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Wie du Strategische Partnerschaften für dein Business optimal nutzen kannst 

Neben wichtigen betriebswirtschaftlichen und weiteren Aspekten ist die Frage `wie kann ich den Umsatz für mein Unternehmen am besten steigern` wahrscheinlich eine der bedeutendsten in einer Selbständigkeit. Und auch du wirst dir diese Frage sicher schon mehr als einmal gestellt haben. Wenn man die Möglichkeiten, die sich in dieser Angelegenheit bieten, mal näher betrachtet, wird deutlich, dass es derer zahlreiche gibt.

Genannt seien hier gleich mal vorne weg  alle Arten an Marketingmaßnahmen wie unter anderem klassische Werbung, oder auch Suchmaschinenoptimierung (SEO), Content Marketing und Lead-Generierung. Dies sind definitiv effektive Strategien, um bei deinen Kunden Anreize zu schaffen und damit letztlich deinen Umsatz zu steigern. Aber es gibt eine, deren Bedeutung oftmals unterschätzt wird - und das sind die so genannten Strategischen Partnerschaften. Unterschätzt deshalb, weil Selbständige häufig Angst haben, neben den ganz klaren Vorteilen, gleichzeitig aber auch viel von ihrer Freiheit und Unabhängigkeit abgeben zu müssen.

Aber ist dem so? Hier gibt es eine ganz einfache Antwort: In erster Linie kommt es schlichtweg auf die jeweiligen Vereinbarungen an, die beide Partner miteinander schließen. Und auch wenn es sicherlich Fälle geben wird, in denen sich diese Ängste bewahrheitet haben, wollen wir uns heute auf die positive Seite konzentrieren und zwar darauf, wie Strategische Partnerschaften dein Geschäft beflügeln können. Aber was genau sind Strategische Partnerschaften und vor allem wie kannst du sie sinnvoll nutzen. Diesen Fragen gehen wir heute nach. 

Was sind Strategische Partnerschaften?

Zum Einstieg sei gesagt, Strategische Partnerschaften, richtig und optimal eingesetzt, können einen immensen Wert haben. Nicht nur für ein Umsatzplus, denn eigentlich können sie für dein gesamtes Business absolut lohnend sein.

Ganz allgemein gesagt: Strategische Partnerschaften sind Geschäftsbeziehungen meist zwischen zwei (aber auch mehreren Parteien) beziehungsweise Partnern. Meistens gelten sie für einen bestimmten Zeitraum und zu bestimmten Konditionen, die individuell festgelegt werden. Die allgemeine Idee hinter einer Strategischen Partnerschaft ist, dass zwei Unternehmen bzw. Unternehmer ihre Kräfte bündeln, voneinander profitieren und sich gegenseitig einen Mehrwert bieten. Sprich, sie ergänzen sich gegenseitig.

Etwas ausführlicher: Als Strategische Partnerschaft gilt eine strukturierte und definierte Zusammenarbeit zweier Unternehmer (n), um einen gemeinsam Vorteil daraus zu ziehen. Der Vorteil liegt darin, dass zwei besser und effizienter auf den Markt, die Nachfrage und die Kunden reagieren können als einer allein. Strategische Partnerschaften sind im öffentlichen wie auch im privaten Sektor möglich, aber auch untereinander können die Beteiligten beider Sektoren eine Partnerschaft eingehen.

Die Zusammenarbeit der Parteien kann sich auf viele Bereiche erstrecken, weswegen sie so fruchtbar ist: Sie bezieht sich auf die gemeinsame Nutzung von Wissen, Knowhow, Fähigkeiten, Informationen und auch Kräften (Ressourcen). Und neben einer bestenfalls erfolgreichen Synergie lassen sich auch eventuelle Risiken auf mehrere Schultern verteilen. Sprich, erhöhe deine Chancen und minimiere dein Risiko. Klingt gut, oder? Klingt noch besser, wenn man sich vor Augen führt, dass 

  • durch eine Strategische Partnerschaft etwaige Schwächen der einen Seite durch Stärken der anderen ausgeglichen werden können.
  • die Beschaffung von benötigtem Kapital erleichtert werden kann. 
  • neue Zielgruppen, ergo neue Kunden und neue Märkte erobert werden können. 
  • man mit einem starken Partner an der Seite darĂĽber hinaus eine viel bessere Verhandlungsposition fĂĽr Konditionen mit Zulieferern und allen am Prozess Beteiligten erreichen kann. 
  • eine Verbesserung der finanziellen Situation und Stabilität beider Partner (in den meisten Fällen zumindest) auch den Abschluss von größeren Projekten bis hin zu GroĂźaufträgen begĂĽnstigt.

