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Wie entwickle ich Routinen, die auch wirklich funktionieren?

„Wenn du glaubst, das Abenteuer sei gefährlich, versuche Routine. Sie ist tödlich“ - Paulo Coelho

Um an die Worte des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho anzuschließen: Routinen sind in unserer Gesellschaft nicht unbedingt nur positiv konnotiert, sondern spaltet sie in zwei Lager. Während die eine Hälfte Routinen langweilig, uninspiriert und unflexibel finden, setzt die andere auf Routinen und sieht in ihnen großes Potential.

Was ist überhaupt eine Routine?

Routinen und Gewohnheiten sind eng miteinander verknüpft. So kann eine Routine als eine psychologische Handlungsabfolge verstanden werden, die durch mehrmalige Wiederholung zur Gewohnheit geworden ist. In einem jahre- oder sogar jahrzehntelangen Prozess brennen sie sich in das menschliche Gehirn ein und führen dazu, dass wir ohne großen Denkaufwand bestimmte Handlungen automatisieren. Dabei sind Routinen tief in in unserem Gedächtnis verankert und ohne Routinen, die als unbewusste Prozesse im Hintergrund laufen, wären Menschen kaum in der Lage ihren Alltag zu bewältigen. Es werden aber nicht nur aus guten Gewohnheiten Routinen, sondern auch aus denen, die wir lieber ablegen würden. Das kann auf Dauer problematisch werden und Langzeitfolgen haben.

Wenn aus schlechten Gewohnheiten Routinen werden

Einmal im Alltag integriert, kann das Überwinden von „schlechten Routinen“ zur Herausforderung werden. Als klassisches Beispiel, das wohl jeder kennt, ist das morgendliche Snoozen des Handyweckers. Einmal angefangen, bleibt es meist nicht bei einmal snoozen, sondern resultiert meist in immer länger andauernden “Snooze-Phasen”. Als Konsequenz wird am nächsten Morgen der Wecker bewusst früher gestellt, weil das Snoozen bereits eingeplant ist oder dank snoozen verschlafen und bereits hektisch und gestresst in den Tag gestartet. Dabei ist snoozen natürlich kein Einzelphänomen und die Liste der schlechten Angewohnheiten, die sich langsam als Routinen in unseren Alltag schleichen ist beliebig weiterzuführen. Auch das tägliche Stück Kuchen am Nachmittag um mit Zucker dem berühmten Nachmittagstief zu entgehen oder die obligatorische Zigarette nach dem Kaffee sind runtergebrochen lediglich “Reaktionen” auf einen “antrainierten Auslöser”, welche das Gehirn aus Gewohnheit veranlasst. “Negative Routinen” kosten also nicht nur Zeit, sondern sorgen auch dafür, dass wir verlernen auf die Signale unseres Körpers zu hören und können so langfristig unserem Körper (und Geldbeutel) schaden.

Die Macht des Aufschiebens

Gleichzeitig können Routinen aber auch genutzt werden, damit positive Gewohnheiten langfristig in das tägliche Leben übernommen werden. Den Tag mit Yoga oder einer Joggingrunde beginnen, abends lesen statt das Smartphone zu checken oder jeden Sonntag eine Stunde an die frische Luft gehen anstatt zu Netflixen - die Liste an Routinen, die unseren Alltag bereichern und langfristig gut für uns wären, ist schier unendlich. Und dabei sind Routinen alles andere als langweilig. Sie führen zu organisierten Abläufen, die uns mehr Zeit ermöglichen und dafür sorgen, dass wir uns zunächst bewusster mit den Bedürfnissen unseres Körpers und unserer Seele auseinandersetzen und diese irgendwann ganz selbstverständlich und ohne große Mühen und Anstrengungen in unseren Alltag gehören. Mehr dazu warum Vorsorge die beste Prävention ist, könnt ihr in unserem Artikel Vorsorge ist die beste Medizin – Prävention für Freelancer und Selbstständige lesen. Doch das Etablieren von neuen Routinen ist harte Arbeit und kommt nicht über Nacht, denn schließlich muss hier Verhalten kontinuierlich geübt werden - ein Vorgang an dem viele zu früh aufgeben und schließlich scheitern. Dabei haben Routinen, entgegen ihrem schlechten Ruf, eine Menge an Vorteilen und können gerade in einem stressigen Alltag der beste Freund und Helfer sein.

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Hier eine Übersicht, warum Routinen im Alltag sinnvoll sind:

Sie sparen dir Zeit: Nie wieder sich selbst eine halbe Stunde gut zu reden bevor etwas erledigt wird und stattdessen Sachen selbstverständlich erledigen. Dem Gehirn eine Pause gönnen: Routinen automatisieren Tätigkeiten im Alltag und so müssen weniger bewusste Entscheidungen getroffen werden. Mehr Struktur und Organisation: Routinen sorgen für strukturierte Tagesabläufe, welche dir wiederum die Möglichkeit bieten Freiräume in deinem Tag frühzeitig zu erkennen und effektiv für To-Dos oder Freizeitaktivitäten zu nutzen. Sie geben dir Sicherheit: Etwas routiniert zu machen heißt auch etwas sicher und souverän zu erledigen. Ganz im Sinne von Übung macht den Meister, geben dir Routinen Sicherheit in dem was du tust, weil es sich um eingeübte Tätigkeiten handelt.

