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Über finanzielle UnabhĂ€ngigkeit, die Gender Pay Gap und was du als selbstĂ€ndige Frau tun kannst.

Finanzen sind unsexy...und eh nicht Frauensache. Meeeep. Falsch!

Willkommen im Jahr 2020. Alles schreit nach Gleichheit von Mann und Frau. Gleichheit im Alltag. Gleichheit im Beruf. Gleichheit bei der Familienplanung. Gleichheit in Sachen Finanzen. Stop! Stimmt nicht. Zumindest was den letzten Punkt betrifft. Denn wer seine Freundinnen, weiblichen Bekannten oder Familienangehörige auf die Finanzfrage anspricht, hört so ungefĂ€hr das: “Finanzen? Da kĂŒmmert sich mein Mann drum.” Oder “Das Thema ist schon wichtig. MĂŒsste mal anfangen, mich damit zu beschĂ€ftigen.”

Das Problem: Viele Frauen fangen nicht damit an, sich mit dem unbeliebten Geld-Thema auseinanderzusetzen. Das Thema Finanzen scheint unsexy. Großer Fehler. FĂŒr jeden ist das Thema wichtig. Denn: 

  • Wir werden alle Ă€lter und wollen spĂ€ter nicht in Altersarmut leben.
  • Jeder von uns hat TrĂ€ume und WĂŒnsche, dir nur mit finanziellen Mitteln realisierbar sind.
  • UnabhĂ€ngigkeit ist wichtig - und hĂ€ngt mit finanzieller Freiheit zusammen.

Drei gute GrĂŒnde, sich auch - und gerade - als Frau mit dem Thema Finanzen zu beschĂ€ftigen. FĂŒr deine UnabhĂ€ngigkeit. Deine TrĂ€ume. Und deine Zukunft.

Finanzielle Emanzipation: Warum tun sich Frauen so schwer mit dem Thema Finanzen? 

“Finanzen sind MĂ€nnersache. Außerdem ist das Thema so komplex. Wenn Finanzexperten anfangen, ĂŒber Aktienfonds und Anlagen zu reden, verstehe ich nur Bahnhof. Da werde ich niemals durchsteigen.”

Diese Denkweise haben tatsÀchlich unfassbar viele Frauen. Auch, weil sie sich das Thema gar nicht zutrauen. Es fehlt uns an finanziellem Selbstbewusstsein. Es mangelt uns an Wissen zu Börsen und Aktien. Und irgendwie haben zu viele von uns das klassische Rollenbild des vÀterlichen ErnÀhrers vorgespielt bekommen.

Die nackten Zahlen verdeutlichen, in welch  (vorsichtig ausgedrĂŒckt) ‘ungĂŒnstiger Lage’ sich die deutschen Frauen befinden. Sie zeigen, dass dringend ein Umdenken erforderlich ist und Frauen ihre finanzielle Situation selbst in die Hand nehmen mĂŒssen.

4 GrĂŒnde, weshalb Frauen finanziell schlechter dastehen als MĂ€nner

Frauen arbeiten hÀufiger in Teilzeit als MÀnner.

Rund 66 Prozent der Frauen mit Kindern unter 18 Jahren arbeiten in Teilzeit. Bei MĂ€nnern sind es weniger als 6 Prozent. Das bedeutet fĂŒr die MĂŒtter: Bis zu 70 Prozent weniger Einnahmen im Vergleich zu MĂ€nnern und kinderlosen Frauen. Der mĂ€nnliche ErnĂ€hrer ist hierzulande immer noch das vorherrschende Modell. 

Die Gender Pay Gap existiert weiterhin.

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2019 um 20 % nied­ri­ger als der Verdienst der MĂ€nner. Dieser Einkommensunterschied ist nicht alleine der unterschiedlichen VerhandlungsstĂ€rke beider Geschlechter geschuldet. Auch der TĂ€tigkeitsbereich spielt eine große Rolle. Frauen arbeiten zum Beispiel verstĂ€rkt im sogenannten Care-Bereich. Der ist bekanntlich schlechter bezahlt, als Management-TĂ€tigkeiten, die noch immer eine MĂ€nnerdomĂ€ne sind.

Frauen in FĂŒhrungspositionen sind (immer noch) eine Seltenheit.

Zwar lag die ErwerbstĂ€tigenquote der 20-64-JĂ€hrigen deutschen Frauen im Jahr 2019 bei knapp 77 Prozent. Ihr Anteil in den Dax-30-Unternehmen lag jedoch bei weniger als 15 Prozent. Weniger FĂŒhrungspositionen fĂŒr Frauen = weniger Gehalt fĂŒr das weibliche Geschlecht. 

Frauen sind stÀrker von Altersarmut betroffen als MÀnner.

