Wie du im zweiten Gesundheitsmarkt oder in einem freien Gesundheitsberuf in die Selbständigkeit startest | Kontist
Selbstständigkeit

Wie du im zweiten Gesundheitsmarkt oder in einem freien Gesundheitsberuf in die Selbständigkeit startest

Nina Sickinger

Freelance Editor

15. Dez. 2020

Die Gesundheitswirtschaft, auch Gesundheitsmarkt genannt, in Deutschland setzt sich aus vielen Bereichen zusammen und wird meist in den ersten und zweiten Gesundheitsmarkt unterteilt. Zum Hauptbereich zählen alle Aspekte der "klassischen" Gesundheitsversorgung, die vorwiegend von den Krankenversicherungen (gesetzliche und private) oder auch der Pflegeversicherung übernommen werden. Deswegen heißt er auch erster Gesundheitsmarkt.

Der zweite Gesundheitsmarkt umfasst dagegen alle privat zu finanzierenden Produkte und Dienstleistungen rund um die Gesundheit. Dazu zählen nach allgemeiner Auffassung zum Beispiel frei verkäufliche Arzneimittel sowie individuelle Gesundheitsleistungen, Fitness, Wellness, Entspannung, Gesundheitstourismus und auch die Bereiche Sport, Freizeit und Ernährung. Alles Bereiche, die der primären Gesundheitsvorsorge dienen.

Im letzten Blogbeitrag haben wir uns ja auch schon allgemein mit dem Thema "Selbständig machen im Gesundheitsmarkt" befasst - und es an Hand der Beispiele Physiotherapeut und Heilpraktiker konkretisiert. Falls du ihn noch nicht gelesen hast, findest du ihn hier Wie du im Gesundheitsbereich in die Selbständigkeit startest.

Heute beschäftigen wir uns natürlich wieder mit der Selbständigkeit - und zwar im Bereich des zweiten Gesundheitsmarktes, der schon länger ein unglaubliches Wachstum verzeichnet. Durch die demografische Entwicklung und einer zusätzlichen, sehr hohen Nachfrage an Dienstleistungen in den Sparten Gesundheit, Pflege und Wohlbefinden schießen auch immer wieder neue Trends und Perspektiven wie Pilze aus dem Boden. Der zweite Gesundheitsmarkt bietet deswegen großartige Möglichkeiten - für Jobs, für Wachstum, für Innovationen. 

Wir haben, wie schon im vorherigen Blogartikel, wieder zwei Bereiche ausgesucht und zeigen dir, was es bei einer Selbständigkeit in der Fitness-Branche und in einem so genannten freien Gesundheitsberuf zu beachten gibt. 

Wenn du dich generell über das Thema Existenzgründung informieren möchtest, klick doch mal hier Existenzgründung: Worauf du dich gefasst machen solltest

Selbständig in der Fitness-Branche 

Gerade der Fitness-Aspekt bekommt einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft. Es gibt mittlerweile unendliche viele Untersuchungen und Studien, die allesamt belegen, wie wichtig Fitness ist, um gesund und - wie im Namen schon enthalten - fit zu werden bzw. zu bleiben. Und zwar egal ob durch einfache Bewegung wie Spazieren gehen und Nordic Walking oder Sport jeglicher Art. Dienlich als Ausgleich für Stress und die vielen Tätigkeiten, die heutzutage im Sitzen stattfinden und für einseitige Belastungen im Alltag.  Und das gilt  für Jung und Alt gleichermaßen.

Im Fitness-Bereich, sprich Fitness-Studios und ähnliches, bieten sich für eine Selbständigkeit zum Beispiel Franchise-Unternehmen an - in dieser Branche ein gängiges Modell. Bekannte Marken sind hier unter anderem Mrs. Sporty, FitBox oder EMS-Lounge. 

Eine kurze Definition: Beim Franchise überlässt ein bereits bestehendes, etabliertes  Unternehmen (= Franchisegeber) seine Geschäftsidee bzw. sein Geschäftskonzept gegen eine einmalige oder auch regelmäßig-fortlaufende Gebühr einem Neu-Unternehmer (=Franchisenehmer). Man könnte auch sagen, es handelt sich um eine Lizenzvergabe bzw. eine Verleihung der Nutzungsrechte. Beide Parteien gehen dabei eine Partnerschaft ein. 

