Präsentismus - Arbeiten um jeden Preis | Kontist
Selbstständigkeit

Präsentismus - Arbeiten um jeden Preis

Nina Sickinger

Freelance Editor

17. Mai 2021

Hast du schon mal von dem Begriff Präsentismus gehört? Nein? Ich bisher auch nicht. Obwohl ich das, was sich dahinter verbirgt, nur allzu gut kenne. Laut Wikipedia bedeutet Präsentismus (aus dem Englischen "presenteeism"), so etwas wie „Anwesenheitspflicht“. Im Bereich der Arbeitswissenschaften beschreibt es das Verhalten von Erwerbstätigen, die trotz einer Erkrankung zur Arbeit zu gehen.

Die Gründe dafür liegen im Erwerbstätigen selbst. Das Gegenteil von Präsentismus ist der Begriff Absentismus. Weiter heißt es bei Wikipedia: "Der Begriff des Präsentismus wurde vom US-amerikanischen Arbeitswissenschaftler Auren Uris im Jahre 1955 eingeführt. Er verstand darunter lediglich die Verbesserung der Anwesenheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz. Dem Autor ging es vorrangig um Kostensenkungen durch Verringerung des Absentismus. Deshalb lautete die Überschrift seines Aufsatzes auch Wie man Präsentismus aufbaut.

Der heutige Begriffsinhalt Weiterarbeiten trotz Krankheit entwickelte sich erst später", ebenso wie die daraus folgenden, teilweise negativen Konsequenzen. Dafür aber in rasantem Tempo. Und obwohl es sich ursprünglich vorwiegend auf festangestelltes Personal bezog, und auch heute nach wie vor sehr weit verbreitet ist, gehört Präsentismus nun auch schon seit langem zu einem Phänomen bei Selbständigen. Denn der hohe Druck, Termine einzuhalten, Kostendeckend zu arbeiten und Gewinne zu erzielen, genügend Aufträge zu generieren, gute Ergebnisse abzuliefern, sprich sein gesamtes Business erfolgreich zu wuppen - und das oft allein -, führt bei vielen Unternehmern unweigerlich dazu, ständig präsent zu sein.

Beziehungsweise zu dem Glauben, permanent anwesend sein zu müssen. Getreu dem Motto "Selbstständig sein, bedeutet selbst und ständig zu arbeiten". Obwohl der Begriff Präsentismus zwar bislang nicht einheitlich definiert ist, findet sich ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung immer wieder damit konfrontiert. Mit teilweise unangenehmen Folgen, vor allem für Selbständige. 

Kennst du dieses Phänomen eigentlich auch ? Wir klären heute ein wenig über dieses Thema auf.

Warum sich Präsentismus letztlich immer negativ auswirkt

Selbstständige und Freiberufler können es sich vielfach einfach gar nicht leisten, krank zu sein, weil sich dies schnell existenzgefährdend auswirken könnte. Dass heißt gerade Unternehmer setzen häufig ihre Gesundheit aufs Spiel, weil sie denken, arbeiten zu müssen beziehungsweise nicht fehlen zu dürfen, obwohl sie krank sind. Vergessen hierbei aber, dass es eigentlich wesentlich existenzbedrohender ist, krank weiter zu arbeiten, weil sie damit letztlich einen längeren Ausfall riskieren.

Im Zusammenhang mit dem Gesundheitsaspekt zeigt sich auch immer wieder (zahlreiche Studien belegen das), dass Präsentismus bei Krankheit oder einem schlechten Gesundheitszustand auf Dauer das Risiko von Folgeerscheinungen und -erkrankungen, wie zum Beispiel Burnout, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc., maßgeblich erhöht. Was wiederum eine noch längere oder dauerhafte Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen kann. Dieser Punkt verdeutlicht noch einmal mehr, warum es also mehr als als ratsam ist, sich bei einer Erkrankungen lieber gleich auszukurieren als sie zu verschleppen. 

Ein weiteres Kriterium ist, dass sich Präsentismus im Krankheitsfall natürlich auch negativ auf die Produktivität auswirkt. Dies ist im Gegensatz zum obigen Punkt ein eher unmittelbarer beziehungsweise kurzfristiger Aspekt. Denn wer krank zur Arbeit geht, ist lang nicht so produktiv, kreativ und konzentrationsfähig wie ein Gesunder. 