Im Endeffekt kann eine Partnerschaft auf beiden Seiten zu einer immensen Effizienz- und Umsatzsteigerung beitragen, bei gleichzeitiger Kostenminimierung.  

Welche Arten gibt es und was wird geregelt? 

Die individuellen Vereinbarungen beider Partner werden immer vertraglich, schriftlich geregelt. Beide Unternehmen gelten als eine wirtschaftliche und rechtliche Vereinigung, in der beide Partner, je nach Art der Partnerschaft und Vereinbarung, entweder selbständig bleiben oder nicht. Und deren Ziel und Zweck es ist, die wirtschaftliche Lage zu verbessern.

Als strategische Partner kommen unter anderem in Frage: Lieferanten, Kunden, Zulieferer, branchenfremde Unternehmen oder Kapitalgeber. Manchmal kann es äußerst effektiv sein, sich sogar mit einem Konkurrenten zusammenzutun. Das minimiert den Wettbewerbsdruck enorm. Und lassen sich Ziele nicht gemeinsam viel besser erreichen? Als Partnerschaften auf vertraglicher Basis gelten unter anderem so genannte Joint Ventures, Interessengemeinschaften, Genossenschaften, Konsortien oder Kartelle, aber auch Zusammenschlüsse anhand von Kapitalbeteiligungen wie Konzerne und Trust-Unternehmen. 

Welche Art an Strategischer Partnerschaft für dich in Frage kommt, hängt natürlich in erster Linie von der Größe deines Unternehmens und der deines angestrebten Wunsch-Partners ab. Für kleinere bis mittelständische Unternehmen bieten sich insbesondere Interessengemeinschaften oder Genossenschaften und Joint Ventures an (Joint Ventures sind nichts anderes als Gemeinschaftsunternehmen. In der Regel gründen und führen zwei voneinander unabhängige Unternehmen dafür ein Tochterunternehmen.

Beide (oder mehr) Partner beteiligen sich meist mit Kapital und entsprechendem Knowhow. Überlege dir stets gut, welche Art einer Strategischen Partnerschaft für dich und dein Unternehmen optimal wäre und lass dich hierzu bestmöglich beraten, denn es ist ein großer Schritt. 

Übrigens, ist dieses Thema nicht zu verwechseln mit der so genannten Partnergesellschaft, einem Zusammenschluss mehrerer Freiberufler, der ausschließlich für Vertreter der Freien Berufe möglich ist. Mehr zu diesem speziellen Thema findest du hier Eine Partnerschaftsgesellschaft gründen - alles, was du dazu wissen musst. 

Vorteile von Strategischen Partnerschaften im Detail



Natürlich kannst du dein Unternehmen als Einzelkämpfer führen und manche Menschen sind auch wirklich gut darin. Andere wiederum sind aber nicht mit diesem Talent gesegnet. Und bevor man sich im Business "aufreibt", hat es unter Umständen einen positiven Aspekt, sich mit anderen zusammenzutun, um neue Energien zu schaffen -  mit dem richtigen Partner kannst du dein Unternehmen in ganz neue Sphären heben.

Im folgenden haben wir einige Vorteile von Strategischen Partnerschaften zusammengefasst. Außerdem erläutern wir, warum du diesem Thema eine hohe Priorität  - falls nicht schon geschehen - in deinem Unternehmen einräumen solltest.



1. Kundengewinnung


Natürlich wird dieser Aspekt ganz oben auf deiner Liste stehen. Und mit einer Partnerschaft lässt sich das definitiv erreichen. Wenn du dich mit (einem) anderen Unternehmen zusammentust, erweitert sich dein Kundenstamm automatisch. Vor allem wenn sich zwei Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen zusammentun, kann dies sehr profitabel werden und beide Geschäfte lassen sich ausbauen.

Als Beispiel nehmen wir einmal eine Agentur, die Webdesign anbietet und eine Agentur, die Content produziert. Eine perfekte Synergie kann entstehen, da innerhalb dieser Partnerschaft nun beide Bereiche abgedeckt werden können. Diese Beispiel lässt sich auf unendlich viele Branchen übertragen. 

