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Vorsorge ist die beste Medizin – Prävention für Freelancer und Selbstständige

Gesundheit ist keine Frage des beruflichen Status. Ein Burnout kann den Angestellten mindestens genauso treffen, wie den selbständigen Freelancer. Gleiches gilt für alle anderen chronischen Beschwerden. Besonders häufig geht es um Erkrankungen des Bewegungsapparats, wie Bandscheibenvorfälle oder generell Wirbelsäulenerkrankungen. Das Thema Gesundheitsprävention ist hingegen für Angestellte in der Regel ziemlich einfach. Sie sind automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert und können so problemlos an deren Präventionsangeboten teilnehmen. Größere Unternehmen bieten darüber hinaus oft zahlreiche eigene Vorsorgeprogramme für ihre Mitarbeiter an. Dazu zählen unter anderem Sport- und Kurangebote sowie physiotherapeutische Leistungen.

Für Freiberufler heißt es hier hingegen wie immer: Du musst dich selbst kümmern. Doch das ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Eines der größten Probleme für Selbstständige ist das Zeitmanagement. Wenn sich das Leben nur noch um das eigene Projekt oder Unternehmen dreht, leidet darunter zuerst die Gesundheit. Allerdings umfasst gesundheitsbewusstes Leben sowohl das physische wie auch psychische Wohlbefinden, speziell auch die Work-Life Balance . Welche Maßnahmen bieten sich aber konkret an? Zunächst einmal: Auch wenn es eigentlich selbstverständlich klingt, ist die Ernährung ein erheblicher Faktor. Nahezu alle relevanten Zivilisationskrankheiten von Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin sogar zu kognitiven, degenerativen Erkrankungen hängen direkt oder indirekt mit falscher Ernährung zusammen. Natürlich ist es für einen Freiberufler mit wenig Zeit sehr attraktiv, in der kurzen Mittagspause mal eine Fertig- Lasagne in die Mikrowelle zu schieben. Das Problem dabei: Diese Art der Ernährung wird leider für viele Selbstständige zunehmend zum Standard. Da viele freiberufliche Tätigkeiten oftmals wie auch bei Angestellten typische Bürojobs mit sitzender Tätigkeit sind, kommt die mangelnde Bewegung zur schlechten Ernährung hinzu. Die Folge sind dann nach längerer Zeit die zuvor genannten Erkrankungen des Skelettsystems, Rücken- und Wirbelsäulenprobleme. Daher sollte das Thema „gesundheitsbewusst leben“ vor allem die Bereiche Ernährung, Bewegung und Stressabbau umfassen.

Primär, sekundär, tertiär…

Das Bundesgesundheitsministerium unterscheidet prinzipiell zwischen der primären, sekundären und tertiären Prävention – je nachdem, zu welchem Zeitpunkt bzw. in welcher Phase einer Krankheit präventive Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Die primäre Prävention zielt darauf ab, die Entstehung von Krankheiten zu verhindern. Gerade "Volkskrankheiten" wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt), aber auch einige psychische Störungen (z.B. Depression) können in vielen Fällen durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise – unterstützt von gesundheitsfördernden Lebensbedingungen – vermieden, verzögert oder in ihrem Verlauf günstig beeinflusst werden.

Die sekundäre Prävention ist auf die Früherkennung von Krankheiten gerichtet. Erkrankungen sollen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erkannt werden, um so eine frühzeitige Therapie einleiten zu können.

Die tertiäre Prävention hat das Ziel, Krankheitsfolgen zu mildern, einen Rückfall bei schon entstandenen Krankheiten zu vermeiden und die Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern. Die tertiäre Prävention ist weitgehend identisch mit der medizinischen Rehabilitation. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen hat einen ausführlichen Leitfaden zum Thema gesundheitliche Prävention veröffentlicht. Zudem bietet das Online-Portal Netdoktor einen guten Überblick zu dem gesamten Themenkomplex. Meistens informieren die Krankenkassen sehr umfassend über Präventionsthemen – entweder in ihren regelmäßig erscheinenden Versicherten-Magazinen, in Newslettern oder auf den jeweiligen Internetseiten der Krankenkassen. Hinzu kommen oft zusätzliche Angebote, die unter anderem in Kooperation mit lokalen Bildungseinrichtungen – wie den Volkshochschulen oder Sportvereinen – angeboten werden. Und natürlich beraten die Kassen auch direkt telefonisch oder in ihren Geschäftsstellen.

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Versicherungen und Prävention

Prinzipiell haben Freiberufler den großen Vorteil, zwischen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung wählen zu können. Auch wenn Präventionsangebote allein nicht darüber entscheiden sollten, ob man sich als Freiberufler für die private oder gesetzliche Krankenversicherung entscheidet, ist der Fall jedoch an dieser Stelle ziemlich eindeutig.

