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VG-Wort- Zusatzeinkommen für kreative Freelancer

Was unterscheidet VG Wort und GEMA

Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – das ist die Langform für GEMA. Im Prinzip handelt es sich dabei um die in Deutschland größte Autorengesellschaft für akustische Werke, welche allerdings auch weltweit eine der größten Gesellschaften dieser Art ist. Mitglieder sind üblicherweise Komponisten, Textdichter und Musikverleger. Neben den rund 70.000 Mitgliedern vertritt die GEMA auch zwei Millionen Rechteinhaber in der gesamten Welt. Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) mit Sitz in München macht im Prinzip dasselbe, nur eben nicht für Musiker sondern schreibende Autoren. Das können alle Formen von Publizisten sein – jedoch insbesondere Buchautoren und Journalisten sowie Übersetzer von schöngeistigen und dramatischen, journalistischen oder wissenschaftlichen Texten. Damit GEMA bzw. VG Wort überhaupt in die Lage versetzt werden, die Urheberrechte von Musikern oder Autoren wirksam durchzusetzen, ist üblicherweise ein Wahrnehmungsvertrag der Verwertungsrechte erforderlich.

VG Wort: Die Anmeldung

Das Anmeldeverfahren zur VG Wort erscheint dir womöglich zunächst recht unübersichtlich und bürokratisch, ist aber im Endeffekt nicht so kompliziert, wie Du vielleicht denkst. Zunächst musst Du als Autor – sofern Du die oben angegebenen Kriterien erfüllst – eine Registrierung im Texte Online Melden-System (T.O.M) durchführen. Dazu rufst Du die Seite https://tom.vgwort.de/portal/login auf und erstellst mit deinen persönlichen Daten ein neues Benutzerkonto. Im Anschluss hast Du die Möglichkeit, den Wahrnehmungsvertrag herunterzuladen und auszudrucken. Das Dokument ist dann unterschrieben in beiden Ausfertigungen an die VG Wort in München zu senden. In dem Wahrnehmungsvertrag hast Du zudem die Option, dich bei der Wahrnehmung deiner Urheberrechte auch im Ausland von der VG Wort vertreten zu lassen. Dazu ist dann eine Ergänzung zum Wahrnehmungsvertrag zu unterschreiben. Der Registrierungsprozess inklusive Bestätigung der Vertragsunterlagen sollte voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen, im Anschluss bekommst Du von der VG-Wort eine Bestätigung und kannst dich ab diesem Zeitpunkt in das T.O.M-System einloggen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ganz besonders die VG Wort-Kennung, welche für Autoren in Online-Medien eine zentrale Rolle spielt. Arbeitest Du beispielsweise für ein Web-Medium gibt es in der Regel die Möglichkeit, die individuelle VG Wort-Kennung im Content Management System zu hinterlegen, sodass automatisch gezählt wird, wie oft deine Texte aufgerufen bzw. von der entsprechenden Internetseite heruntergeladen werden. Das ist wiederum von zentraler Bedeutung für die jährlichen Ausschüttungen der VG Wort. Grundsätzlich sollte es aber auch möglich sein, Textabrufe per manueller Zählung an die VG Wort zu übermitteln.

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Wie funktionieren die Auszahlungen?

Die Vergütungszahlungen an Urheber und Verlage ergeben sich aus den Einnahmen der VG Wort und werden nach den Richtlinien der Verteilungspläne bestimmt. Der Verwaltungsrat legt jährlich Ausschüttungsquoten fest, jeweils Mitte des Jahres findet für fristgerecht eingegangene, gültige Meldungen, bzw. für im Vorjahr erhobene, ausschüttungsrelevante Daten eine Hauptausschüttung statt. Um das Geld zu erhalten, musst Du als Autor deine Bankdaten im Online-Meldesystem hinterlegen. Dazu ist es wichtig, dass deine Adresse sowie Bankdaten stets aktuell gehalten werden. Auszahlungen an Urheber erfolgen erst ab einer Mindestsumme von fünf Euro im Inland bzw. zehn Euro im Ausland. Ganz wichtig ist zudem, dass alle Vergütungen, die Urheber durch die VG Wort erhalten, steuerpflichtig und deshalb im Rahmen der Steuererklärung anzugeben sind. Auf der Internet-Seite der VG-Wort steht zu diesem Zweck auch ein Merkblatt Umsatzsteuer bereit. Sofern Du umsatzsteuerpflichtig bist ist es lediglich nötig, dies der VG Wort einmalig mitzuteilen, dies wird dann in deinen Daten vermerkt und bei den Auszahlungen entsprechend berücksichtigt. Bis zu einem bestimmten Umfang sind auch nachträgliche Umsatzsteuerauszahlungen möglich, genauere Informationen zu den Erstattungen erhältst Du ebenfalls im Servicebereich von T.O.M. Besonders effektiv ist die Auszahlung an Autoren für Texte, die immer wieder – gerade auch über längere Zeiträume – aufgerufen werden. Dies betrifft zum Beispiel Ratgebertexte zu bestimmten Themen aus Beruf, Reise, Freizeit, Kochen. Auch spezielle Sachliteratur oder beispielsweise Lernkurse zu Sprachen, Musik und Wissenschaften werden online immer wieder aufgerufen und sind somit gewissermaßen zeitlos. Anders sieht es jedoch höchstwahrscheinlich bei Themen aus, die einen ganz speziell aktuellen Bezug haben, wie insbesondere Nachrichten oder Events.

