben, und gemäß unseres heutigen Themas, wie wir als Unternehmer, agieren. Und ohne jetzt zu tief in die Psychologie einzutauchen, lässt sich pauschal sagen: Positive und angenehme Erfahrungen machen uns stark, leistungsfähig, selbstbewusst und glücklich. Negative kratzen an unserem Selbstvertrauen, können uns schwächen, bremsen, blockieren oder dazu führen, dass auch der Talentierteste sich wenig zutraut.

Und das geschieht meist leider im Unterbewusstsein. Ist dies mit den negativen Erfahrungen der Fall, ist folglich das Mindset dieses Menschen dementsprechend gepolt und er wird sich deswegen in manchen Bereichen seines Lebens selber blockieren bzw. blockiert fühlen.  

Doch am Mindset kann man arbeiten, um alte Blockaden aufzuspüren und aufzulösen. Oft ist dies alleine nicht so einfach zu bewerkstelligen (da vieles wie gesagt im Unterbewusstsein eine Rolle spielt) - dann ist es durchaus empfehlenswert, sich Unterstützung zu suchen, um den unterbewussten Hemmschuhen auf die Schliche zu kommen. Das erleichtert den beruflichen Weg ungemein. Jeder kann ein Mindset für ein glückliches und erfolgreiches (Berufs-) Leben entwickeln - ob nun allein oder mit Hilfe, ist völlig egal. Mit dem richtigen Mindset steckst du den Rahmen für dein Business ab und setzt entsprechend deine Ziele.  

Fakt ist: Wenn dein Mindset stimmig ist, kannst du dein Business wesentlich erfolgreicher gestalten. Dem Mindset kommt neben deinen Talenten, erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen also eine ebenso wichtige Rolle zu. Wie du selbst zum richtigen Mindset findest und mit der richtigen Einstellung deine Ziele erreichen kannst -   dazu gibt es heute ein paar Anregungen. 

Eine Empfehlung gleich vorab: Nicht nur, wenn es einmal nicht so gut läuft, sondern von Anfang deiner Geschäftsgründung an, ist es nie verkehrt, sich um die eigene persönliche Entwicklung und die des Geschäfts zu kümmern. Denn wie oben schon erwähnt, nicht jeder ist beispielsweise von Anfang an zum Unternehmer geboren. Ein unterstützendes Mindset zu entwickeln bedeutet, dass wir uns auch mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen.

Denn warum sollte man sich das Leben als Selbständiger schwer machen, nur weil man vielleicht schon als Kind wenig Selbstvertrauen hatte und bei einem Vortrag regelmäßig die Stimme wegblieb. An ein paar persönlichen Stellschrauben zu drehen, ist immer eine gute Sache. Das macht dich fit für dein Business und es bringt dich voran - geschäftlich und privat.

Was du selber tun kannst, um ein passendes Mindset aufzubauen

  • Du möchtest dich selbständig machen, deine Selbständigkeit pushen oder vielleicht in ein anderes Metier wechseln? Und hier Klarheit zu bekommen, solltest du die Gründe definieren. Liste detailliert alles auf, was und warum du das so willst. Nichts wird dich mehr motivieren, antreiben und dir den Weg weisen. Hast du am Ende eine Liste mit großen und klaren Zielen, die in dir leben, wirst du den Weg aktiv gehen - mit all seinen Herausforderungen und Stolpersteinen, die dir manchmal vielleicht die Sicht versperren werden.
    Dieser erste Schritt hilft dir auch dabei, zu erkennen, an welcher Stelle es eventuell hapert und wo du diese so genannten Stellschrauben findest. Oft merkt man bei diesem Prozess aber auch, dass der Gedanke mit der Selbständigkeit noch gar nicht reif ist und du noch Zeit brauchst. Falls du Schwierigkeiten hast, deine Ziele aufzuschreiben, nimm dir ein so genanntes Visionboard zu Hilfe.
    Oft ist es einfacher, wenn die Dinge schwarz auf weiß nieder geschrieben werden. Am besten hängst du das Visionboard in deinem Büro oder Zimmer auf - so verlierst du deine Ziele nicht aus dem Blick. Wie du ein Visionboard erstellst, liest du hier Ein Vision Board erstellen - visualisiere dir deine Ziele!.

