facebook-pixel
Junge Frau mit schwarzen Haaren freut sich über einen lukrativen Job.

Warum es sich lohnt als Freelancer zu arbeiten und was dabei zu beachten ist

Selbständig zu arbeiten wird immer beliebter. Auch die Möglichkeiten dazu sind immer vielfältiger. Aber was ist für Menschen eigentlich der Hauptgrund für den Schritt in die berufliche Selbständigkeit? Warum ziehen so viele eine eventuell risikoreiche, freiberufliche Tätigkeit einer sicheren Festanstellung vor? Was ist das Lohnende daran? 

Für die meisten wird es nur einen Grund geben: Du bist dein eigener Herr und hast keinen Chef, der einem ständig im Nacken sitzt. Ich würde sagen, das ist ein guter Grund. Auch für mich war das damals ausschlaggebend. Und es gibt noch weitaus mehr,  was den Anreiz, frei zu arbeiten ausmacht. Zum Beispiel: 

  • dein Arbeitstag muss nicht zwingend jeden Tag um die gleiche Zeit anfangen
  • die Arbeitszeiten lassen sich frei einteilen und können dem eigenen Rhythmus und den individuellen Anforderungen perfekt angepasst werden
  • der Arbeitsweg entfällt, kein nerviges Gedrängel in Bus oder Bahn, kein Stau auf den Straßen – natürlich vorausgesetzt du arbeitest zuhause
  • die relative Freiheit und Unabhängigkeit, sich (fast) alles so einteilen zu können, wie man es für richtig hält 
  • bestenfalls zu tun (sprich arbeiten), was man liebt bzw. irgendwann an diesen Punkt zu kommen und ihn erfolgreich umzusetzen

Klingt perfekt, oder? Jetzt ertönen bestimmt die lauten Stimmen der Argwöhnischen, die diese genannten Faktoren als waghalsiges Märchen abtun und sagen, dass das alles niemals so stattfinden kann - dass das eine Traumvorstellung ist, die nicht der Realität entspricht. Gut, viele Berufstätige gehen vielleicht wirklich etwas blauäugig an die Sache Selbständigkeit heran und stellen sich eine hundertprozentig rosa-rote Arbeitszukunft vor.

Ganz so ist es sicherlich nicht. Denn ein erfolgreiches Business aufzubauen ist harte Arbeit und gerade in der Anfangsphase muss jeder Selbständige definitiv ranklotzen, um alles auf ein solides Fundament zu stellen. Und dann auch dafür sorgen, dass es so bleibt. Jeder, der diesen Weg geht, sollte sich im Klaren sein, dass dieser zwischendurch auch äußerst steinig sein kann und dass nicht unbedingt jeder für eine Selbständigkeit gemacht ist, das hängt immer auch ein Stück von der Mentalität ab.

Wobei man sicher auch davon ausgehen kann, dass diejenigen, für die es nicht so praktikabel erscheint, auch nicht wirklich auf die Idee kommen, sich selbständig zu machen. Und außerdem: Man kann fast alles lernen und sich aneignen. Anregungen zu diesem Thema findest du in unserem Blogartikel Wird man als Unternehmer geboren oder kann man das lernen?.

Wenn du allerdings diesen Wunsch in dir trägst und diese gewisse Leidenschaft spürst – ob nun von Anfang an oder auch nach einer Zeit der Festanstellung – kann es sich durchaus lohnen, diesen Weg zu gehen: mit einer guten Geschäftsidee, einem realisierbaren Konzept und perfekter Vorbereitung. Und all den Vorteilen, die eine Selbständigkeit haben kann. 

