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Optimismus kannst du lernen

Ja, mit dem Optimismus ist das so eine Sache. Grundsätzlich gilt natürlich, Optimismus sollte in jeden Lebensbereich gehören. Und die meisten Menschen würden sicher ihre Zustimmung geben, dass optimistische Wesen einfach mehr vom Leben haben. Mehr Spaß, mehr Glück, mehr Erfolg. Privat und beruflich. Im Prinzip ist das so. Doch so einfach ist die Sache nicht. Denn Optimisten fallen nicht vom Himmel. Zwar scheinen manche den Optimismus einfach in die Wiege gelegt bekommen zu haben, während andere sich das mühsam erkämpfen müssen.

Warum gehen einige leicht und gut gelaunt durchs Leben und befinden sich scheinbar stets auf der Sonnenseite, während andere pessimistisch vom Pech verfolgt scheinen. Das werden wir im Laufe dieses Textes versuchen zu klären. Aber zunächst einmal, was ist denn dieser hochgelobte Optimismus überhaupt:

Laut Wikipedia stammt das Wort "Optimismus aus dem Lateinischen von optimum, was soviel heißt wie das Beste. Optimismus ist eine Lebensauffassung, in der die Welt oder eine Sache von der besten Seite betrachtet wird; er bezeichnet allgemein eine heitere, zuversichtliche und lebensbejahende Grundhaltung sowie eine zuversichtliche, durch positive Erwartung bestimmte Haltung angesichts einer Sache hinsichtlich der Zukunft. (...) Die gegenteilige Auffassung ist der Pessimismus". 

Jeder würde mir sicherlich recht geben, dass der Optimismus zu einer der begehrtesten Eigenschaften zählt, die sich Menschen für alle Lebenslagen wünschen. Denn mit Optimismus - und da sind sich die objektive und die subjektive Wahrnehmung sicherlich mal einig - lässt es sich erstens besser und angenehmer leben, zweitens die Gesundheit fördern und drittens mehr Erfolg etc. erzielen.

Und sogar Experten und Wissenschaftler unserer Zeit haben mittlerweile anerkannt, dass Optimismus einer der wichtigsten Bestandteile für Gesundheit und Wohlbehagen (auf mentaler und körperlicher Ebene) ist, die wiederum die Grundlage dafür bilden, dass wir erfolgreich arbeiten und privat glücklich leben. 

Wie du dem Optimismus auf die Spur kommst

Wir alle kennen diesen Spruch: Wie siehst du das Leben - ist dein Glas halb leer oder halb voll? Allein schon in der Reaktion des Menschen, dem du diese Frage stellst, könnte man vielfach dessen Gesinnung erkennen. Denkt dieser Mensch eher optimistisch oder pessimistisch. Aber so profan bzw. schwarz/weiß wollen wir dieses Thema nicht betrachten, denn man kann nicht einfach nur behaupten, entweder man hat ihn oder hat ihn nicht. Es gibt viele Faktoren, die darauf Einfluss haben, ob man nun optimistisch durchs Leben geht oder nicht. 

Die gute Nachricht vorab: Wenn du dich nun selbst als nicht so optimistisch beschreiben würdest - du musst dich nicht mit den Gegebenheiten abfinden. Jeder kann es lernen.  Auch du!

Das Leben besteht natürlich generell nicht nur aus guten Phasen. Manchmal läuft es nicht und wir müssen mit eventuell harten Herausforderungen umgehen. Aber auch hier - und wenn es noch so schwer erscheint - ist eine optimistische Lebenseinstellung förderlich und hilft dabei, Schwierigkeiten und Krisen besser zu bewältigen. Und wir haben einen großen Einfluss darauf, denn es kommt auf unsere Gedanken an, die eigentlich dafür verantwortlich sind, wie wir Dinge sehen, erleben und empfinden. Eigentlich sind unsere Gedanken unsere Lenker. Und je schöner, optimistischer und besser unsere Gedanken sind, desto eher sehe ich das Glas als halb voll. Das ist im Privaten so, wie auch im Beruflichen.

