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„Back to the roots“ - Warum Offline Marketing immer noch aktuell ist

Eine Kampagne auf Facebook, ein wöchentlicher Newsletter, eine nutzerfreundliche Website: Marketing-ExpertInnen sind sich einig, dass gezieltes Online Marketing der Schlüssel zum Erfolg und die Zukunft des Marketings ist. Schließlich muss in Zeiten, in denen beinahe jede/r online ist, mit der digitalen Transformation Schritt gehalten werden, um die eigene Webpräsenz zunehmend zu optimieren. Dabei konzentrieren nicht nur große Unternehmen ihre Ressourcen zunehmend auf Online Marketing - auch kleine mittelständische Unternehmen und Selbständige machen sich den Online Marketing Trend zunehmend zu Nutzen und integrieren diesen in ihre Marketingstrategien. Das Offline Marketing, die „große Schwester“ aus analogen Zeiten, rückt dabei immer mehr in den Hintergrund und wird als „oldschool“ abgestempelt - zu Unrecht?

„Oldschool“ vs. „Up To Date“? Online- und Offline Marketing im Vergleich

Zunächst gilt es zu klären, wo überhaupt die Unterschiede zwischen Online und Offline Marketing liegen. Ein Blick auf die Definition von Marketing zeigt, dass hierunter ganz allgemein der Akt des Bewerbens und Verkaufens von Produkten und Dienstleistungen verstanden wird. Dabei gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Ansätzen, Strategien und Maßnahmen, welche grob in Online und Offline Marketing unterteilt werden können. Passend erscheint in diesem Zuge das alte Sprichwort „Alle Wege führen nach Rom“: Denn obwohl sich Online und Offline Marketing auf den ersten Blick beinahe konträr als „oldschool“ vs. modern gegenüberstehen, verfolgen doch beide ein gemeinsames Ziel - schließlich möchte letztendlich mit Hilfe beider Ansätze die richtige Zielgruppe erreicht werden um so die Aufmerksamkeit potentieller Kund*innen zu gewinnen.

Doch was wird überhaupt unter Online Marketing verstanden? Das Online Magazin T3N definiert Online Marketing recht simpel als die Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen über das Internet . Das Internet bietet dabei eine Vielzahl von möglichen Kanälen über welche die Vermarktung erfolgen kann. Aufgezählt werden folgend exemplarisch verschiedene Elemente von Online Marketing:

Die eigene Website (ggf. inkl. eines eigenen Blogs und/oder eigenem Webshop): Die eigene Website stellt das digitale Pendant zur Visitenkarte dar und kann somit als Aushängeschild der eigenen Arbeit verstanden werden. Gerade weil der eigenen Website eine Schlüsselrolle beim Online Marketing zugesprochen wird, lohnt es sich hier Zeit, Mühe und finanzielle Ressourcen in eine nutzerfreundliche und optisch ansprechende Website zu investieren.

Social Media Marketing : Social Media ist weder aus unserem Alltag noch aus der Welt des Online Marketings wegzudenken. Nicht nur gibt es hier eine Vielzahl von verschiedenen Kanälen und Netzwerken; via Social Media können gezielt verschiedene Zielgruppen erreicht werden. Auch für Selbständige und FreelancerInnen ist Social Media Marketing ein erfolgversprechender Ansatz.10 Social Media Tipps für FreiberuflerInnen findet ihr hier .

E-Mail Marketing : E-Mail Marketing gilt als der Klassiker des Online Marketings und insbesondere tägliche oder wöchentliche Newsletter sind aus dem E-Mail Postfach einfach nicht mehr wegzudenken. Seitdem die DSGVO im Mai 2018 in Kraft getreten ist, gilt es jedoch einiges zu beachten beim E-Mail Marketing. Seid ihr beim Thema DSGVO uptodate?

Suchmaschinen Marketing : Grob zusammengefasst kann SEM (Search Engine Marketing) in SEO (Search Engine Optimization) und SEA (Search Engine Advertising) unterteilt werden und darf in dem Aufgabenbereich eines Online Marketing Profis nicht mehr fehlen. Du möchtest auch zum SEO-Profi werden? Dann nichts wie los.

Influencer Marketing : “Influencer” gelten als die Meinungsmacher des 21. Jahrhunderts und haben sich daher in vielen Branchen als wichtige Player etabliert. Auf Grund ihres Einflusses und ihrer Reichweite inner- und außerhalb der sozialen Netzwerke, ist die Zusammenarbeit mit Influencern bereits essentiel.

