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Mit Leidenschaft zum Erfolg

Nina Sickinger

Freelance Editor

11. Jan. 2022

Für das Führen und letztlich für den Erfolg eines Unternehmens sind so einige Aspekte essentiell. Dabei spielt es keine Rolle, ob du als Solopreneur tätig bist, ein Business mit Angestellten führst, in einer Partnergesellschaft agierst, ob du Freelancer, Freiberufler und ein gewerbetreibender Selbständiger bist. Für alle gilt: Neugier, Motivation, Mut, der Wille zum Erfolg, Selbstbewusstsein und einige andere Faktoren gehören dazu - in welchem Maße auch immer. Was aber noch viel wichtiger ist und was fast alle erfolgreichen Menschen im Business miteinander vereint, ist die Leidenschaft. Und das gilt natürlich auch für dich.

Leidenschaft für dein Unternehmen, deine Ziele, deine Vision, deinen Beruf. Vielleicht hast du auch schon einmal von folgendem Motto gehört: "Tue, was du liebst und liebe, was du tust". Woher genau dieses Sprichwort stammt, darüber besteht Uneinigkeit. Manche schreiben es tatsächlich Konfuzius zu, der von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. lebte. Doch so ganz sicher ist das nicht.

In der Neuzeit gab es viele Persönlichkeiten, die sich dem sinnhaften Verwenden dieses Mottos bemächtigten. Ein deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist beispielsweise hat dies ebenfalls getan und sogar noch etwas weitergedacht: "Tu', was du liebst! Wenn du nicht tun kannst, was du liebst, dann liebe, was du tust! Und dann tust du ja das, was du liebst!" 

Wie auch immer der genaue Wortlaut nun heißt, es kommt ja sowieso eher auf die Bedeutung der Worte an. Denn mal ganz kurz die Überlegung angestellt: Was passiert eigentlich mit dir als arbeitendem Menschen, wenn du eventuell sogar Jahre lang nicht liebst, was du tust ? Ich glaube jeder kann sich die Antwort hier selber geben. Spinnt man den Faden an dieser Stelle aber noch ein Stückchen weiter, gelangt man zu einem weiteren spannenden Thema:

Denn es gibt einen ziemlichen Unterschied zwischen Beruf und Berufung. Man könnte sagen: Unseren Beruf machen wir im Wesentlichen aus Gründen der Vernunft, beispielsweise um Geld zu verdienen für Miete, Lebenshaltungskosten etc. Von einer Berufung dagegen spricht man, wenn wir eine Arbeit machen, die uns erfüllt, die unserem Wesen entspricht, die wir lieben eben. Perfekt, wenn beides zusammen geht. Aber bei vielen ist das leider nicht der Fall. Und dies ist ebenfalls mit unserem heutigen Thema verknüpft, auch wenn es heute speziell um die Leidenschaft (für deine Arbeit) geht.

Und eines ist ganz klar: Hast du Leidenschaft für deinen Beruf, spürst du ein inneres Feuer, also brennst du für das, was du tust, lässt sich sagen: Dann hast du auch deine Berufung gefunden. 

Was aber ist, wenn du partout nicht weißt, wofür du eine Leidenschaft hast? Wie kannst du das herausfinden? Bist du neugierig? Neugierig auf deine Leidenschaft? Dann lies einfach weiter.

Übrigens zum Thema Neugier gibt es ebenfalls einen aktuellen Artikel Warum du als Freelancer deine Neugier erforschen und erkennen solltest.

Ein paar Fakten über Leidenschaft

Leidenschaft ist:

1) ein sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äußernder Gemütszustand (aus dem heraus etwas erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird)

2) eine große Begeisterung, ausgeprägte Neigung, Passion für etwas, was man sich immer wieder zu verschaffen und was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet.                                         

Für unser heutiges Thema erklären beide Definitionen präzise, was Leidenschaft, gerade auch deine Arbeit betreffend, ist beziehungsweise sein kann. Leidenschaft ist also gar nicht unbedingt mit nur einem Synonym zu erklären - insgesamt ist es ein weitreichendes Thema, das sich natürlich auf alle Bereiche deines Lebens (und nicht nur auf deine Arbeit, auch wenn das unser heutiges Thema ist) bezieht und sich aus verschiedensten Komponenten zusammensetzt. 

