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10 Social Media Tipps für Freiberufler

Social Media ist aus der modernen Arbeitswelt eines Freelancers kaum wegzudenken. Auf den verschiedenen Kanälen treffen private Personen, Firmenprofile, Kunden, Kollegen und Projektpartner auf dich. Social Media sind damit dein Fenster zur Welt. Die Zeiten, in denen Selbstständige ihre Business mit Plakatwerbung und Radiowerbung beworben haben, sind schlichtweg vorbei. Grundsätzlich hast du mit Social Media eine ganze Menge Möglichkeiten an die Hand bekommen, um erfolgreicher und bekannter zu werden (und natürlich um das Vertrauen eines Kunden gewinnen zu können .

Allerdings kannst du als Freiberufler auch eine Menge falsch machen, wenn du Social Media nutzt. Das beginnt damit, dich generell wie ein Idiot zu benehmen und endet im nicht vorhandenen Trennen zwischen dem, was für dich als Freiberufler wichtig ist und dem, was einfach zu viel ist. Beispiele, wie du Social Media ohnehin nicht nutzen solltest, findest du zuhauf - du musst dich nur einmal bei Facebook, Twitter, Instagram und Co umschauen und mal darüber nachdenken, was alles misslungen ist. Missratene Tweets oder Facebookposts findest du an jeder Ecke, ob nun vom Profifußballer oder vom Schuster um die Ecke. Sei nicht einer von ihnen, sondern bleibe professionell.

10 kleine und effektive Social Media Tipps

Social Media Tipp Nr.1: Sei ein soziales Wesen

Die sozialen Medien dienen primär einem sozialen Zweck. Ursprünglich waren die meisten von ihnen gar nicht dazu gedacht, sich als Freelancer zu profilieren, sondern dienten zum gegenseitigen Anstupsen und Teilen von Katzenvideos. Mittlerweile benutzen wir Freelancer sie auch gern zur Selbstbeweihräucherung und hoffen darauf, dass potenzielle Kunden uns finden.

Aber: deine Präsenz in einem sozialen Medium ist kein Portfolio. Das heißt, dass du dich auf das besinnen solltest, was Social Media ausmacht und das ist der soziale Kontakt. Deine Kunden suchen deine Profile auf, um den Menschen hinter dem Business kennenzulernen. Entsprechend sollten dort auch - mehr oder minder - private Inhalte zu finden sein. Zwischen Business und dir als Mensch muss eine gute Balance herrschen. Du musst immer im Hinterkopf behalten, dass du über Social Media Barrieren zwischen dir und deiner Umwelt abbauen kannst. Trotz dessen kein realer persönlicher Kontakt entstehen muss, fühlt es sich für die meisten Menschen so an, als kämen sie dir über den digitalen Weg näher.

Dazu gehören ein paar Dinge, die in den nächsten Punkten erörtert werden.

Social Media Tipp Nr.2: Antworte deinen Kunden immer zeitnah

Menschen werden deine Arbeit kommentieren und auch mal einen Post von dir zum Anlass nehmen, um ihre Meinung kundzutun. Da gibt es zwei Gruppen: Kunden und andere Menschen. Kunden (und eindeutig potenzielle Kunden) haben gewissermaßen einen Sonderstatus, denn du solltest dich in deinem Antwortverhalten vor allem auf diese Menschen konzentrieren. Eine Antwort binnen 24 Stunden sollte in jedem Falle möglich sein.

Aus mehreren Gründen schindet das Eindruck bei Kunden und zukünftigen Kunden. So spricht das schnelle Antworten für einen schnellen Kundenservice (willkommen bei den vertrauensbildenden Maßnahmen ). Schnelles Antworten bewirkt den Eindruck, dass du immer auf dem Laufenden bist und deine Kanäle im Blick hast. Und nicht zuletzt ist schnelles Antworten zufriedenheitssteigernd. Wer warten muss, beschwert sich eher. Selbstredend kannst du nicht immer sofort und schnell antworten (du arbeitest ja), aber eine gewisse Regelmäßigkeit und die Bereitschaft, bei wichtigen Kontakten schnell zu reagieren, sollten vorhanden sein.

