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Sch√ľtzt du dein geistiges Eigentum ausreichend (vor Diebstahl)?

Als Freelancer stehen die Chancen gut, dass du Inhalte produzierst, die im erweiterten Sinne als kreativ und somit als geistiges Eigentum gelten. Dadurch hat deine Arbeit automatisch etwas mit dem Urheberrecht und dem Verwertungsrecht zu tun. Zeitgleich besteht bei allen kreativen Leistungen die Gefahr, dass Diebstahl (und der beschr√§nkt sich nicht auf das reine Kopieren) stattfindet. Die Gr√ľnde hierf√ľr sind mannigfaltig: Manchmal ist ein Blogbeitrag so verlockend, dass ein Umschreiben/Kopieren desselben vielleicht ja auch die eigene Reichweite erh√∂hen k√∂nnte. Manchmal sind Illustrationen stilistisch toll, aber der Illustrator ist zu teuer - dann wird eben die Vorgabe "Im Stile von..." gegeben, wobei die Grenzen zwischen dem reinen Abkupfern und dem Einholen von Inspiration flie√üend sind.

Faktisch wird geistiges Eigentum immer wieder missachtet. Dass dies in vielen F√§llen weder geahndet noch zur Unterlassung gebracht wird, liegt wohl auch in der Un√ľbersichtlichkeit unserer Content-Welt. Ich als Texter kann auch nicht bei jedem meiner Texte nachvollziehen, ob diese nicht woanders in sehr gleicher Form auftauchen. Gleichzeitig ergibt ein Ahnden von Urheberrechtsverletzungen auch nur dann Sinn, wenn die finanziellen oder ideellen Interessen ber√ľhrt werden.

Im Folgenden soll also ausschlie√ülich der Fall herangezogen werden, in welchem es darum geht, ein geistiges Eigentum zu sch√ľtzen, das dir - aus welchen Gr√ľnden auch immer - wichtig genug ist, um dieses auch sch√ľtzen zu wollen. Welche M√∂glichkeiten du hast und wie der rechtliche Rahmen hier aussieht, erf√§hrst du in diesem Post.

Das Urheberrecht und die Sache mit dem Copyright-Zeichen

Das Urheberrecht ist ein Recht, welches verschiedene Anspr√ľche und Handlungsm√∂glichkeiten nach sich zieht. Dabei muss das Urheberrecht nicht eingefordert werden. Es entsteht in dem Moment, in dem ein Werk in der Entstehung ist. Das hei√üt, dass dein Werk nicht einmal fertig und/oder ver√∂ffentlicht sein muss, damit das Urheberrecht gilt.

Das Werk wird als persönlich-geistige Schöpfung definiert, welche:

  • klar die Pers√∂nlichkeit des Urhebers erkennen l√§sst (was sehr gro√üz√ľgig ausgelegt wird);
  • durch menschliches Schaffen entstand;
  • durch menschliche Sinne wahrnehmbar ist;
  • eine kreative Leistung darstellt.

Damit gelten alle kreativen Leistungen als Werk, insofern ihre Einzigartigkeit oder Neuheit anzunehmen ist. Gravierende √Ąhnlichkeiten zu bestehenden Werken stellen dann ein Problem dar, wenn der Urheber des sehr √§hnlichen Werkes nachweisen kann, dass du dich "zu sehr an seinem Werk orientiert" hast - also etwa das Werk ausmachende Stilmittel oder Techniken kopiert hast. In der Praxis l√§sst es sich indes kaum verhindern, dass dein geistiges Eigentum - gleich, welcher Form - √Ąhnlichkeiten zum geistigen Eigentum anderer Menschen hat. Im √úbrigen wird der Begriff des geistigen Eigentums hier mit dem Prozess der Entstehung und dem Ausdruck des Werks gleichgesetzt.

Alle Schaffensprozesse und Ausf√ľhrungen, die mit (neuen) kreativen, technischen oder sonstigen Errungenschaften in Verbindung stehen, gelten als geistiges Eigentum. Wenn du als Freelancer in einer schaffenden Branche agierst, gelten alle deine Werke (also eben auch Projekte nach Kundenwunsch) als dein geistiges Eigentum, solange eine kreative Leistung festzustellen ist. Eine blo√üe Idee (ohne konkrete Form) gilt nicht als sch√ľtzenswert.

Das Urheberrecht gilt ja automatisch. Es ist nicht √ľbertragbar und im deutschen Recht allenfalls vererbbar. Es gibt keine M√∂glichkeit des Verschenkens oder Verkaufens.