 

Leidenschaft bedeutet insbesondere 

  • neben dem unbändigen Willen zum Erfolg auch 
  • seine Energie und Power dafür einzusetzen, was man unbedingt erreichen möchte
  • den Drang etwas zu bewegen 
  • Dinge zu entdecken 
  • neugierig zu sein
  • mit Herzblut bei einer Sache zu sein
  • eine Passion / Mission zu haben
  • für etwas zu brennen 
  • die Dinge mutig, entschlossen und beherzt anzugehen
  • es so lange zu verfolgen, bis sich Erfolg einstellt 

Ich denke, je mehr von den genannten Aspekten in dir aktiv sind, desto intensiver ist deine Leidenschaft für etwas ausgeprägt. Dies bewirkt, dass in dir ungeahnte Kräfte freigesetzt werden und es dir sozusagen Flügel verleiht. So kannst du (fast) alles erreichen. Aber du musst es vor allem wollen. Denn wenn man etwas wirklich will und mit allem Herzblut dabei ist, schafft man das. Vielleicht auch wenn du das bisher nicht für möglich gehalten hättest. Also, wo ein Wille, da ist auch ein Weg, wie es so schön heißt.

Vince Lombardi, eine erfolgreiche amerikanische Footballtrainer-Legende hat es auf den Punkt gebracht: "Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und all den anderen ist nicht der Mangel an Stärke, Talent oder Wissen. Es ist der fehlende Wille". Die beiden Begriffe Leidenschaft und Wille sind hier eng miteinander verknüpft, also synonym verwendbar. 

Jetzt könnte natürlich die Frage auftauchen, was braucht es denn dazu, dass der gesamte Leidenschaftsprozess in Gang kommt? Besonderes Können? Ein spezielles Talent? Waren alle erfolgreichen Menschen besondere Leuchten in der Schule? Nein, ganz und gar nicht. Manchmal hatten sie noch nicht mal besonders gute Noten oder Abschlüsse. Was sich aber auch hier wieder zeigt und was alle eint, ist: der unbändige Willen, ihr Ziel zu erreichen. Sich den Wunsch (das Ziel, die Vision, etc.), der tief in ihren Herzen vorhanden war, zu erfüllen.

Ein paar weitere Aspekte wie du deine Ziele mit Leidenschaft erreichen kannst

Was beispielsweise ist, wenn du zwar viele Ideen hast, es auch nicht unbedingt an Leidenschaftlichkeit mangelt und du dennoch nicht richtig zu Potte kommst?

Hierfür ein paar Grundregeln:

  • Sei weiterhin leidenschaftlich (denn das ist dein Motor). Aber bleibe fokussiert. Fokussiert auf dein Ziel. Möglichst auf ein Ziel. Versuche niemals alles gleichzeitig zu machen. Also, bestimme dein Ziel und halte den Fokus. Lass nicht locker, bevor es nicht erreicht ist. Manche Menschen verbeißen sich regelrecht in so ein Projekt. Und kommen meist zum Erfolg.
  • Allerdings darfst du eines nicht vergessen: Agierst du irgendwann zu verbissen, geht ganz schnell die Freude verloren und damit auch die Leidenschaft. Also, versuche dir die anfängliche Begeisterung für dein Projekt zu bewahren, denn das ist ein wesentlicher Faktor.

Weitere Tipps:

  • Lass dich nicht ablenken. Der "innere Schweinehund" liebt Ablenkung und Ausreden
  • Lass dich nicht von äußeren oder inneren Widerständen dazu bringen, von deinem Ziel abzuweichen
  • Lass dich nicht von Zweifeln etc. von deinem Ziel abbringen
  • Mache dir keine Sorgen
  • Gebe nicht auf, nur weil es nicht auf Anhieb klappt oder es länger dauert als du geplant hast. Gibst du zu früh auf, wirst du nie erfahren, wie erfolgreich dein Projekt hätte laufen können, wenn du am Ball geblieben wärst. 
  • Wenn du zwischen verschiedenen Ideen hin- und herschwankst, kann dir dies vielleicht helfen:
  • Erstelle eine Liste aller Arbeitsaspekte, auf die du Lust hast und wo Neugier vorhanden ist (auch wenn es verschiedene Arbeitsbereiche und/oder -themen sind). 

Gemeint ist hier zum Beispiel: Stelle dir vor, dein Metier ist das Schreiben. Aber die Möglichkeiten hier sind unendlich. Je nach deinen Fähigkeiten könntest du Bücher schreiben, oder für Verlage, Zeitungen oder Fachjournale arbeiten. Du könntest wissenschaftliche oder anderssprachige Texte erarbeiten oder übersetzen oder für Online-Portale texten und wenn du als Autor tätig bist, gibt es wiederum viele Stil- und Fachrichtungen.