Arbeiten auf Kosten der Gesundheit – oder der verquere Umgang mit dem Kranksein

Mit dem Verhalten, das mit Präsentismus in Zusammenhang steht, gerät man schnell in einen Teufelskreis: Wer bei einer Krankheit und sei es nur eine leichte Erkältung nicht riskieren möchte, Aufträge und damit Einkommen zu verlieren, verschleppt diese häufig. Weil man denkt, ach es ist ja nur eine Erkältung, das ist nicht so schlimm, ich kann trotzdem arbeiten. In manchen Fällen ist das vielleicht auch so. In anderen aber nicht, denn auch ein leichter, aber verschleppter Infekt kann gravierende Folgen haben.

Und wenn dann noch über das normale Pensum hinaus Überstunden oder besonders stressige Arbeiten anstehen, wird es für den Körper und die Psyche noch belastender. Obwohl sich viele Berufstätige heute durchaus über dieses Spiel - auch wenn sie es vielleicht nicht unter dem Begriff Präsentismus kennen - und die eventuell negativen Folgen im Klaren sind, passiert es tagtäglich immer wieder - eben aus den oben bereits genannten Zwängen heraus. Und dieses Thema ist wahrlich vielschichtig. Tun es Festangestellte nicht aus finanziellen Ängsten heraus, denn sie bekommen ihr Gehalt (zumindest für einen gewissen zeitlichen Rahmen) ja weiter, gelten bei ihnen eher Pflichtgefühl, Verantwortung dem Unternehmen und den Kollegen gegenüber oder Angst den Job zu verlieren, als Gründe.

Das relativ sichere Netz der Gehaltsfortzahlung fällt bei Selbständigen gänzlich weg. Und der drohende Geldausfall steht deswegen bei dieser Berufsgruppe als Grund, Präsentismus zu leben, ganz oben auf der Liste. Und auf diesem Aspekt baut sich dann der Rest auf beziehungsweise folgt daraus: Existenzsorgen, Angst die Familie nicht mehr versorgen zu können, Aufträge nicht rechtzeitig fertigzustellen oder gar Aufträge und Kunden zu verlieren und vieles mehr. Deshalb pumpen sich viele Freiberufler dann lieber mit Medikamenten voll und versuchen, die Arbeit irgendwie zu schaffen.

Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, ist offensichtlich. Denn damit setzt man nämlich seine Existenz erst recht aufs Spiel und seine Gesundheit oben drauf. Auf Grund dieses Mechanismus` hat sich in den letzten Jahren somit ein ziemlich verdrehtes Verhältnis zum Kranksein entwickelt. Ich muss stark sein; ich muss tapfer sein; ich darf keine Schwäche zeigen; wenn ich mich krank melde, bekommt mein Konkurrent das Projekt - das sind nur einige von vielen Argumenten, die sich dann im Kopf abspielen. Wir können/dürfen es uns schlicht nicht erlauben, auch mal auszufallen - der Leistungsgesellschaft sei Dank!

Wie du diesem Teufelskreis entkommen bzw. wie du Präsentismus durch eine gute Absicherung vermeiden kannst

Als erstes sei mal ganz deutlich gesagt: Egal was dir widerfährt - krank sein ist äußerst menschlich und es passiert uns allen. Und mit den weltbesten Abwehrkräften kann uns auch ein Schnupfen ganz schön umhauen. Letztlich muss das dann zwar jeder für sich selbst entscheiden, aber sich zuhause auszuruhen und auszukurieren, ist definitiv der bessere Ansatz und vernünftiger als weiter aufs Gaspedal zu treten.

Während du nach ein paar Tagen Ruhe wahrscheinlich wieder einsatzfähig bist, verursacht ein stoisches Weiterarbeiten trotz Krankheit einen längeren Heilungsprozess und es dauert noch länger bis du wieder zu Hundert Prozent fit bist. Außerdem bist du krank natürlich viel unkonzentrierter und machst leichter Fehler. Liegt ein Infekt in der Luft, kannst du eine gesetzte Deadline wahrscheinlich sowieso nicht erreichen, weil du nur im Schritttempo unterwegs bist. Dann sollte es für dich immer heißen: Zuhause bleiben, gesund werden, Kräfte schonen, um dann wieder voll durchzustarten. 