  • Bei der Zielsetzung ist es ungeheuer wichtig, dass die einzelnen Ziele auch wirklich aus dir heraus erwachsen. Wie oft sind wir geneigt, eher auf andere zu hören oder zu tun, was andere von uns erwarten. Wir lassen uns all zu gerne beeinflussen und überhören unsere eigene Stimme. Aber wenn es gar nicht deine Ziele sind oder die Aktionen, die daraus resultieren, dir gar nicht entsprechen, wird es schwierig mit dem Unternehmenserfolg. Denn nur deine persönlichen Ziele und Visionen spornen dich an und verleihen dir die nötige Kraft, dein Business zu wuppen.  
  • Egal ob du deine Ziele und Visionen bereits definiert hast und begonnen hast, sie zu verfolgen oder ob du noch in der Findungsphase bist - all diese Schritte brauchen Zeit. Beim einen länger, beim anderen kürzer. Weil: jedes Business und jede Person geht anders an Dinge heran. Aber wie heißt es so schön: "Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut". Getrost diesem Motto solltest auch du vorgehen. Ein erfolgreiches Business erschafft man nicht innerhalb kürzester Zeit, auch wenn du möglicherweise einen Bombenstart hinlegst.
    Ich kann noch ein anderes Zitat bemühen: "Gut Ding braucht Weile". Also, nehme dir die Zeit, die es braucht. Und zwar in jeder Phase deines Unternehmensaufbaus. Manchmal wirst du gut voran kommen und manchmal geraten die Dinge ins Stocken. Gerade wenn neue Ideen am Horizont erscheinen, braucht es Zeit, damit die Dinge reifen können. So arbeitest du vielleicht äußerst produktiv an einer neuen Projektidee - und auch die muss reifen wie guter Wein oder Käse. 

  • Für das eigene Business fallen tagtäglich Entscheidungen an, die du treffen musst. Von ganz kleinen Angelegenheiten bis hin zu großen, die richtungsweisend sind. Aber nicht jeder Mensch ist mit einer riesigen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet. Manche agieren eher ängstlich und vorsichtig. Hier ist es wie bei all diesen Dingen: eine gewisse Portion Vorsicht ist gut, aber wenn du jede Entscheidung mit oder aus Angst triffst, wird dies dich und dein Geschäft hemmen. So versuche, (immer) öfter auch mutige Entscheidungen zu treffen.
    Dies ist ein wichtiger Faktor für Erfolg. Es kostet dich vielleicht einige Überwindung und es ist unangenehm, Neuland zu betreten, weil man nie weiß, was einen erwartet. Um Neues zu wagen, musst du den inneren "Schweinehund" überwinden und der ist manchmal ganz schön bissig. Doch wenn du es nie ausprobierst, wirst du nie erfahren, zu was du allem in der Lage bist. Um uns weiterzuentwickeln - sowohl in privater wie auch geschäftlicher Hinsicht - ist es unerlässlich, dass wir uns trauen.
    Und falls doch mal ein Fehler passiert, macht uns das nur stärker. Genau so: "Aus Fehlern wird man klug"!

  • Ein Punkt, der mit dem vorgenannten unmittelbar zusammen hängt: Nehme die Herausforderungen an und scheue nicht vor Risiken zurück. Du weißt zwar vorher nicht, wie es ausgeht, aber wenn du gut abwägst, auch mal was riskierst, dann kann am Ende ein Gewinn dabei herauskommen. Ein eigenes Business erfolgreich am Laufen zu halten, ist zwar an sich schon risikoreich, aber wie heißt es schön - und ich muss schon wieder ein altes Sprichwort zitieren (aber die passen zum heutigen Thema einfach wie die Faust aufs Auge):  "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt".
    Freunde dich also auch mit Risiken an, denn auch diese helfen dir beim Wachstum. Du hast doch sicher schon einmal erfahren, wie toll es sich anfühlt, wenn man ein Risiko eingegangen ist und es sich voll und ganz gelohnt hat. Ich meine natürlich auf keinen Fall damit, unvernünftig zu sein oder dich Hasardeur gleich in jede sich bietende Gelegenheit zu stürzen.
    Es geht immer darum, die richtige Balance zu finden. Das richtige Maß an - eine Hürde zu nehmen, um zu wachsen und eine Hürde auch mal abzulehnen, wenn dabei zu viel auf dem Spiel steht. 

