Was macht dich als Selbständiger besonders? | Kontist
Selbstständigkeit

Was macht dich als Selbständiger besonders?

Nina Sickinger

Freelance Editor

22. Okt. 2020

Gerade wenn du selbständig tätig bist, brauchst du eine gute Portion Selbstbewusstsein, denn als Einzelkämpfer bist du dein eigener Boss und für alles selbst verantwortlich. Das erfordert Mut, Selbstvertrauen und auch das Talent, sich gut verkaufen zu können. Auch wenn das viele Selbständige aus dem Effeff beherrschen, ist das für andere mitunter ganz schön herausfordernd im täglichen Geschäft. Und gar nicht so einfach. 

Denn wie jede Medaille hat auch diese Sache zwei Seiten und was hier als Vorteil gilt, kann dort auch ein Nachteil sein. Zumindest in der individuellen Betrachtungsweise. Denn häufig mangelt es genau an diesem Selbstbewusstsein, sich aus der Masse herauszustellen und quasi eine Bühne zu betreten, um neben Tausend anderen wahrgenommen zu werden. 

Also, möchtest du als Selbständiger erfolgreich mitmischen, muss es dir gelingen, eben nicht in der Masse unterzugehen. Und das geht nur, wenn du dir deiner Motive, beruflichen Ziele und Wünsche ganz bewusst bist und genau weißt, was du willst, wofür du kämpfst und wo du mit deinem Unternehmen hin möchtest. 

Aber nicht alle kommen mit diesen "Durchsetzungsgenen" auf die Welt. Manche schwimmen lieber mit der Masse mit, suchen hier Schutz, um nicht anzuecken und vermeintlich möglichst einfach durchs (Arbeits-) Leben zu kommen. 

Aber ist das wirklich der richtige Weg? Mit der Masse konform zu gehen, sich anzupassen und sich dadurch unangreifbar zu machen? Ich denke, wer erfolgreich ein Unternehmen - ob nun für sich allein oder mit Angestellten - aufbauen, halten oder sogar vergrößern möchte, muss einen Weg finden, aus der Masse hervor zu stechen. Also, mach dich besonders! Denn bei dir selber fängt es an.

Wenn du dich angesprochen fühlst - und egal ob du denkst, prima, das ist genau das Richtige für mich oder auch hm, guter Ansatz, aber ich weiß ja nicht so recht, dann lies bitte weiter. Wir haben ein paar Anregungen gesammelt. 

Bestandsaufnahme

Nun, wie funktioniert das denn, sich von der Masse abheben und damit zu punkten?

Viele werden jetzt sagen, ok, ich muss mich halt toll präsentieren, ergo auf eine brillante Außenwirkung achten und Social Media und allem, was damit zu tun hat, effektiv nutzen. 

Aber reicht das wirklich aus?

Denn sich von der Masse abzuheben, bedeutet nicht bzw. nicht nur, die oben genannten Aspekte zu berücksichtigen. Denn das tun alle! Also, wärest du wieder nur ein Vertreter des Mainstreams.

Willst du nach vorne, musst du den sicheren Hafen verlassen und dich auf Neuland wagen. Und da kommt dann schon die Crux an der Sache: Denn Neuland bedeutet immer Unsicherheit und davor haben viele Angst. Das ist schon mal der Hinderungsgrund schlechthin. 

Aber es gehört nun mal dazu, eingetretene Pfade zu verlassen, auf unkonventionelle Lösungen zu setzen, immer ehrlich und auch mal experimentell unterwegs zu sein, auch wenn man das Ergebnis noch nicht kennt oder sich nicht auf einen erfolgreichen Abschluss verlassen kann. 

Auch wenn man anfängt ehrlich und authentisch zu agieren, sich also kein Hintertürchen mehr offen lässt, stößt das bei anderen nicht unbedingt auf Gegenliebe. Ja viel mehr noch, man sieht sich plötzlich vielleicht auch Kritik und Gegenwind ausgesetzt. Damit kann nicht jeder umgehen und der eingeschlagene neue Weg zur eigenen Selbstdarstellung und zur eigenen Größe wird plötzlich steinig und rutschig.

Wenn du aber spürst, ja das ist genau der richtige Weg für mich oder etwas zaghafter denkst, gut irgendwas muss ich in meiner Karriere etwas verändern, sonst stagniere ich - dann stelle dir doch mal die folgenden Fragen:   

- Welche Art Arbeit gibt meinem Berufsleben einen Sinn? 

- Mit welchen Kunden/Auftraggebern möchte ich zusammenarbeiten bzw. für sie tätig werden? Sprich, welches sind die perfekten Kunden/Auftraggeber für mich?

- Bin ich überhaupt (schon) in der Position meine Kunden/Auftraggeber/Projekte frei wählen zu können?

