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Wie ich als Selbständiger am besten mit Stolpersteinen umgehe

Wer stellt es sich nicht rosig vor, selbständig zu arbeiten? Die meisten Menschen verbinden diese Art der Berufstätigkeit mit Freiheit, Unabhängigkeit und sehen es insgesamt als äußerst lohnenswertes Unterfangen. Das trifft in großen Teilen auch absolut zu und ich würde aus eigener Erfahrung immer wieder diese berufliche Entscheidung treffen. 

Doch sein eigenes Unternehmen - in welchem Bereich auch immer, ob groß oder klein, mit Angestellten oder als Einzelkämpfer – zu leiten, bedeutet im Endeffekt aber nicht nur Unabhängigkeit und grenzenlose Freiheit. Es läuft niemals alles glatt und häufig sind flexibles Reagieren und Umdenken angesagt. Manche können dies ziemlich gut. Aber was ist, wenn das nicht so dein Ding ist, du dir selbst im Weg stehst, weil du Angst vor Veränderung hast? Oder wenn Stolpersteine auftauchen, dich Selbstzweifel plagen und dir negative Gedanken im Weg stehen? Ja, die Selbständigkeit ist eine mitunter sehr abenteuerliche Reise. 

Ein kleiner Exkurs:

Stell` dir doch einfach mal vor, du hättest wirklich eine Reise geplant – ein halbes Jahr soll es durch die Welt gehen. Die Idee ist nicht neu, schon lange warst du damit beschäftigt. Immer wieder geplant, hast du es aber auch stets wieder verworfen: weil zu unsicher, zu teuer und zu viel Risiko, doch irgendwie hat dich die Vorstellung 6 Monate ferne und fremde Länder zu sehen, nie losgelassen. Wenn du ganz ehrlich bist, hast du sogar schon als Kind davon geträumt.

Nun hast du endlich den Mut gefasst, das Vorhaben in die Wege geleitet, Monate lang alles geplant – vom kleinsten Detail bis hin zu den großen Dingen, die im Vorfeld erledigt werden müssen. Du hast genug Geld auf die Seite gelegt, alle nötigen Papiere und Dokumente besorgt und so weiter und so weiter. Dann endlich geht es los, du freust dich wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Klar, Aufregung und Nervosität gehören dazu. Auch wenn dich die kurz vor der Abreise immer lauter werdenden kritischen Stimmen tierisch nerven, machst du dich gespannt wie ein Flitzebogen auf die lange ersehnte und wirklich gut vorbereitete Reise.

Anfangs klappt alles wirklich gut – perfekte Planung zahlt sich eben aus – doch nach einiger Zeit tauchen die ersten Stolpersteine auf. Ein paar Dinge gehen schief, so musst du etwa von deiner ursprünglichen Reiseroute abweichen. Ein paar Mal sogar ganz umdisponieren oder neu organisieren. Das kann auf einer derartigen Reise schnell passieren....

Doch kommen wir nun zum eigentlichen Thema zurück: deine Selbständigkeit. Auch hier können unvorhergesehene Dinge passieren – trotz guter Planung und Vorbereitung. Dann ist Handeln gefragt. Die wichtigste Frage: Wie kannst du mit solchen Ereignissen umgehen?

Gute Vorbereitung für die Selbständigkeit

Welchen Charakter haben Stolpersteine fĂĽr dich?

Denn es liegt immer im Auge des Betrachters, wie Menschen Dinge und Situationen wahrnehmen, aufnehmen und interpretieren. Es gibt stets zwei Seiten: Einerseits ist denkbar, dass für dich nur die damit verbundenen, positiven Aspekte - in unserem Beispiel oben die auftretenden Reiseschwierigkeiten – eine Rolle spielen. Denn eine neue Reiseroute kann auch sehr viel Positives bedeuten, etwa dass ganz unerwartete Ziele auf dich zukommen und du andere spannende Dinge, Orte oder Menschen kennenlernst, all das, was vorher geplant war. 

Andererseits stehen für dich vielleicht mehr die unschönen Details im Vordergrund und du könntest Gedanken haben wie „ist ja mal wieder typisch, dass mir das passiert!“ oder „warum geht bei mir immer alles schief, obwohl ich doch so gut vorbereitet war?“ oder „sollte ich jetzt aufgeben und die Reise abbrechen?“ Diese Liste an negativen Gedanken, Assoziationen oder auch so genannten Glaubenssätzen könnte hier unendlich weiter gehen und diejenigen, auf die das zutrifft, werden sich jetzt darin erkennen.