  • Und auch dieser Aspekt schließt sich wieder unmittelbar an: Die Angst zu überwinden und Herausforderungen zu meisten, beutetet auch, dass du an dich und deine Fähigkeiten glaubst. Es braucht Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten. Und den Glauben daran, dass du stark bist und es schaffen wirst. Genau von dieser Haltung wird vieles abhängen. Sprich, du brauchst in deinem Mindset unbedingt eine positiv-optimistische Einstellung zum Leben. Wieder ein Sprichwort: Ist das Glas halb voll oder halb leer?
    Dies macht eine grundsätzliche Aussage über deine Haltung dem Leben gegenüber - und die ist maßgeblich von deinem Mindset abhängig. Eine positive Haltung wird eher zum Erfolg führen. Wer an sich glaubt, wird seine Ziele eher erreichen. Tipp: Achte immer ganz bewusst auf deine Gedanken und wandle, wann immer möglich, deine negativen in positive um. Und falls du an dieser Stelle Schwierigkeiten hast, ist es völlig in Ordnung sich Hilfe zu suchen. Warum ein Coach manchmal wahre Wunder wirken kann, verraten wir dir in diesen beiden Blogartikeln Warum sich gerade Selbstständige einen Coach nehmen sollten und  Mehr positive Energie durch Transformations-Coaching.
  • Klar, alle Soloselbständigen agieren - wie das Wort schon verdeutlicht - alleine. Das ist zunächst sicher erst einmal eine bewusste Entscheidung, die sich natürlich im Laufe der Zeit auch ändern darf. Zum Beispiel wenn der Laden so gut läuft, dass du in der glücklichen Lage bist, dir Geschäftspartner zu suchen oder Mitarbeiter einzustellen. Aber auch wenn du auf deinem gesamten Berufsweg Solopreneur bleibst, solltest du dich unbedingt mit anderen Menschen vernetzen, verbinden oder dir Partner suchen, auf die du in speziellen Fällen zurückgreifen kannst.
    Lass dich von anderen inspirieren, lass dir von erfolgreichen Menschen ihre Geheimrezepte verraten. Auch geschäftlicher Austausch ist wichtig - all das  kann ein ungeheurer Motivator für deine eigene Karriere sein. 

  • Wenn du dein eigenes Business gründest, wenn du deinen Traum verwirklichst und es schaffst, ihn (erfolgreich) in die Realität umzusetzen, bist du schon nahe dran, beruflich das zu tun, was du von Herzen gerne machst. Dann hast du es geschafft, deinen Beruf und deine Berufung auf eine Ebene zu bringen. Es gibt so viele Menschen - und ich glaube der Prozentsatz liegt leider ziemlich hoch - die ihren Beruf nicht mögen bzw. das, was sie arbeitsmäßig machen. Sie haben keine Freude dabei und sind auf Dauer ziemlich unglücklich.
    Diese Beispiele sind sowohl bei Festangestellten zu finden, wie auch unter Selbständigen. Aber gerade diese Berufsgruppe hat es eigentlich mehr in der Hand, sich den eigenen Job mit Spaß und Freude zu gestalten. Wenn das bei dir aktuell nicht so sein sollte, kannst du an deinem Mindset arbeiten, sprich herausfinden, was dich unglücklich macht. Wer oder was dir dabei im Wege steht. Sind es innerliche, persönliche Hemmschuhe?

