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Das sind die fünf superwichtigen Überlebensregeln für alle Freiberufler

Selbstständige bekommen an jeder Büro-Ecke einen schlauen Spruch gedrückt. Meistens von Festangestellten – die müssen es ja wissen! Das kann einem ordentlich auf den Zeiger gehen. Vor allem deshalb, weil die hilfreichen Tipps einen nicht die Bohne weiterbringen. Ein paar Beispiele gefällig: „Findest du das nicht ein bisschen zu früh, dich jetzt schon selbstständig zu machen? Gerade als junge Frau! Sammele doch noch mehr Berufserfahrung!“ Oder, auch schön: „Viele Freiberufler verbringen den Tag ja dann doch mit Netflix auf dem Sofa. Also, ich könnte mich nicht zum Arbeiten aufraffen, so ganz allein zu Hause.“ Und der hier geht auch immer: „Wie kommst du bloß mit der finanziellen Unsicherheit klar? Findet man als Freiberufler überhaupt eine Wohnung?“

Die meisten dieser „gut gemeinten“ Bedenken rühren aus einem grundsätzlichen Problem, das viele Menschen haben: Die Angst vor der Unsicherheit. Um diese zu umgehen, lässt man sich fest anstellen. Am besten verbeamten. Und verharrt eisern in dieser Position. Bis zur Rente. Weil es so schön sicher und berechenbar ist. Klar geht solchen Menschen die Pumpe, wenn man ihnen erzählt, dass man bei Krankheit und im Urlaub keine Einnahmen hat. Dass man Akquise nicht bezahlt bekommt und manchmal auch ein Kunde kurzfristig abspringt. Was die allermeisten aber nicht wahrhaben wollen, ist der schöne Fakt, dass Sicherheit im Leben nicht alles ist. Und wer aus seiner Festanstellung heraus gekündigt wird, bekommt zwar Arbeitslosengeld, steht dann aber erst mal völlig ohne Job und Aufgabe da. Richtig mies fürs Selbstbewusstsein. Springt uns Freiberuflern ein Kunde ab, haben wir noch zehn bis hundert andere, für die wir arbeiten können. Na, wer hat seine Karriere jetzt auf sicherere Beine gestellt?! Fakt ist: Sein eigenes Ding zu machen und der eigene Boss zu sein, ist halt: leider geil! Aber es gibt tatsächlich ein paar wichtige Überlebensregeln für Freiberufler. Dazu zählen definitiv nicht die klugen Ratschläge von weiter oben. Nein! Wer langfristig Erfolg und Spaß an seiner Arbeit haben möchte, schreibt sich diese Lektionen hinter die Ohren. Und alles wird gut, versprochen!

Lektion eins: Mach es dir zu Hause nicht gemütlich!

Darüber müssen wir nicht diskutieren: Wenn man sich gerade selbstständig gemacht hat, muss man aufs Geld achten. Schließlich kann man noch nicht richtig einschätzen, wie viel man in den ersten Monaten einnehmen wird und ob das zum Leben reicht. Deshalb arbeiten viele Selbstständige erst einmal von zu Hause aus. Küchentisch, WLAN, Laptop, Smartphone. Und los geht’s mit den ersten Jobs. Eine schöne Sache. Bis man eines Tages die Schlafanzughose auch noch nachmittags trägt und vergessen hat, sich die Haare zu waschen. Hey, aufwachen! Klar, in den eigenen vier Wänden ist es gemütlich. Aber auf Dauer ist es keine Lösung, das Arbeitsleben auf Bude zu verbringen. Man vereinsamt, verwahrlost und wird am Ende auch noch unkreativ, weil man niemandem zum Austauschen hat. Wer am Anfang also Geld sparen will, zieht sich hin und wieder etwas Hübsches an und setzt sich zum Arbeiten wenigstens für ein paar Stunden ins (Freiberufler-freundliche) Café oder trifft sich mit Kunden zum Lunch. Man kann sich auch mit anderen Selbstständigen abwechselnd zu Hause verabreden und da tageweise eine Bürogemeinschaft sein. So ein Tapetenwechsel tut allemal gut und es ist eine super Sache, Gleichgesinnte um sich herum zu haben. Fortgeschrittene suchen sich ein Büro. Weil sie erkannt haben, dass es auf Dauer auch der Qualität der Arbeit schadet, wenn man immer für sich alleine werkelt und niemanden hat, der einem auf die Schnelle Feedback gibt. Richtig, ein Büro mit netten Kollegen ist eine Investition in die Zukunft, die sich lohnt. Häufig ergeben sich so auch neue Jobs. Und dass die Arbeit in Gesellschaft mehr Spaß macht, ist ja auch kein Geheimnis.

Lektion zwei: Setze niemals nur auf einen Kunden!