Und was hat das jetzt mit deiner selbständigen Tätigkeit zu tun? 

Eine selbständige oder unternehmerische Arbeit lässt sich gut mit dieser Reise vergleichen. Ich meine das jetzt aber nicht im Sinne von Urlaub oder die Füße hochlegen, wozu man ja letztlich eine Reise macht. Aber die äußeren Rahmenbedingungen halten ganz gut als Vergleich her. Denn wie oben beschrieben - von den ersten Ideen, über die positive Entscheidung und anschließende Planung bis hin zur Realisation – all das trifft auch zu, wenn du den Entschluss fasst, dich selbständig zu machen. 

Fakt ist: Du kannst alles noch so gut vorbereiten – der Ausgang eines Projekts oder einer Unternehmung lässt sich nie zu Hundert Prozent voraus planen und festlegen. Du kannst dich als Freiberufler oder Unternehmer nicht permanent in deiner Komfortzone aufhalten. Du musst immer flexibel bleiben, auf Umstände reagieren, die Konkurrenz und den Markt beobachten, einen Kundenstamm aufbauen, du wirst Kunden verlieren und neue gewinnen und du musst auch bereit sein, von der ursprünglich geplanten Route abzuweichen, falls nötig.

Es wird kaum helfen, stur dein Ding durchzuziehen, das wäre keine besonders kluge Strategie. Manchmal kann das sogar dazu führen, dass du schon wieder aufhören möchtest, bevor du überhaupt angefangen hast. Du zweifelst an dir und deinem Erfolg. Aufgeben ist allerdings in den meisten Fällen keine wirklich gute Option. 

Und all das führt zu einer Beschränkung deiner Möglichkeiten.

Strategien für alle „Selbstzweifler“, die dir dabei helfen, dich von deinen einschränkenden Überzeugungen nicht mehr behindern zu lassen

Wenn du zu denen gehörst, die schnell an sich zweifeln, bei Schwierigkeiten eher die Flinte ins Korn schmeißen, anstatt die Herausforderung anzunehmen, können dir die folgenden Strategien dabei helfen, eine positivere Einstellung zu bekommen.

1) Gebe dich nicht so schnell zufrieden

Du kennst das bestimmt, du machst Sport und trainierst für ein bestimmtes Ziel: mehr Power, mehr Fitness oder du möchtest deine Muskeln aufbauen und hast dir dafür einen Plan aufgestellt. Nun machst du bestimmte Übungen mit so und so vielen Wiederholungen. Sagen wir mal 10. Wie schnell sind wir geneigt, uns lange Zeit mit diesen 10 Wiederholungen zufrieden zu geben oder auch bei 8 schon aufzuhören, weil wir das Gefühl haben, nicht mehr zu können. Hier lässt die Komfortzone grüßen. Um aber Erfolg und den nötigen Biss fürs Business zu haben, musst du das Pensum steigern – egal ob im Training oder für dein Unternehmen. Von mal zu mal. Nur so kommst du weiter. Und das bedeutet, den inneren Schweinehund zu überwinden und am Ball zu bleiben. Nur wer auch mal bereit ist, über eine Hürde zu gehen, kommt weiter. Und das fühlt sich wirklich gut an. 

2) Betrachte und wertschätze das, was du schon erfolgreich absolviert hast und nicht, was du noch alles tun musst 

Jedes Unternehmen und jede selbständige Tätigkeit hält immer wieder neue Herausforderungen parat. Und das kann unter Umständen auch Angst mit sich bringen: dass du den Herausforderungen nicht gewachsen bist oder dass du das niemals schaffen wirst. Dabei verliert man oft die Dinge aus den Augen, die schon erfolgreich gelaufen sind. Du darfst dir auch ruhig einmal selbst auf die Schulter klopfen. Das gibt ein gutes Gefühl, Selbstvertrauen und die Kraft, neue Herausforderungen anzugehen und zu meistern. Sei stolz auf das, was du schon erreicht hast, dann absolvierst du das, was noch vor dir liegt, umso leichter. 

Junge Geschäftsfrau mit Laptop und Headset in einem Kundengespräch.