2. Bekanntheit erhöhen


Je bekannter deine Marke, dein Produkt, dein Name, dein Angebot (im folgenden immer "Produkt etc." genannt)  ist, desto besser und effektiver kannst du genau deine Zielgruppe erreichen. Aber gerade in Marktsegmenten mit hoher Konkurrenz ist es oft nicht leicht, sich von den Konkurrenten abzuheben. Weil die Kunden und Konsumenten eine so große Auswahl haben, müsste dein Produkt etc. am deutlichsten herausstechen, um Auftraggeber oder Verbraucher zu überzeugen.

Vor allem wenn dein Business (noch) klein ist, du am Anfang stehst oder es gerade nicht gut läuft, kann die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, Organisationen oder auch beispielsweise Influencern sehr befruchtend sein. Damit kannst du dein Produkt etc. einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und mehr Reichweite und Aufmerksamkeit erlangen. Vor allem wenn dein Partner schon einen Namen hat.

3. Kosten senken


Ganz klar, ein guter Name allein reicht nicht. Für eine Zeit lässt sich damit vielleicht gut leben, aber die Konkurrenz schläft nicht und auf Dauer musst du deinen Kundenstamm sukzessive vergrößern, um im Rennen zu bleiben. Wie man das schafft? Du musst in Kundenakquise finanzieren, das heißt in Marketing und Werbung und das ist beileibe nicht gerade günstig. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen lassen sich die Kosten für diesen Bereich aber minimieren, indem man gemeinsam investiert und dadurch Geld spart. 

Übrigens, Kosten lassen sich natürlich auch durch cleveres Banking senken, schau doch gleich mal rein: Next Level Banking für Selbständige.

4. Neue Märkte erschließen


Mittels einer Strategischen Partnerschaft kannst du nicht nur dein Produkt etc. bekannt machen und neue Kunden erreichen, sondern auch neue, und bisher vielleicht dir unbekannte, Märkte erschließen. Beispiele: Im letzten Jahr hat die Deutsche Bank veröffentlicht, dass durch eine Partnerschaft mit Google zukünftig IT-Probleme gelöst werden sollen. Auch gemeinsame Finanzdienstleistungen in Kooperation sind angedacht. Beide Unternehmen werden dadurch jeweils in neuen Sparten aktiv.

Arten von Strategischen Partnerschaften

Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten an Strategischen Partnerschaften - ein paar Beispiele: 

Kooperationen: Strategische Partnerschaften in Form von Kooperationen gibt es in vielfältigen Konstellationen. Diese Partnerschaften werden auch als Unternehmenszusammenschluss oder Allianz bezeichnet. Bei einer einfachen Kooperation tun sich zwei Unternehmen zu einem bestimmten Zweck zusammen, der wiederum sehr vielfältig sein kann. Das ist die wohl häufigste Art einer Partnerschaft. Als Beispiel sei hier die Zusammenarbeit zwischen Apple und Nike genannt, deren Kooperation sich unter anderem auf eine Nike-Version der Smartwatch von Apple bezieht.

Partnerschaften, um Defizite auszuräumen: Gerade als Klein-Unternehmen bzw. Klein-Unternehmer lässt sich vielfach nicht alles alleine machen. Bei verschiedenen Projekten gibt es häufig Aspekte, bei denen du Hilfe von außen benötigst. Folgendes Beispiel: Du hast ein kleines Business für App-Entwicklung. Dir fehlt aber die Fähigkeit, einen speziellen Bereich abzudecken, der allerdings für die App-Entwicklung essentiell ist. Dann hast du zwei Möglichkeiten:

Du stellst jemanden für diesen Job ein, was aber höhere Kosten zur Folge hätte. Oder du suchst dir einen Strategischen Partner, um diese Lücke zu füllen. Bestenfalls ist eine derartige Strategische Partnerschaft für beide Parteien vorteilhaft, wenn auch du diesem Partner Dienste anbieten kannst, zu denen er nicht in der Lage ist. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Vertriebspartnerschaften und ähnliches: Auch diese Form einer Partnerschaft ist sehr weit verbreitet und für viele Branchen von entscheidender Bedeutung. Man findet sie vorwiegend im Bereich Distribution. So genannte Distributionspartnerschaften ermöglichen es dir, dass deine Produkte bei deinen Kunden ankommen. Häufig genanntes Beispiel sind Unternehmen im B2C-Bereich (Business-to-Consumer), dazu gehört zum Beispiel der Einzelhandel.