Am Beispiel eines Fitnessstudios übernimmt also der gründungswillige Franchise-Nehmer eine Filiale und betreibt diese unter dem Namen, beispielsweise FitBox, in eigener Regie, allerdings unter wesentlichen Vorgaben des Franchisegebers. Dazu muss sich der Franchisenehmer verpflichten, der im Gegenzug ausführlich geschult wird, um die vertraglich festgesetzten Anforderungen des Franchisegebers richtig und erfolgreich umsetzen zu können.  

Im folgenden nennen wir ein paar Vor- und Nachteile bei der Gründung eines Franchise-Unternehmens - allgemein und mit Bezug zum Fitness-Markt: 

Vorteile

  • Du agierst unter einer bereits bekannten/etablierten Marke und übernimmst und nutzt ein bestehendes, vielfach schon sehr erfolgreiches Geschäftskonzept. Du bist faktisch aber trotzdem dein eigener Boss, denn wie du deine Filiale führst, ist ja dir überlassen (solange sie mit den Vereinbarungen konform gehen). Gleichzeitig bekommst du aber auch Unterstützung des Franchisegebers, hast also immer einen Partner an deiner Seite. Für viele Neugründer, die sich eventuell einen Alleingang in die Selbständigkeit (noch) nicht zutrauen oder nicht über eine entsprechende fachliche (Sport-) Ausbildung verfügen, ein ganz wichtiger Aspekt. Das bedeutet also auch, dass du nicht unbedingt eine spezielle Ausbildung dafür benötigst.
  • Auch für Quereinsteiger ist Franchise gut geeignet, um im eine Selbständigkeit zu starten.
  • Da du im bzw. unter dem Namen einer bereits bekannten Marke agierst - musst du erst einmal nicht viel in Werbe- und Marketingmaßnahmen, was die Marke anbelangt, investieren. Das bezieht sich natürlich nicht auf Maßnahmen, die dann deine "Filiale" selbst  betreffen. Natürlich wirst du, am Beispiel einer bekannten Fitness-Kette, Mitglieder allein schon wegen des Namens bekommen, dennoch bleibt es deinen Aktionen überlassen, wie du individuell an neue Mitglieder kommst. Denn eines ist nicht zu vergessen: Es gibt ein großes Angebot auf dem Fitness-Markt.  
  • Du profitierst von Schulungen und Weiterbildungen zum Geschäft und bei Innovationen  durch den  Franchisegeber.
  • Der Neuanfang als Selbständiger im Fitness-Bereich ist nach wie vor ein lohnendes Geschäft. 

Nachteile 

  • Je nach Geschäftsmodell bzw. -konzept sind die, für dich zu tätigenden Investitionen unterschiedlich hoch und können unter Umständen große Summen erfordern. Hier ist immer Vorsicht und ein gut durchdachter Ansatz geboten. Achte darauf, wie die Konditionen des Franchise-Gebers sind. Prüfe, ob du ein evtl. hohes finanzielles Risiko tragen kannst und willst. 
  • Es gibt harte Konkurrenz und hohen Wettbewerb auf dem Fitness-Markt. Trotzdem diese Sparte erfolgreich ist, solltest du dir hier überlegen, ob du dir das zutraust.
  • Je nach Mentalität und Firmen-Philosophie des Franchisegebers, hast du eventuell mit unflexiblen, festen oder unmodernen Strukturen zu tun. Das kann dazu führen, dass auch du dich nur in einem starren Rahmen bewegen kannst. Das wäre hinderlich für deinen Erfolg. Deswegen ist es wichtig, die Zielgruppe genau zu kennen und auf moderne und trendige Konzepte zu achten. Allerdings: Im Fitness-Bereich ist das eher selten der Fall, weil Sport und Fitness ja eine sehr moderne Sparte ist, die immer wieder frischen Wind durch neue Trends erfährt. 
  • Du bist eventuell sehr abhängig von deinem Franchisegeber - natürlich individuell unterschiedlich - zum Beispiel in Bezug auf Geschäfts-Kleidung, Ausstattung, Werbe-Aktionen, einheitliches Marketing etc. 