- Wie sehen meine beruflichen Grenzen aus und wie kann ich sie bestmöglich setzen und einhalten? Und wäre es eventuell auch ein Versuch wert, diese Grenzen zu erweitern? Sprich, agiere ich aus Vorsicht und setze sie deswegen so eng? Oder sind sie wirklich begründet?

- Bin ich immer ehrlich - mir selbst und anderen gegenüber? 

- Richte ich mich zu sehr nach der Meinung anderer oder danach, was andere über mich denken? Und kann ich mir vorstellen - wenn ich glaube, davon sehr abhängig zu sein - mich von diesen Gedanken und der damit verbundenen Ängste zu lösen? Und mich davon frei machen, weil ich weiß, dass der von mir eingeschlagene Weg der richtige ist?

- Mit welchen Leuten möchte ich im Rahmen meiner Selbständigkeit zusammenarbeiten? Wie sieht mein perfektes Netzwerk aus? 

Ich weiß, dass sind sehr tief gehende Fragen und du musst dafür nach Innen gehen, um die Antworten darauf zu finden. Das ist nicht immer angenehm, aber wenn du zumindest ein paar klar und ehrlich beantworten kannst, wirst du auch die Dinge finden, die deinem Erfolg bisher im Weg gestanden haben. Wir sind so schnell geneigt, uns kleiner zu machen als wir sind. 

Oder das Licht unter unseren Scheffel zu stellen, wie ein sehr altes Sprichwort besagt. Manchmal braucht es nur ein Quäntchen an Veränderung und schon passiert etwas Großes. Andere müssen vielleicht etwas länger an der Veränderung arbeiten. Und das ist völlig in Ordnung - denn es geht um deine Besonderheit - und die solltest du nicht verstecken.

Gehe noch ein Stück weiter und wage die ersten Schritte

Wenn du wirklich etwas verändern und einen erfolgreichen Weg einschlagen möchtest, um deine Selbständigkeit genau dort hin zu bringen, wo es für dich perfekt ist, dann kannst du folgendes tun: 

Wertschätze das Gute anstatt dich auf das Schlechte zu konzentrieren

Die Folge: schlechte Laune, fehlende Motivation und mangelnde Produktivität. Andere Aspekte zum Thema Produktivität findest du übrigens hier Mit diesen Strategien machst du deinen Tag als Freelancer garantiert zu deinem – so steigerst du deine Produktivität.

Wenn du dich also in einem solchen Tief befindest, zieht das negative Gedanken über sich selbst und negativen Szenarien für die Zukunft nach sich. Was dann letztlich das unproduktive Sein noch verstärkt. Gerade negative Gedanken gehören zu den Einflüssen, die schlecht für unser gesamtes System sind, dazu zählen z.B. unser Körper und unsere Psyche. Viele (Weisheits-) Lehren beschäftigen sich damit. Auch zahlreiche Studien können dies belegen.

 Das Schwierige an diesem Thema ist, dass wir uns darüber häufig gar nicht bewusst sind. Oder wir nicht wissen, dass negatives Denken einer der "Erfolgs-Verhinderer" ist. Denn Negatives belegt im wahrsten Sinne den Platz für gute Gedanken, Kreativität, tolle Ideen und Einfälle, positive Einsichten und deine Kraft. Kein Wunder, dass das eigene Unternehmen unter diesen Umständen stagniert. Was du also tun musst, ist diesen Platz wieder frei zu machen. 

Sozusagen ein "Cleaning deiner Festplatte" durchzuführen. Denn auch auf unseren Computern sammelt sich von Zeit zu Zeit viel "Datenmüll" an, der den Speicherplatz belegt. Für den Computer gibt es dazu hilfreiche Programme, die automatisch laufen, sobald wir die Returntaste drücken. Das tun wir, weil wir den PC für unsere Arbeit (und mehr) so dringend brauchen. Warum also tun wir das nicht auch für uns selbst? 

Bist du bereit - es gibt auch hier tolle Möglichkeiten: 

Mache dir einmal über einen gewissen Zeitraum hinweg alle deine Gedanken, die du von morgens bis abends hast, bewusst. Erlaube dir eine ehrliche Einschätzung darüber, zu wie viel Prozent sie positiv, optimistisch und vertrauensvoll geprägt sind und wie viel sich an Negativem, Pessimistischem und Ängstlichem darunter schleicht. Oder wo du dich gedanklich klein machst, dir nichts zutraust und dich nach anderen richtest. 

Du wirst über das Ergebnis erstaunt sein. Denn, wenn wir anfangen, bewusst darauf zu achten, merken wir, dass das bisher in großen Teilen auch unbewusst passiert. Aber keine Sorge, je klarer du diese Dinge aufdeckst, desto leichter kannst du deine Erfolgsbühne betreten, deine positiven Seiten finden, zeigen und dich von der Masse abheben - mit allem, was dich besonders macht. 

