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Schreibblockade - so kannst du sie überwinden

Sie taucht plötzlich auf. Unerwartet. Im unpassendsten Moment. Eine Schreibblockade. Egal ob Student, Journalist, Texter oder Autor – jeden kann sie heimsuchen. Aber was kann man tun? Wie kann man eine Schreibblockade überwinden?

Ich selbst hatte im Studium mit der Überwindung einer krassen Schreibblockade zu kämpfen. Das war während meiner Bachelorarbeit. Nach drei Jahren stetigem Lesen und Schreiben hatte ich keinen Nerv mehr – wollte nur noch diese Arbeit erledigen. Und umso mehr ich mich mit dem Thema meiner Arbeit auseinandersetzte, Literatur sammelte, recherchierte, desto größer wurde die Angst vor dem Beginn des Schreibens.

Vieler meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen erging es nicht anders. Auch sie hatten im Verlauf des Studiums mehrfach mit Schreibblockaden zu kämpfen. Wenn ich sie fragte, woran es liege, bekam ich häufig die gleiche Antwort: „Ich habe Angst zu scheitern“. Das ist tatsächlich eine der häufigsten Ursachen für eine Schreibblockade. Wir haben hohe Ansprüche an uns selbst. Und haben Angst, diesen nicht gerecht werden zu können. Jedes geschriebene Wort erscheint plötzlich wie Unsinn. Nach einem Tag am Schreibtisch, hat man so viel geschrieben, und doch ist das Word-Dokument leer. Weil man jeden geschriebenen Satz sofort wieder verworfen hat. Oder man hat sich mit unnützen Tätigkeiten abgelenkt, um gar nicht erst in die Situation zu kommen, vor einem leeren Blatt Papier oder Word-Dokument zu sitzen. So oder so, das Ergebnis ist gleich: Ein Text ist nicht entstanden.

Egal ob Profi oder Laie, im Job, im Studium oder sogar privat. Schreibblockaden kommen und gehen, wie sie wollen. Könnte man zumindest meinen. Doch gibt es Tricks, mit denen sich Schreibblockaden überwinden lassen, und Vorgehensweisen, mit denen sie gar nicht erst auftreten. Welche das sind, erfährst du in diesem Blogartikel.

Was ist eine Schreibblockade?

Erst einmal zu den harten Fakten: Was ist eine Schreibblockade überhaupt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Schreibblockade von unbeteiligten Dritten schnell als Ausrede aufgefasst wird, nicht schreiben zu wollen. Das ist nicht ganz richtig.

Ob du unter einer Schreibblockade leidest, die du überwinden musst, kannst du ganz leicht feststellen. Du setzt dich an den Schreibtisch, die Zeit vergeht, aber du bringst nichts zu Papier. Egal, welche Formulierung dir durch den Kopf geht, sie scheint es nicht wert, niedergeschrieben zu werden. Oder es kommt dir gar nicht erst ein klarer Satz in den Sinn.

Eine Schreibblockade ist also eine Schreibhemmung, die sich in der Unmöglichkeit ausdrückt, einen Text mit bestimmtem Inhalt zu Papier zu bringen.

Woher kommt eine Schreibblockade

Um eine Schreibblockade zu überwinden, kann es hilfreich sein, zunächst die Ursache für das Problem zu finden. So lässt es sich leichter bekämpfen. Die Gründe für das Auftreten einer Schreibblockade sind zwar vielfältig, jedoch meist psychisch bedingt.

Gründe für eine Schreibblockade

1. Dir ist nicht klar, was du sagen willst

Das mag banal klingen, ist aber ein wirklich großes Problem. Gerade bei der Produktion von längeren Texten oder wissenschaftlichen Arbeiten, gilt es, ein komplexes Thema kompakt zu Papier zu bringen. Und das kann einen schnell vergessen lassen, was man eigentlich sagen wollte.

