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Erfahrungsbericht - Die raumstation - Coworking Space Berlin

East of the Valley - Ein Zuhause fĂŒr Berlins Startups - raumstation

Vor ungefĂ€hr zehn Jahren hat sich Architekt Michael Kloos dazu entschlossen, die alte Industrie-Brickstone-Lady in einem Moabiter Hinterhof aufzuhĂŒbschen und zur Landestation fĂŒr Freelancer und kleine Unternehmen umzubauen.

Industrie 4.0

Mittlerweile ist die raumstation 'die Station, der Landeplatz fĂŒr dieses ArchitekturbĂŒro und alle anderen, die hier ihren kleinen Platz im Weltraum finden’, sagt Mitarbeiterin Johanna.

Geplant war eine BĂŒrogemeinschaft, doch wie es der Trend so will, ist daraus dann halt ein ‘Coworking Space’ geworden.

2008 öffnete die raumstation im Moabiter Stephankiez, wo es mit vier Stockerweken Platz fĂŒr ingesamt 40 Coworker geschaffen hat.

Laut dem raumstation-Internetauftritt kommen diese aus diversen Bereichen wie Kreativwirtschaft, Medien, IT, Musik und Non-Profit.

Auf jedem Stockwerk gibt es 10 großzĂŒgige Schreibtische, eine sehr gut ausgestattete KĂŒche mit Sitzgelegenheit und ausreichend Regale und Stauraum.

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Die Stockwerke können zwar nicht sehr viele Coworker beherbergen, allerdings fĂŒhrt die geringe Platzanzahl dazu, dass der GerĂ€uschpegel unten gehalten wird und jeder genug FlĂ€che zur VerfĂŒgung gestellt bekommt.

Die Einrichtung ist auf eine authentische, praktische und doch geschmackvolle Art und Weise gestaltet.

Kein Schnickschnack. Holz, Kastenformen, begehbare Kochecken, große Tische, große Fenster und nicht so viel geleckte BĂŒro-AtmosphĂ€re.

Außerdem wird der Space auch durch seine Bewohner verĂ€ndert - es scheint als wĂŒrde hier genug Raum gelassen werden, um sich individuell einzubringen.

Das hÀngt allerdings auch damit zusammen, dass die raumstation kein Coworking Space im super modernen flexiblen Sinne ist, sondern nur feste PlÀtze anbietet.

Es geht hier also weniger darum Networking mit so vielen Menschen wie möglich zu betreiben, sondern mehr darum eine sich zugewandte Gemeinschaft zu schaffen.

Viele Coworker bleiben ĂŒber Jahre in dem Space, auch wenn es an sich möglich ist auch flexibel zu kĂŒndigen (2 Monate KĂŒndigungsfrist) und es keine Mindest-Vertragsdauer gibt.

Der Gemeinschaftsgedanke ist hierbei zwar wichtig, aber er wird nicht als Label hochgehalten und auch nicht andauernd forciert.

Ab und zu organisieren die Bewohner gemeinsame AktivitĂ€ten wie FrĂŒhstĂŒcken, Grillen oder Fußballgucken, je nachdem wozu sich spontan zusammengefunden wird und worauf alle Lust haben.

Eine Coworkerin, die in der raumstation fĂŒr eine Katastrophen-Hilfs-NGO arbeitet, erzĂ€hlt mir, dass die AtmosphĂ€re in der raumstation sehr locker ist.

Dadurch, dass man sich ĂŒber lange Jahre kennenlernt, ist der Umgang miteinander eben ungezwungen und es gibt keinen Druck zum Socialisen oder Netzwerken, fĂŒgt sie hinzu.

Zwar gibt es in der raumstation ganz unterschiedliche Branchen. Aber es ist nicht so, dass sich Leute hier primĂ€r einfinden, um den eigenen Kontaktepool fĂŒr gemeinsame Projekte zu erweitern oder sich interdisziplinĂ€r zu vernetzen.

Wenn so etwas mal passiert, dann eher spontan, bestÀtigt die Coworkerin mit der ich mich unterhalte.

Wer in die raumstation kommt, mit dem Ziel den zukĂŒnftigen perfekten Partner fĂŒr die nĂ€chste Business-Idee zu finden, könnte hier also enttĂ€uscht werden.

Wer auf der Suche nach einem sehr internationalen Umfeld ist, sollte sich auch eher nach etwas anderem umschauen.

Denn dem ersten Anschein nach haben die meisten raumstation-Bewohner einen eher deutschen Hintergrund. Im Gegensatz zu anderen Coworking Spaces trifft man hier also nicht unbedingt auf Menschen aus aller Welt, auch wenn manche Bewohner, wie die Mitarbeiterin der NGO, durchaus weltweit tÀtig sind.

raumstation_luke

Die Gegend rund um die raumstation ist vorwiegend residenziell.

Um die Ecke von dem Coworking Space gibt es mit dem Stephanplatz einen kleinen aber feinen Park und wenn man weiter in Richtung Ubahn-Station Birkenstraße lĂ€uft, findet man hier auch ein paar gute CafĂ©s und Mittagessens-Möglichkeiten.

Man braucht außerdem nur 5 Minuten zum nĂ€chsten großen Einkaufszentrum, dem so genannten ‘Moa-Bogen’ und 15 Minuten bis zur Moabiter Turmstraße, welche auch alle möglichen Einkaufs- und Essensmöglichkeiten bietet - auch wenn es hier vielleicht nicht die Öko-freundlichsten oder exquisitesten sind...

raumstation_gegend

Johanna fasst das Bild, was ich wÀhrend meines Besuchs von der raumstation gewonnen habe ganz gut zusammen.

Sie sagt, dass die raumstation als Coworking Space so Ă€hnlich ist wie Moabit als Viertel: ‘die entspannte Nachbarin von Mitte’.

Damit einverstanden ist sicher auch noch ein anderer Coworker, der sich stets ordentlich den Wanzt vollhaut wenn er mal wieder auf eine Streicheleinheit vorbeikommt und netterweise seine Fans begrĂŒĂŸt.

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