Warum auch für Selbstständige sich eine Cyber-Versicherung lohnt | Kontist
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Warum sich auch für Selbstständige eine Cyber-Versicherung lohnt

Gastautor

17. Mai 2021

Die Cyber-Versicherung gehört mittlerweile in unserer digitalen Arbeitswelt zum empfohlenen Basisschutz für jeden Selbstständigen und Unternehmer. Sicherlich liest du ab und an in den Medien von Hackerangriffen auf Konzerne mit verheerenden Folgen. Diese Fälle von Cyberkriminalität scheinen nur größere Unternehmen zu betreffen. Doch die Statistik zeigt deutlich, dass dies leider nicht der Realität entspricht. Unternehmen mit ein bis zehn Mitarbeitern werden fast genauso häufig Opfer von Cyber-Attacken wie Unternehmen mit mehr als fünfhundert Mitarbeitern (Quelle: MRCI Executive Report Cyber). 

Das hat im Wesentlichen zwei Ursachen: Zum einen versenden Kriminellen weit gestreut Mails mit entsprechender Schadsoftware im Anhang, die immer besser aussehen und schwerer zu erkennen sind. Daher reicht der Schutz deines E-Mail-Postfachs nicht aus und eine falsche E-Mail landet schneller mal in deinem Posteingang. Im Rahmen einer Unachtsamkeit in der täglichen Mailflut wird unbewusst auf einen schädlichen Link geklickt.

Zum anderen programmieren Hacker ihre Schadprogramme immer schneller und verdammen die schützenden IT-Softwares dazu, darauf zu reagieren. In der Zwischenzeit werden die Viren und Trojaner breit gestreut und suchen sich mögliche Sicherheitslücken, unabhängig von der Größe des Unternehmens. Dennoch gilt: Je geringer das IT-Budget und der Sicherheitsstandard, desto erfolgreicher sind die Hacker.

Wenn du also nicht mehr deine Rechnungen auf der Schreibmaschine abtippst und per Post verschickst, sondern mit deinen Kunden via E-Mail kommunizierst, Kundendaten auf dem Computer speicherst und deine eigene Website besitzt, dann solltest du prinzipiell über eine geeignete Cyber-Versicherung nachdenken. In den nächsten Abschnitten erklären wir dir, welche verschiedenen Formen der Cyberkriminalität deinem Business schaden können und wie eine Cyber-Versicherung vor und nach einem Schaden dein Business schützt.

Was genau fällt unter Cyberkriminalität?

Cyberkriminalität im engeren Sinne umfasst Straftaten, die gezielt auf ein Computersystem oder Netzwerk ausgerichtet sind (Quelle: BMI). Durch die Digitalisierung und die Verbreitung des Internets kann daher ein Cyberattacke von fast überall auf der Welt durchgeführt werden. Dies macht es besonders schwer, die Täter zu fassen.

Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten Computersysteme anzugreifen oder Netzwerke zu schädigen. So kann ein Hackerangriff durch automatisierte Malware über E-Mails geschehen, aber auch durch eigene Mitarbeiter im Unternehmen monatelang geplant werden. Im Folgenden haben wir dir eine Liste mit Begrifflichkeiten der Cyberkriminalität zusammengestellt, die du als Selbstständiger und Unternehmer kennen solltest:

  • Maleware: Bezeichnet jede Art von Software, durch die Kriminelle Kontrolle über Endgeräte, wie deinen Laptop oder dein Handy gelangen. Es besteht besonders die Gefahr, dass du durch E-Mails unwissentlich Maleware an deine Kunden weiterleitest. Dadurch erleidet nicht nur dein Business einen finanziellen Schaden, sondern auch deine Kunden.
  • Ransomware: Dies sind Schadprogramme, die den Zugriff auf deine Daten oder auf dein gesamtes Computersystem sperren. Oft erfolgt dabei noch eine Aufforderung zur Geldzahlung, um wieder Zugriff zu erhalten. Ohne ausreichende Backups und entsprechende IT-Experten kann dir durch Ransomware neben wichtigen Daten auch  viel Geld verloren gehen.
  • Phishing: Durch gefälschte Webseiten, E-Mails oder SMS werden persönliche Daten von dir abgegriffen. Die dadurch erhaltenen Informationen über dich werden für weitere Cyberangriffe wie Account Hijacking genutzt.
  • Account Hijacking/Identity Theft: Hier wird meist durch Phishing deine digitale Identität gestohlen, z. B. dein Zugang zum E-Mail-Account. Dies ermöglicht den Tätern weitere Opfer zu täuschen und deren Daten abzugreifen, indem sie deine Kontakte nutzen. Dies kann sich besonders rufschädigend auf dein Unternehmen auswirken.