2. Du stehst unter Zeitdruck

Schreiben ist ein kreativer Prozess. Und wie es mit der Kreativität so ist: Sie lässt sich nicht so einfach ein- und ausschalten. Das habe ich vor allen Dingen während meiner Zeit als Werbe-Texterin bemerkt. „Morgen ist Deadline“ heißt es, und die geniale Headline oder der super smarte Slogan sind immer noch nicht fertig. Das kann einen krass blockieren. Und führt zu Frust – der wiederum eine Schreibblockade auslösen kann.

3. Du hast Angst vor Kritik

Es gibt so viele tolle Schreiber auf dieser Welt. Ob bewusst oder unbewusst: Irgendwie haben wir den Drang, uns mit ihnen zu messen. Und selbst wenn nicht, ist die Angst vor der Kritik der Leser da. Was ist, wenn meiner Zielgruppe meine Arbeit nicht gefällt? Niemand sieht sich gerne mit Kritik an seiner Arbeit konfrontiert. Auch nicht der kreative Schreiber. Und schwupps – schon ist die Schreibblockade da.

4. Du willst perfekt sein

Gerade die, die professionell schreiben, streben Perfektion an. An sich ist das nichts Schlimmes. Schließlich treibt uns dieser Anspruch an und führt im besten Fall dazu, dass wir hervorragende Texte schreiben. Und doch kann dieser Drang nach Perfektionismus zum Kreativitätskiller werden. Jedes geschriebene Wort erscheint nicht ausreichend, jeder Satz nicht gut genug – und schon ist sie da: Die Schreibblockade.

So überwindest du die Schreibblockade

Ist die Schreibblockade einmal da, lässt sie sich nicht so einfach überwinden. Sie sitzt fest. Und zwar hartnäckig. Insbesondere wenn sie sich über einen längeren Zeitraum aufgebaut hat.

Es ist ganz normal, dass jeder, der mit einer Schreibblockade zu kämpfen hat, zunächst das Gefühl hat, dass er nie wieder einen vernünftigen Satz zu Papier bringen wird. Für mich war das jedes Mal ein Gefühl der Ohnmacht, gegen die man einfach nicht ankommt. Falls du dieses Gefühl auch haben solltest – du bist nicht alleine. Selbst die besten Schreiber sind schon Opfer einer Schreibblockade geworden.

Die gute Nachricht: Jede Schreibblockade lässt sich überwinden. Folgende Tipps und Tricks können dir dabei helfen.

Fünf Tipps, die Schreibblockade zu überwinden

1. Mach dir bewusst, was du sagen willst

Bevor du dich an deinen Text setzt – egal ob Hausarbeit, Pressemeldung, Blogartikel oder Headline – mach dir bewusst, was du sagen willst. Sortiere deine Gedanken und formuliere für dich ein klares Ziel, dass du deinem Leser bzw. deiner Zielgruppe vermitteln willst. Dabei hilft es auch, all die Gedanken, die dir gerade durch den Kopf gehen, schriftlich festzuhalten und auf dieser Basis eine Struktur für den eigenen Text zu erstellen. Oder bei kurzen Texten wie Headlines oder Slogans, einfach ein paar Ideen niederzuschreiben. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht perfekt zu sein scheinen, so können sie Inspiration für das perfekte Ergebnis liefern.

2. Vergiss deinen Perfektionismus

Es gibt so viele exzellente Autoren und Texter – sie liefern wahnsinnig gute Stories und Artikel, an denen wir uns messen wollen. Doch wenn wir ganz ehrlich sind: Auch diese Koryphäen werden ihre fertigen Ergebnisse nicht so runtergeschrieben haben, wie wir sie letztlich zu Gesicht bekommen. Sicherlich folgten viele Editierungsprozesse und einige Entwürfe wurden komplett verworfen. Das ist keine Schande. Für dich heißt das: Versuche nicht, vom ersten Wort an perfekt sein zu wollen. Schreibe einfach auf, was dir in den Sinn kommt. Vergiss dabei auch den Wunsch nach der perfekten Formulierung. Schreib einfach drauf los. Und schon hast du was zu Papier gebracht! Das lässt sich später immer noch überarbeiten.