Monogamie ist dein Ding? Schön und gut, aber im Berufsleben fährst du besser mehrgleisig. Für viele Selbstständige ist es praktisch, jeden Tag beim selben Kunden zu sitzen. Da haben sich schließlich den Schreibtisch schon so hübsch eingerichtet. Naja, und außerdem gibt’s in der Kantine mittwochs immer Schnitzel mit Pommes. Stopp! Machen sich diese Art von Gedanken breit, mal bitte ganz schnell unter die kalte Dusche springen und wieder klarkommen. Du machst hier gerade den größten Fehler, den ein Freiberufler machen kann! Denn auch in Bezug auf Scheinselbstständigkeit ist es eine ganz schlechte Idee, nur auf einen Kunden zu setzen. Teilt der dir mit, dass du morgen nicht mehr kommen musst, stehst du ziemlich unter Druck. Klar kann man sich mal für vier Wochen einspannen lassen und die komplette Urlaubsvertretung für den fest angestellten Kollegen übernehmen. Aber dann bitte schleunigst auch mal wieder einen anderen Auftrag annehmen. Sonst steht dein Business auf ganz wackeligen Beinen. Und das fühlt sich alles andere als cool an.

Lektion drei: Lerne, über Geld zu sprechen!

Besonders für Frauen eines der schwersten Dinge überhaupt: Honorare verhandeln! Dabei ist das mit dem Geld eine ganz klare Sache: Was brauchst du zum Leben? Wie viel musst du verdienen, um nach Steuern dieses Geld zur Verfügung zu haben? Wie viele Tage kannst du im Jahr arbeiten? So, dann rechne dir mal deinen Tagessatz aus (hier gibt’s ausführliche Hilfestellung ). Lässt du dich ständig unter Wert buchen, bekommst du spätestens bei der nächsten Steuernachzahlung ein gewaltiges Problem. Wenn dir also jemand einen Job anbietet und dieser zu schlecht bezahlt ist, muss du – verdammt noch mal: verhandeln! Und noch ein wichtiger Hinweis: Sprich mit anderen Freiberuflern über ihre Tages- und Stundensätze. Die meisten sind ohne zögern bereit, dir ihre Honorare zu verraten. Man muss sie einfach nur freundlich danach fragen. Wir Selbstständigen haben das Glück, dass uns keiner verbieten kann, über Geld miteinander zu sprechen. Bei Angestellten steht ja häufig im Vertrag, dass sie nicht über ihren Lohn reden dürfen. Nutzen wir diese Freiheit! Lass dir von deinen Kollegen erklären, wie sie das mit der Kohle machen: Bei welcher Bank sie sind, was sie alles steuerlich geltend machen, mit welcher Verhandlungsstrategie sie mehr Honorar ausgehandelt haben. Wer Scheu hat, über Geld zu sprechen, sollte diese schleunigst ablegen. Denn die allermeisten Selbstständigen sind in diesem Punkt sehr kollegial.

Lektion vier: Gönne dir Pausen und mach Urlaub!

Auf die Dauer hilft nur Power? Diese Denkweise mal ganz schnell vergessen. Denn wer immer nur arbeitet, hat bald einen leeren Akku und kriegt nichts mehr geregelt. Schlau ist, wer seine Kräfte gut aufteilt und auf sich achtet. Dazu gehört auch, mittags mal vom Schreibtisch aufzustehen, etwas zu essen und sich die Beine an der frischen Luft zu vertreten. Wer sich allein von Kaffee und Konferenzraum-Luft ernährt, hat bald keine guten Ideen mehr. Vom fahlen Teint mal abgesehen. Auch in dieser Lektion gilt: Das erste Jahr der Selbstständigkeit ist eine einzige Ausnahmesituation. Da wird am Wochenende gearbeitet und vielleicht auch mal eine ganz Nacht durchgeschuftet. An Urlaub ist für die meisten nicht zu denken. Aber sobald man ein gutes Gefühl für sich und den Markt hat, muss man sich Pausen gönnen, um mit Kraft und Inspiration jeden neuen Arbeitstag starten zu können. Also: Fahr in die Ferien! Schalt ab! Und lass dir deine Freizeit bloß nicht von dem Gedanken vermiesen, dass du jetzt gerade kein Geld verdienst. Niemand kann immer am Schreibtisch sitzen. Ohne Pausen geht’s nicht. Also nimm sie dir bewusst. Wie es geht, erfährst du hier Als Selbständiger Urlaub machen - mit 7 Schritte zur Erholung! .

Lektion fünf: Sei im Internet sichtbar!

Datenkraken? Böses Internet? Heul weiter! Wir leben im Jahr 2017. Wer als Freiberufler Jobs haben will, muss auch im Netz präsent sein. Manchmal reicht schon eine Visitenkarte bei about.me, eine professionelle Facebook-Seite oder eine ordentlich gepflegtes Profil bei Xing. Du kannst davon ausgehen, dass dich jeder (ja, wirklich jeder!) potentielle Kunde googeln wird. Bist du nicht auffindbar, ist das schon mal irgendwie merkwürdig und zahlt nicht unbedingt auf dein Image-Konto ein. Menschen, die dich noch nicht kennen, müssen in fünf Sekunden verstehen, wer du bist, was du kannst und in welcher Stadt du arbeitest. Also sorge dafür, dass man dich a) findet und b) schnell erfassen kann, was du anbietest. Wir reden hier nicht mal von einer eigenen Homepage oder einem Blog. Aber von einer Präsenz im Internet, die es Interessenten leicht macht, mit dir in Kontakt zu treten. Wenn du mehr mehr zum Thema Personal Branding erfahren willst, lies den Blog Artikel: Mit 7 Schritten zum perfekten Personal Branding .