Natürlich auch hier der Hinweis:

Auch wenn die Gründung eines Franchise-Unternehmens eine gewisse Sicherheit bietet und du auch ohne spezielle Ausbildungen starten kannst, solltest du über unternehmerische und betriebswirtschaftliche Qualitäten verfügen bzw. sie dir unbedingt aneignen. Denn du bist in einem gewissen Rahmen dein eigener Chef und handelst in eigener Verantwortung. Auch wenn dir der Franchisegeber ein relatives Sicherheitsnetz bietet, bist du für den Erfolg selbst zuständig.  

Im Fitness-Bereich und in vielen weiteren kannst du dich natürlich auch auf anderem Wege selbständig machen. Wie, das erfährst du jetzt.

Selbständig in einem freien Gesundheitsberuf

Die freien Gesundheitsberufe haben sich in den letzten Jahren mehr und mehr etabliert und verzeichnen nach wie vor ein stetiges Wachstum - vielleicht sogar mehr als jemals zuvor. Da ist es verwunderlich, dass der Name gar nicht so richtig bekannt ist. Weder bei den "Nutzern" noch bei den Anwendern.  

Warum dieser zweite Gesundheitsbereich so wächst? Alle Methoden, die unter die freien Gesundheitsberufe fallen, dienen der Gesundheitsvorsorge. Sprich, was kann ich tun, um mein Wohlbefinden zu stärken und Entspannung zu erfahren, um gar nicht erst krank zu werden?

Der erste Gesundheitsmarkt, also das staatliche Gesundheitssystem bietet im wesentlichen medizinische Leistungen an, wenn man bereits Beschwerden hat. Auch wenn sich diesbezüglich in den letzten Jahren vieles getan hat. Zum Beispiel werden so genannte Präventionskurse und Vorsorgeleistungen von den Kassen finanziert oder bezuschusst. Dennoch bekommen die freien Gesundheitsberufe einen immer größer werdenden Stellenwert.  

Nochmal zusammengefasst:  Zu den freien Gesundheitsberufen zählen alle Tätigkeiten und Methoden zur Gesundheitsförderung und zur primären Gesundheitsvorsorge. Es handelt sich allerdings um nicht-medizinische Gesundheitsleistungen. Das heißt sie zählen nicht zu den medizinischen Berufen oder Gesundheitsfachberufen. Es gilt, wie oben schon erwähnt, dass die Angebote/Leistungen im Rahmen der freien Gesundheitsberufe fast ausschließlich selbst/privat bezahlt werden müssen. 

Zu den Themen der freien Gesundheitsberufe zählen zum Beispiel:

  • Gesundheitscoaching und Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Ernährungberatung 
  • Wellness und Wohlbefinden
  • Stressbewältigung und Entspannung 
  • Selbsterfahrung, Potential- und Persönlichkeitsentwicklung, spirituelle Begleitung 
  • Energie- und Körperarbeit, Bodyworking 
  • Ganzheitliche Körperpflege 
  • Kunst- und Atemtherapie

Beispiele für Berufsfelder sind unter anderem:

  • Gesundheits- oder Biopraktiker
  • Vital-Therapeut
  • Gesundheits- oder Ernährungsberater
  • Präventologe
  • Heilberater und Psychologischer Berater
  • Yogalehrer oder Atemtherapeut
  • Betrieblicher Gesundheitscoach
  • Wellnesstrainer oder Fitnesscoach 

noch wichtig ist

 Es gibt für die freien Gesundheitsberufe bisher kein eigenes Berufsgesetz und auch keine rechtlichen bzw. staatlichen Zugangsvoraussetzungen - auch wenn dies Anfang der 2000er versucht wurde. Das blieb allerdings erfolglos. 

Wenn du dich also in einem Bereich der freien Gesundheitsberufe selbständig machen möchtest, agierst du in eigener Verantwortung und Selbstverantwortung. Denn hier baut der Gesetzgeber rein auf die Eigenverantwortung der Anwender, Schulen, Lehrer und auf die Funktion der Berufsverbände (die es glücklicherweise gibt). 