3) Finde heraus, was bereits gut läuft und wo du umdisponieren musst oder eventuell Hilfe brauchst

Niemand kommt allwissend auf die Welt. Niemand, der sich selbständig macht, hat alles von vornherein fest im Griff. Alles ist stets im Wandel und wenn du wachsen und dich weiter entwickeln möchtest, erfordert das auch die Bereitschaft, aus deinen Erfahrungen zu lernen. Hier kannst du auch super von anderen profitieren, wie zum Beispiel von Veranstaltungen von Berufsverbänden, von Webinaren, Online-Kursen oder auch mit der Hilfe eines Coaches. Finde heraus, wo es Handlungsbedarf gibt und was du brauchst, um voranzukommen, persönliche und unternehmerische Probleme aus der Welt zu schaffen und wo die Änderung deiner Unternehmensstrategie nötig ist. Auch auf der persönlichen Ebene besteht manchmal Handlungsbedarf. Also, wenn du zum Beispiel unsicher im Kundengespräch oder bei Verhandlungen mit Auftraggebern bist, kann dir ein geschulter Coach weiterhelfen, selbstsicherer zu werden. Ein paar Infos zum Thema findest du auch in den beiden Blogartikeln Mehr positive Energie durch Transformations-Coaching und Keine Angst vor dem Kundengespräch.

4) Lege die Aufmerksamkeit auch auf deine erzielten Gewinne

Als Freiberufler und Unternehmer neigen wir dazu, an unseren Erfolgen vorbeizugehen und oder sie als selbstverständlich anzusehen, nur um uns sofort in die nächste Herausforderung zu stürzen.  Wichtig aber ist, dir nach einem Erfolg auch mal eine Pause zu gönnen und ihn, egal wie klein er auch sein mag, zu feiern. Das setzt neue Energien frei und wird für anhaltende Begeisterung sorgen, bei dem was du tust. Freude, Spaß und Begeisterung sind nämlich der wichtigste Dünger dafür, dein Unternehmen erfolgreich am Laufen halten und ein nächstes Level zu erreichen (mehr Gewinn, 20 Wiederholungen anstatt 10). 

5) Geht nicht, gibt's nicht 

Aus Fehlern lernen wir und aus Fehlern wird man klug. Der Reigen an Sprichworten ist groß und auch wenn viele abgedroschen klingen, haben sie alle doch irgendwie einen wahren Kern. Fehler sollten immer dazu genutzt werden, einen anderen Weg einzuschlagen und dein Agieren dementsprechend anzupassen. Wenn du sofort mit „das geht nicht“ auf Schwierigkeiten und Stolpersteine reagierst, landest du an einem bestimmten Punkt in einer Sackgasse. Denn unsere Gedanken haben eine immense Wirkung auf unsere Befindlichkeit wie auf unser Handeln. Es gibt unzählige Ratgeber, die das Thema positive Gedankenaffirmationen behandeln und wie wichtig positive Gedanken für unser ganzes Leben sind. Im gleichen Maße haben negative Gedanken natürlich auch negative Auswirkungen auf unser Tun. 

Wer ständig denkt:

  • das geht nicht
  • das kann ich nicht
  • das wird nie klappen
  • ich werde nie Erfolg haben
  • etc. 

- der wird die Erfahrung machen, dass diese Glaubenssätze schnell zu Tatsachen werden oder zumindest, dass man sich damit das Leben schwer macht bzw. schwerer als es sein müsste. Und das wahrscheinlich deutlichste: Du wirst anfangen, an dir zu zweifeln und dir nichts (mehr) zutrauen.

Negative Glaubenssätze (wie zum Beispiel „ich kann das nicht“) entstehen meist schon in der Kindheit – durch Erziehung und Erfahrungen, durch das, was man vorgelebt bekam. 

Aber die gute Nachricht: Man hat immer die Wahl und kann sich dafür entscheiden, diese negativen Sätze und Gedanken ins Gegenteil zu verwandeln und immense Kraft daraus zu entwickeln. Also, positives Denken üben. Stelle dir vor, wie du deine persönlichen, negativen Glaubenssätze in positive verwandeln und wie du deine Ziele erreichen kannst. Eine gute Methode dazu ist zum Beispiel die Autosuggestion – alles Wissenswerte kannst du im Blogartikel Autosuggestion – ein Erfolgsrezept? lesen.