facebook-pixel

Warum Qualität so wichtig ist

In einer Welt, in der wir alle von Produkten, Dienstleistungen und "Content" überhäuft werden, geht vieles schneller. Es wird produziert und konsumiert - sowohl für den alltäglichen Bedarf als auch für das Musische - und nicht immer sind die Dinge wirklich gut. Beispielsweise sind Blogartikel ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite steht da dein Bedürfnis (als Leser und natürlich auch als Zielgruppe), Informationen zu erhalten, Neues zu lernen und vielleicht sogar unterhalten zu werden. Und auf der anderen Seite ist da deine angenommene Aufmerksamkeitsspanne von wenigen hundert Worten. Sollte dieser Teasertext also qualitativ nicht deinen Ansprüchen genügen, stehen die Chancen gut, dass du weiterklickst.

Andererseits: Wenn du dich dafür interessierst, warum es auf Qualität ankommt und was du dafür tun kannst, damit qualitativ ansprechende Arbeit von Freelancern erhalten bleibt, dann bleib doch noch ein bisschen.

Warum Qualität wichtig ist, was deine Kunden und du davon haben und was Qualität überhaupt sein kann - das erfährst du hier. So viel vorweg: Qualität heißt nicht nur, dass es sich um makellose Arbeit handelt. Selbstverständlich sollte dein Kreis keine Ecken haben. Aber dein qualitativ hochwertiger Kreis sollte besser sein und bleiben als die vielen 08/15-Kreise der anderen.

Das Sinken von Standards - eine Bestandsaufnahme

Interessanterweise haben sich die meisten Menschen damit abgefunden, dass Standards sinken. Filme werden schlechter und weniger durchdacht; neue Bücher folgen meist dem, was sich gut verkauft; Youtube-Videos werden mit Clickbait-Titeln versehen; der Online-Journalismus besteht aus Artikeln á la "1 wichtiger Tipp, der dein Leben verändern wird!" und das mit der Politik soll ja angeblich auch mal besser gewesen sein. Es gibt mehr von allem, aber es gibt nicht so viel herausragend Gutes.

Das ist natürlich erstaunlich, denn eigentlich müssten wir mehr Möglichkeiten denn je zuvor haben, um Qualität zu erzeugen. Das gilt für Grafiken, Texte, Textilien, Architektur und Pulled Pork gleichermaßen. Die technischen Standards werden besser und das Bildungsniveau steigt - entsprechend sollten doch die Ergebnisse besser werden, oder?

Aber sicherlich weißt du, dass dem nicht so ist. Überall gibt es Angebote, die "von der Stange sind". Und die gibt es eben auch unter den Freelancern: Die meisten können das, was sie tun - aber das war es auch schon. Sie machen es so fehlerfrei, dass es reicht, aber es wird selten qualitativ so beeindruckend, dass es wirklich hervorsticht. Das kannst du besser!

Das ist natürlich ein paar Dingen geschuldet, die du als Freelancer schlecht beeinflussen kannst. Da ist zum einen die Sache mit dem Zeitdruck: Arbeit, das Pflegen von Social Media sowie Meetings und "kreative Findungsphasen" fressen Zeit. Zum anderen gilt in den meisten Branchen, dass das Jonglieren mit mehreren Projekten zur selben Zeit als Qualifikation gilt. Finanziell mag das sinnvoll sein, aber natürlich schränkt es dich in deiner Leistungsbereitschaft für den einzelnen Kunden ein. Nicht zuletzt sind da noch die Konkurrenz und der Vergleich - Dinge, die dir nach einiger Zeit hoffentlich unwichtiger werden (mehr dazu in diesem Blog Artikel ).

Insgesamt mag sich das Sinken von qualitativen Standards vor allem darin erklären, dass für die persönliche Weiterentwicklung einfach kein Raum bleibt. Wenn du viel arbeitest und dich sehr stressen lässt, dann gibt es nicht die Möglichkeit, neue Pfade zu betreten. Wenn du einen Weg gefunden hast, der funktioniert, dann hast du diesen vielleicht auch schon zu deiner Komfortzone erklärt.