Der Anteil der von relativer Einkommensarmut betroffenen weiblichen Senioren lag 2018 bei 16,4 % und damit 3,7 % Prozentpunkt höher als bei den MĂ€nnern ĂŒber 65 Jahre. Finanzbloggerin Natascha Wegelin beschreibt es noch drastischer: “75% der Frauen zwischen 35 und 50 Jahren droht spĂ€ter die Altersarmut.” 

Teilzeit, Gender Pay Gap, finanzielle AbhĂ€ngigkeit - es gibt viele belegbare GrĂŒnde, warum sich Frauen intensiv mit dem Thema Finanzen beschĂ€ftigen und auch fĂŒr das Alter vorsorgen sollten. By the way: In Teil 3 dieser Blog-Reihe wir es genau darum gehen -  die Altersvorsorge.

Der erste Schritt in die finanzielle UnabhÀngigkeit

Ich bin davon ĂŒberzeugt, dass du - wenn du diesen Artikel geklickt hast - eine unabhĂ€ngige Frau bist, die sich fĂŒr das Thema Finanzen interessiert. Vielleicht kennst du dich auf dem Gebiet schon ein wenig aus. Vielleicht bist du auch blutige AnfĂ€ngerin was Investieren und Altersvorsorge anbelangt und suchst nach einem Einstieg in die Thematik? In beiden FĂ€llen bist du hier genau richtig. Finanz-Cracks können dagegen getrost weiterklicken. Ihr wisst Bescheid.

Du solltest fĂŒr deine finanzielle UnabhĂ€ngigkeit sorgen. Du allein. Und damit fangen wir jetzt an. In drei Steps schaffst du es, die Grundlage fĂŒr eine stabile finanzielle Zukunft zu legen. 

Nachhaltiger Vermögensaufbau ist das Ziel. Damit schaffst du es, im Alter nicht unter die Armutsgrenze zu rutschen. Du kannst dir Zeit fĂŒr deine Familie und Freunde nehmen und dennoch Geld vermehren. Du schlĂ€fst nachts ruhiger, weil du eine (große) Sorge weniger hast. Kurz gesagt: Du erleichterst dir das Leben. Und wirst nebenbei selbstbewusster und souverĂ€ner. Ja, Finanzen können richtig sexy sein!

In 3 Stufen ein finanzielles Fundament aufbauen

Jetzt kommt keine Step fĂŒr Step Anleitung, wie du easy Geld anhĂ€ufst. Vielmehr geht es darum herauszufinden, auf welcher finanziellen Stufe du dich gerade befindest - und Stufe 3 zu erreichen.

Wichtig: Sei bei der Ermittlung deiner Stufe ehrlich zu dir selbst. Nur dann kannst du bedarfsgerecht reagieren und die nÀchste Stufe in Richtung finanzielle UnabhÀngigkeit anstreben.

Stufe 1: Schuldenabbau

Verschaffe dir einen Überblick zu deinen Konsumschulden. Dazu gehören unter anderem Kreditkartenschulden, Dispo, Produkt-Finanzierungen, Kredite und unbezahlte Rechnungen. Am besten checkst du dafĂŒr zunĂ€chst dein Girokonto und dein Kreditkartenkonto. ÜberprĂŒfe laufende Finanzierungen (0% Finanzierungen vergisst man gerne, weil sie so schön nebenher laufen) und checke (ĂŒber-)fĂ€llige Rechnungen.

Diese Schulden mĂŒssen abgebaut werden. Erst wenn du sie los bist, bist du bereit fĂŒr Stufe 2.

Sicherlich ist die erste Stufe unangenehm und nicht immer leicht zu ĂŒberwinden. Doch du wirst sehen, wie frei du dich fĂŒhlen wirst, wenn du diese HĂŒrde genommen hast.

Stufe 2: Polster anlegen

Es ist schön, schuldenfrei zu sein. Noch besser ist es, wenn du ein finanzielles Polster hast, auf das du in Notzeiten zurĂŒckgreifen kannst. Etwa, wenn du in Kurzarbeit geschickt wirst - die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schnell das geht.

Als kleine Faustregel: Dein Geld-Polster sollte mindestens drei Netto-MonatsgehĂ€lter betragen. Lege diesen Notgroschen beiseite - etwa auf ein Sparkonto - und rĂŒhre ihn nur im Ă€ußersten Notfall an!

Stufe 3: Geld vermehren

Die Schulden sind bezahlt. FĂŒr Notzeiten ist vorgesorgt. Dann bist du nun in der wunderbaren Position, dein Geld anlegen und vermehren zu können. 

In Teil 2 dieser Reihe beschĂ€ftigen wir uns mit der Thematik “Investieren fĂŒr AnfĂ€nger”. Darin erfĂ€hrst du, wie du bereits mit kleinen monatlichen Summen dein Geld vermehrst. Lass dein Erspartes auf keinen Fall einfach auf deinem Konto liegen. Dort verliert es aktuell nur an Wert. 

