Über finanzielle Unabhängigkeit, die Gender Pay Gap und was du als Frau tun kannst. | Kontist
Selbstständigkeit

Über finanzielle Unabhängigkeit, die Gender Pay Gap und was du als selbständige Frau tun kannst.

Annemarie Cornus

Freelance Editor

12. Nov. 2020

Finanzen sind unsexy...und eh nicht Frauensache. Meeeep. Falsch!

Willkommen im Jahr 2020. Alles schreit nach Gleichheit von Mann und Frau. Gleichheit im Alltag. Gleichheit im Beruf. Gleichheit bei der Familienplanung. Gleichheit in Sachen Finanzen. Stop! Stimmt nicht. Zumindest was den letzten Punkt betrifft. Denn wer seine Freundinnen, weiblichen Bekannten oder Familienangehörige auf die Finanzfrage anspricht, hört so ungefähr das: “Finanzen? Da kümmert sich mein Mann drum.” Oder “Das Thema ist schon wichtig. Müsste mal anfangen, mich damit zu beschäftigen.”

Das Problem: Viele Frauen fangen nicht damit an, sich mit dem unbeliebten Geld-Thema auseinanderzusetzen. Das Thema Finanzen scheint unsexy. Großer Fehler. Für jeden ist das Thema wichtig. Denn: 

  • Wir werden alle älter und wollen später nicht in Altersarmut leben.
  • Jeder von uns hat Träume und Wünsche, dir nur mit finanziellen Mitteln realisierbar sind.
  • Unabhängigkeit ist wichtig - und hängt mit finanzieller Freiheit zusammen.

Drei gute Gründe, sich auch - und gerade - als Frau mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen. Für deine Unabhängigkeit. Deine Träume. Und deine Zukunft.

Finanzielle Emanzipation: Warum tun sich Frauen so schwer mit dem Thema Finanzen? 

“Finanzen sind Männersache. Außerdem ist das Thema so komplex. Wenn Finanzexperten anfangen, über Aktienfonds und Anlagen zu reden, verstehe ich nur Bahnhof. Da werde ich niemals durchsteigen.”

Diese Denkweise haben tatsächlich unfassbar viele Frauen. Auch, weil sie sich das Thema gar nicht zutrauen. Es fehlt uns an finanziellem Selbstbewusstsein. Es mangelt uns an Wissen zu Börsen und Aktien. Und irgendwie haben zu viele von uns das klassische Rollenbild des väterlichen Ernährers vorgespielt bekommen.

Die nackten Zahlen verdeutlichen, in welch  (vorsichtig ausgedrückt) ‘ungünstiger Lage’ sich die deutschen Frauen befinden. Sie zeigen, dass dringend ein Umdenken erforderlich ist und Frauen ihre finanzielle Situation selbst in die Hand nehmen müssen.

4 Gründe, weshalb Frauen finanziell schlechter dastehen als Männer

Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer.

Rund 66 Prozent der Frauen mit Kindern unter 18 Jahren arbeiten in Teilzeit. Bei Männern sind es weniger als 6 Prozent. Das bedeutet für die Mütter: Bis zu 70 Prozent weniger Einnahmen im Vergleich zu Männern und kinderlosen Frauen. Der männliche Ernährer ist hierzulande immer noch das vorherrschende Modell. 

Die Gender Pay Gap existiert weiterhin.

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2019 um 20 % nied­ri­ger als der Verdienst der Männer. Dieser Einkommensunterschied ist nicht alleine der unterschiedlichen Verhandlungsstärke beider Geschlechter geschuldet. Auch der Tätigkeitsbereich spielt eine große Rolle. Frauen arbeiten zum Beispiel verstärkt im sogenannten Care-Bereich. Der ist bekanntlich schlechter bezahlt, als Management-Tätigkeiten, die noch immer eine Männerdomäne sind.

Frauen in Führungspositionen sind (immer noch) eine Seltenheit.

Zwar lag die Erwerbstätigenquote der 20-64-Jährigen deutschen Frauen im Jahr 2019 bei knapp 77 Prozent. Ihr Anteil in den Dax-30-Unternehmen lag jedoch bei weniger als 15 Prozent. Weniger Führungspositionen für Frauen = weniger Gehalt für das weibliche Geschlecht. 

Frauen sind stärker von Altersarmut betroffen als Männer.