Ermöglicht werden solche Angriffe durch Sicherheitslücken. Eine Sicherheitslücke beispielsweise ist, wenn du veraltete Programme benutzt oder Kundendaten durch unzureichende Passwörter schützt. Jedoch sind vor allem wir Menschen ein hohes Sicherheitsrisiko, weil wir aus Unwissenheit oder Angst auf die Tricks von Cyberkriminellen hereinfallen. Zudem werden ihre Methoden immer raffinierter und durchdachter.

Warum lohnt sich eine Cyber-Versicherung für KMUs und Freiberufler?

Insgesamt sind im Jahre 2020 deutschen Unternehmen Schäden in Höhe von 363 Mio. € durch Cyber-Attacken entstanden (siehe Cyber-Readiness-Report). Das Risiko von Cyberkriminalität ist also äußerst aktuell und gestaltet sich zunehmend komplexer. Deswegen ist es nicht nur für große Unternehmen wichtig, sich vor Angriffen zu schützen, sondern auch Kleinst- und Kleinunternehmer sowie Freiberufler profitieren von dem Abschluss einer Cyber-Versicherung. 

Vielleicht fragst du dich jetzt, ob tatsächlich alle Branchen eine Cyberschutz-Versicherung benötigen. Schließlich gibt es Tätigkeiten, die weniger auf die Arbeit mit Computern oder IT-Systemen angewiesen sind. Die Höhe des Risikos unterscheidet sich natürlich von Branche zu Branche und mit der Anzahl der Mitarbeiter. Da aber vermutlich fast jeder Unternehmer eine Webseite besitzt, über Mails kommuniziert oder Kundendaten auf einem Server speichert, bergen auch vermeintlich computerferne Berufe gewisse Cyberrisiken. 

Die Dienstleistungsbranche

Als Dienstleister speicherst du vermutlich deine Kundendaten digital ab. Zudem akzeptierst du vielleicht auch die Zahlung per Kreditkarte. Also kann es passieren, dass du versehentlich einen Virus an deine Kunden über den Mailverkehr unwissentlich weiterleitest. Zudem werden deine eigenen Programme durch den Virus beschädigt. Bis der Schaden behoben ist, musst du deine Tätigkeit unterbrechen. Der entstandene Schaden und der  können jedoch von einer Cyber-Versicherung abgedeckt werden.

Beauty & Wellness Branche

Dein Risiko für eine Cyber-Attacke oder einen anderen Cyber-Schaden hängt davon ab, wie stark dein Geschäft digitalisiert ist. Besitzt du beispielsweise eine Webseite über die deine Kunden Termine buchen können? Bei Ausfall der Webseite bricht dein Umsatz weg. Oder besitzt du sogar einen kleinen Shop-Bereich auf deiner Homepage, wo du eigene Pflegeprodukte anbietest? Dann speicherst du dadurch vielleicht die Zahlungsdaten deiner Kunden. Je nachdem wie dein Betrieb aufgebaut ist, sollte eine Cyber-Versicherung die entsprechenden Risiken abdecken. 

Handwerksbetriebe

Für Handwerksbetriebe ist der Bedarf einer Cyber-Versicherung auch stark abhängig vom jeweiligen Unternehmen. Als Handwerker musst du dich fragen, inwieweit du digitale Geräte oder Prozesse im Arbeitsalltag nutzt. Wenn du zum Beispiel weder Kundendaten digital speicherst, noch über E-Mail mit diesen verkehrst, so ist dein Risiko geringer. Besitzt du jedoch einen eigenen Onlineshop, um dort selbst produzierte Waren zu vertreiben, so ist auch dein Risiko größer, Schäden durch einen Cyberangriff zu haben.

Die Freien Berufe

Freiberufler, wie Steuerberater und Rechtsanwälte, speichern oft eine große Menge sensibler Daten auf ihrem Computer. Hacker sind sich dessen sehr wohl bewusst. Wenn durch einen Hackerangriff diese Daten an die Öffentlichkeit gelangen, sind zum einen die Kunden umgehend zu benachrichtigen. Zum anderen muss das Sicherheitsleck schnell gefunden und behoben werden. Außerdem kann auch dein Ruf durch eine solche Datenpanne beschädigt werden. Die Kosten eines solchen Cyberangriffs können daher in Millionenhöhe liegen und deine Existenz gefährden. Dementsprechend solltest du als Freiberufler unbedingt den Abschluss einer umfassenden Cyber-Versicherung in Betracht ziehen.

Generell unterscheiden sich die Cyberrisiken je nach Branche und Tätigkeit von Unternehmen zu Unternehmen. Prinzipiell solltest du dir die Frage stellen, welche Bereiche deines Unternehmens bereits digitalisiert sind. Im nächsten Abschnitt erfährst du nun, welche Leistungen eine Cyber-Versicherung enthalten kann und welche Risiken dadurch abgedeckt werden. Dadurch kannst du besser entscheiden, welche Leistungen für dich als Selbstständigen auf jeden Fall zu empfehlen sind.

Welche Leistungen bietet dir eine Cyber-Versicherung?