Im Vorfeld



Möchtest du dich selbständig machen, sollte oberste Priorität haben, es auf keinen Fall allzu blauäugig oder gar planlos zu tun. Das würde nur klappen, wenn du mit einem immens großen Glücksschwein ausgestattet bist. Die Realität sieht aber anders aus, deswegen ist die gute Vorbereitung so wichtig. Dazu gehören ein paar Dinge bzw. Fragen, die du dir beantworten solltest:

1. Grundsätzlich solltest du als erstes klären, ob du wirklich Lust darauf hast, dich in dieses Unterfangen zu begeben. Bist du bereit, alle Hürden und Herausforderungen anzunehmen und eventuell auftretende Probleme, Hindernisse und Entbehrungen in Kauf zu nehmen? Brennst du für dein Vorhaben, bist du hartnäckig genug, um dran zu bleiben und zwar auch dann, wenn es anfangs oder auch zwischendurch mal nicht rund läuft?

2. Die Punkte unter 1) stehen in enger Verbindung mit den Fragen: Was kann ich?? Was habe ich gelernt? Was ist mein Fachgebiet? Was liebe ich und wo liegen meine Stärken, Kenntnisse, Fähigkeiten und Interessen? Und das führt zu deiner Idee, in welchem Metier du selbständig arbeiten möchtest. 

3. Die weiteren Voraussetzungen und Themen für eine Selbständigkeit, wie du ein gutes Konzept für deine Geschäftsidee erstellst und was alles zu tun ist - wie z.B. Gewerbeanmeldung oder nicht, Steuernummer, Versicherungen, Krankenkasse, Konto etc. - die Themen Geld, Liquidität und Ressourcen sind ebenso wichtig, sollen aber heute nicht unser Thema sein. 

Tipp: Gerade in der Anfangszeit kann man sich durchaus gebremst fühlen: entweder aus Angst oder auch unter dem Druck, alles richtig machen zu müssen. Da hilft nur eines: loslegen, anfangen und sich trauen. Wichtig ist nur: Fang an! Klingt vielleicht hart, aber kennt nicht jeder diesen Moment,  auf dem 5- oder 10-Meter-Brett zu stehen und sich nicht zu trauen, hinunter zu springen? Und ist es nicht so, je länger man dort oben steht, desto schwieriger wird es? 

Tagesgeschäft oder wenn der Laden läuft

Hast du alle Anfangshürden genommen und deine Selbständigkeit in die richtigen Bahnen gelenkt, stellt sich eine gewisse Routine ein. Du hast für dich einen Modus gefunden, wie du deine Arbeitstage strukturierst, du kennst die Arbeitsabläufe, wie viel du am Tag, in der Woche oder im Monat arbeiten willst und musst und hast bestenfalls schon einen Stamm an Kunden, Auftraggebern, Lieferanten und Dienstleistern (wenn nötig) aufgebaut. 

Tipp: Auch wenn du als Freiberufler vorwiegend als Einzelkämpfer agierst, ist es hilfreich sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ein gutes Netzwerk ist ratsam, um sich bei Bedarf schnell Tipps oder Hilfe und Unterstützung holen zu können.

Faktencheck

Es kommt natürlich auf die Art deiner Selbständigkeit an, aber nach einiger Zeit solltest du Bilanz ziehen:

  • Was läuft gut
  • Was läuft nicht gut und wo gibt es Verbesserungsbedarf
  • Braucht es eventuell große Veränderungen und
  • falls dies der Fall ist: bist du bereit weiter zu machen und wie schaffst du die Hindernisse aus der Welt? 

Was du zu einer erfolgreichen Selbständigkeit brauchst und was du als Benefit bekommst

Ich habe es schon erwähnt – wenn du dich mit etwas selbständig machen möchtest, brauchst du ein inneres Feuer. Deine Leidenschaft für deine Ziele muss in dir brennen – das ist der wichtigste Motor für Erfolg. Darüber hinaus musst du auch bereit sein, zu lernen. Und das bezieht sich auf alle Bereiche: aus Fehlern lernen und dein Unternehmen dem anpassen. Lernen aber auch in deinem speziellen Metier.