Ganz klar möchte ich aber betonen, dass es hier nicht um Positivismus geht, der in den meisten Fällen dazu führt, sich einem Problem nicht zu stellen oder es gar zu ignorieren. Es geht vielmehr darum, aus jeder Krise zu lernen und zu schauen, wie sie sich gut (optimistisch) lösen lässt. Optimismus meint also in keinem Falle, schwierige Phasen oder Ereignisse auszublenden, sondern es geht immer um das Wie.

Das heißt, wie geht man mit einer Krise, Herausforderung oder schwierigen Situation um. Und welche Gedanken habe ich dazu. Manchmal ist es nur eine kleine Veränderung in der Sichtweise der Dinge.  Manchmal braucht es nur eine Neuausrichtung der Gedanken, die maßgeblichen Einfluss auf unser Fühlen und Handeln hat. 

Jetzt muss ich doch nochmal darauf zurück kommen, aber als Beispiel taugt es gut: Stell dir mal vor, du betrachtest und denkst in allen Lebenslagen immer, dein (persönliches) Glas (stellvertretend für dein Leben) ist halb leer. Was meinst du, macht diese Denkweise mit dir? Du wirst dich auf Dauer nicht gut fühlen. Du wirst permanent das Gefühl haben, dass dir etwas fehlt, ein Gefühl des Mangels entsteht.

Du wirst denken, du bist nicht gut in deinem Job. Du bekommst nie die attraktiven Projekte oder spannenden Aufträge. Dein Business wird nie erfolgreich sein. Und deine Beziehungen klappen auch nie. Und dann stell dir die andere Seite vor. Dein Glas fühlt sich immer halb voll an. Du hast zwar schon die eine Hälfte genossen, aber es immer noch halb gefüllt. Welch Glück. Was macht das mit dir? Du wirst die oben genannten Sätze alle eher in einem positiven Licht betrachten.

Einige werden jetzt sagen, "ja, ich ordne mich der ersten Variante zu. Wie soll ich denn daran etwas ändern?" Das Beste gleich vorweg: Es gibt einiges, was du tun kannst.  Mit einer getroffenen Entscheidung, dem klaren Willen, etwas Geduld, Aufmerksamkeit und Übung kann es dir gelingen, deine Perspektive, deine gedankliche Ausrichtung zu verändern.

Mann in rotem Hemd arbeitet am Laptop in der Hängematte.

Kann man Optimismus lernen oder ist er vielleicht sogar angeboren? 

In Absolutheit weder das eine, noch das andere. Vielmehr ist es eine Mischung. Zum einem kleinen Teil ist es tatsächlich angeboren (den wir aber hier vernachlässigen wollen). Zum anderen tragen die äußeren Umstände dazu bei, wie optimistisch wir durch das Leben gehen. Das häusliche und soziale Umfeld, Erziehung, Ereignisse, die uns zustoßen, Erfahrungen, die wir machen - all das hat Einfluss. Und es gibt noch einen - nicht unerheblichen - Teil, indem wir auch selbst dafür verantwortlich sind und lernen können, ob und wie optimistisch wir durch das Leben gehen. Und das ist der Punkt, an dem sich ansetzen lässt. 

Der vielleicht wichtigste Satz in diesem Zusammenhang: Unsere Gedanken bestimmen, wie wir uns fĂĽhlen und was wir tun.

Am besten ist es natürlich, wenn wir schon in einem optimistischen Umfeld aufwachsen - da wir als Kind lernen durch das , was wir wahrnehmen, was uns vorgelebt und gezeigt wird und auch vieles nachahmen. Je früher man also mit Optimismus in Berührung kommt, desto besser. Unser Gehirn wird sozusagen von Beginn an darauf trainiert und konditioniert. Aber nicht jeder Mensch kommt in den Genuss, so aufzuwachsen. So muss er es dann zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben lernen.  Es gibt einige Anregungen, die dir das erleichtern sollen. 

Wie du das in deinem Leben anwenden kannst

Wie wir gesehen haben, trägt eine optimistische Grundhaltung in großem Maße zu Gesundheit, Wohlbefinden und Erfolg bei.  

