“I’m writing a book. I’ve got the page numbers done.”

Steven Wright

Einen eigenen Roman veröffentlichen ist ein Traum, den viele Schreibbegeisterte teilen, der dann aber doch zumeist wieder verworfen wird. Sei es aus Mangel an originellen Ideen oder aber auch aus diversen Kosten-Zeit-Faktoren: das eigene Buch bleibt für viele ein Luftschloss. Dabei war das Veröffentlichen eines eigenen Werkes noch nie so einfach wie in Zeiten des Internets. Heutzutage muss kein Verlag mehr gesucht werden um ein Buch oder das elektronische Pendant, das eBook, öffentlich zugänglich zu machen. Stattdessen machen es digitale Plattformen via “Self-Publishing” möglich den eigenen Roman, Ratgeber oder welches Genre auch immer, relativ unkompliziert selber zu veröffentlichen. Auch die Angst und durchaus realistische Einschätzung, dass die eigene Arbeit vermutlich kein Bestseller wird und daher kein Einkommen generieren wird, sollte HobbyautorInnen heutzutage nicht mehr zurückhalten. Denn auch ohne auf der Liste der meistverkauften Büchern zu landen, besteht durchaus die Möglichkeit mit dem Verkauf von Büchern und eBooks ein sogenanntes passives Einkommen zu generieren.

Das passive Einkommen im Überblick

Geld verdienen ohne dafür zu arbeiten? Was zunächst utopisch klingt, beschreibt sehr vereinfacht das grundlegende Prinzip des passiven Einkommens. Natürlich muss für den Geldstrom auch gearbeitet werden, nur eben nicht aktiv. Besonders ist hier nämlich, dass der Lohn für eine bestimmte Tätigkeit nicht länger an eine bestimmte Arbeitszeit gebunden ist. Zwischen geleisteter Tätigkeit und dem tatsächlichen Verdienst besteht also keine lineare Verbindung. Im Idealfall funktioniert ein passives Einkommen also so, dass einmalig Zeit und Arbeitsaufwand investiert wird und sich daraus dann eine langfristige Einkommensquelle ergibt, welche dann nicht mehr zwangsläufig an weiteren Arbeitsaufwand gebunden ist. Hierfür gibt es in der Praxis eine Vielzahl an erfolgreichen Beispielen. Grundsätzlich kann zwischen dem Erzeugen eines passiven Einkommens durch “eigene Arbeitsleistung”, auch beschrieben als “ohne Startkapital” oder dem Generieren durch “Investitionen” verbunden mit einem “Startkapital”. Im Vergleich ist die erstere Methode mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden und eine Erfolgsgarantie ist nicht gegeben. Als Beispiel kann der Vertrieb eigener Produkte wie beispielsweise Bücher oder eBooks genannt werden. Bei der zweiten Variante wird zunächst das eigene Startkapital investiert, wobei auch hier gilt, dass nicht alle Investitionen zwangsläufig erfolgreich sind und dazu führen, dass sich der Traum eines passiven Einkommens erfüllt. Während die erste Variante wenig Kapital, aber viel Zeit erfordert, ist es bei der zweiten, bei den Investitionen, genau andersrum. Zusammenfassend gilt also folgendes: passives Einkommen ist immer relativ und der Erfolg abhängig von verschiedensten Faktoren. Mehr zum Thema passiven Einkommen und wie ihr dieses sowohl online als auch offline generieren könnt, erfahrt ihr in unserem Blog Artikel Passives Einkommen aufbauen - Der Traum vom schnellen Geld.

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Step by Step: Bücher und eBooks veröffentlichen

Die gute Nachricht ist: es war noch nie so einfach wie jetzt mit Hilfe von Büchern und eBooks ein passives Einkommen zu erzeugen. Dafür sind lediglich drei Schritte notwendig: schreiben, veröffentlichen und verkaufen. Es steht jedoch in den Sternen, ob die in das Schreiben und Vermarkten investierte Zeit und Mühe als AutorIn dann letztendlich in Relation mit den Resultaten steht und zu dem erwünschten passiven Einkommen führt.

Der erste Schritt Richtung passives Einkommen durch Bücher und eBooks liegt natürlich in der Kreation, also dem Schreiben selber. Dabei ist es vor allem wichtig eine “Nische” im Markt zu finden um somit die Chance auf höhere Verkaufszahlen zu steigern. Zudem ist es wichtig die eigene Zielgruppe zu kennen sowie einen roten Faden zu entwickeln. Dies ist auch hilfreich, wenn das Buch später vermarktet werden soll. Vor dem Veröffentlichen sollte auch klar sein, dass der Spruch “Don’t judge a book by its cover” im Buch-Business nicht gilt. Sowohl Cover- als auch Interiordesign können die Verkaufszahlen beeinflussen und somit ausschlaggebend dafür sein, ob passives Einkommen generiert wird oder nicht.