Zusammenfassend sorgen Routinen für weniger Stress im Alltag. Das ist wiederum gut für den Körper und für die Psyche. Dies hat auch US-Psychologin Wendy Wood von der University of South Carolina erkannt und festgestellt, dass gute, gesunde Routinen vor allem in Stresszeiten davor bewahren ungesund zu leben. Wieso Stresszeiten gerade für Selbständige gefährlich sein können, könnt ihr hier nachlesen. Deswegen vertrauen auch viele berühmte, erfolgreiche Persönlichkeiten auf die “Macht von Routinen”. So starten sowohl Twitter-Gründer Jack Dorsey als auch Vodafone Chef Vittorio Colao ihren Tag jeden Tag vor 6 Uhr (ohne snoozen versteht sich) um ihren Morgenroutinen nachzugehen.

Der Weg zu einer Routine, die wirklich funktioniert

Mit dem Entwickeln einer erfolgreichen Routine, hält es sich zunächst ähnlich wie mit dem EInhalten von guten Vorsätzen - der Schlüssel zum Erfolg lautet Beständigkeit und Durchhaltevermögen. Denn schließlich müssen hier tiefgreifende Prozesse im Gehirn neu erlernt und verinnerlicht werden. Damit Routinen also wirklich funktionieren können und nicht wie Neujahrs-Vorsätze früher oder später frustriert über Bord geworfen werden, solltest du dir folgende Fragen vor Augen führen und beantworten können:

Welche Motivation steckt hinter deinem Wunsch eine neue Routine zu entwickeln? Denn, wenn du deine eigene Motivation nicht genau definieren kannst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Verhalten nicht länger als ein paar Tage änderst ziemlich wahrscheinlich. Passt die Routine zu deinen Bedürfnissen? Ebenfalls wenig bringt es, wenn dein Vorhaben mit deinen eigenen Bedürfnissen unvereinbar sind, denn so kann keine Veränderung langfristig erfolgen.

Wenn du diese Fragen für dich beantworten kannst, ist der erste Schritt getan und es können dir folgende Tipps dabei helfen, dass deine Routinen auch wirklich funktionieren:

Schreibe deine Ziele nieder und formuliere diese präzise: Du möchtest eine neue Morgenroutine einführen? Anstatt einen groben Vorsatz in deinem Kopf zu formulieren, nimm dir die Zeit einen Plan niederzuschreiben indem du deine genauen Ziele und einen jeweiligen Zeitrahmen formulierst.

Dokumentiere deinen Prozess: So kannst du nicht nur deine Erfolge „messen“, sondern auch gucken an welchen Bausteinen du ansetzen musst, um aus deinen Ambitionen eine Routine zu machen.

One team, one dream: Beziehe dein soziales Umfeld ein: Es kann hilfreich sein deine Pläne mit jemandem zu teilen. So fühlst du dich nicht nur einer weiteren Person gegenüber verpflichtet, sondern kriegst auch Motivation von Außen.

Bleibe flexibel: Mache dir immer bewusst, dass du mit deiner Routine positive Effekte erzielen willst. Wenn diese zwanghaft wirkt und dich in deinem Alltag einschränkt, statt dich zu bereichern, kann dies im Gegenteil gefährlich für Körper und Psyche werden. Deswegen ist es wichtig flexibel zu bleiben und immer das “große Ganzen” im Blick zu behalten, anstatt sich auf Routinen zu versteifen.

Nutze Apps: Gerade Digital Natives können sich Unterstützung von Apps holen. Dabei können Apps, mit denen der eigene Prozess dokumentiert werden kann und eigene Ziele festgehalten werden wie z.B. “Way of Life” oder “Strides”. Auch die KontistApp kann dank der FastBill-Integration effektiv dabei helfen schlechte Angewohnheiten in Sachen Buchhaltung loszuwerden und neue Routinen zu entwickeln. Denn dank der Belegscanning-App wird kein Beleg mehr verlegt, sondern alle Belege routiniert abfotografiert und in die digitale Buchhaltung hochgeladen. Mehr zur Kontist-FastBill Integration findet ihr hier .

Fazit

„Zumindest am Anfang sollte man sich Ruhe und Raum für das Planen und Einführen einer guten Routine geben, damit diese später in Fleisch und Blut übergeht“ stellt Wilhelm Hofmann von der Universität zu Köln fest. Wie lange es schließlich dauert eine Gewohnheit zu einer Routine zu machen, ist von vielen Faktoren abhängig und schließlich individuell. Also heißt es letztendlich: Am Ball bleiben und sich stets vor Augen führen warum die neue Routine auf lange Zeit die eigene Lebensqualität steigert anstatt den bequemen Weg zu gehen.