Der ist auf derartige Strategische Partnerschaften in der Produktions- und Wertschöpfungskette angewiesen. Dazu zählen Partnerschaften innerhalb der Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsphasen. In diese Kategorie fallen beispielsweise auch Handelsunternehmen, die sich zu Einkaufsgenossenschaften zusammenschließen. Dabei soll bei der Rohstoffbeschaffung vor allem das Risiko verringert werden. 

Integrationspartnerschaften: Von Integrationspartnerschaften spricht man, wenn sich zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Produkten etc. zusammentun, die sich dann durch diese Partnerschaft optimal ergänzen. Dadurch werden die Systeme (Produkte, Lösungen etc.) der beiden Unternehmen perfekt aufeinander abgestimmt und verschmelzen sozusagen zu einer Gesamtlösung.

Viele Beispiele finden sich im Bereich der Technologie. Wenn sich Technologiefirmen unterschiedlicher Sparten zusammentun, können gemeinsame und integrierbare Lösungen entwickelt werden. Erweiterungen und Updates werden gegenseitig unterstützt. Ein anderes Beispiel für eine Integrationspartnerschaft ist: Firma A entwickelt Computer-Prozessoren, die dann ein Unternehmen B, das Computer herstellt, in ihre Produkte einbaut, sprich integriert.

Finanzpartnerschaft: Vielen Unternehmen, ob klein oder groß, mangelt es häufig an Liquidität beziehungsweise an finanziellen Mitteln. Aber um erfolgreich agieren zu können, benötigt jeder Unternehmer Geld. Gerade in der Startphase, wenn der Laden noch nicht so läuft, ist das oft schon eine fast unüberwindbare Hürde. Und wenn dann auch die Kreditwürdigkeit nicht gegeben ist, droht eventuell gleich anfangs das Aus.

Eine gute Möglichkeit ist in diesem Falle, eine finanzielle Partnerschaft mit einem liquiden, stabilen Unternehmen einzugehen, das einerseits die Mittel bereitstellen will und kann. Du brauchst natürlich ein gutes und überzeugendes Konzept, damit ein finanzstarkes Unternehmen auch anbeißt. 

Weiter lassen sich Strategische Partnerschaften noch in horizontale ZusammenschlĂĽsse (das sind Unternehmen derselben Produktionsstufe), vertikale ZusammenschlĂĽsse (das sind Unternehmen unterschiedlicher, also vor- und nachgelagerter Produktionsstufen) und diagonale ZusammenschlĂĽsse (auch als anorganische oder laterale ZusammenschlĂĽsse bezeichnet) differenzieren. Letzteres sind Unternehmen, die in unterschiedlichen Branchen agieren und sich dann zu so genannten Mischkonzernen zusammenschlieĂźen.

In manchen Fällen spricht man hier von einer Unternehmenskonzentration, bei der die einzelnen Unternehmen jeweils ihre wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit aufgeben und unter einheitlicher Führung stehen. Im Gegensatz dazu ist nochmal die Kooperation zu nennen, bei der die einzelnen Unternehmen in allen Belangen, die nicht im Partnerschaftsvertrag geregelt sind, rechtlich und wirtschaftlich selbständig bleiben. 

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Das Eingehen Strategischer Partnerschaften, in welcher Form auch immer, kann für alle Beteiligten unglaublich attraktiv, erfolgsbringend und lukrativ sein. Es generiert Markenbekanntheit, erobert neue Märkte und Interessengebiete, bietet Zugang zu neuen Kunden, senkt das Risiko, erhöht den Umsatz und kann darüber hinaus in bestimmten Unternehmensbereichen die Kosten minimieren. Vor allem aber indem Synergien entwickelt, Kräfte gebündelt und neue Bereiche eröffnet werden.

Von einem gegenseitigen Miteinander können alle profitieren. Als Unternehmer bist du in diesem Fall zu Hundert Prozent in der Lage, dich um deine Kernkompetenzen zu kümmern, was Energie- und Ressourcenschonend ist. Gleichzeitig kannst du durch eine Partnerschaft aber dein eigenes Knowhow und vieles mehr verbessern und dich weiterentwickeln.  

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, wie du neue Kunden generierst Business-Netzwerke für Freelancer.

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