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Warum du deine Selbstpflege zu einer Priorität machen solltest!

Die Spatzen pfeifen es immer lauter von den Dächern: Stress ist ungesund und macht uns krank.

Dass unser Leben immer schneller und hektischer wird, diese Themen sind Dauergäste in allen Medien und bereits mehrfach beschrieben. Dennoch hat bis jetzt kaum ein Umdenken statt gefunden. Es wird uns nach wie vor viel zu viel abverlangt: in der Arbeit und zu Hause im Privaten. Bist du selbständig tätig, musst du sowieso 24/7 erreichbar sein und im Privatleben wartet dann der Freund oder die Freundin und/oder die Kinder und möchten ebenso viel von dir. Die Möglichkeiten dem etwas entgegen zu setzen, sind scheinbar eher rar gesät. Denn will man mithalten, gibt es kaum Chancen sich dem steigenden Tempo zu verweigern. Deswegen wird es immer wichtiger, sich selbst Möglichkeiten zu kreieren, um zwischendurch das Pensum runter zu schrauben, zu entspannen und sich selbst etwas Gutes angedeihen zu lassen. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Sich selbst zu pflegen. Doch haben die meisten Schwierigkeiten damit, weil sie erstens gar nicht wissen, wie das geht (was soll das denn sein?). Zweitens fehlt meist die Zeit (erst mal kommen die anderen dran, für mich bleibt dann leider nichts mehr übrig). Oder drittens finden das einige vielleicht auch einfach nur albern oder verteufeln es als esoterischen Quatsch (soll ich mir jetzt lila Blümchen und Duftöl ins Zimmer stellen oder was?).

Eines sei an dieser Stelle aber ganz deutlich gesagt:  Die Zahl an Erkrankungen wie Burnout, Depressionen oder ähnlichem hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Tendenz steigend. Aber nicht nur das. Stress kann darüber hinaus viele andere Krankheiten auslösen, wie zum Beispiel Herz- und Kreislaufbeschwerden, Magen- und Verdauungsprobleme, Angstzustände, Schlafstörungen und einige mehr. Wir haben schon mehrfach darüber berichtet wie in unserem betreffenden Blog Artikel Was Stress bei Selbständigen auslösen kann.

Wurden früher die Notwendigkeiten, selbst etwas für sich zu tun, schlichtweg ignoriert oder ins Lächerliche gezogen, belegen heutzutage glücklicherweise viele Studien, dass es für die körperliche und seelische Gesundheit einfach unerlässlich ist, sich um sich selbst zu kümmern. Der Begriff dafür ist Selbstpflege.

Was sich hinter diesem Begriff verbirgt?

Eine Definition besagt zum Beispiel, dass das Praktizieren von Selbstpflege im ersten Schritt darin besteht, die eigenen emotionalen und körperlichen Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen. Der zweite Schritt ist, zu lernen, diesen Bedürfnissen Priorität einzuräumen und sich um deren Erfüllung zu kümmern – was auch immer dazu nötig ist. Dadurch stehst du im Einklang mit deinen Bedürfnissen und gewinnst an Stärke und Kraft.

Was hier schon mal deutlich wird, Selbstpflege und die eigenen Bedürfnisse gehören zusammen. Eine weitere Begriffserklärung sieht so aus: Unter Selbstpflege verstehen wir alles, was wir dafür tun, unsere geistige, körperliche und emotionale Gesundheit zu fördern und deren Erhaltung zu unterstützen.

Klingt ganz plausibel. Glücklich sind diejenigen, die das in ihrem Leben leicht umsetzen können. Doch leider sieht die Realität anders aus. Denn wir Menschen schieben unsere eigenen Bedürfnisse zu oft und gerne zur Seite, wollen davon nichts wissen oder verleugnen unsere tief innen sitzenden Bedürfnisse oder überhören sie schlichtweg. Würden wir hier jetzt 100 Menschen befragen, wie es zu diesem Thema bei ihnen persönlich aussieht – die Antwort würde sicherlich ernüchternd ausfallen. Ein Teil wird wahrscheinlich überhaupt keinen Zugang zu den eigenen Bedürfnissen haben, weil sie nie gelernt haben, sie überhaupt wahrzunehmen. Ein anderer Teil wird sie vielleicht kennen, aber aus irgendwelchen Gründen das nicht zugeben (aus Angst, Schüchternheit, mangelnder Akzeptanz für sich selber). Und der größte Teil wird sagen: Selbstpflege? Ich bin schon froh, wenn ich die Dinge, die jeden Tag beruflich und privat anstehen, auf die Reihe kriege. Für Selbstpflege fehlt mir die Kraft. Und ich habe schlichtweg keine Zeit „mich auch noch um mich selbst zu kümmern“. Und schon hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn eines ist klar, du bist in diesem Stadium bereits in einem Teufelskreis gefangen. Die gute Nachricht: Es gibt immer einen Weg hinaus.