Um aber von einer Krankheit nicht völlig kalt erwischt zu werden oder sofort in Panik zu verfallen, ist gute Planung im Sinne einer optimalen Absicherung das A und O. Falls du schon länger im Geschäft bist und noch keine adäquate Vorsorge getroffen hast, keine Sorge, es ist nie zu spät. Für Gründer sollte dies aber von Anfang an eine Selbstverständlichkeit sein. 

Was zu einer guten Absicherung auf jeden Fall gehören sollte: 

Krankenversicherung: Dass es ohne nicht geht, darüber brauchen wir, glaube ich, nicht zu diskutieren. Eine entsprechende Krankenversicherung ist das mindeste, was jede Person, jeder Selbständige in Deutschland haben muss. Welche Form - privat oder gesetzlich - für dich in Frage kommt, solltest du mit einem unabhängigen Berater klären oder du liest einfach unseren Blogartikel zu diesem Thema Was du als Selbständiger beim Abschluss einer Krankenversicherung beachten solltest. Für manche ist der Eintritt in die PKV (Private Krankenversicherung) besser geeignet. Für andere wiederum kommt eine freiwillige gesetzliche Versicherung (GKV) in Frage, zumal die Beiträge hier im Jahr 2019 gesunken sind. Für unter anderem Künstler, Musiker, Publizisten oder Schriftsteller ist eventuell auch die Künstlersozialkasse (KSK) eine gute Option, über die auch die Krankenversicherung läuft. Für wen speziell sich die KSK eignet, findest du hier Die Künstlersozialkasse – Mein Erfahrungsbericht.

Außerdem gut zu wissen: 

  • Selbständige sollten bei der Planung ihrer monatlichen Fixkosten also auch den Beitrag für die Krankenkasse berücksichtigen. Hier allerdings am falschen Ende zu sparen, ist wenig sinnvoll. Denn schon mit einem etwas höheren Beitrag kannst du entsprechende Zusatzleistungen abschließen, wie zum Beispiel Krankengeld. Als Mitglied in der GKV haben Selbständige keinen gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld (wie z.B. Arbeitnehmer ab dem 43. Tag).
    Dazu muss bei der Krankenkasse eine so genannte schriftliche Wahlerklärung abgegeben werden (also, dass du diesen Zusatztarif wählen möchtest). Für 0,6 Prozent mehr erhältst du dann ebenfalls eine Absicherung, die dir ab dem 43. Tag der Krankschreibung Krankengeld in Höhe von bis zu 70 Prozent des Arbeitseinkommens gewährt. Die Zeit davor ist allerdings aus eigener Tasche zu finanzieren. Für die Berechnung des Beitrags gilt:
    Der Aufschlag auf den Beitrag für das Krankengeld ist nur auf das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig. Übrigens, darin enthalten ist seit 2019 auch ein Anspruch auf Mutterschaftsgeld vor und nach der Geburt.
  • Darüber hinaus bieten manche Krankenkassen spezielle Wahltarife an, beispielsweise Krankengeld bereits ab dem 15. oder dem 22. Tag. Es versteht sich von selbst, dass die monatlichen Beiträge dann ebenfalls höher ausfallen. Das gilt auch für die Höhe des Krankengeldes: Je höher du es ansetzt, desto höher ist der Beitrag.
    Erkundige dich am besten bei deiner Krankenkasse, welche Angebote an Wahl- bzw. Zusatzleistungen sie hat. Denn diese unterscheiden sich teilweise deutlich - sowohl in den Leistungen als auch in den Tarifen. Bietet deine aktuelle GKV nichts Passendes, kannst du auch einen Wechsel der Krankenkasse in Betracht ziehen. Beim Abschluss von speziellen Wahltarifen bist du allerdings für drei Jahre an die Krankenkasse gebunden und kannst während dieser Zeit nicht wechseln.

Letztlich muss jeder Selbständige für sich selbst entscheiden, wie lange er von seinen Rücklagen leben kann beziehungsweise ab wann er auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Und da sich das meist nie vorher absehen lässt, ist eine gute Absicherung für den Fall der Fälle so immens wichtig - auch wenn du sie unter Umständen niemals brauchen wirst. Die PKV bietet Krankengeld in ihren Standardleistungen meist nicht an. Hier müsstest du eine Private Zusatz-Versicherung abschließen.  