Nun zu einem - wie ich finde - am√ľsanten Detail: Viele Menschen verwenden gern das Copyright-Zeichen ¬© (in allen erdenklichen Formen) zum Kenntlichmachen ihrer Urheberschaft. Allerdings gilt hier, dass du dies auch einfach lassen kannst. Die Urheberschaft versteht sich in dem Moment von selbst, in welchem du eine kreative Leistung ver√∂ffentlichst. Wird sie von anderer Stelle ver√∂ffentlicht, ist dein Name als Urheber zu nennen, insofern es nicht anders vereinbart ist. Bei allen ver√∂ffentlichten Werken ist davon auszugehen, dass das unerlaubte Kopieren einen Rechtsbruch darstellt. Die Formulierung "Alle Rechte vorbehalten" ist im √úbrigen unmissverst√§ndlicher und damit sinnvoller - aber eben auch nur, wenn du noch alle Rechte an deinem Werk hast.

Insgesamt braucht es also das ¬© nicht. Allerdings kann es auf Websites und √§hnlichem sinnvoll sein, auf das Urheberrecht hinzuweisen und bei Verletzung desselben mit Ahnung zu drohen. Zwar gilt als Rechtsnorm, dass Unwissenheit vor Strafe nicht sch√ľtzen k√∂nne, aber ein kurzer Abriss zur Rechtslage l√§sst deine (vor allem online) ver√∂ffentlichten Werke weniger wie Freiwild wirken.

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Das Verwertungsrecht, das Patentrecht und das Markenrecht

Verwertungsrecht

Das Verwertungsrecht stellt das Recht zur Verwertung geistigen Eigentums dar. Dieses ist √ľbertragbar - Texter verkaufen es in der Regel und auch sonstige Kreativschaffende gehen selten davon aus, dass sie eine Arbeit, die f√ľr einen Kunden entstand, selbst verwerten k√∂nnen. Das Verwertungsrecht kann uneingeschr√§nkt oder beschr√§nkt sein und ist durch den Urheber sowie denjenigen, der das Verwertungsrecht erwirbt, zu definieren. Ich kann beispielsweise meinen Text zur eingeschr√§nkten Verwertung freigeben (der Kunde kann damit tun, was er will), oder aber ich bestehe darauf, dass der Text nur einmalig ver√∂ffentlicht wird.

Das Urheberrecht wird hiervon nicht ber√ľhrt. Auch darf sich kein anderer Mensch au√üer des Urhebers als Urheber bezeichnen, es sei denn, es ist anders und einvernehmlich vereinbart.

Patentrecht

Das Patentrecht stellt eine M√∂glichkeit dar, geistiges Eigentum, welches geeignet ist, eine technische Neuerung zu bringen, zu sch√ľtzen. Damit wird sichergestellt, dass du der einzige Mensch bist, der diese Neuerung auf diese Art herbeif√ľhren darf. Hat jemand anderes die gleiche Idee, hat er Pech gehabt. Dabei ist es unerheblich, ob er unabh√§ngig von deiner Arbeit seine Idee entwickelte oder nicht. Ein Patent anzumelden kostet Geld und l√§sst sich bei einem Patentamt regeln. Der Vorteil liegt darin, dass Patentrechtsverletzungen somit aufgrund standardisierter Rechtsnormen geahndet werden k√∂nnen.

Markenrecht

Das Markenrecht gibt dir die M√∂glichkeit, deine Marke rechtlich sch√ľtzen zu lassen. Solltest du viel in dein Personal Branding investiert haben und dieses symbol- oder bildhaft auch darstellbar ist, kann es sinnvoll sein, dieses zu sch√ľtzen. Du stellst damit sicher, dass die Marke dir geh√∂rt und niemand anderes eine gleichartige Marke verwenden kann.

Wie du dein geistiges Eigentum sch√ľtzt und dich gegen Rechtsverletzungen wehrst

Insofern es um das Urheberrecht geht, bist du meistens selbst in der Pflicht, dieses zu verteidigen. Auch dies gehört dazu, sein eigener Boss zu sein und muss erlernt werden. Die einzige Ausnahme besteht dann, wenn ein gewerblicher Rechtsschutz besteht (durch Anmeldung beim Marken- und Patentamt). Die Aufgabe, diesen Rechtsschutz auch aufrecht zu erhalten, kannst du tatsächlich abtreten. Praktisch wird dies aber so gut wie nie vorkommen, insofern du als Freelancer vor allem mit Kunden zu tun hast. Im Grunde ist der gewerbliche Rechtsschutz nur dann interessant, wenn du klassisch produzierst - womit häufig der Pfad des Kreativen verlassen wird.