Die private Krankenversicherung bietet im Bereich Prävention sehr häufig umfassende Kostenerstattungen. Das schließt sogar Behandlungsmethoden wie Yoga-Kurse mit ein. Zwar sind Kostenerstattungen mit den Leistungsträgern immer individuell zu klären, doch die Chancen stehen in der PKV deutlich besser, dass im Rahmen von individuellen Präventionsprogrammen auch Kosten erstattet werden, die über den regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung hinausreichen. Solltest Du aktuell als Gründer durchstarten und noch keine Krankenversicherung haben, kann es sich dennoch lohnen, die Präventionsangebote zwischen GKV und PKV zu vergleichen. Eine Hilfestellung dazu kann auch unser Blog Artikel Private Krankenzusatzversicherungen für Selbständige – in welchen Fällen sie Sinn machen zum Thema sein. Die privaten Krankenversicherer sind mittlerweile verpflichtet, einen sogenannten Basistarif anzubieten, dessen Leistungen sich am Katalog der GKV orientiert. Dies schließt in der Regel auch Präventionsleistungen mit ein.

Der Nutzen von Zusatzversicherungen zur Prävention ist immer kritisch zu hinterfragen. Es gibt einige wenige Bereiche, für die kostenpflichtige Ergänzungsversicherungen sinnvoll sind. Allerdings solltest Du den Leistungskatalog entsprechender Versicherungsangebote sehr genau nach dem eigenen Bedarf analysieren. Um mal einen Überblick zu bekommen: Ein großer privater Krankenversicherer bietet beispielsweise für rund sieben Euro pro Monat ein ambulantes Präventionspaket an. Dies umfasst unter anderem Leistungen wie einen zusätzlichen jährlichen Gesundheitscheck, gynäkologische und urologische Vorsorgeuntersuchungen, Lungenfunktionsprüfung, Mammographie, Hirnleistungscheck und Entspannungsverfahren wie autogenes Training. Würdest Du beispielsweise als Freiberufler statt in die private Krankenversicherung freiwillig in die gesetzliche Krankenkasse wechseln, stünden dir diese Präventionsangebote größtenteils ohnehin als Teil des regulären Versicherungsangebots zur Verfügung. Prinzipiell bieten alle gesetzlichen Krankenkassen spezielle zertifizierte Präventionsangebote an. Eine Übersicht dazu erhältst Du hier .

Coache dich in Sachen Gesundheit

Wenn Du dich (bisher) überhaupt noch nicht mit dem Thema Gesundheitsvorsorge beschäftigt hast, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Gesundheitscoach zu Rate zu ziehen. Dabei handelt es sich um begleitete Programme zu speziellen gesundheitlichen Themenbereichen, die unter anderem von den Krankenkassen angeboten werden. Der große Vorteil solcher Programme ist, dass Du sie orts- und zeitunabhängig online belegen kannst. Ein entsprechendes Programm, in das auch Freelancer einsteigen können, bietet zum Beispiel die Techniker Krankenkasse unter dem Titel TK GesundheitsCoach an. Dabei gibt es verschiedene Coaching-Ziele , wie beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, die eigene Fitness steigern, Ernährung verbessern, Gewicht reduzieren, Burnout vorbeugen oder Stress bewältigen. Dazu gibt es ergänzende Kurse, die für Selbstständige besonders interessant sein können, zum Beispiel „Stressfrei durch Zeitmanagement“. Der große Vorteil an solchen Kursen ist, dass Du sie autodidaktisch sowie zeit- und ortsunabhängig nutzen kannst. Übrigens gibt es Gesundheitscoaching nicht nur virtuell bei der Krankenkasse sondern auch von Mensch zu Mensch. Getragen werden diese Programme dann meist von Anbietern der Gesundheitsversorgung, unter anderem den Alexianern aber auch von zahlreichen anderen regionalen und überregionalen Anbietern.

Fazit: Der Einsatz lohnt

Generell lässt sich festhalten, dass das Thema Gesundheitsvorsorge für Selbstständige etwas komplexer erscheint, da gerade Freiberufler Zugang zu vielen Angeboten der privaten Krankenversicherung bekommen, die Angestellten nicht einfach zugänglich sind. Diese Angebote machen die Vergleiche allerdings auch unübersichtlicher. Natürlich macht es wenig Sinn und wäre auch zeitlich nicht zielführend, sich bei der Krankenkasse oder Versicherung in jedes Präventionsprogramm einzuschreiben. Aus der Sicht eines Freiberuflers sollte auf jeden Fall zwei Bereichen besondere Beachtung geschenkt werden. Einerseits sind dies physische Belastungen, die speziell mit dem Beruf verbunden sind, andererseits ebenso die daraus resultierenden psychischen Belastungen. Eine Investition in die eigene Gesundheit ist am Ende vor allem auch ein Garant dafür, dass Du deine freiberufliche Tätigkeit lange und erfolgreich ausüben kannst. Von daher sollte das Thema gewissermaßen auch automatisch ein Teil deines Business-Plans sein. In jedem Falle solltest Du jedoch nicht nur deine Krankenkasse zu Rate ziehen und von selbst starten. Eine ausführliche Untersuchung beim Hausarzt sollte die Basis eines jeden Präventionsprogramms sein. Gerade auch bei psychischen Problemen, wie dem beruflich ausgelösten Burnout, müssen die Ursachen sehr genau geklärt werden, da dies im schlimmsten Falle auch zu schwerwiegenderen Erkrankungen, wie Depressionen führen kann. Ein aktives Coaching Programm ist mit Sicherheit eine gute Entscheidung, um ein bestimmtes gesundheitliches Ziel zu erreichen. Übrigens: Wenn dich das Thema besonders interessiert, bietet sich vielleicht sogar die Möglichkeit, selbst als Gesundheitscoach einzusteigen und sich in diesem Bereich selbstständig zu machen.