facebook-pixel

4 Vorurteile gegenüber Freelancern, die überhaupt nicht stimmen

Vorurteile und Freelancer haben vieles gemeinsam: Beide gibt es in unendlich vielen Formen und beide können richtig gut oder richtig schlecht sein. In diesem Teil betrachten wir deshalb mal Vorurteile, die dich als Freelancer betreffen.

Freelancern wird ja allerlei nachgesagt. Wenn du irgendwo erwähnst, dass du selbstständig oder Freiberufler bist, dann kommen oftmals die gleichen Sätze oder Fragen auf dich zu. Außerdem haben viele Menschen ein Bild von Freelancern im Kopf, das ein paar positive und ein paar negative Klischees beinhaltet.

Dieses Bild schwappt natürlich auch auf Menschen über, die den Einstieg ins Freelancer-Leben erst in Angriff nehmen. Sie hören dann zum Teil allerlei Unfug, der sie entmutigen kann. Auch Freelancer selbst übernehmen unhinterfragt die Vorurteile, die andere gegen sie haben und stellen sich damit teils in ein falsches Licht. Richtig ist aber, dass an weit verbreiteten Klischees wenig bis nichts dran ist. Vier besonders prominente Vorurteile gegen Freelancer sollen deshalb hier auf den Prüfstand kommen.

Vorurteile Gegenüber Freelancern 1. Keine Jobsicherheit

Das wohl unsinnigste Vorurteil gegenüber Freelancing, ist das mit der Jobunsicherheit. Viele Menschen scheinen Angst davor zu haben, dass der Job plötzlich nicht mehr existent ist (was ja oftmals seine Berechtigung hat), leiten dann aber aus ihrem eigenen Angestelltenverhältnis ab, dass sie in Sicherheit arbeiten würden. Gleichzeitig vermuten sie, dass es für dich schwer sei, deinen Job zu behalten. Schließlich hättest du ja keinen Vertrag, der dir zusagt, was du wann erwarten kannst.

Dabei ist dein Job eine Frage deiner Auftragslage und über die hast du die volle Kontrolle. Akquise (mehr dazu hier in Artikel Mit 5 einfachen Schritten zu mehr Kunden ), Leistung und deine persönlichen Qualitäten bestimmen darüber, wie "sicher" dein Job ist. Schließlich generiert sich die Sicherheit aus der Auftragslage, die du bestimmst. Du hast zudem viel mehr Gestaltungsspielraum und bist dein eigener Chef. Wenn du also gut in dem bist, was du tust, gibst du dir selbst alle notwendige Sicherheit.

Gleichzeitig sind Angestellte auf ihren Arbeitgeber angewiesen. Er bestimmt als einziger über ihre Jobsicherheit: Der Angestellte hat zumindest in den meisten Situationen wenig bei großen Entscheidungen des Konzerns mitzureden. Und eine Kündigung mit vier Wochen Vorlauf seitens eines Arbeitgebers (so viel zur Jobsicherheit) unterscheidet sich auch nicht viel von geplatzten Aufträgen beim Freelancer. Nur, dass du ja noch andere Kunden in der Hinterhand hast. Dein Stammkunden-Pool ist dabei dein Sicherheitsnetz.

Gleichzeitig bist du als Freelancer flexibel und kannst zur Not andere Schwerpunkte setzen, wenn ein Bereich nicht ganz so gut funktioniert. Du bist also nicht zwingend auf diese eine Sache angewiesen. Stattdessen kannst du deine Talente und Fähigkeiten zusammenführen.

Damit ist dieses Vorurteil gegen Freelancer, welches ein besonders schwach gestütztes ist, widerlegt.

Vorurteile Gegenüber Freelancern 2. Freelancer leiden unter Einsamkeit

"Der Freelancer arbeitet so circa 70-100 Stunden in der Woche und hat deshalb kein Sozialleben. Und er arbeitet allein, deshalb muss er einsam sein."

Richtig ist, dass du häufig allein mit den Dingen zurechtkommen musst. Aber auch das bedeutet schließlich Freiheit. Damit du nicht sozial vernachlässigt wirst, empfiehlt sich ein Blick auf die Work-Life-Balance . Du bist zwar eigenverantwortlicher, aber das berühmte Vorurteil gegenüber Freelancern, dass sie einsame Wölfe seien, trifft ja nur auf die zu, die ihr ganzes Leben ihrer Arbeit widmen. Und auch das kann mitunter sehr erfüllend sein.