Obwohl es keine spezifischen Gesetze für die Tätigkeiten der freien Gesundheitsberufe an sich gibt, finden aber verschiedenste Gesetze, (Länder-) Verordnungen und die aktuelle Rechtsprechung Anwendung. Das Haupt-Abgrenzungsmerkmal der freien Gesundheitsberufe von der Ausübung der Heilkunde (zum Beispiel Arzt oder Heilpraktiker) steht im Heilpraktikergesetz.

Wichtigster Paragraf ist gleich der erste: "Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen..." Das ist demnach nur Ärzten, Heilpratikern etc. vorbehalten. 

Anwendungen zum Zwecke der primären Gesundheitsvorsorge, wie beispielsweise zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung, zur psychologischen Beratung und Unterstützung oder der Kräftigung des Körpers zählen also nicht zur Ausübung der Heilkunde und gehören demzufolge zu den freien Gesundheitsberufen.  

Die Abgrenzung ist in der Tat manchmal nicht so einfach, mangels genauer Vorschriften auch nicht so leicht ersichtlich und teilweise wenig plausibel. Denn jeder, der also einen freien Gesundheitsberuf ausüben möchte, muss deutlich und glaubhaft darstellen und erläutern, dass seine angebotenen Leistungen bzw. seine berufliche Ausrichtung keinen medizinischen Bezug haben.

Dieser Punkt ist besonders knifflig, weil es Methoden und Anwendungen gibt, die in beiden Bereichen praktiziert werden. Zum Beispiel zählt die Fußreflexzonenmassage zu den medizinischen Tätigkeiten, wie auch das klassische Shiatsu. Im Gegensatz dazu kann einfache Fußmassage im Rahmen eines freien Gesundheitsberufs ausgeführt werden. Beim Shiatsu gibt es ebenfalls eine spezielle Richtung, die als nicht-medizinisch einzuordnen ist. Hier gilt demzufolge besondere Vorsicht.

Wie erlangt man die Erlaubnis für einen freien Gesundheitsberuf?

 

Es besteht keine Pflicht für eine Ausbildung. Praktisch jeder darf in einem der freien Gesundheitsberufe in die Selbständigkeit starten. Um erfolgreich agieren zu können, ist eine fachliche Ausbildung allerdings immer anzuraten. Es heißt auch: Jeder sollte Kenntnis von den fachlichen und gesetzlichen Grundlagen des freien Gesundheitsberufes haben. Nur so ist ein professionelles Auftreten möglich. Aus Unwissenheit das Risiko einzugehen, gesetzliche Vorschriften nicht einzuhalten, wäre definitiv keine gute Idee. 

Als eine der Voraussetzungen zur Ausübung eines freien Gesundheitsberufes werden seitens des Gesetzgebers ein sicheres Können der ausgeübten Methode voraus gesetzt. Das kann einerseits bedeuten, dass du über eine entsprechende Ausbildung verfügst bzw. fachlich kompetent bist, um die jeweilige Methode auszuführen.  Für alle nicht-medizinischen Bereiche benötigt man keine Heilpraktikererlaubnis.

Da es keine weiteren staatlichen Zugangsvoraussetzungen gibt, eröffnet dies den Schulen und Ausbildern freier Gesundheitsberufe einen ziemlich großen Radius in Bezug auf sowohl bereits bestehende Methoden als auch in der Entwicklung neuer Konzepte und sogar Berufsbilder. Das eröffnet einen außergewöhnlichen Spielraum für neue, freie Gesundheitsberufe. Und neue Methoden für den hohen Bedarf an gesundheitsfördernden und erhaltenden Maßnahmen. 

Instanzen 

Es gibt diverse Berufsverbände, die dich als Mitglied in dem jeweiligen freien Gesundheitsberuf unterstützen. Zum Beispiel in der Definition, Umsetzung und Ausübung deiner gewählten Sparte. Außerdem setzen sie sich dafür ein, das Berufsbild des freien Gesundheitsberufs an sich zu stärken, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, um es mehr und mehr am Markt und in der Gesellschaft  zu etablieren. Die Verbände  haben aber auch eine Kontroll- und Aufsichtsfunktion und entwickeln verbindliche Qualitäts- und Ethikrichtlinien. 