3. Schreibe über das, was du liebst

Wer kreativ arbeitet – und Schreiben ist und bleibt nun mal ein kreativer Prozess – muss mit vollem Herzen dabei sein. Wird man jedoch mit einem Thema konfrontiert, über das man schreiben MUSS aber gar nicht WILL, ist eine Schreibblockade nicht weit. Sobald du merkst, dass dir ein Thema nicht liegt und du keine Freude daran hast, lös dich davon. Such dir dann ein Thema, bei dem du mit vollem Herzen dabei bist. Dann lässt sich die Schreibblockade überwinden.

4. Such dir Orte, an denen du kreativ sein kannst

Immer am gleichen Schreibtisch, umgeben von der gleichen Einrichtung, den gleichen Menschen und mit dem gleichen Ausblick aus dem Fenster – für den kreativen Prozess echtes Gift. Ich merke selbst sehr schnell, wenn mir die Decke auf den Kopf zu fallen und somit die Schreibblockade einzusetzen droht. Das beste Mittel dagegen: Rausgehen, neue Orte aufsuchen – und dort arbeiten. Ich suche dann gerne mein Lieblingscafé auf oder setze mich in den Coworking Space um die Ecke. Alleine die andere Arbeitsumgebung und der Kontakt zu neuen Menschen fördert den kreativen Prozess und lässt die Schreibblockade überwinden. Mehr dazu im Blog Artikel Homeoffice, Café oder Co-Working-Space? Wie finde ich den besten Arbeitsplatz für mich? .

5. Fang nicht am Anfang an

Ein Text muss nicht immer in der Reihenfolge entstehen, wie er letztendlich veröffentlicht wird. Gerade bei wissenschaftlichen Arbeiten und Longcopies kann es hilfreich sein, erst die Abschnitte abzuarbeiten, zu denen man sich bereits eingelesen oder zu denen man bereits viele Ideen hat. Selbiges Vorgehen empfiehlt sich auch im journalistischen Bereich. Hier entscheiden eine neugierig machende Überschrift und eine spannende Einleitung darüber, ob der Leser sich dem Artikel widmen wird. Diese am besten nach Fertigstellung der eigentlichen Meldung formulieren.

Schreibblockade: Was kann ich grundsätzlich ändern?

Am besten überwindet man eine Schreibblockade, indem man sie nicht zulässt. Ich selbst habe ein paar einfache Tricks, die ich regelmäßig anwende, um es gar nicht erst zu einer Schreibblockade kommen zu lassen.

Keinen Druck aufbauen: Schreiben unter Zeitdruck kann ein echter Kreativitätskiller sein. Wenn du die Möglichkeit hast, dir die Zeit bis zur Deadline selbst einzuteilen, sieh zu, dass du so früh wie möglich mit dem Schreiben anfängst. Ich schiebe die Arbeit an einem Text nie lange vor mir her, sondern packe es an. So hat die Schreibblockade gar keine Chance, überhaupt zu entstehen.

Frische Luft schnappen: Bevor ich in meinen eigenen vier Wänden einen Koller bekomme, geh ich einfach raus. Einfach mal den Hund geschnappt und ab an die frische Luft. Das wirkt Wunder. Und wenn das nicht reicht, lege ich eine Schreib-Session im Coworking Space ein.

Regelmäßig editieren: Es läuft gut, der Text entsteht – und plötzlich hat man keine Ideen mehr. Nicht verzweifeln. Nutze den Moment, um das bisher geschriebene Korrektur zu lesen und zu überarbeiten. Dabei kommen meist schon weitere Ideen für den Rest des Texts.

Gönn dir Pausen: Kleine Pausen während des Schreibprozesses sind unerlässlich. Alleine der Gang zur Kaffeemaschine hilft, den Kopf frei zu bekommen und Distanz zum bisher Geschriebenen zu bekommen. Entspanne dich, vergiss den Text – und kehre mit einem klaren Kopf zu deinem Arbeitsplatz zurück. Jetzt kann es weitergehen!