Wenn du nun deinem Optimismus auf die Sprünge helfen möchtest, haben wir zum Abschluss ein paar Anregungen für dich, wie er sich in deinem Leben - beruflich und privat - mehr und mehr etablieren lässt. 

  • An erster Stelle steht natĂĽrlich immer ein Wille und eine Entscheidung zu Veränderung. Eine bewusste Entscheidung, dass du zukĂĽnftig auf deine Gedanken und den daraus resultierenden GefĂĽhlen und Handlungen achten wirst und dich von pessimistischen Gedanken nicht länger leiten lassen willst. Dazu gehören auch Dinge aus deinem Umfeld, die in uns leicht negative Gedanken und GefĂĽhle auslösen wie Nachrichten oder sogar  Menschen, die selber pessimistisch drauf sind. Zum Beispiel schwierige Kunden, die dich immer dazu bringen, dass du dich nicht gut genug in deinem Job fĂĽhlst, weil sie nie zufrieden sind und ständig etwas auszusetzen haben. 

  • Suche dir Menschen in deinem Umfeld, die dich auf dem Weg unterstĂĽtzen. Einerseits weil sie selbst zu den optimistischen Charakteren gehören und dir einfach gut tun mit ihrer Ausstrahlung. Das hat nämlich einen potenzierenden Effekt. Oder du bittest liebe Menschen, dir auf dem Weg zu helfen und dich beispielsweise immer daran zu erinnern oder dich aufmerksam machen, wenn du pessimistisch bist. Verabschiede dich, wenn möglich, von anstrengenden Kunden, Auftraggebern und Projekten. 
  • FĂĽhre dir deine Stärken vor Augen: Nimm dir etwas Zeit und notiere deine größten Stärken und/oder positive Eigenschaften. Mache zwei Kategorien: Einmal fĂĽr deinen Beruf und einmal fĂĽr dein Privatleben.

  • Honoriere deine eigenen Erfolge, im GroĂźen und im Kleinen, alles, was dir am Tag gelungen ist. Mache beispielsweise so etwas wie eine Bestandsaufnahme jeden Abend bevor du schlafen gehst. Auch hier natĂĽrlich fĂĽr beide Kategorien. Und klopf dir innerlich fĂĽr alles "Gute" auf die Schulter und lass dich von dem, was vielleicht nicht so gut gelaufen ist, nicht entmutigen. Das gehört dazu. Versuche es morgen einfach wieder. 

  • Den oben genannten Punkt kannst du verbinden mit Dankbarkeit. Notiere auch hier abends ein paar Dinge (oder auch nur eines), wofĂĽr du an diesem Tage dankbar bist. Wenn du das ĂĽber einen längeren Zeitraum tust, wird sich allmählich dein Fokus auf die guten Dinge verlagern und unseren Optimismus verstärken. 
  • Suche dir ein Vehikel, das dich an Optimismus erinnert. Das kann ein Spruch, ein Motto, ein Satz, ein Bild oder eine Situation sein, die dich sozusagen antriggert: immer wenn du daran denkst oder damit in BerĂĽhrung kommst, wird dein Optimismus angeregt. Gerade vor oder in einer schwierigen Situation kannst du dich damit motivieren. Oder wenn du dich frustriert und pessimistisch fĂĽhlst, hilft dir dein "Mantra" dabei, dich daran zu erinnern und die Situation zu verändern. Das hilft ĂĽbrigens auch bestens in (schwierigen) Kundengesprächen.

  • Egal was du beruflich oder privat tust, stelle dir das positive Ergebnis am Ende vor. Male dir aus, wie es sich anfĂĽhlt, wenn du das (was auch immer) gut ĂĽber die BĂĽhne gebracht hast. Gebe dem positiven Ergebnis Energie und deine Aufmerksamkeit. 