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Social Media Tipp Nr.3: Sprich nicht über deine Kunden

Es gehört sich schlichtweg nicht, Details (Namen, Zahlungen, Vertragsinhalte und so weiter) öffentlich auszuplaudern. Das hat zum einen etwas mit der Tatsache zu tun, dass Geschäftliches in den meisten Kreisen mit einer unausgesprochenen Stillschweigevereinbarung zu tun hat. Zum anderen kann es beim Reden über Kunden zu vielen unangenehmen Nebeneffekten kommen. So können etwa Missverständnisse zu öffentlich kundgetanen Aufträgen führen, die noch gar nicht in trockenen Tüchern sind. Auch kann es sein, dass es deinem Kunden gar nicht recht ist, wenn die Öffentlichkeit weiß, das er dein Kunde ist.

Die einzige Ausnahme besteht dann, wenn du mit deinem Kunden darüber gesprochen hast, ob du Teile des Projektes in Verbindung mit Nennung des Kunden öffentlich machen darfst. Das kann im Rahmen von Imagekampagnen, Kooperationen und ähnlichem durchaus sinnvoll sein.

Social Media Tipp Nr.4: Die Sache mit dem Einkommen

Es ist tatsächlich wenig problematisch, wenn du deinen Erfolg auch darstellst. Die Welt darf ruhig wissen, dass du gut beschäftigt bist und dir einen Namen machst. Entsprechend darfst du auch indirekt darüber sprechen, wie du finanziell abschneidest. Aber es ist davon abgeraten, konkrete Zahlen zu nennen. Weder "XY zahlt mir 2000 Tacken!" (siehe Punkt 3) noch "Diesen Monat 10.000 verdient!" sind sympathische Aussagen.

Versuche es doch einmal indirekt und gleich viel sympathischer: "Noch drei Aufträge und dann geht es endlich nach Sizilien!" - beispielsweise. Die Menschen, die dir in den Social Media Kanälen folgen, dürfen ruhig erfahren, wenn du dir etwas gönnst. Aber für gewöhnlich schweigt man bei konkreten Summen. Das ist auch etwas zwischen deinen Kunden und dir.

Social Media Tipp Nr.5: Übertreibe es nicht mit Eigenwerbung

Für die Eigenwerbung ist ja vor allem deine Webseite da. Deine sozialen Medien sind dazu da, um Kunden und Interessierte auf dem Laufenden zu halten, zu menscheln und ab und an mal einen privaten Moment zu teilen.

Warum folgst du deinen Lieblingsfirmen bei Facebook und Co? Wohl kaum wegen der Eigenwerbung - du weißt ja schon, wer die sind. Du möchtest die Informationen, die nicht nur etwas mit den Produkten zu tun haben. Genau so musst du auch agieren. Ab und an kannst du gern mal wieder auf deine Tätigkeit verweisen (und auf einen Ort, wo man mehr dazu erfährt). Aber die Menschen, die deine Profile betrachten, wissen ja schon, wer du bist. Du musst sie also nicht ständig mit Eigenwerbung daran erinnern.

Social Media Tipp Nr.6: Vermeide Oversharing

Dein Auftritt in den sozialen Medien lebt auch ein wenig von der Phantasie des Betrachters. Wir alle hübschen unser Image ganz nebenbei ein wenig auf - durch das Weglassen. Du musst nicht alles teilen, was dir im ersten Moment teilenswert erscheint. Das hat zum einen etwas mit Privatsphäre zu tun: Wollen dein Partner, dein Kind oder deine Freunde wirklich, dass sie Teil deiner Selbstvermarktungskampagne werden? Wahrscheinlich nicht - und im Falle von Kindern kannst du das auch nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden.

Urlaubsfotos sind das eine. Aber ein Posting á la "Mein Kleiner hat gerade das erste Mal das Töpfchen benutzt" ist - wenn überhaupt - doch eher etwas für die ganz privaten Kanäle.