Die meisten Menschen leben in einer Komfortzone. Da gibt es alles, was sie brauchen. Aber mehr gibt es dann eben auch nicht. Es kommt nicht mehr zu Wachstum . Denn warum etwas ändern, wenn alles funktioniert?

Genau so sinken Standards.

Do your thing, not your taxes.
With Kontist.

Learn how

Was Qualität war und ist

Einige Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Butter wieder verfügbarer und man trennte sich gern von Butterersatzstoffen (wir nennen es Margarine). Man sprach damals von der "guten Butter" und meinte damit ein qualitativ hochwertiges Streichfett, das eben wie Butter schmecken musste. Das durfte nicht mit Pflanzenfett gestreckt sein und war etwas Besonderes. Für den gebackenen Kuchen kam nur "gute Butter" in Betracht und auch den Gästen wollte man nicht mit Margarine oder gestreckter Butter kommen. Anderthalb Zentimeter dicke Butterschichten auf dem Brot galten in höheren Kreisen mal als schick.

Qualität beginnt im Kleinen. Meistens wird Qualität dann wichtig, wenn Geld fließt: Kunden kaufen Produkte und wollen Qualität. Klienten wenden sich an dich, geben dir ihr Geld und wollen - richtig! - Qualität. Das muss nicht einmal in Worte gefasst werden: Eigentlich gehen wir fast immer davon aus, mehr Qualität mit steigendem Preis oder steigendem Image der Marke zu erhalten. Desto mehr du dir einen Namen gemacht hast, desto eher setzt man Qualität voraus. Interessanterweise gilt das aber nicht immer: Es gibt genügend Unternehmen, die eine große Markenbekanntheit aufweisen und nicht zwingend für ihre Qualität bekannt sind.

Oftmals nehmen Unternehmen und Freelancer an, dass Kunden keine Ahnung von Qualität haben. Und auch wenn das Konsumverhalten vieler Menschen das wirklich vermuten lassen mag, stimmt es nicht. Die meisten Menschen spüren instinktiv den Unterschied zwischen hoher und geringer Qualität. Nicht ohne Grund kaufen Menschen gerne ihre Lieblingsprodukte immer und immer wieder: Sie glauben an die Qualität und sind mitunter auch dazu bereit, mehr auszugeben. Andere vergleichbare Produkte nehmen sie nicht. Mache also niemals den Fehler, davon auszugehen, dass Qualität nicht wichtig sei.

  • Qualität ist, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung keine Fehler hat.
  • Qualität ist, wenn sich das Erworbene von der Konkurrenz positiv unterscheidet.
  • Qualität ist, wenn die Sache genau die Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllt. Das heißt also, dass Butter für Butterliebende wie Butter zu schmecken hat und dass dein Business deine Kunden zufriedenstellen muss. Sie wollen am Ende nicht sagen "Oh, da habe ich ja das bekommen, was ich bezahlt habe", sondern sie sollen "Das ist ja so gut, ich will nichts anderes mehr!" sagen.

Wie du deine Qualität erhältst und steigerst

Grundsätzlich sind zwei Kundengruppen zu unterscheiden: Die eine möchte ein zufriedenstellendes Produkt und will dafür möglichst wenig bezahlen. Es gibt eine Art Minimalanspruch, aber nach oben hin wäre viel Luft. Die andere Kundengruppe möchte durch ein Produkt begeistert werden. Sie investiert gern in gute Qualität und bleibt in der Regel markentreu. Es liegt an dir, genau die zweite Kundengruppe zu deinen Stammkunden zu machen.

An dieser Stelle wird davon ausgegangen, dass du ganz gut in dem bist, was du tust. Doch wie kannst du deinen Qualitätsstandard erhöhen?

Es beginnt damit, wirklich immer qualitativ hochwertig zu bleiben. Wenn du beim Arbeiten bemerkst, dass du ja auch an einer Stelle an Gründlichkeit oder Einsatz sparen könntest, dann unterbreche deine Arbeit und gehe in dich: Was passiert, wenn du jetzt deinen eigenen Qualitätsstandard verlässt? Ist das nicht ein Betrug an dir und deinen Kunden? Wäre es nicht besser, kurz zu Atem zu kommen und dann wieder vollen Einsatz zu zeigen?