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Um sich zu verkaufen, muss das Buch allerdings erst einmal veröffentlicht werden. Hier bestehen zwei Möglichkeiten: entweder kann ein Verlag gesucht werden oder die oben aufgeführte Möglichkeit des “self-publishen” genutzt. Wenn das primäre Ziel das Erzeugen eines passiven Einkommens ist, dann sollte sich für die zweitere Variante entschieden werden. Nicht nur kann sich zum einen die Suche nach einem Verlag vor allem für frischgebackene AutorInnen sehr schwierig und zeitaufwendig gestalten; AutorInnen erhalten bei dieser Variante vom Verlag zunächst einen Vorschuss, der dann anschließend mit dem Anteil an jedem verkauften Buch verrechnet wird. Es liegt auf der Hand, dass sich das Buch überdurchschnittlich gut verkaufen muss um damit ein passives Einkommen zu generieren. Die smartere Variante ist für diesen Zweck also das “self-publishen”. Das Internet bietet verschiedenen Plattformen, die es erlauben das eigene Buch oder eBook ganz einfach selber zu veröffentlichen. Exemplarisch sollen drei dieser Plattformen kurz vorgestellt werden:

  1. CreateSpace: Create Space ist Amazon’s Self-Publishing-Plattform für Bücher. Ein klarer Vorteil besteht darin, dass ohne Vorlaufkosten sowie ohne laufende Gebühren veröffentlicht werden kann. Die Konditionen bezüglich des AutorInnenhonorars bieten zur Zeit 60% vom Nettobetrag des am Anfang festgelegten Verkaufspreises abzüglich der Druckkosten. Nachteil dieser Veröffentlichungsform ist, dass das Werk zwar weltweit, aber nur über Amazon vertrieben wird. Mehr zu Amazon Print On Demand hier.

  2. KDP: Über Kindle Direct Publishing können eBooks als auch Taschenbücher ohne anfallende Kosten im Selbstverlag veröffentlicht werden. Die Tantieme ist von verschiedenen Faktoren abhängig und liegt entweder bei 35% oder 70%. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung mit allen relevanten Details stellt KDP hier bereit. Auch bei dieser Methode wird jedoch nur über Amazon veröffentlicht.

  3. ePubli: Auch Epubli bietet Self-Publishing von Büchern und eBooks für unabhängige AutorInnen an. Kosten für die Veröffentlichung bzw. evtl. auch für den Druck (falls gewünscht) und Verdienste können im Vorfeld ganz einfach hier berechnet werden.

Es gibt eine Vielzahl an weiteren “self-publishing”-Plattformen und diese machen traditionellen Verlagen mittlerweile ernsthafte Konkurrenz. Auf den ersten Blick erscheint der Traum einer eigenen Buchveröffentlichung also plötzlich relativ unkompliziert greifbar. Tatsächlich muss aber doch einiges beachtet werden.

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Aufgepasst: “Self-publishing”, Selbständigkeit und Steuern

Im Vorhinein sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sein. AutorInnen sind Selbständige und gelten, soweit sie keine weitere Tätigkeiten ausüben oder das Schreiben zusätzlich zu einer Festanstellung ausüben, als FreiberuflerInnen. Daher ist vor Beginn der SchriftstellerInnenkarriere und dem erhofften passiven Einkommen, eine Anmeldung beim Finanzamt notwendig. Ein Gewerbeschein wird hingegen nicht benötigt, wenn lediglich eigene Werke veröffentlicht werden. Wo genau der Unterschied zwischen Selbständigen, Freiberuflichen und FreelancerInnen liegt und welche Verpflichtungen damit einhergehen, findet ihr in unserem Blog Post Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Selbständigen, Freiberuflern, Freelancern, freien Mitarbeitern & Co.? erläutert. Nach der verpflichtenden Anmeldung beim Finanzamt, wird eine Steuernummer zugeteilt, welche in jedem Fall bei den jeweiligen “self-publishing” Portalen hinterlegt werden muss - sonst erfolgt keine Auszahlung der Tantieme. Im Klaren sollte sich außerdem im Vorhinein sein, dass sich der Status als FreiberuflerIn auf die Sozialversicherung auswirken kann, so haben hauptberufliche AutorInnen die Möglichkeit sich über die Künstlersozialkasse abzusichern. Desweiteren gilt für “self-publish” AutorInnen, wie auch für alle anderen FreiberuflerInnen, der Paragraph 18 des Einkommenssteuergesetzes. Aus diesem ergeben sich nicht nur die Pflicht zur Anmeldung beim zuständigen Finanzamt, sondern auch die Obligation die erwirtschafteten Einnahmen in der Einkommensteuer als Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit zu versteuern.

Als Selbständiger wird eine sogenannte EÜR /Einnahmenüberschussrechnung gemacht. Das bedeutet, dass de facto alle Ausgaben, die getätigt wurden um das Buch/eBook fertigzustellen, von den Gewinnen abgezogen werden können, wenn die jeweiligen Quittungen vorliegen. Wenn zudem mehr als 17.500 € im Jahr eingenommen werden und somit eine Befreiung von der Umsatzsteuer als Kleinunternehmer wegfällt, muss KundInnen zusätzlich eine Umsatzsteuer berechnet werden - dies sollte allerdings bei den meisten selbst veröffentlichenden AutorInnen nicht der Fall sein.

In diesem Sinne: ran an die Tasten und auf zum ersten eigenen Buch und einem passiven Einkommen.