Wenn du Social Media als Freelancer nutzt, musst du in einem gewissen Rahmen professionell bleiben. Es geht darum, dass du als fähiger Mensch in deinem Bereich wahrgenommen wirst. Gleichzeitig erspart dir das Selektieren von Posts auch Zeit. Es ist ohnehin auch besser, wenn du regelmäßig und nicht zu zeitaufwendig mit deinen Accounts agierst. Beispielsweise kannst du ja mal versuchen, alles Relevante binnen einer Stunde pro Woche zu erledigen .

Social Media Tipp Nr.7: Trage Konflikte nicht primär in Social Media Kanälen aus

Soziale Medien haben einen immensen Effekt auf Firmen: Plötzlich hat der Kunde einen neuen Weg, seinem Ärger Luft zu machen. Es ist tatsächlich sehr effektiv, wenn du einer Firma mitteilst, deine Unzufriedenheit öffentlich kundzutun. Allerdings sollte es bei einer sanften Drohung - per Mail oder Telefon - bleiben.

Anstelle dessen, jeglichen Frust sofort zu twittern, solltest du stattdessen Positives betonen (ansonsten wirst du aus Versehen noch Präsident). Wenn du eine gute Erfahrung mit einem Unternehmen hast (vor allem bezüglich des Kundenservices und der Problembehandlung), dann tue das kund. Da freut sich das Unternehmen drüber und wird dir gegenüber auch gleich viel zuvorkommender. Außerdem ist es in Zeit des vermehrten Hasses und des ständigen Monierens im Netz auch angenehm, von positiven Dingen zu lesen.

Social Media Tipp Nr.8: Verzichte auf religiöse Inhalte

Religion ist ein zweischneidiges Schwert und ich werde mich dazu hier auch nicht auslassen. Aber insofern du als Zeuge Jehovas nicht ohnehin ausschließlich für Zeugen Jehovas arbeitest, sollten religiöse Bekenntnisse oder Kommentare zu den Religionen anderer einfach unterlassen bleiben. Es gibt fast nichts, was so viel Konfliktpotenzial hat wie eine Diskussion über den Glauben.

Social Media Tipp Nr.9: Verzichte auf politische Inhalte, so weit möglich, außer...

Politik ist ein ähnliches Minenfeld wie die Religion. Wenn du nicht der politischen Gesinnung deines Kunden entsprichst, ist dein Kunde ganz schnell dein Ex-Kunde. Das hat etwas damit zu tun, dass Menschen sich in der Regel gern mit Leuten umgeben, die eine ähnliche Meinung haben.

Entsprechend solltest du dich auch in die Politik nur wenig bis gar nicht einmischen. Allerdings steht dem natürlich deine Pflicht als Bürger entgegen. Auch du solltest und kannst für deine Rechte eintreten, Missstände monieren und ein politisches Ideal leben. Für letzteres gilt, dass du es gar nicht in Worte packen musst - du musst es einfach leben - Taten statt Worte.

Aber wenn dich politische Prozesse persönlich betreffen, wird von dir wahrscheinlich erwartet, dass du dazu Stellung beziehst. Spätestens dann, wenn du gefragt wirst, solltest du antworten. Du bist ein Mensch mit einer Meinung und kein seelenloses Arbeitstier.

Social Media Tipp Nr.10: Hate Speech

Hate Speech - im Deutschen gibt es kein eindeutiges Äquivalent; meist aber mit Hassrede übersetzt - bezeichnet im Groben alle Äußerungen, die Menschen oder Gruppen abwerten. Unter die hierfür herangezogenen Merkmale fallen die Herkunft, die Kultur, die Religion, die Sexualität, das Geschlecht und vieles mehr. Generell eignet sich ja jedes Merkmal einer Person dazu, sie runterzumachen.

Aber bevor du ernsthaft erwägst, über jemanden herzuziehen, weil dieser jemand ein homosexueller Chinese mit Übergewicht ist, solltest du darüber nachdenken, dass... - Denk gar nicht erst darüber nach. Lass es!

Es gibt mittlerweile so viel Mist im Netz, dass deine Social Media-Accounts Oasen des menschlichen Miteinanders bleiben sollten. Das ist schöner für deine Besucher, deine Kunden und natürlich auch dich.