    Oder liegt es vielleicht im Außen und es sind beispielsweise unangenehme Auftraggeber, die dir das Leben schwer machen oder unbequeme Aufträge, die dir die Lust am Job nehmen? Vertraue immer auf deine Intuition und auf deine Stärken. Je mehr das, was du tust, deinem Wesen entspricht und aus dir heraus kommt, desto mehr Freude und Leichtigkeit entwickelst du. Und desto mehr Erfolg wirst du haben, weil dich dein Job voll und ganz erfüllt. 

  • Von Zeit zu Zeit solltest du deine Ziele überprüfen und eine Bestandsaufnahme machen. Welche Ziele hast du erreicht? Was ist gut gelaufen und was nicht? Daraus ergibt sich dann, welche Ziele verändert oder angepasst werden müssen oder was du an deinem Mindset verändern solltest. Zum Beispiel wenn du immer wieder an einer gleichen Stelle scheiterst, brauchst du hier vielleicht Unterstützung von außen.

    Und eines solltest du auch nie vergessen: Anstatt dich über nicht erreichte Ziele oder Fehlschläge zu ärgern, ist es wichtig, den Fokus darauf zu legen, was du geschafft hast. Feiere deine Erfolge. Und sage ab und an mal Danke zu dir selber, und für alles, was dir auf dem Weg begegnet. Denn Ärger wird dich eher hemmen. Klar, auch Ärger kann mitunter ein Motivator sein, aber nur wenn du es schaffst, die Energie in "alle Kraft voraus" zu verwandeln, anstatt im ärgerlichen Gefühl steckenzubleiben. 

Zum Schluss noch etwas Hintergrundwissen

Für alle, die jetzt am Thema Mindset auf den Geschmack gekommen sind, gibt`s jetzt noch ein bisschen Theorie. Die sehr bekannte Motivations-Psychologin Carol Dweck betreibt Forschungen zum Thema Mindset. Unter anderem untersucht sie, warum einige Menschen bei Fehlschlägen ihren Weg weitergehen, andere aber die Flinte ins Korn schmeißen. Sie hat zum Thema eine Theorie entwickelt, die zwei Formen von Mindset definiert: das "Growth Mindset" (stammt von dem englischen Wort growth ab und bedeutet so etwas wie wachstumsorientiert oder dynamisch) und das "Fixed Mindset" (ebenfalls aus dem Englischen, fixed steht für fest, statisch, starr oder unflexibel). 

Beispiele für ein statisches Mindset 

Diese Menschen sind geprägt von 

  • Versagensängsten und Angst vor Herausforderungen (vermeiden diese eher)
  • Angst vor allem Neuen - sie machen die Dinge eher so, wie sie es gewohnt sind
  • dem Antrieb Niederlagen, Fehlschläge und Misserfolge verbergen zu müssen
  • dem Glauben, sie hätten nur ein bestimmtes Talent und keine Möglichkeit für Wachstum 
  • dem Antrieb, aufgeben zu müssen, wenn etwas nicht klappt
  • dem Antrieb über andere urteilen zu müssen
  • dem dringenden Bedürfnis nach Wertschätzung, Anerkennung und Lob
  • den anderen keinen Erfolg gönnen zu können

Diese Menschen sind geprägt von

  • dem Glauben, dass Herausforderungen wichtig sind für Wachstum, Weiterentwicklung und Erfolg. Deswegen scheuen sie nicht davor zurück.
  • dem Mut, Fehler und Rückschläge zuzugeben, um gestärkt daraus hervor zu gehen 
  • der Neugier, Neues kennenzulernen und auszuprobieren. Neue Wege einzuschlagen.
  • der Lust auf Weiterentwicklung, neue Fähigkeiten und Talente an sich zu entdecken
  • dem Willen Schwächen in Stärke zu verwandeln und durchzuhalten, auch wenn es mal nicht so läuft
  • dem Talent zur Selbstreflexion
  • Kritikfähigkeit. Freuen sich über Anerkennung, brauchen sie aber nicht.
  • dem Mut, anderen ihre Erfolge zu gönnen und sich davon inspirieren zu lassen