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Tipps fĂŒr eine gesunde Work-Life-Balance

Von der Work-Life-Balance wird oft gesprochen und ihre Wichtigkeit wird zurecht betont. Bevor du aber erfĂ€hrst, wie du in deinem Leben die optimale Work-Life-Balance herstellst, lohnt sich ein Blick darauf, was wir meinen, wenn wir ĂŒberhaupt von Work-Life-Balance reden. Sicher: Vor allem geht es darum, Berufliches und Privates in Einklang miteinander zu bringen und zu enge Verwebungen der beiden Bereiche auch mal wieder aufzudröseln. Aber gerade der Life-Part besteht aus mehr als "Zeit fĂŒr dich". Er besteht nĂ€mlich aus deinem sozialen Leben, deinem ganz eigenen Zeitvertreib (Hobbys, die eigentliche Zeit fĂŒr dich, das Nachdenken usw.) und dem körperlichen Aspekt (Gesundheit und Sport).

Das Ziel muss es also sein, dass dein Sozialleben glĂŒcklich funktioniert, du dich wohl mit dir selbst fĂŒhlst und die Arbeit dennoch erfĂŒllend und produktiv ist. In Anbetracht dessen, dass du wohl kaum einen Nine-to-Five-Job im BĂŒro ausĂŒbst, ist zumindest der rein zeitliche Rahmen deiner Lebensbereiche leider nicht definiert. Entsprechend neigt der SelbststĂ€ndige dazu, sein Berufliches in sein Privates hineinschwappen zu lassen - und damit beginnt auch schon die Zerstörung der angestrebten Work-Life-Balance, die einen privat und beruflich belastet.

Doch es ist zum GlĂŒck recht einfach, diese Balance wieder herzustellen. Schließlich bedarf es nur einiger selbst aufgestellter und individuell zu beschließender Regeln.

Damit du also nicht irgendwann zu denen gehörst, die sich stĂ€ndig darĂŒber beklagen, dass sie kaum noch Zeit fĂŒr sich finden, weil Emails, Telefonate oder nicht abgeschlossene Projekte locken, sei hier angeraten, Gewohnheiten im Zusammenhang mit der Arbeit zu ĂŒberdenken und besser zu strukturieren. Andernfalls wird sich die Arbeit als Wucherung im Privatleben darstellen - und das ruiniert ganz schnell sĂ€mtliche Motivation bezĂŒglich der Arbeit an sich. Doch vor allem leidet das Sozialleben enorm unter einer nicht vorhandenen Work-Life-Balance, denn Menschen wollen sich aufeinander verlassen und miteinander entspannen können. Und wer stĂ€ndig hier noch etwas abtelefoniert und da noch etwas machen muss, ist nicht unbedingt jemand, mit dem man sich erholen kann.

Work-Life-Balance und das Zeitmanagement

Die Arbeit in einem definierten Rahmen zu belassen, der es unterbindet, dass sie sich negativ auf die privaten Lebensbereiche auswirkt, beginnt mit einem erfolgreichen Zeitmanagement. Denn ein erfolgreiches Zeitmanagement bedeutet gleichzeitig eine Selbstorganisation - und ausgehend von dieser kannst du alle weiteren Schritte mit einfließen lassen. Eine kleine Auffrischung bezĂŒglich Zeitmanagements findest du hier: 10 Tipps fĂŒr erfolgreiches Zeitmanagement .

Zeitmanagement bedeutet eben auch, dass bestimmte Dinge zu bestimmten Zeitpunkten gemacht werden. Aber das gilt nicht nur fĂŒr deine Arbeit, sondern sollte auch in einem bestimmten Maß fĂŒr dein Privatleben gelten. Stichwörter: Rituale und KontinuitĂ€t (dazu spĂ€ter mehr).

Wenn du dein Zeitmanagement in den Griff bekommst, hast du nach der Arbeit - oder eben vor der Arbeit - grĂ¶ĂŸere RĂ€ume zur VerfĂŒgung. Nun gilt es, diese in einem weiteren Schritt wirklich zu deinen privaten RĂ€umen zu machen.

Die Kunst des Nein-Sagens

Das Ablehnen von Bitten oder AuftrÀgen mag dir zuwider sein. Aber es gibt Situationen, die sich nicht mit einer gesunden Work-Life-Balance vertragen.

Noch schnell einmal einen Arbeitsablauf besprechen, obwohl du Karten fĂŒr das Stadion hast? Stell dir lieber die Frage, ob es nicht bis zum nĂ€chsten Tag - beginne halt ein paar Minuten frĂŒher mit Telefonaten - warten kann.