Die Zeit ist schnelllebig und warst du beispielsweise vor 3 Jahren ein Computerspezialist, bleibst aber auf diesem Status quo stehen, werden dich andere, die sich weiter gebildet haben, schnell links überholen. Lernbereitschaft, Interesse und Wissensdurst sind das A und O. Dies gilt natürlich ebenfalls für den organisatorischen Bereich deines Unternehmens, denn auch das musst du als Selbständiger weitestgehend allein stemmen. Wenn du gut aufgestellt bist, kannst du diese Dinge dementsprechend auch aus der Hand geben. 

Wenn du stets am Ball bleibst, machst du nicht nur deinen Job gut, sondern gewinnst auch Wissen und entdeckst oder verfeinerst Fähigkeiten, von denen du vorher vielleicht gar nicht zu träumen wagtest bzw. keine Ahnung hattest, dass sie in dir stecken. Parallel wächst dein Selbstvertrauen und dein Selbstwert. Und wie schön, wenn du auf diesem Wege eine Bestätigung dafür erfährst, dass es ein guter Schritt war und es sich gelohnt hat, ihn zu gehen. 

Oft genug wirst du zwar mit Widrigkeiten klar kommen und deinen „inneren Schweinehund“ überwinden müssen. Aber sich selber immer wieder herauszufordern, Dinge anzugehen – hilft dabei, dich weiter zu entwickeln. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, liest du in unserem Blog Post

Man lernt nie aus - Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es für Selbstständige?

Verhandlungsgeschick und der Umgang mit schwierigen Menschen

Ein nicht zu verachtender Punkt im Rahmen einer Selbständigkeit, der darüber entscheidet, ob du  irgendwann einmal sagen kannst, dieser Weg hat sich gelohnt, heißt: Verhandlungsgeschick. Und es zählt wahrscheinlich zu den Hauptschwierigkeiten, mit denen es Freiberufler zu tun bekommen können – es sei denn du bist mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet und in der glücklichen Lage, dich von harten Verhandlungspartnern nicht unter kriegen zu lassen. Denn manchen Menschen liegt das, manchen aber eher nicht.

Fehler in derlei Situationen, egal ob mit Auftraggebern oder Dienstleistern, haben es oft in sich und können sich kontraproduktiv auf deinen Erfolg auswirken. Aber keine Sorge, auch in diesen Belangen kannst du dich stärken und lernen, wie du besser agierst. Zu verstehen, zu lernen und an den Punkt zu kommen, dass deine Arbeit angemessen bezahlt wird, ist äußerst wichtig für deinen unternehmerischen Prozess.

Und auch hier gilt: Aus Fehlern wird man klug und kann von Erfahrungszuwachs profitieren. Auf lange Sicht hilft dir das auch dabei, eines Tages die Spreu vom Weizen zu trennen. Will heißen: musst du anfangs vielleicht noch mit Auftraggebern oder Kunden zusammenarbeiten, mit denen es nicht so rund läuft, einfach um dein Business auf eine solide Basis zu stellen – kannst du mit der Zeit wählerischer werden. Im Idealfall bist du irgendwann der glücklichen Lage, dir die Projekte und die Kunden auszusuchen, für die und mit denen es sich auch lohnt – und zwar in jeder Hinsicht. 

Fazit: Aber zu lernen, auch mit schwierigen Menschen im Arbeitsprozess umzugehen und mit ihnen zu verhandeln, ist für deinen unternehmerischen Erfolg unumgänglich. Maximierst du hier deine  Fähigkeiten, ist schon viel gewonnen und dein Selbstvertrauen bekommt Rückenwind. Tiefer gehende Infos zu diesem Thema gibt es hier Verhandeln als Selbstständiger - Das kleine 1x1 der Preisverhandlungen.

Zum Schluss: Wenn du alle Hürden meisterst und erfolgreich als Selbständiger arbeitest, gewinnst du an Reife und  Selbstsicherheit. Vor allem aber wirst du wahrscheinlich deine Unabhängigkeit und Freiheit besonders genießen. Du bist dein eigener Boss und wenn du dir dann nicht selbst permanent im Nacken sitzt (;-), bleibt als Fazit hoffentlich übrig: Es hat sich mehr als gelohnt diesen Weg zu gehen.