Der andere Faktor ist der Arbeitsplatz. Dadurch, dass du meist allein arbeitest, hast du auch niemanden um dich herum. Im Home Office fällt dies besonders auf. Aber wenn du diesbezüglich Lust hast, mal etwas Neues auszuprobieren und ganz regulär bei der Arbeit mit Menschen in Kontakt zu kommen, haben wir noch ein paar Anregungen für dich: Wie finde ich den besten Arbeitsplatz für mich . Ob du nun im Café, Home Office oder im Co-Office arbeitest, macht nämlich einen Unterschied. Kontakt zu Menschen ist wichtig und bringt viel. Widerlege also dieses Vorurteil gegenüber Freelancern, indem du ein soziales Wesen bleibst und den menschlichen Kontakt genießt.

Alleine arbeiten wirst du wohl weiterhin. Aber wenn du dich einsam fühlst, ist zumindest in den meisten Fällen auch jemand da, mit dem du plaudern kannst. Und auch gemeinsam verbrachte Pausen mit anderen Menschen helfen gegen die gefühlte Einsamkeit bei der Arbeit.

Vorurteile Gegenüber Freelancern 3. Mangelnde Erfahrung

Erfahrung schadet niemals. Aber sie ist keine Voraussetzung dafür, als Freelancer zu beginnen. Wichtig ist, dass es eine Idee gibt, die zu einem Business führt. Wichtig ist Durchhaltevermögen. Wichtig ist es, Schritt für Schritt zum Profi zu werden. Die wenigsten Menschen werden als talentierter Business-Profi geboren und lernen deshalb an Universitäten und in Seminaren Strategien. Auch Ratgeber verkaufen sich in großen Massen. Doch alle diese Theorie ist nur ein kleiner Faktor, denn der Mensch wächst mit seinen bewältigten Aufgaben.

Zwar sind Kenntnisse im Rechnungswesen und für banale Rechtsfragen vonnöten, aber viel wichtiger ist, dass du dich und dein Produkt oder deine Dienstleistung immer weiter ausbaust und Kunden begeisterst. Dabei ist es natürlich so, dass viel Gelerntes im effizienteren Arbeiten besteht (zB. im Zeitsparen ). Aber viel wichtiger ist, dass du dein Ding mit Überzeugung machst und deine Kunden dir vertrauen.

Steige also ein, wenn du es dir zutraust und fange einfach an. Klein hat jeder mal begonnen und richtig riesig werden tatsächlich nur wenige. Aber erfolgreich und gut in der Sache kann jeder werden, der es versucht. Deine mangelnde Erfahrung kann auch ein Vorteil sein: Du gehst kreativer an die Dinge heran. Dadurch, dass dir nicht direkt ein Weg in der Form "so macht man das halt" vorschwebt, bist du gezwungen, einen eigenen - vielleicht besseren - Weg zu finden. Also mach einfach!

Vorurteile Gegenüber Freelancern 4. Mund-zu-Mund-Propaganda ist das A & O

Selbst Freelancer bestätigen dieses Vorurteil gegen Freelancer immer wieder: So seien sie abhängig von Mund-zu-Mund-Propaganda, behaupten sogar, dass ihr gesamtes Business darauf basiert.

Natürlich ist Mund-zu-Mund-Propaganda super, denn sie führt in kurzer Zeit in einem Netzwerk zu Aufträgen. Aber zu dem Aspekt gehört auch, dass sich dieser Effekt irgendwann erschöpft und dadurch wird die Mund-zu-Mund-Propaganda versiegen. Warum sollte dein Stammkunden-Pool auch jede Woche begeistert anderen Leuten von dir erzählen?

Mund-zu-Mund-Propaganda ist gerade am Anfang sehr wichtig, denn sie verschafft dir in einem recht engen Kreis eine gute Basis, um dich zu behaupten. Aber für alles Weitere ist eine sehr diverse und persönliche Marketingstrategie vonnöten, die auf vielen verschiedenen Kanälen stattfindet. Mund-zu-Mund-Propaganda ist zudem - im Gegensatz zu deiner eigenen Marketing-Strategie über Blogs, soziale Netzwerke usw. - nicht steuerbar.

Es ist also mit der Zeit viel wichtiger, dass die Informationen über dein Business präsenter und auffindbarer sind, als das, was so über dich erzählt wird. Es geht ultimativ darum, dass die Leute von allein auf dich zukommen (die Akquise bleibt dir dennoch nicht erspart) und dann - im Idealfall - auch wieder Mund-zu-Mund-Propaganda betreiben. Aber das Gleichgewicht verschiebt sich zugunsten der von der selbst forcierten und gepflegten Ebenen zum Generieren von Kunden und Aufträgen.

Du merkst also, am Klischee des einsamen Workaholics, der jeden Tag um sein Geld und seine Existenz bangen muss, ist nicht viel dran. Schließlich sind Vorurteile gegen Freelancer ja vor allem darauf zurückzuführen, dass Menschen in anderen Jobverhältnissen glauben, dass ihr Modell richtig sei. Aber das geht dir als Freelancer hoffentlich genauso. Schließlich ist es doch gut, wenn man meint, dass der eigene Job genau der richtige und erfüllende sei, oder?