Eine Cyber-Versicherung deckt prinzipiell alle Schäden ab, welche durch Cyberkriminalität oder einem anderen Cyber-Zwischenfall verursacht wurden. Grundlegend gehört dazu die Erstattung der finanziellen Kosten durch die Schäden von Cyberattacken und im besten Fall auch präventive Maßnahmen. Die Schäden können bei dir selbst und deinem Business entstehen. Des Weiteren können durch dein Verschulden aber auch andere geschädigt werden. Hier unterscheiden Versicherer in Eigenschäden und Drittschäden.

Eigenschäden sind unter anderem:

  • Beschädigung oder Löschung von Daten und/ oder Software durch Schadprogramme
  • Erpressung von Lösegeldern mit Hilfe von Ransomware
  • Lahmlegen Ihrer Webseite oder anderer wichtiger IT-Komponenten
  • sowie darauf folgende Betriebsunterbrechung, Umsatzausfall und Reputationsschäden

Mögliche Drittschäden, welche durch eine Cyber-Versicherung, abgedeckt werden, sind zum Beispiel:

  • Abzug von Kundendaten aufgrund eines Cyberangriffs
  • Weitergabe von Schadsoftware über den Kundenverteiler
  • daraus folgender Reputationsschaden, Betriebsunterbrechung und Ertragsausfall beim Kunden

Die angegebenen Beispiele umfassen hauptsächlich Schäden durch Cyberkriminalität. Jedoch schützt dich eine Cyber-Versicherung nicht nur im Falle eines Cyberangriffs, sondern auch bei weiteren Schadenfällen. 

Weitere Bausteine einer Cyberschutz-Versicherung

Eigenschäden und Drittschäden, die den digitalen Bereich betreffen, müssen bei einer Cyber-Versicherung nicht durch Cyberkriminalität entstehen. Ebenso können Drittschäden zum Beispiel durch versehentliche DSGVO-Verstöße geschehen. Es reicht schon, wenn du versehentlich eine Mail mit Kundendaten an einen falschen Empfänger verschickst. Ebenso können Eigenschäden durch dich oder einen Mitarbeiter geschehen. Dies betrifft beispielsweise das versehentliche Löschen wichtiger Daten. Allein dies kann dich einiges an Geld kosten. 

Du siehst, die Risiken in der Cyber-Welt sind komplex und vielfältig. Daher endet die Cyber-Versicherung nicht bei der Erstattung von Kosten bei einem Schaden. Oft sind in einer Cyber-Versicherung weitere Service-Leistungen enthalten, denn die Versicherer sind darum bemüht, dass der Schaden einer Cyberattacke so klein wie möglich gehalten wird.

Daher bieten die Versicherer Präventionsmaßnahmen durch Mitarbeiter-Schulungen oder Penetrationstests an. Ein Penetrationstest ist hierbei eine umfassende Überprüfung der Sicherheitssysteme auf Schwachstellen und Sicherheitslücken. Ebenso beinhalten einige Versicherungsangebote auch die Erarbeitung eines Notallplans, eine Service-Hotline sowie Beratung und Hilfe durch ein IT-Expertenteam im Schadenfall. 

Über die genauen Leistungen solltest du dich vor Abschluss einer Cyber-Versicherung detailliert informieren. Gerade als Einzelunternehmen oder Kleinunternehmer profitierst du ungemein von solchen Service-Leistungen.

Fazit: So findest du deine passende Cyber-Versicherung

Nun weißt du also: Fast jedes Unternehmen profitiert von einer Cyber-Versicherung. Sei es, dass du dich gegen die Schäden von Cyberkriminalität schützen möchtest oder du auch bei DSGVO-Verstößen sowie Datenverlust lieber auf Nummer sicher gehst. Nun stehst du nur noch vor der Aufgabe die passende Cyberschutz-Versicherung für dein Unternehmen zu finden. Hier hast du im Großen und Ganzen zwei Möglichkeiten:

Zum einen gibt es mittlerweile Gewerbeversicherungen, die die grundlegende Bausteine einer Cyber-Versicherung bereits beinhalten. So kannst du beim Rundumschutz die Cyber-Versicherung in einer Police zusammen mit deiner Betriebs- oder Berufshaftpflicht abschließen. Eine andere Möglichkeit ist, dass du deine Cyber-Versicherung separat abschließt, indem du die Angebote verschiedener Versicherer nach Preisen und Leistungen vergleichst. So kannst du sichergehen, dass die Cyber-Versicherung ganz genau zu deinen Wünschen und Bedürfnissen passt.

Damit du dir die Angebote nicht einzeln von den Versicherern geben lassen musst, kannst du mit wenigen Klicks auf Finanzchef24 die Leistungen der für dich in Frage kommenden Cyberschutz-Versicherungen vergleichen. Egal, welchen Weg du wählst – mit dem Abschluss einer Cyber-Versicherung bist du auf jeden Fall sicherer unterwegs auf dem Weg in eine digitale und zukunftsorientierte Unternehmerwelt.