Der Anteil der von relativer Einkommensarmut betroffenen weiblichen Senioren lag 2018 bei 16,4 % und damit 3,7 % Prozentpunkt höher als bei den Männern über 65 Jahre. Finanzbloggerin Natascha Wegelin beschreibt es noch drastischer: “75% der Frauen zwischen 35 und 50 Jahren droht später die Altersarmut.” 

Teilzeit, Gender Pay Gap, finanzielle Abhängigkeit - es gibt viele belegbare Gründe, warum sich Frauen intensiv mit dem Thema Finanzen beschäftigen und auch für das Alter vorsorgen sollten. By the way: In Teil 3 dieser Blog-Reihe wir es genau darum gehen -  die Altersvorsorge.

Der erste Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit

Ich bin davon überzeugt, dass du - wenn du diesen Artikel geklickt hast - eine unabhängige Frau bist, die sich für das Thema Finanzen interessiert. Vielleicht kennst du dich auf dem Gebiet schon ein wenig aus. Vielleicht bist du auch blutige Anfängerin was Investieren und Altersvorsorge anbelangt und suchst nach einem Einstieg in die Thematik? In beiden Fällen bist du hier genau richtig. Finanz-Cracks können dagegen getrost weiterklicken. Ihr wisst Bescheid.

Du solltest für deine finanzielle Unabhängigkeit sorgen. Du allein. Und damit fangen wir jetzt an. In drei Steps schaffst du es, die Grundlage für eine stabile finanzielle Zukunft zu legen. 

Nachhaltiger Vermögensaufbau ist das Ziel. Damit schaffst du es, im Alter nicht unter die Armutsgrenze zu rutschen. Du kannst dir Zeit für deine Familie und Freunde nehmen und dennoch Geld vermehren. Du schläfst nachts ruhiger, weil du eine (große) Sorge weniger hast. Kurz gesagt: Du erleichterst dir das Leben. Und wirst nebenbei selbstbewusster und souveräner. Ja, Finanzen können richtig sexy sein!

In 3 Stufen ein finanzielles Fundament aufbauen

Jetzt kommt keine Step für Step Anleitung, wie du easy Geld anhäufst. Vielmehr geht es darum herauszufinden, auf welcher finanziellen Stufe du dich gerade befindest - und Stufe 3 zu erreichen.

Wichtig: Sei bei der Ermittlung deiner Stufe ehrlich zu dir selbst. Nur dann kannst du bedarfsgerecht reagieren und die nächste Stufe in Richtung finanzielle Unabhängigkeit anstreben.

Stufe 1: Schuldenabbau

Verschaffe dir einen Überblick zu deinen Konsumschulden. Dazu gehören unter anderem Kreditkartenschulden, Dispo, Produkt-Finanzierungen, Kredite und unbezahlte Rechnungen. Am besten checkst du dafür zunächst dein Girokonto und dein Kreditkartenkonto. Überprüfe laufende Finanzierungen (0% Finanzierungen vergisst man gerne, weil sie so schön nebenher laufen) und checke (über-)fällige Rechnungen.

Diese Schulden müssen abgebaut werden. Erst wenn du sie los bist, bist du bereit für Stufe 2.

Sicherlich ist die erste Stufe unangenehm und nicht immer leicht zu überwinden. Doch du wirst sehen, wie frei du dich fühlen wirst, wenn du diese Hürde genommen hast.

Stufe 2: Polster anlegen

Es ist schön, schuldenfrei zu sein. Noch besser ist es, wenn du ein finanzielles Polster hast, auf das du in Notzeiten zurückgreifen kannst. Etwa, wenn du in Kurzarbeit geschickt wirst - die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schnell das geht.

Als kleine Faustregel: Dein Geld-Polster sollte mindestens drei Netto-Monatsgehälter betragen. Lege diesen Notgroschen beiseite - etwa auf ein Sparkonto - und rühre ihn nur im äußersten Notfall an!

Stufe 3: Geld vermehren

Die Schulden sind bezahlt. Für Notzeiten ist vorgesorgt. Dann bist du nun in der wunderbaren Position, dein Geld anlegen und vermehren zu können. 