Private Zusatz-Versicherungen: Wenn es nur ein paar Tage sind, an denen man nicht arbeiten kann, ist das aus finanzieller Sicht für die meisten noch zu verkraften. Handelt es sich aber um etwas Ernsteres, das sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, sieht es schon anders aus. Für diesen Fall sind Private Zusatzversicherungen empfehlenswert. Für eine optimale Absicherung sollten stets individuell auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sein. 

  • Sinnvoll ist zum Beispiel eine Private Krankentagegeldversicherung, bei der du den Zeitpunkt, ab wann und in welcher Höhe du Leistungen bei einer Arbeitsunfähigkeit erhältst, individuell vereinbaren kannst. Eine Faustregel: Errechne die Höhe deiner monatlichen Fixkosten und Ausgaben und teile diese Summe dann durch 30. Das Resultat ist der Betrag, den du als Krankentagegeld (pro Tag) durch eine Versicherung erhalten solltest. Gängig ist ein Modell für Zahlungen ab dem 22. Krankheitstag.
    Es gibt auch Anbieter, die ab dem 8. Tag Leistungen gewähren - das ist natürlich dementsprechend teuer. Die Crux an der Sache ist, dass nicht jeder Selbstständige eine Private Krankentagegeld-Versicherung abschließen kann, denn es hängt vom individuellen Gesundheitsrisiko ab, das sich aus Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen ergibt. 

Außerdem gut zu wissen: 

  • Das Krankengeld beträgt bei Selbstständigen 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitseinkommens. Für die Berechnung gilt der Maßstab des Einkommens, aus dem auch die Krankenkassenbeiträge errechnet werden. Die Krankenkasse nimmt als Grundlage immer das tatsächliche Arbeitseinkommen, was bedeutet:
    Je weniger du als Selbstständiger verdienst, desto weniger Krankengeld wirst du erhalten. Das Negative daran: Bist du hauptberuflich selbstständig, verdienst aber nichts oder machst gerade Verlust, verlierst du deinen Anspruch auf das Krankengeld. Es gibt zudem auch eine Obergrenze. Das Einkommen dient nur bis zur so genannten Beitragsbemessungsgrenze als Berechnungsgrundlage fürs Krankengeld, sprich verdienst du mehr, bekommst du aber keine höheren Leistungen. In diesem Jahr (2021) liegt die Obergrenze bei 112,88 Euro täglich.
  • Eine weitere Möglichkeit der Präsentismus-Falle zu entkommen, ist auch der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese greift natürlich - je nach Vertrag - vorwiegend nur in solchen Fällen, in denen du deine Arbeit teilweise oder gar nicht mehr ausführen kannst. Deswegen sei es hier nur am Rande erwähnt. Wenn dich dieses Thema interessiert, erfährst du hier mehr Muss eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbständige wirklich sein?.

Was du sonst noch tun kannst...

...damit dein Business auch im Krankheitsfall (erfolgreich) weiterläuft. 