Mache Kunden und Partnern klar, in welchen ZeitrĂ€umen du ihnen zur VerfĂŒgung stehst. ErklĂ€re ihnen, dass es Stunden des Tages gibt, die fĂŒr dich reserviert sind und mache möglichst wenige Ausnahmen. SelbstverstĂ€ndlich solltest du bei einem großen und wichtigen Projekt eines wichtigen Kunden flexibel sein - aber auch hier sollte mindestens kommuniziert werden, was geht und was nicht. Zur Verdeutlichung und zum Einhalten des Ganzen kann es sinnvoll sein, dass du dein Smartphone einfach mal abschaltest. Die Auswirkungen des Nicht-sofort-Reagierens sind in den seltensten FĂ€llen gravierend.

Trenne private und berufliche Telefonnummern und Emailadressen voneinander. Lasse dich möglichst wenig darauf ein, im privaten Rahmen Berufliches zu besprechen und zu bearbeiten. Sicher: Wenn du mit etwas nicht fertig geworden bist, kann es nötig werden, "nach Feierabend" weiter daran zu arbeiten. Aber ĂŒberlege dir auch hier, was notwendig ist und was nicht.

Behandle dein Privatleben wie dein Berufsleben

Das klingt vielleicht absurd, aber fĂŒr eine gesunde Work-Life-Balance hilft es, wenn du dir deine privaten Termine als Termin speicherst. Schließlich bedeutet ein Termin eine Verpflichtung zur PĂŒnktlichkeit und allein diese kann genĂŒgen, damit man wirklich einmal Arbeit Arbeit sein lĂ€sst und zum nĂ€chsten Termin geht. Achte dabei aber darauf, dass es auch genug FreirĂ€ume fĂŒr dich zum Verschnaufen gibt. Ein stĂ€ndiges Hasten von der Arbeit zum Privatem und dann ins Bett, ist ungesund. Sorge dafĂŒr, dass du mal eine halbe Stunde oder lĂ€nger einfach die Seele baumeln lassen kannst.

Trage dir deine Hobbys und AktivitĂ€ten ebenfalls ein. Sport und Hobbys sollten bei dir genauso wichtig sein wie Treffen mit Freunden oder Meetings. Schließlich geht es bei Hobbys um dich, dein seelisches Wohlbefinden und deine Gesundheit. Setze durch, dass du deinen regelmĂ€ĂŸig stattfindenden AktivitĂ€ten auch wirklich nachgehen kannst und dich um diese Zeit niemand mit Anfragen belĂ€stigen kann.

Im Idealfall gehst du regelmĂ€ĂŸig Sport und einem anderen Hobby nach. Schließlich hĂ€ltst du dich so fit, betreibst Socializing, entspannst dich und hast immer wieder etwas, worauf du dich freust. Ob du wĂ€hrend deiner AktivitĂ€ten viele Menschen um dich herum brauchst, ist eine persönliche Frage. Die einen joggen allein, die anderen spielen Fußball. Die einen treffen sich zum Pokern und die anderen puzzeln daheim.

Konzentration auf wichtige Dinge und das Schaffen kleinerer FreirÀume

Wenn du ĂŒberladen bist, mag das oftmals daran liegen, dass es einfach zu viel gibt, was du tun könntest. Wenn trotz erfolgreichen Zeitmanagements und trotz erfolgreicher Kommunikation mit Kunden und GeschĂ€ftspartnern noch immer zu viel auf dich einzustĂŒrzen scheint, dann muss sortiert werden. Gestehe dir ein, dass du nicht alles schaffen kannst: Mache also Abstriche - im Privaten und im Beruflichen. Es gibt Dinge, auf die man keine Lust im Privaten hat, also umgehe sie öfter, wenn die Situation es zulĂ€sst. Im Beruflichen kann man auch einfach mal - insofern es finanziell möglich ist - ein Projekt weniger angehen und Kraft schöpfen.

Ritualisiere gewisse Dinge ergÀnzend: Mache Pausen, freue dich auf etwas, nimm dir vor, pro Tag X Minuten einfach nichts zu tun. Belohne dich selbst ab und an, indem du allein entscheidest, was du machst und wie du es machst. Zwar sollte deine Work-Life-Balance zu einem gewissen Grad durch Ordnung im Leben entstehen, aber keinesfalls darfst du dir alles durch punktgenaue Planung diktieren lassen. Ab und an darf im Kalender auch mal "Nichts" stehen. Und wenn es nötig ist, darf dieses Nichts auch mal spontan eingeschoben werden.