Auch die Tätigkeit als Lektor könntest du dir vorstellen. Ein ziemliches Bouquet an möglichen Aufgaben, aber auch ein ziemliches Chaos. Wenn du alle Aspekte notierst, kannst du anfangen die Dinge einzugrenzen, manches zu eliminieren und am Ende bleibt bestenfalls eine Schnittmenge übrig...

  • ... deswegen überprüfe, wo es diese Schnittmengen (Überschneidungen) gibt. Schreibe auch dies auf.
  • Investiere nun deine Zeit darin, diese sich überschneidenden Bereiche bzw. Interessen zu erforschen - mit allen Mitteln, die du dazu brauchst. Also, beispielsweise dir Wissen anzueignen, über das Thema zu recherchieren oder dir eine weitere, dafür wichtige Fähigkeit anzueignen. 
  • Bleibe neugierig und verfolge die Dinge, die dein ungeteiltes Interesse wecken. Und gleichzeitig zwinge dich nicht zu Dingen, die dich nicht interessieren. Das kostet nur Energie, die dir dann bei den wirklich wichtigen Angelegenheiten fehlt.
  • Wenn du genug "gesammelt hast, tausche dich unbedingt mit anderen aus. Manchmal ist es unerlässlich, dass andere einen Blick von außen auf die Dinge werfen. Denn ab und zu sieht man selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht - du wirst das sicher kennen. Auch wenn du deine Begeisterung mit anderen teilst, wird sich das positiv auf den Prozess auswirken. Es hat sozusagen eine sich potenzierende Wirkung. 

Was aber wenn du so gar nicht weißt, wo deine Leidenschaft ist oder wofür dein Herz brennt?

Die folgenden Aspekte können dich dabei unterstützen, deine versteckten Leidenschaften aufzudecken. Dazu solltest du bereit sein, dich selbst zu hinterfragen und dich auch von alten Glaubensmustern  und -sätzen zu verabschieden. Die sind nämlich in den meisten Fällen dafür verantwortlich, dass du dir beispielsweise wenig zutraust, ängstlich bist, zu viel Vorsicht walten lässt oder Angst hast, es nicht zu schaffen. 

Wenn es dir an Ideen, Leidenschaften und Zielen für deine berufliche Karriere mangelt, kannst du dich unter anderem fragen:

  • Was macht mich glücklich? Wobei habe ich ein gutes Gefühl?
  • Wofür kann ich mich begeistern? Worauf habe ich richtig Lust?
  • Wenn ich dies tue oder mich mit jenem beschäftige, fühle ich Erfüllung?
  • Worin sehe ich einen Sinn?
  • Welche Themen faszinieren und interessieren mich (immer schon oder schon länger, habe dies aber nie ernst genommen)?
  •  Von welchem Beruf/welcher Tätigkeit träume ich oder habe ich immer schon geträumt?
  • Was geht mir mit Leichtigkeit, Erfolg und Freude von der Hand?
  • Was wäre mein ideales Arbeitsumfeld?
  • Wie und wo möchte ich am liebsten arbeiten?
  • Wo liegen meine Stärken? Wo liegen meine Schwächen? 
  • Was schätzen andere an mir? Welche Fähigkeiten würden sie mir zuschreiben?
  • Gibt es etwas, worauf ich in meinem bisherigen Arbeitsleben (und auch Privatleben) stolz bin?
  • Was spornt mich an? Was treibt mich an?
  • Was lässt mich morgens enthusiastisch in den Tag starten?
  • Gibt es etwas, was ich insgeheim am liebsten tun würde, traue mich aber nicht, es vor mir oder vor anderen einzugestehen?
  • Was wäre mein Lieblingsjob, wenn ich nicht davon leben müsste?
  • Wie sähe meine Selbständigkeit aus, wenn ich das richtige Metier für mich gefunden habe?

Ein Wort zum Schluss

Du kannst ein noch so genialer, energiegeladener, enthusiastischer und leidenschaftlicher Unternehmer und/oder Einzelkämpfer sein. Aber auch diese "Arbeiter-Spezies" braucht ab und zu mal eine Pause und Zeit zur Regeneration. Damit die Flamme deines inneren Feuers nicht irgendwann verlischt oder du im wahrsten Sinne des Wortes ausbrennst, solltest du stets dafür sorgen, dass du deine Energie, also deinen Sprit immer wieder auftankst.