Visualisiere deine Zukunft 

Denn: Wie oben schon angesprochen, wenn du ständig den "Teufel an die Wand" malst, Angst hast, immer vom Schlechten ausgehst oder denkst, das schaffe ich eh nicht - was meinst du, passiert dann in deiner Realität und deiner Zukunft? Da wird es schwer mit der Erfolgsspur. Also, erlaube dir in dieser Hinsicht mal groß zu denken. Oben ging es bereits darum, jetzt erlaube dir mal, deine berufliche (große) Zukunft ganz konkret auszumalen. Und zwar unter den Gesichtspunkten:

- Wo möchtest du in den nächsten Jahren sein?

- Welche Ziele möchtest du erreicht haben?

- Wie soll dein beruflicher Erfolg aussehen?

- Was macht dich daran so besonders?

Nehme dir ausreichend Zeit dafür und schreibe es so detailliert wie möglich auf. Jedes noch so kleine Bausteinchen zählt. Beziehe neben deiner beruflichen Situation auch dein Privatleben, deine finanzielle Situation und wie du dich mit allem fühlst, mit ein. 

Mach es am besten handschriftlich und räume dir wirklich Zeit dafür ein, damit du dich in diesem Moment voll darauf konzentrieren kannst. Es hilft nicht, wenn du es unter Zeitdruck tust und nebenbei eine Liste durchgehst, was du heute noch alles erledigen musst. 

Wenn du magst, kannst du die wesentlichen Aspekte nochmal auf einer Seite zusammenfassen und diese an einen Ort legen/hängen, an dem du sie so oft wie möglich siehst. Lese es dir immer wieder durch. Dein Unterbewusstsein nimmt diese Dinge auf. Auch wenn sie in der Zukunft - du kannst jetzt damit anfangen, sie in die Tat umzusetzen.



Finde heraus, was dich begeistert oder wofür du wirklich brennst

Und das ist der Punkt. Wer kann das schon auf Anhieb sagen. Denn es geht hier nicht um oberflächliche Dinge, sondern es geht um deine inneren Beweggründe, das was dich bewegt, motiviert, was dich glücklich und was dir Freude macht. 

Wo du sagen kannst, ja genau das ist es. Da wir das aber fast alle nicht gelernt haben (schon in der Schule geht es selten um Begeisterung) oder diese Dinge spätestens während des Erwachsenwerdens verschütt gehen, fällt es uns schwer, das überhaupt zu fühlen und zu definieren. Es ist aber immens wichtig, stellt das, was uns begeistert doch den Hauptmotor für unser Handeln und für unseren Erfolg dar. Und meist ist es genau das, was uns besonders macht.

Hier ein paar konkrete Anregungen:  

- Was bewegt dich? 

- Was hat dich als Kind (soweit du dich erinnern kannst) froh und glücklich gemacht - was hat dich geärgert? Manchmal hat man das tatsächlich vergessen, obwohl es ein so großer Traum gewesen ist.

- Was tust du richtig gerne? Und in wie vielen Bereichen deines Lebens (beruflich und privat) setzt du das um? Wo (noch) nicht?

- Wann war/ist das Gegenteil der Fall? 

- Was würdest du jetzt aktuell gerne ändern? 

Auch hier geht es ungelogen sehr in die Tiefe. Aber du wirst erstaunt sein, je ehrlicher du mit dir bist, desto leichter kannst du Dinge verändern. Es gibt viele Menschen, die jahrelang versuchen, etwas Bestimmtes zu sein, zu erreichen, darzustellen oder so und so zu arbeiten, um letztlich immer wieder an ihre Grenzen zu stoßen oder erfolglos zu bleiben. 

Das ist wie das wahre Sprichwort gegen Windmühlen ankämpfen....dabei reibst du dich immer weiter auf. 

Wenn du dich diesen Fragen aber stellst und die Antworten darauf findest, bringt dies deine Wahrheit ans Licht. Und dies kann zu einer effektiven Veränderung führen, wenn du dir das auch eingestehen kannst. Dann kommt der Erfolg in Einklang mit dir, deinen Fähigkeiten, deinen Talenten und es setzt Kraft und Energie frei, die du vorher in das Falsche gesteckt hast. Das funktioniert wie ein Booster…

Die dir den Weg anhand deiner ganz individuellen Persönlichkeit ebnet und vor allem eines: deine Besonderheit in den Vordergrund stellt und dich aus der Masse herausstechen lässt. 

Scheue dich nicht, dir dabei Unterstützung zu holen, gerade im Anfangsprozess kann professionelle Hilfe sehr gut tun - zum Beispiel in Form eines (Business-) Coachings. Hier gibt es wirklich viele gute Angebote. Mehr zu diesem Thema findest du hier Warum sich gerade Selbstständige einen Coach nehmen sollten.

Und zum Schluss noch ein paar Anregungen, wenn dir auf deinem beruflichen Weg weitere Hürden begegnen Wie ich als Selbständiger am besten mit Stolpersteinen umgehe.