In Teil 2 dieser Reihe beschäftigen wir uns mit der Thematik “Investieren für Anfänger”. Darin erfährst du, wie du bereits mit kleinen monatlichen Summen dein Geld vermehrst. Lass dein Erspartes auf keinen Fall einfach auf deinem Konto liegen. Dort verliert es aktuell nur an Wert. 

Spartipps, die dich wirklich voranbringen

Die Balance zwischen Konsum und Sparen zu finden ist gar nicht so einfach. Sobald wir Geld zur Verfügung haben, haben wir verschiedenste Optionen es einzusetzen. Wir können es sparen, wir können es ausgeben. Und dann kommt die Frage: Will ich im Hier und Jetzt leben? Oder soll ich für die Zukunft vorsorgen?

Haushaltsbuch führen

Ein Haushaltsbuch hilft dir dabei, einen Überblick über deine Ausgaben zu bekommen. Durch die Auflistung deiner monatlichen Ausgaben hast du mehrere Vorteile:

  • Du bekommst die volle Kontrolle über dein Ausgabeverhalten
  • Du machst dir bewusster, für was du dein Geld eigentlich ausgibst
  • Du erkennst Fehler in deinem Konsumverhalten und kannst sie künftig umgehen

Sparkonto anlegen

Dein Erspartes von dem Rest deines Geld zu trennen, wirkt wahre Wunder. Bleibt alles auf einem Konto liegen, kannst du dir nicht so gut bewusst machen, welches Geld du tatsächlich zur Verfügung hast. Und welche Summe deinem Notgroschen entspricht. Schau dir hierzu gerne noch mal Stufe 2 zum Aufbau deines finanziellen Fundaments an.

Balance finden

Finde die Balance zwischen Konsum und Sparen. Verschaffe dir einen Überblick: Wie viel gibst du im Hier und Jetzt aus? Was sind deine aktuellen Sparmaßnahmen? Im Idealfall ist diese Waage ausgewogen. Ist dies nicht der Fall, solltest du die entsprechenden Schritte gehen, um die Waage in Balance zu bringen.

Für Business Women: Trennung von Business Finanzen & privaten Finanzen

Benötige ich als Selbstständige ein Geschäftskonto? 

Bist du Angestellte oder als Privatperson unterwegs, reicht ein Girokonto für deine täglichen Bankgeschäfte völlig aus. Bist du dagegen selbstständig tätig, benötigst du ein Geschäftskonto. Das ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben - bezüglich des Steuerrechts ist es nur wichtig, dass alle Buchungen nachgewiesen werden können. Ausschließlich Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen. 

Das Problem: Die Banken sehen es nicht gerne, wenn Selbstständige ein gewöhnliches Girokonto für ihre Zahlungsgeschäfte verwenden. Meist finden von einem Selbstständigen-Konto vielmehr Zahlungsein- und -ausgänge statt, als es bei einem privat genutzten Girokonto der Fall ist. Das erhöht den Aufwand für die Bank. Daher verlangen die Banken, dass du dein privates Girokonto auch nur für private Zwecke verwendest. Das Geschäftskonto wiederum sollte nur für geschäftliche Zwecke verwendet werden.

Für dich bringt die Trennung von privaten und geschäftlichen Vorgängen nur Vorteile: Du hast einen besseren Überblick über deine Finanzen. Die Buchhaltung fällt deutlich leichter. Und es besteht keine Gefahr, dass du irgendwann Ärger mit deiner Bank oder dem Finanzamt bekommst.

Das Geschäftskonto für Selbstständige: Kontist

Geschäftskonten kosten üblicherweise Gebühren. Entweder eine monatliche Gebühr oder du zahlst für einzelne Aktionen, etwa für jede Überweisung. Bei manchen Konten fallen auch monatliche Gebühren und Gebühren für Zahlungsein- und -ausgänge an.

Das Kontist Geschäftskonto für Selbstständige kostet dich in der Free-Version keinen Cent. Dir stehen unbegrenzt viele SEPA-Überweisungen und Lastschrifteinzüge zur Verfügung. Für weitere Extras, wie die automatische Steuer- und Umsatzsteuerberechnung oder auch die Inkludierung von lexoffice Steuern & Finanzen fällt eine monatlich Gebühr an.

Der große Vorteil an Kontist: Es findet eine klare Unterteilung zwischen privaten und geschäftlichen Zahlungen statt. So hast du immer den vollen Überblick. Und hast deine Finanzen besser im Griff.