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Dem Gegenüber steht das Offline Marketing, unter welches Marketing Maßnahmen fallen, die außerhalb digitaler Kanäle stattfinden. Beispiele des klassischen Offline Marketings sind unter anderem:

Print- und Radiokampagnen : Ob Werbung, Anzeigen oder redaktionelle Beiträge - Print- und Radiokampagnen können wirkungsvoll sein, um eine große und diverse Zielgruppe zu erreichen. Gerade bei Werbeanzeigen, die schnell sehr kostenintensiv werden können, sollte im Vorhinein sorgfältig kalkuliert werden, ob hier der Kostenaufwand in Relation zu dem erwarteten Erfolg der Anzeige steht.

Flyer und Visitenkarten : Visitenkarten als Aushängeschild, aber auch Flyer stellen wichtige Bausteine des Offline Marketings dar. Denn egal ob zum Networken bei Business Events oder um neue KundInnen auf sich aufmerksam zu machen - Flyer und Visitenkarten sind auch in Zeiten der digitalen Transformation nicht aus dem Geschäftsalltag wegzudenken.

Printprodukte : Der Versand von Briefen/und oder Prospekten ist quasi die Offlineversion eines Newsletter und kann genutzt werden um KundInnen, aber auch GeschäftspartnerInnen auf dem Laufenden zu halten.

Give-Aways und Werbeartikel : Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und es muss es nicht immer der obligatorische Kugelschreiber sein. Stattdessen können auch mit einem kleinen Budget kreative Ideen für Give-Aways realisiert werden mit denen man auf unkompliziertem Wege langfristig im Gedächtnis (potenzieller) KundInnen und BusinesspartnerInnen geblieben werden kann.

Sticker und Poster : In der Vergangenheit haben sich vor allem Poster, aber auch Stickerkampagnen als effektive Marketingmaßnahmen etabliert, die weiterhin wirkungsvoll sind. Bei der Planung solcher Kampagne sollte jedoch der rechtliche Rahmen im Hinterkopf behalten werden, denn an der Mehrzahl öffentlicher Orte wird eine (kostenpflichtige) Erlaubnis zum Aufhängen und Stickern benötigt.

Face to Face Kommunikation : Auf Messen, selbstorganisierten Aktionstagen und Events oder einfach bei einem Gespräch - der persönliche Kundenkontakt bleibt auch in digitalen Zeiten ein wichtiges Instrument, um die Beziehung zu den eigenen KundInnen nachhaltig zu stärken. Nicht nur bietet ein persönlicher Dialog die Möglichkeit direktes Feedback zu erhalten; optimalerweise und gerade bei Events größerer Unternehmen, können solche Veranstaltungen nicht nur eine gelungene Möglichkeit des Networkings sein, sondern bestenfalls auch noch medienwirksam als positive PR vermarktet werden.

Obwohl Online Marketing auf den ersten Blick den Vorteil hat eine größere und diverse Zielgruppe erreichen zu können, dürfen doch auch die Wirkungsmechanismen des Offline Marketings nicht unterschätzt werden. So kann als absoluter Vorteil des Offline Marketings der “Human Touch” gesehen werden. Zwischenmenschliche Aktion löst andere Emotionen als die “Anonymität der Online-Kommunikation” aus, ein Poster wirkt anders als ein Spot im Internet und ein reales Werbegeschenk, das tatsächlich angefasst und erlebt werden kann, hinterlässt ein anderes Gefühl als ein virtueller Gutschein. Denn schlussendlich ändert sich auch in einer zunehmend digitalisierten Welt nichts daran, dass “offline” anders wahrgenommen wird als “online”.

Hybride Ansätze: The best of both worlds

Festgehalten werden kann, dass im Rahmen des zunehmenden digitalen Wandels, auch Marketingstrategien transformiert werden müssen, um erfolgreich zu sein. Ein schneller Blick auf den Markt zeigt, dass hier vor allem digitale Maßnahmen heiß als „Zukunftstrends“ gehandelt werden. So listet beispielsweise das Forbes Magazin in seinen „ 12 Marketing Trends To Take Advantage Of This Year “ weitestgehend Online Marketing Maßnahmen als Empfehlungen für das Marketingjahr 2018. Ebenfalls kann ein Anstieg des Angebots und der Nachfrage an Webinaren und Kursen, die sich mit „Internet Marketing“ befassen, beobachtet werden. Das heißt jedoch nicht, dass Online Marketing, nur weil es auf den ersten Blick „digitalisierter“ und „moderner“ erscheint, der einzige und gar bessere Marketingansatz ist. Schlussendlich gilt nämlich, dass Marketing, egal ob online oder offline, gelungen sein muss, um die richtige Zielgruppe anzusprechen. Ratsam können deswegen auch hybride Ansätze sein mit denen die Vorteile von beiden Marketing-Methoden spielerisch kombiniert werden. Der Vorteil dieser Crossmedia-Kampagnen ist, dass so das volle Potenzial ausgeschöpft werden kann um Neukund*innen zu generieren und so die eigene Werbebotschaft zu geschickt zu streuen. Langfristig kann so der Erfolg des eigenen Marketing gesteigert werden. Zwei simple Beispiele solcher hybriden Marketingmaßnahmen, die sich mehr als etabliert haben, sind:

  • Printprodukte mit QR-Codes : Ein einfacher, jedoch effizienter Weg um Online und Offline zu verbinden und (potentielle) KundInnen schnell auf die eigene Webpräsenz aufmerksam zu machen.
  • Offline Coupons für den Online Shop : Ob als Beilage in der letzten Bestellung oder in Form eines Flyers, Coupons leiten geschickt in den Webshop um und können sie die Verkäufe ankurbeln

Letztendlich gilt, dass es sowohl im Online- als auch im Offline Marketing kein universales Geheimrezept für eine erfolgreiche Marketingkampagne gibt. Stattdessen ist der Erfolg einer Marketingstrategie von vielen verschiedenen Variablen abhängig. Dazu gehören beispielsweise finanzielle als auch menschliche Ressourcen, das Zeitfenster und letztendlich die Zielgruppe, die sich bei großen Unternehmen, kleinen mittelständischen und zu guter letzt Selbständigen und FreiberuflerInnen massiv unterschieden. Hier heißt es: Mutig sein, Chancen und Risiken im Vorhinein abschätzen und einfach ausprobieren um den Marketing-Mix zu finden, der den eigenen Erfolg maximiert.

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One-(Wo)Man-Show: Möglichkeiten des Offline-Marketings für Selbständige

Gerade für Selbständige bieten sich viele Elemente des Offline Marketings im B2C-Bereich an, da sie häufiger als große Unternehmen kontinuierlich im direkten Kontakt und Austausch mit (potenziellen) Auftraggeber innen und Endkund innen stehen. Mit einem Blick auf die oben aufgezählten Beispiele des klassischen Offline Marketings, stehen Selbständigen hier theoretisch viele Türen offen um das eigene Business zu bewerben. Praktisch muss jedoch vor allem der zusätzliche finanzielle und zeitliche Mehraufwand in Betracht gezogen werden und evaluiert werden, ob sich dieser für den erwarteten Erfolg einer Offline-Kampagne rechnet. Mögliche Maßnahmen sollten daher wohl durchdacht und vor allem mit Blick auf branchenspezifische Eigen- und Besonderheiten geplant werden. Branchenübergreifend stellt die Visitenkarte ein absolutes Muss für alle Selbständigen dar. Diese sorgt nicht nur für eine professionelle Wahrnehmung bei VerhandlungspartnerInnen und EndkundInnen, sondern ist auch ein langfristiges Marketingprodukt, das mit einem vergleichsweise niedrigen finanziellen- und Zeitaufwand verbunden ist (gerade, wenn das Design der Karte selber übernommen werden kann). Für Selbständige, die nicht digital arbeiten und daher eher lokal agieren, ist auch das Gestalten und Auslegen von Flyern sowie das Schalten von Anzeigen in lokalen Zeitungen und bei lokalen Radiosendern eine Möglichkeit eine große Zielgruppe zu erreichen und so Kunden zu akquirieren. Auch hier gilt: Ausprobieren was für das eigene Business effizient ist.

Obwohl Online Marketing auf den ersten Blick den Vorteil hat eine größere und diverse Zielgruppe erreichen zu können, dürfen doch auch die Wirkungsmechanismen des Offline Marketings nicht unterschätzt werden. So kann als absoluter Vorteil des Offline Marketings der “Human Touch” gesehen werden. Zwischenmenschliche Aktion löst andere Emotionen als die “Anonymität der Online-Kommunikation” aus, ein Poster wirkt anders als ein Spot im Internet und ein reales Werbegeschenk, das tatsächlich angefasst und erlebt werden kann, hinterlässt ein anderes Gefühl als ein virtueller Gutschein. Denn schlussendlich ändert sich auch in einer zunehmend digitalisierten Welt nichts daran, dass “offline” anders wahrgenommen wird als “online”. Deswegen sollten auch Selbständige in Zeiten des Online Marketings, die Offline Variante nicht vernachlässigen und sie stattdessen nutzen um sich von der Masse abzuheben, ihre eigene Persönlichkeit einzubringen, noch individueller auf ihre Zielgruppe einzugehen und sich dabei als professionelle und spannende GeschäftspartnerInnen beweisen.