Verletzt jemand das Urheberrecht, kannst du verschiedene Dinge tun. Dabei besteht Schritt 1 darin, eine Unterlassung zu fordern. Dies gr√ľndet sich auf ¬ß 97 Abs.1 S.1 UrhG. Zur Unterlassung aufzufordern ist gewisserma√üen deine Pflicht als Urheber, wenn jemand dein Urheberrecht verletzt. Zudem ist es auch eine Voraussetzung f√ľr das Einleiten weiterer rechtlicher Schritte. Erfolgt dies nicht, sollte mit einem Anwalt gedroht werden. Es gibt spezialisierte Anw√§lte f√ľr das Urheberrecht.

In letzter Instanz kämen Schadensersatzanspruchsforderungen in Betracht, die aber nur dann sinnvoll sind, wenn nachweislich ein monetärer Schaden durch die Verletzung des Urheberrechts entstanden ist. Da sich die Verfahren hier ziehen und mitunter viel Geld kosten, solltest du im Falle einer Urheberrechtsverletzung lieber auf eine Unterlassungsaufforderung setzen.

Wird dein geistiges Eigentum hingegen mutwillig kopiert oder geraubt und anschlie√üend zum Erzielen von Gewinn verwendet, ist die Rechtslage bez√ľglich der Schadensersatzanspr√ľche recht eindeutig. Du musst nachweisen, dass dein Urheberrecht verletzt wurde und alles Weitere ist eine Frage von Berechnungen und Auslegungen des Gerichtes. Allerdings dauern auch solche Verfahren lange.

Es kann in solchen Fällen auch passieren, dass die Kunden, denen du ein Verwertungsrecht einräumst, aktiv werden - schließlich werden auch sie in ihrem Verwertungsrecht eingeschränkt. Du hast allerdings dann keinen Anspruch mehr auf monetären Ersatz, wenn das Verwertungsrecht abgetreten wurde.

Bei Verletzung des Patent- oder Markenrechts geht es meistens weniger um die Verletzung deines Urheberrechtes als um den Schutz deiner gewerblichen Interessen. In diesen Fällen ist ein Fachanwalt vorzuziehen.

Wie du nachweisen kannst, dass ein Werk von dir stammt

Es gilt bez√ľglich des Urheberrechtes der Satz "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Dies bedeutet, dass es tats√§chlich vorkommen kann, dass jemand deine Idee klaut, sie vor dir ausf√ľhrt und dann Urheber ist. Wenn du nicht nachweisen kannst, dass du dasselbe auch gerade vorhattest, hast du schlichtweg verloren.

Du kannst dein geistiges Eigentum nicht v√∂llig vor Diebstahl sch√ľtzen, vor allem dann nicht, wenn es digital und vervielf√§ltigbar verf√ľgbar ist. Die Technik hat es leicht gemacht, Inhalte zu kopieren oder "sich an ihnen zu orientieren". Faktisch wird relativ viel kopiert, vor allem wenn es um Darstellungsarten geht (Text und Bild). Du kannst allerdings sicherstellen, dass unmissverst√§ndlich wird, dass du der Urheber eines Werkes bist.

Daf√ľr kannst du dein Werk in Kopie (oder Original) unmittelbar bei einem Notar hinterlegen. Stellst du eine Urheberrechtsverletzung fest, kannst du somit schnell nachweisen, dass du der Urheber bist. Das ist besonders bei Werken, die nicht f√ľr Kunden bestimmt waren, wertvoll - also etwa beim Entwurf eines modischen Designs, bei Erstellung einer Illustration oder auch bei einem geschriebenen Buch.

Eine weitere M√∂glichkeit besteht auch darin, dein Werk sofort zu ver√∂ffentlichen (per Social Media zum Beispiel), um unmissverst√§ndlich den Zeitpunkt des Schaffens und der Fertigstellung zu dokumentieren. Damit hast du eine weitere M√∂glichkeit, Social Media zu nutzen . Breite Zurschaustellung deiner Werke sch√ľtzt dein geistiges Eigentum auch dahingehend, dass andere (deine Community oder Kunden) schneller auf Urheberrechtsverletzungen aufmerksam werden k√∂nnen und sie dir melden k√∂nnen.

Desto eher deine Werke dazu geeignet sind, sie zu monetarisieren, desto eher sind sie aktiv sch√ľtzenswert. Wenn du derart arbeitest, dass dein geistiges Eigentum besonders wichtig f√ľr die Darstellung deiner Person und deiner T√§tigkeit ist, kann es daher sinnvoll sein, einen guten Anwalt diesbez√ľglich zu kennen.

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