Erhole dich auch ab und an vollumfassend

Ein Urlaub steht jedem Menschen ab und an zu. Und genau deshalb solltest du deinen Urlaub auch entsprechend gut planen. Tipps fĂŒr findest du hier: Als SelbstĂ€ndiger Urlaub machen - mit 7 Schritte zur Erholung! . Damit dein Urlaub aber nicht zu Farce wird, weil du zu viel "Work" in deinem "Life" hast, halte dich im Urlaub noch strenger an die von dir aufgestellten Regeln.

Work-Life-Balance bedeutet manchmal eben auch, dass der private Aspekt mehr hervorgehoben wird. Es ist nÀmlich oftmals genug genau umgekehrt.

Das Homeoffice als torpedierender Faktor fĂŒr eine Work-Life-Balance

Eine Trennung von Arbeit und Privatem beginnt de facto rĂ€umlich. Im Idealfall sollte zumindest teilweise nicht zuhause gearbeitet werden. Entsprechend sollte ein anderer Arbeitsplatz gefunden werden (hier findest du ein paar Anregungen: Homeoffice, CafĂ© oder Co-Working-Space? Wie finde ich den besten Arbeitsplatz fĂŒr mich? .

Denn eine rÀumliche Trennung bedeutet ein Verlassen der ArbeitsatmosphÀre. Es bedeutet auch ein Verlassen von Arbeitsmaterialien. Das allein macht schon viel aus und hemmt die Möglichkeiten, "noch mal schnell" etwas zu tun. Viel sinnvoller ist es, einfach alles abzuarbeiten, was man in einer festgesetzten Zeit schafft und sich dann damit abzufinden, dass gewisse Dinge auch mal warten können.

Wenn nun aber ausschließlich im Homeoffice gearbeitet werden soll oder kann, dann ist es gut, wenn der Arbeitsplatz zumindest komplett vom Wohnbereich getrennt ist. Persönliche Objekte und Ă€hnliches sollten sich also nicht in unmittelbarer NĂ€he befinden. Der Arbeitsplatz daheim sollte so gestaltet sein, dass er nach dem Verlassen der Arbeit fĂŒr den restlichen Tag nicht mehr nötig ist. Im besten Fall gibt es daher ein Arbeitszimmer.

Das Entweben verwobener Strukturen - Das Lösen kleiner Knoten

Wenn du einige Zeit lang nicht so sehr auf deine Work-Life-Balance geachtet hast, hast du sicher ein paar schlechte Angewohnheiten mitgebracht, die vor allem das Sozialleben belasten.

Es gibt Dinge, die sich fĂŒr sich genommen klein anfĂŒhlen, aber in der Masse eine stĂ€ndige Belastung darstellen.

Darunter fallen zum Beispiel:

  • Das stĂ€ndige ÜberprĂŒfen von Emails (auch wĂ€hrend des Essens und Ă€hnlichem);
  • Das Beantworten derselben wĂ€hrend Verabredungen;
  • Das Kommunizieren per Messenger oder Mail auf der Toilette;
  • Das geschĂ€ftliche Telefonieren in der Freizeit;
  • Das Verschieben von privaten Terminen zugunsten beruflicher Dinge.

SelbstverstĂ€ndlich gibt es da noch andere Punkte, aber diese Dinge - vom Freelancer gern beinahe automatisch ausgefĂŒhrt - stören das Abschalten von der Arbeit und stören im schlimmsten Falle auch das Umfeld. Entsprechend sollte dies alles klein gehalten werden. Und wenn doch einmal ein wichtiger Anruf eingeht, dann wird dieser auch kurz gehalten, wenn es möglich ist.

Ein kleiner Tipp am Rande: Eine Email ist niemals so wichtig, dass ihre Beantwortung nicht einige Stunden warten kann. Schließlich ist der Inhalt einer Email solange verborgen, bis sie wirklich jemand liest. Wenn etwas wirklich dringend ist, ist das erste Mittel zur Kommunikation noch immer das Telefon.

Es liegt an jedem SelbststĂ€ndigen, sich eine Work-Life-Balance zu schaffen. Tatsache ist, dass es Menschen gibt, die sich gern in Arbeit ertrĂ€nken und deshalb ihr Sozialleben schleifen lassen. Die Frage ist nur, wie sinnvoll das auf Dauer sein kann. Schließlich ist der Mensch (in den allermeisten FĂ€llen) nicht dazu gemacht, nur oberflĂ€chliche zwischenmenschliche Beziehungen unter Zeitdruck zu pflegen.

Es muss also gefunden werden, was glĂŒcklich macht. Dabei ist alles erlaubt. Wichtig ist nur, dass die Arbeit Arbeit bleibt und das Private genug Raum gibt, um Erholung, Sozialisierung, Spaß und Selbstverwirklichung zu bieten.