  • Schon mal etwas von "self-fulfilling prophecies" gehört? Diese sogenannten sich selbst erfĂĽllenden Prophezeiungen haben es in sich. Denn auch hier trifft das gleiche zu, wie bei dem halbleeren oder halbvollen Glas - so wie du die Welt siehst - wird sie sich dir darstellen. Gehst du beispielsweise immer vom schlimmsten aus, kann es passieren, dass das auch so kommt. Und das wird irgendwann zu einer Sackgasse. Deswegen achte auf deine Gedanken. Wenn du dich dabei erwischst, einer gewissen Situation ein worst-case-Szenario mitzugeben, ändere diesen Gedanken und versuche einen guten Gedanken fĂĽr einen guten Ausgang hinterher zu schicken.
    Trainiere dich täglich mit guten Gedanken. Auch hier helfen "Eselsbrücken": Kreiere dir ein simples Motto mit optimistischem Inhalt, die du regelmäßig innerlich wiederholst. Das kannst du ganz einfach nebenbei machen, beim Zähneputzen, beim Emails checken, in der Mittagspause, in der U-Bahn auf dem Weg zu einem Kunden und sogar im Meeting. Und bringe Achtsamkeit an diese Stelle. Das Wiederholen und das immer wieder in die Falle von negativen Gedanken tappen, wirkt auf Dauer zerstörerisch und ist nicht förderlich. Wenn du merkst, du verfällst in negative Denkweisen, zeige dem die rote Karte. So nimmst du ihnen ihre Macht.

  • Lass dich nicht irritieren. Wenn du das Zepter zukĂĽnftig in die Hand nimmst, wird das deinen "alten" Gewohnheiten kaum gefallen. Sie werden vielleicht sogar kurzfristig immer lauter und versuchen so ihre Macht zu behalten. Mache dir hier immer wieder bewusst, wer auf dem Chefsessel sitzen soll. Bist du das, der immer die Wahl hat, Verhalten und Gedanken zu verändern oder sind es deine (negativen) Gedanken, die dich in der Hand haben?

  • Es erfordert Disziplin all diese Ratschläge in die Tat umzusetzen und sich dann auch noch daran zu halten. Und jetzt kommt eine Gratwanderung ins Spiel: Denn einerseits braucht es diese geistige Disziplin. Letztlich willst du dir aber damit ja etwas Gutes tun, um optimistischer, froher und glĂĽcklicher durchs Leben zu gehen. Deswegen verliere auch das nicht aus den Augen. Wertschätze Erfolge, auch wenn sie noch so klein sind. Und verurteile dich nicht fĂĽr Misserfolge. Sei lieb zu dir. Es gibt gute und schlechte Tage, Höhen und Tiefen. Und geht es einen Schritt zurĂĽck, probiere es einfach wieder. Stell dir mal vor: Kinder, die laufen lernen, wĂĽrden nach dem Hinfallen aufgeben. Nein, sie stehen immer wieder auf und versuchen es von vorne. Und freuen sich, wenn die nächsten Schritte klappen. Jeder noch so kleine Schritt zählt.

  • Und jeder kleine Schritt erfordert Ăśbung. Wie bei allen Dingen, die du im Laufe deines Lebens lernst. Allein die Theorie reicht nicht. Die gerät ohne Ăśbung schnell wieder in Vergessenheit. Du musst ĂĽben, vertiefen, es in deinem Alltag anwenden. Immer und immer wieder. Ăśbung macht den Meister. Und jede Freude und jeder Erfolg und jede begeisterte,  optimistische Reaktion auf einen kleinen erfolgreichen Schritt zieht eine weitere optimistische Regung nach sich. Auch das hat eine potenzierende Wirkung und das Gehirn lernt am Ende dies zu speichern.

Zum Abschluss vielleicht das wichtigste an dieser Sache

Erlaube dir, die Erkenntnisse und Gedanken:

  • Du darfst optimistisch durchs Leben gehen
  • Es darf dir gut gehen
  • Du hast es verdient, dass es dir gut geht
  • Damit kreierst du FĂĽlle und Erfolg 
  • Erlaube dir gute Gedanken - in jeder Situation
  • Sei streng und lieb zu dir - zu gleichen Teilen, jedes zu seiner Zeit und was du gerade brauchst

Und vergiss nie: Du selbst hast es in der Hand.

Do your thing, not your taxes