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Für wen Selbstpflege besonders wichtig ist

Selbstpflege ist für alle Menschen wichtig. Für manche vielleicht ein bisschen mehr als für andere. Denn wie eingangs schon erwähnt: Unser Leben wird immer schnelllebiger. Dem müssen wir alle Tribut zollen. Aber es gibt natürlich durchaus Menschen, die erstens anfälliger für Stress sind oder die einfach auf Grund ihrer Familiensituation oder im Job mehr gefordert sind als andere. Dazu zählen zum Beispiel Mütter oder Väter, die eine Großfamilie zu versorgen haben. Oder Berufsgruppen wie Menschen, die in ihrer Arbeit viel Verantwortung tragen müssen. Dazu zählen selbstverständlich all diejenigen, die selbständig tätig sind. Wer selbständig ist, ist immer im Einsatz. Der „böse“ Ausdruck 24/7 ist in diesem Zusammenhang ja schon gefallen. Ständige digitale Präsenz zählt ebenfalls dazu. Aber es geht natürlich um weit mehr als nur die Arbeitszeiten oder die Nutzung digitaler Medien. Als Selbständiger trägst du eine hohe Verantwortung – und zwar für alle Bereiche „deines Unternehmens“, die sonst Kollegen, Vorgesetzte oder Chefs abdecken. Du bist sozusagen für alle „Unternehmensbereiche“ allein verantwortlich. Hast du zusätzlich eine Familie zu ernähren, steigert sich die Verantwortung noch einmal mehr. Das ist ein hohes Pensum und das macht Druck, vor allem dann wenn es mal nicht gut läuft. Also, wirst du den Pegel höher drehen, noch mehr arbeiten, noch weniger Zeit haben und im Endeffekt entsteht noch mehr Druck. Zeit für dich? Absolute Fehlanzeige. Und genau an diesem Punkt sollte man den Ausweg aus dem Teufelskreis suchen.  

Allerdings: Das oben Beschriebene ist natürlich eine Maximalsituation, in der alle Betroffenen die Reißleine ziehen sollten. Um es aber gar nicht so weit kommen zu lassen, müssen wir lernen, viel früher mit dem „Kümmern“ und einer individuellen Selbstpflege anzufangen und diese konsequent zu verfolgen – auch in stressfreien Zeiten. Dein Körper und deine Seele werden es dir danken.  

Konkrete Schritte

Das Thema mit der Selbstpflege und den eigenen Bedürfnissen ist ein äußerst umfangreiches. Und je nach Persönlichkeit ist es für einige definitiv schwieriger, sie überhaupt wahrzunehmen.

Nichtsdestotrotz: Jeder sollte sich darum kümmern – deswegen gibt es jetzt ein paar Tipps und Regeln, die du zu (d) einer Selbstverständlichkeit und Priorität im Alltag machen solltest.

Selbstpflege im emotionalen und seelischen Bereich

Seelisches Wohlbefinden ist so wichtig für einen gesunden Körper. Was deiner Seele gut tut, kannst nur du selber heraus finden. Aber mit den folgenden Beispielen bist du schon mal auf einem guten Weg:

  • Stresslevel reduzieren: Versuche soweit es geht, Stress in deinem Leben zu reduzieren. In Phasen, in denen es nicht anders geht, weil zum Beispiel viele Aufträge abzuarbeiten sind, kommt es auf die richtige Stressbewältigung an. Wenn du dich in derartigen Phasen sehr unter Druck fühlst, probiere aus, wie du diesen Druck rausnehmen kannst, indem du dir Hilfe suchst, Aufgaben delegierst oder durch ein anderes Zeitmanagement freie Zeiten kreierst. Darüber hinaus kannst du dir Entspannungstechniken suchen, die dir dabei helfen, (zwischendurch) abzuschalten und wieder Energie und Kraft zu tanken.

Dazu kommen beispielsweise in Frage: Atemübungen, Meditation, positive Affirmationen, Muskelentspannung, Yoga, Qi Gong oder Tai-Chi - und das am besten regelmäßig.