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Es gibt auch Kritik

Seit einiger Zeit gibt es in der Öffentlichkeit aber auch Debatten darüber, ob gerade die freien Autoren im Hinblick auf Auszahlungen wirklich fair behandelt werden. Dazu gab es mittlerweile ein entsprechendes Gerichtsurteil. Demnach musste die Verwertungsgesellschaft VG Wort ihre Verteilungspraxis ändern, da Verlage keinen Anspruch auf pauschale Überweisungen haben. Die bisherige Praxis würde laut Bundesgerichtshof Autoren benachteiligen. Bisher war es gängige Praxis, bis zur Hälfte der Autorenanteile an den Einnahmen an Verleger auszuschütten. Eine aktuelle Übersicht zu den jährlich Ausschüttungsquoten veröffentlicht die VG Wort regelmäßig im Internet. Es kann sich also durchaus lohnen dies im Überblick zu behalten, damit man als freier Autor ungefähr einschätzen kann, wie viel Geld man am Jahresende aus den Urheberrechtsabgaben voraussichtlich erhalten wird. Das Gerichtsurteil ist eine gute Nachricht für freie Journalisten, PR-Referenten und Buchautoren, die dann mittel- bis langfristig mit höheren Einnahmen aus ihren Texten rechnen können. Vor allem Autoren, die regelmäßig Online-Texte mit hohen Klickzahlen generieren, dürften also durch die Neuregelungen zumindest einen zusätzlichen Geldregen erhalten.

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Fazit

Das Thema Urheberrechtsabgabe ist für freiberufliche Autoren sehr wichtig. Es kann durchaus sein, dass sehr aktive Autoren durch die VG Wort mitunter sogar einige tausend Euro pro Jahr an zusätzlichen Einnahmen erwirtschaften, für die sie nicht einmal zusätzliche Arbeit erledigen müssen. Für Freelance-Texter, Buchautoren, Journalisten, im Bereich Public Relations oder einfach nur als Blogger sollten sich diese zusätzlichen Einnahmen auf jeden Fall richtig lohnen, gerade auch in Phasen, in denen vielleicht mal für den einen oder anderen Monat weniger Geld in die Kasse kommt. Sinnvoll ist es deshalb, sich schon frühzeitig mit Beginn der Selbstständigkeit um eine Anmeldung bei der VG Wort zu kümmern, denn das Anmeldeverfahren mit dem Zugang zum Online-System kann nach der Registrierung durchaus noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Bis dahin werden jedoch die bereits veröffentlichten Texte nicht in die Zählung mit einbezogen und es gibt deshalb keine zusätzlichen Einnahmen. Das kann durchaus von Nachteil sein, denn es ist üblicherweise so, dass zum Beispiel neu veröffentlichte Online-Texte ihre meisten Klicks oft schon direkt nach der Publikation generieren. Ein Haken ist jedoch, dass das die Einnahmen der VG Wort auch für Freelancer kein regelmäßiges Einkommen darstellen, denn das Geld gibt es nur nach der jeweiligen Hauptausschüttung. Dennoch, zusammen mit anderen passiven Einnahmequellen, wie beispielsweise Zinsen aus Sparguthaben, Aktiendividenden etc. kommt unter Umständen im Jahr eine gute Summe zusammen, mit der Du als Freelancer auch in etwas schlechteren Monaten eine Rücklage bilden kannst, um gut über die Runden zu kommen. Und gerade das ist für Freiberufler ohne festes Gehalt ziemlich wichtig.