  • Da wären zunächst einmal deine Kunden, Auftraggeber und/oder Geschäftspartner. Hier ist es wichtig, dass du stets offen kommunizierst. Natürlich musst du nicht jedem deinen zweitägigen Ausfall wegen einer leichten Erkältung auf die Nase binden. Außerdem lässt sich dies auch noch eventuell einfach überbrücken. Doch geht es um eine längere Auszeit, musst du alle Beteiligten je nach Status informieren.
    Gerade wenn es um laufende Dienstleistungen, Aufträge und Deadlines geht, sollte der Kunde wissen, woran er ist, ob du Ersatz finden kannst oder wann du in etwa wieder einsatzfähig bist. Das offene und ehrliche Gespräch schafft eine Vertrauensbasis und ist definitiv besser als ein schief gegangener Auftrag, weil du dachtest, du schaffst das schon. 
  • Das Gleiche gilt natürlich auch für Termine. Drohen Terminschwierigkeiten auf Grund einer Krankheit, wirst du in manchen Situationen um eine Verschiebung nicht herumkommen. Auch hier ist Ehrlichkeit und Offenheit gefragt. Kunden und Geschäftspartner werden eher Verständnis und Geduld haben und Deadlines verschieben, wenn sie früh genug erfahren, was Sache ist. Denn auch sie sind wiederum eventuell terminlich an deine Deadline gebunden und sind dankbar, wenn sie die Möglichkeit haben, ihrerseits reagieren zu können oder mit dir gemeinsam eine Lösung zu finden. 
  • Wenn gar nichts hilft und wo es vertraglich und Vereinbarungsmäßig möglich ist, solltest du eventuell über eine Stornierung des Auftrags nachdenken. Genau hier setzt natürlich die Brisanz dieses Themas ein - denn wenn Aufträge wegbrechen, wird es schnell existenzbedrohend. Aber wie schon gesagt, es ist immer eine Ermessensfrage:
    Ist es nicht besser einen Auftrag zu verlieren, dafür aber gesund zu werden, um dann wieder fit und vital ins Geschehen eingreifen zu können? Im anderen Falle - du weißt, was du riskierst. Deine Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen, weshalb eine Auszeit bei Krankheit die einzig richtige Entscheidung ist.
  • Eine Möglichkeit dich von Präsentismus zu befreien, wäre deinen Kunden alternative Vorgehensweisen anzubieten. Du könntest hier in deinem Netzwerk nach einem adäquaten Ersatz suchen und/oder den Auftrag an einen Geschäftspartner abgeben. Wenn das nicht praktikabel ist, kannst du einen anderen Unternehmer suchen und den Auftrag weitergeben. Klar, er ist in diesem Falle für dich verloren. Aber vielleicht ergibt sich dadurch eine gute und neue Kooperation. Versuche hier immer die positive Seite des Ganzen zu erkennen. 
  • Gute Organisation ist Grundvoraussetzung für dein erfolgreiches Business. Das gilt nicht nur für den Krankheitsfall. Aber in einer solchen Phase ist das fast noch wichtiger. Damit ein Kunde nicht sofort abspringt - wobei das gute und enge Bestandskunden wahrscheinlich eh nicht tun, nur weil du mal krank bist - solltest du versuchen, ihn bei der Stange zu halten. Du könnest zum Beispiel für die Zeit deiner Krankheit über die Beschäftigung eines virtuellen Assistenten nachdenken.
    Du wirst jetzt sicher sagen, dann habe ich einen Ausfall und muss zusätzlich noch Geld investieren? Ja, das stimmt. Aber oft lohnt sich diese kurzfristige Investition, da dein Kunde nicht alleine da steht und eventuell so nicht abspringen wird. Mehr zum Thema Virtueller Assistent findest du hier Wie kannst du virtueller Assistent werden?.

Wenn deine Erkrankung eher körperlicher Natur ist, also ein verstauchter Knöchel oder ähnliches, kannst du deine Aufträge - wenn in deinem Business möglich - zum Beispiel auch aus dem Homeoffice erledigen. Kundentermine bzw. -gespräche lassen sich auch prima digital durchführen - wie wir alle spätestens seit Corona gelernt haben. Oft ist dies ja sogar  auch wesentlich effizienter, stressfreier und vor allem Kostensparender.

Fazit

Insgesamt ist im Krankheitsfalle immer Kreativität, Spontanität und Flexibilität gefragt. Denn auch die beste Vorsorge und Absicherung kann nicht verhindern, dass du mal für einige Zeit ausfällst. Wenn du dich gut abgesichert weißt, trägt das zwar zu einem guten Gefühl bei und verhindert  eventuell deinen Präsentismus-Zwang - weil du zum Beispiel Geld bekommst - aber die Sorge Kunden zu verlieren bleibt vielfach bestehen.

Und dann gibt es ja noch die große Gruppe derjenigen Selbständigen, die es trotz Absicherung und guter Kundenbindung nicht schaffen, auch mal die Füße stillzuhalten. Wie man sie einordnet oder bezeichnet - ob als Workaholic oder eine Person, die sich einfach immer unentbehrlich fühlt - spielt hierbei eher eine Nebenrolle.

Es ist in erster Linie immer eine Frage der Persönlichkeit und bezieht sich somit auf ganz bestimmte Charaktere. In diesem Falle wäre zu hoffen, dass es irgendwann einmal zu einer Selbsterkenntnis kommt (oh ich sollte vielleicht doch mal kürzer treten) oder es in deren Umfeld Menschen gibt, die darauf aufmerksam machen und gegebenenfalls auch insistieren und sagen so-jetzt-Stopp-Pause. Manchmal müssen wir einfach zu unserem Glück (in diesem Falle Gesundheit) gezwungen werden.