  • Sorge für ausreichend Kontakt zu Familie und Freunden. Es sollten immer Menschen sein, die dir gut tun und die vor allem deine Bedürfnisse respektieren und dich darin unterstützen. Miesepeter oder wer von dir nur fordert - das sind vielleicht nicht unbedingt die richtigen  Ansprechpartner.
  • Ganz wichtig ist das Thema Spaß und Freude. Zum Ausgleich sind das Faktoren, die einfach unerlässlich sind, wieder in Balance zu kommen und dich in andere Gemütsverfassungen zu bringen. Dabei ist alles erlaubt, was dir gefällt: Ein lustiger Abend mit Freunden, eine Komödie im Kino, Tanzen gehen, oder auch ein Hobby, das dir Spaß macht. Und wie heißt es schön: Lachen ist die beste Medizin! Dem ist an dieser Stelle nichts mehr hinzuzufügen.
  • Gerade die seelische Komponente hat maßgeblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Kraftreserven. Wenn dich in deinem Leben ein Bereich oder sogar mehrere überfordern oder negativ belasten, ist es immer ratsam, die Hilfe eines Fachmanns anzunehmen. Klar, du kannst mit Freunden reden und auch das kann helfen. Doch in manchen Phasen fühlt man sich ratlos, so dass du bei einem Coach oder Therapeut auf jeden Fall gut aufgehoben bist. Mehr zu lesen in unserem Blog Post Prävention für Selbständige
  • Je nach Situation kannst du auch mit deinem Hausarzt sprechen. Möglichkeiten einer Absicherung in einer Auszeit oder bei Krankheit findest du in einem anderen Artikel Krank werden als Selbständiger – Wie steht es um meine Existenz?

Selbstpflege im körperlichen Bereich

Unser Körper zeigt uns immer, was er braucht oder wo gerade Schwachstellen sind. Er meldet sich ja auch, wenn es um die Bedürfnisse wie Essen oder Trinken geht. Dem kommen wir leicht nach. Schwieriger wird es, wenn es darum geht, die Gründe für körperliche Erschöpfung zu finden beziehungsweise etwas dagegen zu tun. Neben der Selbstpflege im seelischen Bereich kannst du dies auch für deinen Körper tun:

  • Treibe regelmäßig Sport. Wähle hierfür unbedingt eine Sportart, die dir auch wirklich Spaß & Freude bereitet. Es bringt gar nichts, dich im Fitness-Studio anzumelden, wenn du es hasst Gerätetraining zu machen. Du wirst dich wahrscheinlich eher nicht aufraffen und 1000 Gründe finden, warum du heute das Studio nicht besuchen kannst. Innerer Schweinehund und so... Und wenn die Zeit wirklich mal nicht reicht, mache stattdessen einen Spaziergang an der frischen Luft oder leg zuhause deine Lieblingsmucke auf und tanze durch die Wohnung.
  • Achte auf deinen Körper und die Signale, die er dir sendet. Fühlst du dich erschöpft, lege Pausen ein. Bist du krank, nimm dir eine Auszeit. Ich weiß, die Gründe, warum das als Selbständiger nicht geht, sind alle verständlich. Aber du hast nichts davon, eine Grippe zu verschleppen. Denn das bedeutet dann eventuell einen viel längeren Ausfall deiner Arbeitskraft.  
  • Achte auf gesunde Ernährung und ausreichend Trinken
  • Schlafe ausreichend. Wenn du abends Schwierigkeiten hast, runterzukommen, empfehlen sich auch hier Atem- oder Meditationsübungen.
  • Gönne dir regelmäßige Pausen während des Tages / der Woche, gönne dir kleine Auszeiten am Wochenende, mache Urlaub während des Jahres.
  • Egal ob du zu Hause oder in einem angemieteten Büro arbeitest, achte auf ergonomische Büromöbel, also der Tisch und der Stuhl müssen passen und auf deinen Körper zugeschnitten sein. Auch das äußere Umfeld ist wichtig: Ist dein Schreibtisch immer unordentlich oder zugemüllt? Das ist keine gute Grundlage für stressfreies Arbeiten.

Fazit

Festzuhalten ist, Körper und Seele gehören zusammen. Wenn du etwas für deinen Körper tust, unterstützt das deine seelische Gesundheit und umgekehrt. Wenn du auf beides achtest und dabei auf deine Bedürfnisse hörst bzw. lernst, dies zu tun, wirst du viel besser mit stressigen und schwierigen Situationen klar kommen. Und in Phasen, in denen es gut läuft, wird es dazu beitragen, dass du noch energiegeladener, erfolgreicher und engagierter bist und dich einfach nur glücklich fühlst.