Deinen Standard solltest du immer erhalten, denn er produziert das, was andere als Qualität bezeichnen. Und Qualität ist vieles bei der Ausarbeitung von Projekten: Die Gründlichkeit, die Pünktlichkeit, die Vertrauensbasis , die Fairness und natürlich die Bereitschaft, für jeden Kunden das Beste zu schaffen.

Und immer dann, wenn du merkst, dass ein Projekt besser war als ein anderes, solltest du dich fragen, warum das so ist - und das in Zukunft zu deinem Standard machen. Als Freelancer musst du dich weiterentwickeln können. In einer schnellen Welt, in der die Konkurrenz allgegenwärtig ist, ist Stillstand irgendwann der berufliche Untergang. Irgendwann erreichst auch du so etwas wie einen Zenit. Aber bis dahin hast du viele treue Stammkunden, die nur noch dich wollen.

Der schnellste Weg, Kunden zu verlieren, ist es deshalb, sich mit Mittelmäßigkeit zufrieden zu geben. Mittelmäßigkeit ist wieder die Dienstleistung von der Stange. Mittelmäßigkeit ist Butter, die zur Hälfte aus Pflanzenfett besteht. Mittelmäßigkeit ist die fehlende Liebe zum Detail. Mittelmäßigkeit ist das, was fast jeder kann, wenn er sich reinhängt. Du als Freelancer musst aber darauf achten, dass du eben nicht durch jeden (oder gar einen Roboter) ersetzt werden kann.

Wenn weniger Qualität gewünscht wird

Es mag Kunden geben, die dir sagen, dass du doch für den halben Preis und halb so viel Aufwand noch immer etwas schaffen könntest, was schon reichen wird. Neben den Fragen, die du dir ohnehin immer vor der Annahme eines Auftrags stellen solltest , solltest du dich auch fragen: Was macht diese Arbeitsmoral mit mir und meiner Marke?

Natürlich sind Fast-Food-Aufträge zwischendurch praktisch, vor allem dann, wenn du noch ein freies Zeitfenster hattest. Aber sei dir dessen Gewahr, dass diese (auf Wunsch) eher oberflächliche Arbeit von dir auch mit dir in Verbindung steht. Es kann also schon fast sinnvoll sein, hier im Anschluss darauf zu achten, dass der eigene Name da nicht mehr auftaucht. Ich schreibe auch manchmal Fast-Food-Texte, bei denen ich froh darüber bin, dass da nicht mein Name genannt wird.

Du möchtest doch deinen Qualitätsstandard ohnehin erhalten oder gar verbessern. Wie wäre es also, wenn du deinen "sparsamen" Kunden die Vorteile von qualitativ hochwertiger Arbeit nahelegst? Vielleicht lernt er deine Qualität schätzen und will am Ende nur noch dich? Das wäre doch besser für ihn und dich.

Alle Menschen, die produzieren - und seien es digitale Inhalte, Maschinen, Kleidung oder Lebensmittel - sind eigentlich in der Pflicht, immer ihr Bestes zu geben. Nur dann, wenn die Welt viele hochwertige und qualitative Produkte hat, kann der Standard sich wieder erhöhen. Die Mentalität des "billiger, schneller, immer wieder neu" ist nicht langfristig. Gerade bei Dienstleistungen und Produkten, die auch einen geistigen oder gestalterischen Anspruch haben, führt das qualitativ minderwertige Angebot schnell zu einem Abstumpfen. Wer mit viel Mist konfrontiert wird, schraubt seine Erwartungen zurück. Aber genau das darf nicht passieren; es gibt keinen Fortschritt, wenn die Erwartungen zurückgehen.

Schon allein deshalb ist Qualität am wichtigsten. Sei also ein Freelancer, der Qualität anbietet und mache die Welt ein bisschen hochwertiger.