Einige Beispiele für Berufsverbände: 

  • BFG: Berufsverband für Gesundheitspraktiker
  • DBFG: Deutscher Berufsverband für Freie Gesundheitsberufe e.V. 
  • Dachverband für freie beratende und gesundheitsfördernde Berufe

Wie funktioniert die Gründung

Möchtest du dich in diesem Bereich selbständig machen, haben wir noch ein paar weitere Tipps für dich:

  • Es gibt Fachmessen, die einen guten Überblick über den gesamten Bereich bieten und auf denen du dich optimal informieren kannst. Klar, momentan fallen Messen leider weg, aber wenn sie 2021 wieder statt finden können, solltest du dir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen. Als Beispiel seien hier Gründer- oder Gesundheitsmessen zu nennen, die es unter normalen Umständen in allen größeren Städten in Deutschland gibt. Als Leitmesse für den Fitness-, Wellness & Gesundheitsbereich gilt die FIBO Global Fitness, die jedes Jahr im Frühling stattfindet. Geplant ist bisher der 8. bis 11. April 2021.

  • Es gibt auch zahlreiche Online-Seminare, Coaching-Angebote und sogar Unternehmensberater für diesen Bereich , die dich in allen Fragen einer Selbständigkeit in einem freien Gesundheitsberuf beratend unterstützen.

  • Du kannst dich auch bei der Agentur für Arbeit bzw. verschiedenen Institutionen informieren - vor allem über staatliche Förderungs- oder Finanzierungshilfen oder Gründerdarlehen. 

  • Auch die Industrie und Handelskammern bieten Infoseminare und zahlreiche Fach-Broschüren an, die einen Überblick über Existenzgründung etc. bieten. 

Wenn du dich selbständig machen möchtest, gilt hier wie in allen anderen Berufen, Sparten oder Bereichen auch, eine solide Planung von Anfang an. 

Fragen, die du dir unter anderem stellen kannst: 

  • Ist deine Geschäftsidee realistisch und stehst du voll und ganz hinter ihr?

  • Gibt es einen plausiblen und soliden Business-Plan, den du auch nach außen hin verkaufen kannst?

  • Gibt es die Bereitschaft, für dein Business wirklich konsequent einzustehen, dich dafür zu 100% einzusetzen und auch evtl. Risiken einzugehen?  

Hier gibt es ein paar Anregungen für die Erstellung eines Business-Plans Business-Plan für Selbstständige.

Weitere wichtige Punkte sind natürlich auch: 

  • Brauche ich eine Gewerbeanmeldung und was muss ich steuerlich beachten?

Grundsätzlich gilt, bist du unterrichtend oder beratend tätig, zählst du mit deiner Tätigkeit nach § 18 des Einkommenssteuergesetzes zu den sogenannten Freien Berufen, das heißt du musst kein Gewerbe anmelden. Du benötigst lediglich eine Steuernummer vom Finanzamt. Wenn du allerdings zusätzlich zu deinen Angeboten auch Produkte verkaufen möchtest, gilt das als Gewerbe und du musst das anmelden.

Das berührt deine freiberufliche Tätigkeit (Unterricht/Beratung) allerdings nicht. Achte hierbei immer auf getrennte Buchführung. Lass dich unbedingt von einem Steuerberater unterstützen, denn gerade am Anfang kann das etwas kompliziert sein. Es gibt auch  Überschneidungen und Abgrenzungen. 

  • Beachte auch, welche Krankenversicherung für dich in Frage kommt und wie es mit der Rentenversicherungspflicht aussieht.

  • Benötige ich weitergehende Beratung? (Bei den Verbänden kannst du dich informieren)

  • Benötige ich eine eigene Praxis oder miete ich mich irgendwo ein?

Das ist natürlich nur eine Auswahl an Aspekten, die zu beachten sind. Fachmännischer Rat und professionelle Unterstützung sind beim Start in eine Selbständigkeit immer wichtig, um dein neues Business von Anfang an auf solidem Boden aufzubauen.