Spartipps, die dich wirklich voranbringen

Die Balance zwischen Konsum und Sparen zu finden ist gar nicht so einfach. Sobald wir Geld zur VerfĂŒgung haben, haben wir verschiedenste Optionen es einzusetzen. Wir können es sparen, wir können es ausgeben. Und dann kommt die Frage: Will ich im Hier und Jetzt leben? Oder soll ich fĂŒr die Zukunft vorsorgen?

Haushaltsbuch fĂŒhren

Ein Haushaltsbuch hilft dir dabei, einen Überblick ĂŒber deine Ausgaben zu bekommen. Durch die Auflistung deiner monatlichen Ausgaben hast du mehrere Vorteile:

  • Du bekommst die volle Kontrolle ĂŒber dein Ausgabeverhalten
  • Du machst dir bewusster, fĂŒr was du dein Geld eigentlich ausgibst
  • Du erkennst Fehler in deinem Konsumverhalten und kannst sie kĂŒnftig umgehen

Sparkonto anlegen

Dein Erspartes von dem Rest deines Geld zu trennen, wirkt wahre Wunder. Bleibt alles auf einem Konto liegen, kannst du dir nicht so gut bewusst machen, welches Geld du tatsĂ€chlich zur VerfĂŒgung hast. Und welche Summe deinem Notgroschen entspricht. Schau dir hierzu gerne noch mal Stufe 2 zum Aufbau deines finanziellen Fundaments an.

Balance finden

Finde die Balance zwischen Konsum und Sparen. Verschaffe dir einen Überblick: Wie viel gibst du im Hier und Jetzt aus? Was sind deine aktuellen Sparmaßnahmen? Im Idealfall ist diese Waage ausgewogen. Ist dies nicht der Fall, solltest du die entsprechenden Schritte gehen, um die Waage in Balance zu bringen.

FĂŒr Business Women: Trennung von Business Finanzen & privaten Finanzen

Benötige ich als SelbststÀndige ein GeschÀftskonto? 

Bist du Angestellte oder als Privatperson unterwegs, reicht ein Girokonto fĂŒr deine tĂ€glichen BankgeschĂ€fte völlig aus. Bist du dagegen selbststĂ€ndig tĂ€tig, benötigst du ein GeschĂ€ftskonto. Das ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben - bezĂŒglich des Steuerrechts ist es nur wichtig, dass alle Buchungen nachgewiesen werden können. Ausschließlich Gesellschaften mit beschrĂ€nkter Haftung sind verpflichtet, ein GeschĂ€ftskonto zu fĂŒhren. 

Das Problem: Die Banken sehen es nicht gerne, wenn SelbststĂ€ndige ein gewöhnliches Girokonto fĂŒr ihre ZahlungsgeschĂ€fte verwenden. Meist finden von einem SelbststĂ€ndigen-Konto vielmehr Zahlungsein- und -ausgĂ€nge statt, als es bei einem privat genutzten Girokonto der Fall ist. Das erhöht den Aufwand fĂŒr die Bank. Daher verlangen die Banken, dass du dein privates Girokonto auch nur fĂŒr private Zwecke verwendest. Das GeschĂ€ftskonto wiederum sollte nur fĂŒr geschĂ€ftliche Zwecke verwendet werden.

FĂŒr dich bringt die Trennung von privaten und geschĂ€ftlichen VorgĂ€ngen nur Vorteile: Du hast einen besseren Überblick ĂŒber deine Finanzen. Die Buchhaltung fĂ€llt deutlich leichter. Und es besteht keine Gefahr, dass du irgendwann Ärger mit deiner Bank oder dem Finanzamt bekommst.

Das GeschĂ€ftskonto fĂŒr SelbststĂ€ndige: Kontist

GeschĂ€ftskonten kosten ĂŒblicherweise GebĂŒhren. Entweder eine monatliche GebĂŒhr oder du zahlst fĂŒr einzelne Aktionen, etwa fĂŒr jede Überweisung. Bei manchen Konten fallen auch monatliche GebĂŒhren und GebĂŒhren fĂŒr Zahlungsein- und -ausgĂ€nge an.

Das Kontist GeschĂ€ftskonto fĂŒr SelbststĂ€ndige kostet dich in der Free-Version keinen Cent. Dir stehen unbegrenzt viele SEPA-Überweisungen und LastschrifteinzĂŒge zur VerfĂŒgung. FĂŒr weitere Extras, wie die automatische Steuer- und Umsatzsteuerberechnung oder auch die Inkludierung von lexoffice Steuern & Finanzen fĂ€llt eine monatlich GebĂŒhr an.

Der große Vorteil an Kontist: Es findet eine klare Unterteilung zwischen privaten und geschĂ€ftlichen Zahlungen statt. So hast du immer den vollen Überblick. Und hast deine Finanzen besser im Griff.

Do your thing, not your taxes